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Doktorspiele: Geständnisse eines Hochstaplers
 
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Doktorspiele: Geständnisse eines Hochstaplers (Taschenbuch)

von Gert Postel (Autor)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 192 Seiten
  • Verlag: Goldmann Verlag; Auflage: 1., Aufl. (1. Juni 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 344215247X
  • ISBN-13: 978-3442152476
  • Größe und/oder Gewicht: 17,8 x 12,6 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (19 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 10.317 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Ideales Geschenk für Juristen, Psychologen, Ärzte, Ministerialbeamte und Professoren (allerdings sollte der Schenkende besser nicht gerade Untergebener des Prestige-Inhabers sein). Verächtern und Kritikern oben genannter Berufsstände sei der Band ebenfalls dringend empfohlen, er dürfte ihnen das Herz erwärmen.

Der Rezensent hat Tränen der Schadenfreude gelacht. Man krümmt sich über hoch kriminelle Machenschaften. Andererseits: Wie hier den Stützen des deutschen Expertenwesens in Medizin und Rechtspflege die Hosen ausgezogen werden, bereitet ein Vergnügen, an dessen Stärke sich ablesen lässt, wie bedrückend die Macht dieser Ernsthaftigkeitsverwalter geworden ist.

Es ist alles so plausibel: Ein in der richtigen Tonlage geführtes Telefonat mit den richtigen Reizwörtern und der Hochstapler erhält streng vertrauliche Daten, Zahlen, Fakten. Sitzt Postel dann Entscheidungsträgern gegenüber, versteht es dieses Genie der sozialen Intelligenz (IQ durchschnittlich) jeweils genau das zu sagen, was gern gehört wird; nie merken die Herren (auch Damen), wie sie auf den Leim der eigenen Wünsche kriechen. Fast wäre der Hochstapler Chefarzt geworden und sogar im Ministerium gelandet. Voraussetzung all dessen: Postel ist ein Meister der Mimikry, er spricht bei Bedarf fließend Juristisch oder den qualligen Dialekt der Psychologen. Der Hauptmann von Köpenick hat einst den Militärstaat entlarvt, Gert Postel tut das mit der Expertokratie.

Eine amüsante und lehrreiche Lektüre also. Wie soll es weitergehen mit Herrn Postel? Hat er dieses lustige Buch tatsächlich selbst verfasst? All die perfekt gebauten Pointen, Wortspiele und rhetorischen Finessen? (Der Rezensent hegt da Zweifel.) Dann sollte er schreiben. Falls nicht: Als Kommunikationstrainer oder Spezialist für Windei-Fabrikation lässt sich in der Wirtschaft gutes Geld verdienen. Ganz legal. Fröhliche Weihnachten! --Michael Winteroll -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.



Pressestimmen

"Postel vermag, bildhaft ausgedrückt, in vieler Hinsicht durch Wände zu gehen." Volker Zastrow, Frankfurter Allgemeine Zeitung

