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Ein Held unserer Zeit
 
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Ein Held unserer Zeit (Taschenbuch)

von Michail Lermontow (Autor), Günther Stein (Übersetzer)
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 209 Seiten
  • Verlag: Insel, Frankfurt; Auflage: 3 (30. September 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3458346651
  • ISBN-13: 978-3458346654
  • Größe und/oder Gewicht: 17,2 x 10,8 x 0,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 237.826 in Bücher (Die Bestseller Bücher)
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Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Ein Held unserer Zeit
OT Geroj naschego vremeni OA 1840 DE 1845Form Roman Epoche Postromantik
Der Roman ist ein Porträt des widerspruchsvollen, teils faszinierenden, teils abstoßenden Helden unserer Zeit. Wie zuvor schon Alexander R Puschkin mit dem Titelhelden des Eugen Onegin (1825–33) formt Lermontow mit seiner Romanfigur Grigori Petschorin den Typus des »überflüssigen Menschen« – einer potenziell herausragenden Persönlichkeit, die angesichts der dumpfen gesellschaftlichen Atmosphäre ihre Fähigkeiten brachliegen lässt, um sich aus einer tief skeptischen Geisteshaltung heraus der Langeweile und der Tatenlosigkeit hinzugeben.
Inhalt: Im Mittelpunkt einer Serie von fünf lose verknüpften Novellen steht der junge Offizier Grigori Petschorin. In der ersten Novelle entführt der verliebte Held die Tochter eines Tscherkessen-Fürsten und gewinnt mit der Zeit ihre Zuneigung. Die ihn bald anödende und von ihm vernachlässigte Bela fällt in die Hände eines Banditen und kommt ums Leben. In Taman stört Petschorin zufällig die Geschäfte einer Gruppe von Schmugglern und bezahlt dies fast mit seinem Leben. Den größten Teil des Romans nimmt die Geschichte von Prinzessin Meri ein: In einem kaukasischen Kurort machen Petschorin und sein Freund, der Junker, einer jungen Prinzessin den Hof. Während Petschorin nur mit den Gefühlen der Prinzessin spielt, verliebt sie sich leidenschaftlich in ihn und weist den Junker ab. Der Ausgestochene sinnt auf Rache und provoziert Petschorin; es kommt zum Duell, in dessen Verlauf der Junker von Petschorin getötet wird. In Der Fatalist schießt sich ein serbischer Offizier wegen einer Wette mit Petschorin mit einer (versagenden) Pistole in den Kopf, um zu zeigen, dass es ein vorherbestimmtes Schicksal gibt und dass seine Zeit noch nicht gekommen ist; keine Stunde später wird der Offizier durch Zufall von einem betrunkenen Soldaten niedergesäbelt.
Aufbau: Der in seinem Aufbau komplexe und nichtchronologisch erzählte Roman erlaubt dem Autor, seinen Helden in unterschiedlichen Perspektiven – der eines Freundes, eines Außenstehenden sowie aus innerer Sicht – vorzustellen.
In der ersten Novelle Bela berichtet der frühere Vorgesetzte und Freund Petschorins, Stabskapitän Maxim Maxsimytsch, dem Ich-Erzähler von Ereignissen, die fünf Jahre zurückliegen. Tags darauf begegnen der Kapitän und der Ich-Erzähler Petschorin auf seinem Weg nach Persien, dem Ich-Erzähler fällt dabei Petschorins Tagebuch in die Hände. Es folgt die Publikation des Tagebuchs in drei Novellen, wobei die zweite von ihnen (Prinzessin Meri) zeitlich den Ereignissen der Novelle Bela vorangeht. In einem Vorwort zum Tagebuch teilt der Verfasser mit, dass Petschorin auf dem Rückweg aus Persien ums Leben gekommen ist.
Die Komplexität der Komposition wird durch die Verschiedenartigkeit der für die einzelnen Novellen verwendeten Genres unterstrichen – von der romantischen Erzählung (Bela) und der Reiseskizze (Maxim Maximytsch) über die Schauergeschichte (Taman) und den mondänen Roman in Tagebuchform (Prinzessin Meri) mit nicht fiktiven Elementen (Vorwort) bis hin zu fantastischer Prosa (Der Fatalist). Miteinander verknüpft sind die Teile nicht nur in der Figur Petschorins, sondern auch durch die wiederkehrenden Motive der Liebe, der Männerfreundschaft und des gewaltsamen Todes.
Wirkung: Lermontow hat mit der Hauptfigur einen neuartigen, häufig nachgeahmten Heldentypus geprägt. Seine verfeinerte Technik der psychologischen Analyse hat die Entwicklung der russischen Prosa der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stark beeinflusst. M. Sch. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .


