Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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60 von 60 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
... für einen entspannten Start ins Babyglück, 3. Juli 2003
Dieses Buch bezeichne ich gern als meine "Fibel". Es hat mir vor der Geburt meines zweiten Kindes die Augen erst richtig geöffnet und mich für die Signale meines Kindes und dessen Einmaligkeit sensibilisiert. Dieses Buch ist kein Erziehungsratgeber schlechthin, sondern ein Grundlagenbuch für die ersten, für die spätere Entwicklung des Kindes so wichtigen Monate. Dem Kritiker, welcher meint, dieses Buch sei überholt und veraltet, möchte ich den Wind aus den Segel nehmen. In der heutigen unruhigen Welt ist es für ein Baby sehr gut, ein Ruhepol in der häuslichen Umgebung zu haben. Die vielen Frühförder- und Babyunterhaltungsprogramme (wie zum Bsp. Babyschwimmen, Stillgruppen, Bewegungsförderung; Krabbelgruppe) möchte ich nicht verunglimpfen, aber der, wenn auch "alte" aber daher eben auch sehr erfahrene Ansatz der Frau Pikler, das Baby im ersten Jahr "in Ruhe zu lassen" ist für die harmonische, ausgeglichene Entwicklung der beste. Vor allem den Müttern nimmt es den Leistungs- oder Erfolgsdruck, ihr Kind müsse das bestgefördertste sein und eine Nichtförderung wäre schädlich. Das Buch erklärt die unterschiedlichen Zeitpunkte der Entwicklungsstufen des Babies und warum sich gerade IHR KIND SO HERRLICH NORMAL ENTWICKELT ! Frau Pikler empfiehlt auch Bettchen oder Laufstall als "Tagesnest" für die Säuglinge. Den Gegnern dieser Babyaufenthaltsorte sei gesagt, dass diese Orte in dem Augenblick aufgegeben werden, in dem das Baby es anzeigt. Wenn es entdeckungsfreudig die angrenzenden Regionen erober will. Es kann also niemals ein Gefängnis werden. Selbst wenn es nicht gelingt alle Empfehlungen der Frau Pikler umzusetzen (mein Baby nimmt z.B. einen Nuckel), so sind die Grundideen jedoch zutreffend. Es ist mir immer noch eine große Freude, mein Kind zu beobachten und die Weisheiten, die in dem Buch sehr sachlich geschildert sind, in meinem Kind wiederzufinden. Dieses Buch macht weise und wenn das eigene Kind dadurch zufrieden und glücklich ist, ist man als Mutter plötzlich selbst der gute Ratgeber für die kommende Müttergeneration, der man dieses Buch sehr, sehr empfehlen möchte.
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29 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eine grosse Hilfe, 27. Oktober 2002
Dieses Buch war mir nach der Geburt meines Sohnes eine grosse Hilfe. Für mich war es erlösend zu erfahren, dass auch schon das ganz kleine Baby weiss, was es braucht, und bereits eigene Fähigkeiten hat. Ich war ja so ahnungslos, und hatte befürchtet nun für alles zuständig und verantwortlich zu sein. Frau Pikler predigt übrigens überhaupt nicht, man soll das Kind sich selbst überlassen. Was sie empfiehlt, ist nicht in hektischen Aktivismus zu verfallen, sondern das Kind wirklich wahrzunehmen. D.h. wenn es schreit nicht gleich loszurennen und irgendwas zu tun, sondern sich zuerst mal hinzusetzen, Nähe zu geben, zu beobachten. Vielleicht findet man so den richtigen Grund für das Weinen heraus, vielleicht muss das Kind halt einfach mal seinen Gefühlen Luft machen usw. Bei der Pflege empfiehlt Frau Pikler total beim Kind zu sein. Das ist sehr schwierig, oft wandern die Gedanken. Gelingt es aber, sich in diesen Zeiten voll und ganz auf das Kind zu konzentrieren, so ist das für das Baby wie "auftanken". Es kann sich dann in den Zeiten zwischen der Pflege auch alleine beschäftigen, ist nicht so ausgehungert nach Aufmerksamkeit. Auch die freie Bewegungsentwicklung, d.h. nicht einzugreifen in die Lernprozesse beim Kind wie z.Bsp. es aufsetzen, drehen, an den Händen aufstellen oder gar gehen lassen, war bei unserem Kind ein durchschlagender Erfolg. Er hat Stunden-, Wochen- ja Monatelang konzentriert auf seine Ziele hingearbeitet, und wenn es ihm schliesslich gelang sich umzudrehen oder aufzusetzen, dann war das ganz allein sein Erfolg, und das hat ihn entsprechend motiviert und ihn sicher auch selbstbewusster gemacht. Wirklich, für mich war das Buch eine echte Offenbarung. Und ich bin stolz darauf, dass es mir gelungen ist, meinen Sohn schon von klein auf "sich selbst" sein zu lassen und sein Bedürnis auf Eigenständigkeit zu respektieren.
