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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
"Gastmahl ..." - leider kein (literarischer) Leckerbissen, 3. März 2003
Nach "Schäbels Frau", "Polski Blues" (superklasse!) u.a. schmeckte mir das "Gastmahl auf Gomera" nicht besondes... Ich habe über zwei Sterne nachgedacht, dann aber drei gegeben. Ersters wäre vielleicht etwas zu arg gegeizt, ich fand aber Janoschs Buch für den *Roman seines Lebens* nicht gehaltvoll genug und leider auch etwas langweilig... Zwei geniale Stellen gab es jedoch mindestens: "Nichts ist so dämlich wie ein weiches Sofa in einer überheizten Wohnung mit geregelten Eltern." und "... befrage nie einen Maler über Kunst oder Malerei, er weiß darüber soviel wie ein Vogel über Ornithologie." ;-) Humor und Selbstironie wirkten meist fade, etwas Überheblichkeit - oder ist es Müdigkeit? - taucht auf und wieder ab. Das Gastmahl wird im Prolog als veritabel bezeichnet (finde ich nicht...) und das Buch wird im Klappentext für Insel- und Gomerabesucher (-auswanderer) nachdrücklich empfohlen (Naturbeschreibungen etc.?), was ich leider auch nicht ganz nachvollziehen kann, schade. Dennoch einen (!) Rotwein auf Janoschs Wohl!
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8 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
anders, amateurhaft und ehrlich, 6. September 2001
Von Ein Kunde
Ich wurde durch Zufall auf dieses Buch aufmerksam, auch eher durch den Autorennamen, wofür Janosch mich jetzt ein bißchen hassen würde. Dass alle wahren Lebenskünstler Versager sind, oder alle wahren Versager Lebenskünstler sein müssen, lernt man in diesem Buch. Es ist Janoschs Geschichte auf so selbstironische, resignierte und auch liebevoll-amateurhafte Weise, dass man beim Lesen teilweise laut loslachen muss und manchmal auch ganz schön nachdenklich und traurig wird..... Es ist ein Buch, das mich lehrte, Selbstkritik zu üben, und dass Janosch ein einzigartiger Autor ist, doch nichts, schon gar nicht er, in irgeneiner Weise, absolut ist. Und es ist ein verschobener Urlaubsroman über eher zufällig zusammengetroffene Menschen, die im Grunde nichts gemeinsam haben und..... lesen Sie's doch einfach selber! "....Ich nahm mir vor, zu lügen. Interviews müssen dazu genutzt werden, sich zu verbergen. Wer einen Autor kennen will, soll seine Bücher lesen. Denn darin kann der Autor, so sehr er sich auch bemühen mag, nichts verbergen; nur der Leser kann blind und taub sein."(Janosch, Gastmahl auf Gomera)
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6 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Monolog auf Gomera, 3. November 2001
Von Ein Kunde
Ein arrogant-introvertierter Schriftsteller entieht sich der urbanen Künstler- und Intellektuellenwelt um allein zu sein und zu sich selbst zu finden. Er drückt sich vor allem durch Bescheidentheit aus, denn Essen bezeichnet er als sein einziges Vergnügen. Ein polnischer Journalist namens Skral, dem mehr an der gomerischen Weiblichkeit und dem dort beheimateten Wein gelegen ist als Janoschs Lebensweg, macht sich auf, diesen Menschen kennen zu lernen und schafft es sogar, sich mit ihm zu treffen, denn eigentlich kann Janosch Journalisten auf den Tod nicht ausstehen. Auf Grund des desinteressierten und oft vom Alkohol gelähmten Skral entwickelt sich eine Art Selbstgespräch, in dem Janosch seinen aufregenden und harten Lebensweg in (zum Glück) nicht immer chronologischer Abfolge schildert: Die gnadenlose Armut, die er im Osten des Deutschen Reiches erfuhr, die Prügel der Eltern (v. a. des Vaters als Tyrannen), den Krieg der Deutschen und das Leiden der Opfer... Das ist nicht alles aus seinem Leben, aber das ist, was sich dem Leser am besten im Gedächtnis verfestigt. Janosch ist eine absolut lesenswerte Autobiographie gelungen. Gleichzeitig hat er einen herrlichen kurzen Roman vorgelegt. Er gibt ständig vor, Skral verwirren und belügen zu wollen, denn als Journalist würde der sowieso nur Unwahres schreiben. Dabei verwirrt er aber besonders den Leser in einer wunderbaren Manier, die von witzig bis traurig-schön reicht. Menschen und Charaktere, die tolle Umgebung und sich selbst beschreibt er in frischer, lakonischer, manchmal auch gnadenlos überheblicher Art und Weise. Dass er mit sich selbst teilweise so erbarmungslos ins Gericht geht, ist derart unglaubwürdig, dass es einem den Spaß an diesen knapp 200 Seiten alles andere als verdirbt.
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