Kurzbeschreibung
Am 13. Februar wird die gefeierte Ballerina Amandine in ihrer Garderobe im Berliner Schauspielhaus tot aufgefunden. Mit Grauen wird vermerkt: Der Tänzerin wurden - anscheinend bei lebendigem Leibe - die Füße abgetrennt. Der Kammergerichtsrat, Schriftsteller und Komponist Philipp Kreisler wird zufällig Zeuge des Abtransports der Leiche. Das namenlose Entsetzten im Blick der Toten berührt ihn so tief, daß er sich vornimmt, den Fall auf eigene Faust zu klären, zumal sich Polizei und Justiz sträflich wenig um ihn kümmern. Zusammen mit dem exzentrischen Schauspieler Ludwig Freundt macht sich Kreisler an die Ermittlungen. Dabei stoßen sie auf allerhand merkwürdiges: eine Schminkdose mit einer berauschenden und zugleich lebensbedrohlichen Substanz, einen skandalumwitterten Naturforscher, der eigentlich schon tot ist, einen Theatermaschinisten, der für eine Don-Giovanni-Aufführung einen unheimlichen beweglichen Komtur baut und schließlich Amandines Grab, in dem jede Spur von ihrem Körper fehlt. Während dessen geht das Morden weiter. Und immer sind es Frauen aus dem Theatermillieu, die sterben müssen. "Undines Tod" von Henning Boetius ist ein historischer Kriminalroman ersten Ranges, ein vielschichtiges Schattenspiel und ein facettenreiches Epochengemälde zugleich. Wir flanieren durch das alte Berlin, fürchten die laternenlose Dunkelheit, parlieren beim ästhetischen Mittwoschstee und spüren die seelischen Abgründe am Tor zu einer neuen Epoche.
Über den Autor
Henning Boëtius, geboren 1939, lebt in Berlin. Er ist Autor zahlreicher, von der Kritik hochgelobter Romanbiographien und der Kriminalromane um den holländischen Inspektor Piet Hieronymus. Sein Roman »Phönix aus Asche« wurde in 13 Länder verkauft; die Filmrechte wurden vom Hollywood-Studio Universal erworben.