Sketche spielen und selbst schreiben
Worauf es ankommt
Der aus dem Englischen stammende Begriff Sketch, oder
in eingedeutschter Schreibweise "Sketsch", bezeichnet
eine schnell hingeworfene, auf das Notwendige beschränkte
Skizze. Dabei kann es sich um ein kurzes Musikstück
(zum Beispiel heißt ein Album des US-Jazzers Miles Davis
"Sketches from Spain"), ein Bild als schnellen Entwurf oder
eben auch eine kurze schauspielerische Szene handeln.
Die Länge solch eines Sketches ist variabel. Ob kurze,
30 Sekunden oder eine Minute lange Gags wie die in den
zahlreichen Comedysendungen im Fernsehen oder die
sorgsam bis ins Detail durchkomponierten Szenen voll
hintersinnigem Humor von Loriot oder auch der schwarze,
absurde Witz der britischen Comedytruppe "Monty
Python": Die Welt steckt voller Sketche. Und so abwechslungsreich
sie sind, so verschieden ist auch ihre Form, Länge
und der notwendige Aufwand. Eins haben sie jedoch
alle gemeinsam: Sie sollen die Zuschauer zum Lachen
bringen.
Lach doch mal!
Hier sind wir bei einem der größten Probleme, beim
Humor. Humor ist eine heikle Angelegenheit. Jeder findet
etwas anderes lustig, kann über etwas anderes lachen.
Manche mögen es derb, andere bevorzugen die ironische
oder doppeldeutige Sorte - und dann gibt es ja auch noch
diejenigen, die immer noch auf der Suche nach dem Witz
sind, über den sie endlich einmal lachen könnten - wenn
sie es denn wollten.
So gesehen kann jeder gut gemeinte Sketch in einem
Fiasko enden. Nämlich genau dann, wenn keiner über die
Bemühungen der Darsteller lacht, niemand die Pointe lustig
findet.
Trotzdem sollte man sich von dieser Möglichkeit nicht
abschrecken lassen. Sicherlich ist die Sorge berechtigt, dass
der Sketch und damit die Arbeit und Mühe, die man sich
gemacht hat, beim Publikum nicht so richtig ankommt.
Aber dem kann man vorbeugen.
Zuerst sollte man berücksichtigen, ob das Publikum mit
der Aufführung eines Sketches rechnet. Wenn nicht, weiß
es auch nicht, dass es gleich lustig wird. Das ist natürlich
besonders dann der Fall, wenn es bisher nicht üblich war,
zum Beispiel bei einer Familienfeier auch Sketche darzubieten.
Eine lockere, gern auch launige Einleitung zum Sketch
versetzt die Zuschauer in gelöste Stimmung, bereitet sie
auf das kommende Ereignis vor. Sie können sich entspannen
und sind neugierig darauf zu erfahren, was sie da
Lustiges erwartet.
Wird mehr als ein Sketch aufgeführt, sollte man vorher
die Reihenfolge genau planen. Hierbei hilft ein alter
Unterhaltertrick: Am Anfang kommen immer die besten
Witze. Das Publikum ist noch frisch, aufmerksam, hat sich
noch nicht müde gelacht.
Übertragen auf das Aufführen von Sketchen bedeutet
dies: Um sicherzugehen, dass die Zuschauer sich amüsieren,
am Anfang immer den witzigsten Sketch bringen. Vertraut
man dabei dem eigenen Repertoire nicht hundertprozentig,
empfiehlt sich als "Aufwärm"-Sketch etwas
Bekanntes. Sehr gut geeignet dafür sind etwa die Evergreens
von Loriot.
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