Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Unterhaltsam, 29. April 2009
Er wächst einem schon ans Herz, der Herr Holm. Aber beileibe nicht als Mann, denn es wäre der Albtraum einer jeden Frau, einen solchen Partner zu haben. Doch als liebenswerter Sonderling kann er sich durchaus in die Herzen der LeserInnen schleichen.
Nach einem gescheiterten Beziehungsversuch, an dem wir in Matthias Keidtels vorherigem Roman "Ein Mann wie Holm" teilhaben konnten, wohnt der inzwischen 38-jährige Felix wieder bei seinen Eltern. Unter dem von seinem Poster immer tadelnder werdenden Blick Reinhard Meys, der seit Jahren mit Holm das Kinderzimmer teilt, übt sich dieser in süßem Nichtstun.
Bis.... Ja- bis Felix Holm eines Tages die zündende Idee hat, den elterlichen Garten in das Epizentrum seines weltweiten Reinhard Mey- Rosenhandels zu verwandeln. Seine von Westberlin ausgehende Reise nach Frankreich, sozusagen zur Wiege von Reinhard Meys Rosensamen, endet durch widrige Umstände in Ostberlin.
Und hier darf der Leser Herrn Holm auf seinem steinigen Weg des Erwachsenwerdens begleiten. In einer spätpubertären Phase mutiert der 38-Jährige von einem unsicheren, naiven Nichtsnutz zu einem pedantisch-spießigen Macho und schreckt sogar nicht davor zurück, als späte Rebellion gegen seinen Vater Cola zu trinken, auf der Straße Jeans zu tragen, tagsüber Alkohol zu konsumieren und sich in eine Bardame zu verlieben.
Nach 368 Seiten schließe ich den Roman. Mit Bedauern, dass er zu Ende ist, mit einem Lächeln auf den Lippen und mit dem beruhigenden Wissen, dass der letzte Teil der Trilogie um Herrn Holm bereits in Arbeit ist. Es wird also ein Wiedersehen geben. Ich freue mich darauf!
Der 1967 geborene und in Berlin lebende Matthias Keidtel versteht es, seinen Lesern kurzweilige und eloquente Unterhaltung zu bieten. Der Autor besticht durch seinen Wortwitz und die teilweise skurrilen Situationen.
Fazit: Ein durchweg lesenswerter Roman!
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Bitte Lächeln - das Leben geht wirklich weiter ..., 19. März 2009
Es gibt Bücher, deren Titel bereits trösten können... dieses hier von Matthias Keidtel ermutigt uns nicht nur gleich auf dem Cover (einfach in der Wohnung gut sichtbar liegen lassen - das wirkt), sondern auch zum Lesen in einem Rutsch. Die Methode: eine skurrile Alltagsgeschichte, ein Held mit umgekehrten Vorzeichen (sind wir nicht alle ein wenig Holm?), Alltagsbeobachtungen bis ins kleinste Detail und feinsinnige Komik. Dabei wird das Spektrum schicksalhafter Fügungen gekonnt ausgereizt. So manches mal war ich entweder kurz davor, den Protagonisten laut anzufeuern oder ihn einfach in die Arme zu nehmen. Dass ich nach dem Lesen durch zweitweises Dauergrinsen die eine oder andere Falte in meinem Gesicht nun mehr habe, nehme ich in gern Kauf. Kurz: Gute Unterhaltung und ein sprachliches Vergnügen nicht nur für die, die selbst als kluge Beobachter durchs Leben laufen und vieles für sich als komisch bewerten können.
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5.0 von 5 Sternen
Herr Holm auf Abwegen, 7. November 2009
Herr Holm? Gab es da nicht mal diesen Polizisten der immmer in so witzischen Sendungen im Fernsehn aufgetreten ist? Kennt heute wohl keiner mehr.. Der Herr Holm aus der "Das Leben geht weiter"-Story von Matthias Keidtel ist jedenfalls auch schonmal eine kautzige Persönlichkeit, wenn auch in eine etwas andere Richtung. Mit 38 Jahren ist sein Zigarrenladenprojekt gescheitert und er zieht wieder zu hause bei Mama und Papa im Klettenweg (Berliner Stadtteil Rudow) ein. Logisch, dass das nicht ohne Spannungen funktionieren kann und die Behaglichkeit des Gewohnten (Einkaufen mit Muttern, geregelte Essenszeiten), schnell von einem beschädigten Selbstbewusstsein und dem dumpfen Gefühl, dass es doch irgendwie weitergehen muss, überlagert wird. Vor allem macht ja auch Papa ganz schön Druck mit seinem Kasernenhofton.. Jedenfalls, ein Sinn muss her: Holm, mehr oder weniger bekennender Reinhard-Mey-Fan wittert nach einem kurzen Ausflug ins Versicherungsvertreter-Business, eine klaffende Marktlücke. Er will eine Rose, die in Frankreich nach dem, auch dort sehr beliebten, Barden benannt ist nach Deutschland holen und in Rudow züchten. Wie man aber auf diese Weise ins Rotlichtmilieu gerät und ob man da wieder herauskommt und möglicherweise noch der Liebe seines Lebens begegnet (oder vielleicht auch ein paar Abstriche machen muss), das erzählt auf sehr lustige und durchaus spannende Weise dieses Buch. "Das Leben geht weiter" ist vielleicht nicht unbedingt Weltliteratur, aber einfach sehr gut gemachte Unterhaltung. Die Figur Holm ist zwar ein klassischer Looser, aber doch eher einer, der sich aufrappelt und ein bei aller Hilflosigkeit oft bemerkenswertes Selbstbewusstsein an den Tag legt. Er tut einem manchmal schon leid, aber irgendwie ist immer abzusehen, dass er sich aus einer dummen Situation auch wieder befreien wird. Tauschen will man sicher nicht mit Herrn Holm. Um eine paar Querverweise zu bemühen: Holm ist ein Figur, wie aus einem Roman von Heinz Strunk, nur dass sich Keidtel hier schon etwas von der Misanthrophie, die bei Strunk öfters durchscheint, abhebt. Teilweise hat mich die Gestalt aber auch an Elling, einen skandinavischen Sonderling (Fernsehfilm) erinnert. -Besonders an einigen schwächeren Stellen, wo Holm etwas zu weltfremd wirkt.
Tja, Fazit: Nachdem ich am Anfang nicht genau wusste, wo ich den Protagonisten unterbringen sollte (sympathisch oder nicht? - recht witzig wars eigentlich von vornherein) habe ich mich schnell festgelesen und wollte unbedingt wissen wie es weitergeht. Das Buch hat einige echte Lacher auf Lager und relativ wenige Längen. Ich möchte es gerne weiterempfehlen und bin mal gespannt ob der nächste oder auch der erste Teil (den kenne ich auch noch nicht) genauso gut ist.
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