Pressestimmen

Lermontow, 1814 geboren, war sehr viel mehr als ein junger Zyniker, der - der Mode entsprechend - Unglück in der Liebe hatte, sich Stimmungen und schwarzem Humor hingab, Verse kritzelte und einen Roman schrieb, bevor er mit sechsundzwanzig Jahren in einem Duell, das er gar nicht hätte ausfechten müssen, sein Leben wegschmiß: Er war ein großer Schriftsteller." (The New York Times Book Review)


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15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein einzigartig begeisterndes Werk !, 19. September 2004
Ich lese sehr viel, mit Vorliebe die klassische Literatur des 19. Jahrhunderts, doch kaum hat mich ein Werk so fasziniert und gefesselt wie Lermontows Held unserer Zeit. Man lebt sich förmlich in die Geschichte hinein und es ist erstaunlich mit welchem Geschick der Autor es versteht seinem Romanhelden Petschorin die kalküle Fähigkeit aufzuerlegen Situationen mit psychoanalytischem Feingespühr eiskalt zu berechnen, und die Menschen um sich zu Marionetten seiner selbst zu formen.

Es ist mit Sicherheit kein gewöhnliches Buch, wie die Furore beim Erscheinen 1840 erahnen lässt, doch es sind die ungewöhnlichen Dinge die den Fortschritt erzeugen, und den hat es ganz bestimmt bewirkt, in der Russischen, wenn nicht sogar in der Weltliteratur. Eines kann ich mit Sicherheit sagen, dieses Buch ist eines der eindruckvollsten Werke die ich jemals gelesen habe.

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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Gesellschaft einst und jetzt, 14. Juli 2005
Von Ossiwan "ossiwan" - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REVIEWER)   
Offizier Petschorin, die Hauptfigur des Romans, wird vom Erzähler in mehreren Fassonen dargestellt. Einmal in der Erzählung des Maxim Maximytsch, einem ehemaligen Gefährten Petschorins, dann bei einer direkten Begegnung des Erzählers mit Petschorin selbst und schließlich mittels seiner Tagebücher, die der Autor nach dem Tode Petschorins in diesem Buch auszugsweise veröffentlicht.
Wer aber ist nun dieser Petschorin? Der Leser wird es am Ende immer noch nicht wissen, den viel erfährt man nicht über ihn, außer, dass er nach außen hin ein kaltblütiger, lethargischer Mensch ist, der sich nicht um die Meinungen der anderen kümmert und nur seinen eigenen Vorteil verfolgt, im Innersten aber zerrissen ist, nicht mehr fähig sich wahre Regungen und Gefühle einzugestehen.

Lermontow ist in seinem einzigen Roman ein Charakterbild gelungen, das Allgemeingültigkeit hatte, hat und haben wird. Ein Mann in seiner Einsamkeit gefangen, weil er sich nicht mit den gesellschaftlichen Konventionen abfinden kann, die von ihm verlangt werden. Zwar erfüllt er diese und ist dank seiner Abstammung und seiner finanziellen Lage wegen auch ein gern gesehener Gast bei allen Veranstaltungen, doch, zermürbt ihn diese Maskerade bis ins Tiefste und zerbricht ihn schließlich auch.

Petschorin ist ein tragischer Held, der sich in allen seinen Äußerungen und Erscheinungen ganz der Welt, in der er lebt angepasst hat, die er aber hasst und verdammt. Da er, zeigte er seine wahren Gefühle und Stimmungen, verlacht und ausgestoßen würde, trägt er eine dauernde Maske um nicht sein wahres Ich zu zeigen.
Doch verschwindet er hinter dieser Maske mehr und mehr, je mehr sie von den anderen akzeptiert, ja geachtet wird. Somit wird er zum ewig Suchenden, der in der Welt nicht mehr glücklich werden kann und nur mehr versucht, wie auch immer Frieden zu finden.

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18 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Zeitlos aktuell, 25. September 2003
Der fünfundzwanzigjährige adlige Offizier Petschorin ist gefühlskalt und daher unfähig jeden wahren Gefühls. Deshalb langweilt ihn sein unausgefülltes Leben. Heute würde man sagen, er sucht nach einem "Kick". Aber da im 19.Jahrhundert solche aufregende Dinge wie Bungee-Jumping noch nicht erfunden waren, versucht er der Langeweile zu entgehen, indem er spielt. Das Tragische daran ist, daß er sich nicht den Karten oder dem Roulette ergibt -Petschorin spielt mit Menschen, hauptsächlich mit Frauen, und stürzt diese damit ins Unglück. Lermontow würzt diesen Roman hin und wieder mit einer Prise Ironie, trotzdem ist dies keine Gesellschaftskomödie, sondern eher die traurige Beschreibung des Lebensgefühls einer ganzen Epoche. Was das Buch so faszinierend macht ist, daß es diesen Typus Mensch, den Petschorin darstellt, auch heute noch gibt, in zeitgemäß abgewandelter Form natürlich. Und deshalb ist Petschorin auch "ein Held unserer Zeit".
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Am 7. Juni 2004 veröffentlicht

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