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40 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Respektvoller Umgang ja, möglichst immer allein liegen lassen nein, 3. Juli 2007
Mit der Grundidee Emmi Piklers stimme ich überein: Jedes Kind soll im eigenen Lebenstempo, Rhythmus, Forschungsdrang respektiert und nicht wie ein Zirkuspferd dressiert oder "bespielt" werden. Die Lektüre hat mir geholfen, mich abzugrenzen, wenn andere mir sagten, was gut für mein Baby wäre (z.B. beim Babyschwimmen, wo sich die Erwachsenen amüsierten und die Babies nur Turngeräte waren).
Andererseits haben mich Bücher Emmi Piklers unter einen neuen Erfolgsdruck gesetzt. Da Pikler schreibt, dass jedes Kind grundsätzlich friedlich sei, wenn man nur richtig mit ihm umginge, fällt jede kleine Unmutsäußerung meiner Tochter "auf mich zurück". Ich sei es ja selbst, die sie unfriedlich macht oder zumindest nicht richtig herausfindet, was ihr fehlt. Ich finde, dahinter steckt eine Ideologie: Alle Babies seien grundsätzlich glücklich, wenn sie nur "in Ruhe gelassen", in ihrem Glück nicht gestört würden. Diese Ansicht halte ich für ebenso ideologisch wie die Meinung Jean Liedloffs, alle Kinder seien immer glücklich, wenn sie nur am Lebensanfang rund um die Uhr am Mutterkörper lägen. Die beiden Ansätze widersprechen sich natürlich. Aber in ihrem Absolutheitsanspruch ("ALLE Babies" und "möglichst IMMER herumgetragen" bzw. "(außerhalb der Pflegezeiten) möglichst IMMER in Ruhe gelassen") treffen sie sich (wie die meisten Ideologien).
Warum ist es nicht möglich zu sagen: Ja, ich respektiere mein Kind (wie Pikler das ja richtig fordert), ich respektiere sogar seinen Wunsch, von mir länger oder kürzer herumgetragen zu werden! Es will oder kann meiner Erfahrung nach nicht jedes Baby zu jeder Wachzeit die eigenen Hände studieren. Auch das 'Passiv-mit-dabei-Sein' (z.B. im Tragetuch) kann eben manchen Kindern gut tun. Und plötzlich fühlt sich das Kind dann doch "reif" für ein Weilchen Selbstbeschäftigung. Diese Reife des Kindes zu erspüren, ist natürlich eine Herausforderung, darauf lohnt es sich zu achten. Das hilft mir persönlich aber mehr im Zusammenleben mit meinem Baby als die Vorstellung, ich müsste mich nur richtig verhalten, dann würde das Kind schon von Anfang an am liebsten allein im Bett liegen und experimentieren.
P.S. Die Tragetuch-Kritik der Pikler-Schule findet sich aber eher im Büchlein "Miteinander vertraut werden". Für mich ein wenig brauchbarer war z.B. der Band "Zufriedene Kinder - gelassene Eltern".
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