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39 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Ein wenig lustig, ein wenig peinlich, ein wenig lehrreich, 7. Februar 2005
Von ludwigwitzani (Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REVIEWER)   
Hochmut, sagt Kant, ist eine Form der Dummheit, weil der Hochmütige von dem, den er verachtet, erwartet, dass eben dieser ihn schätzt. Hochstapelei ist Hochmut plus Lüge, weil der Hochmütige sein überzogenes Selbstbild mit Rollen und Positionen tarnt, die ihm nicht wirklich zukommen. Der Postbote Gert Postel ist ein hochmütiger Hochstapler, der sich selbst auf den Leim geht, weil er glaubt, dass er sich das Prestige, dass er sich durch Täuschung erworben hat, auch tatsächlich zusteht. Postels Hochstaplerleben führt ihn immerhin durch die deutsche Krankenhaus- und Kriminalgeschichte bis unmittelbar vor die Tore eines Chefarztbüros und in die Hinterzimmer der Macht, wo er zusammen mit Reiner Pfeifer der verhängnisvolle Engholm-Barschel-Affäre einfädelte. Unzählige Gutgläubige hat er dabei aufs Kreuz gelebt, zum Teil auf ein schäbige Weise, die gerade durch die selbstgerechte Perspektive, die sich Postel auf alles und jeden gönnt, umso peinlicher ans Licht tritt. Keine Frage, dass er sich als vermeintlicher Oberarzt allen Schwestern und Pflegern und turmhoch überlegen fühlt, vermeintlich gleichgestellten begegnet er mit dem billigen Spott desjenigen, der sich hinter dem Dickicht seiner Lügen geschützt weiß - allein Spiegel-Chef Stefan Aust und Volker Zastrow von der FAZ nötigen ihm Bewunderung ab. Bewunderung für Postel selbst wird allerdings niemand ernsthaft empfinden können -allerdings werden sich viele wundern, wie leicht es ist, an amtliche Stempel und Auskünfte zu kommen oder leitende akademische Positionen einzunehmen. Das allein ist das erstaunliche und Lehrreiche an diesem ansonsten über weite Teile extrem geschwätzigen Elaborat
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Skurril, schräg und entlarvend, 4. Januar 2004
Von Marianne Kestler (Hessen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
"Man sagt das nicht gerne über sich selbst: aber eigentlich bin ich ein Nichts. Ein ehemaliger Postbote mit mittlerer Reife, der immer wieder den Akademikern zeigt, dass man nicht unbedingt studiert haben muss, um als Akademiker zu gelten. Erst die schmunzelnde Hochachtung meines Publikums nach meiner Entdeckung macht aus dem Nichts eine reale Person. Obwohl ich eigentlich nichts so sehr fürchte wie das Gefängnis, kommt es mir manchmal so vor, als ob ich die Aufdeckung meiner Untaten herbeisehne, um mich meiner Existenz als wirkliche Person zu versichern."

Diese Schlüsselpassage aus Postels "Doktorspielen" verrät nicht nur das Wesentliche seiner Motivation zum Hochstapeln, sondern birgt in sich bereits die tragisch-komische Dynamik einer eher ungewöhnlichen Biografie. Der Autor spielt nicht nur mit den festgefahrenen Strukturen einer hochgezüchteten Akademiker-Klasse, sondern ebenso mit dem vorgefertigten Weltbild einer unbedarften Leserschaft - und dies mit einer durch und durch amüsant-ironischen und teilweise entwaffnenden Eloquenz. Wer bei der Lektüre nicht mindestens einmal pro Kapitel laut lachen muss, ist entweder Narzisst, Politiker, Mediziner oder Jurist ;-)

Bei allen Hochgesängen der Antipsychiatriebewegung: Postel rechnet in seinen Bekenntnissen bei weitem nicht nur mit der psychiatrischen Zunft ab, sondern mit einem gesamtgesellschaftlichen Konglomerat aus Machthabern diverser Fachrichtungen, die er hin und wieder mit gelungener Situationskomik in peinlichen Konfrontationen gegeneinander ausspielt. So begegnet der Hochstapler bei einer seiner pseudo-ärztlichen Tätigkeiten als Dermatologe in einem dubiosen Institut für Haarimplantationen einem ehemals gegen ihn wegen Hochstapelei ermittelt habenden Staatsanwalt, der sich dort inkognito als Patient eingefunden hat. Die beiden machen einen Deal nach dem Motto "Ich verrate nix, wenn Sie auch nix verraten". Eine diplomatisch-kommunikative Glanzleistung, auch wenn der Autor immer wieder einmal auf der Metaebene seine angebliche Unfähigkeit zur Kommunikation und sein mangelndes Selbstwertgefühl in Szene rückt. Ironie pur!

Als eigentlichen Clou dieser Pseudo-Biografie, bei der im Endeffekt nie ganz schlüssig ist, was nun Fakten sind und wo der Postel'sche Münchhausen sein Talent versprüht, empfinde ich das so genannte "Vorwort" durch Prof. Dr. med. Gert von Berg (das Lieblingspseudonym des Hochstaplers). Die Komik dieser Meta-Pathologisierung erschließt sich dem aufmerksamen Leser allerdings erst nach Ende der Lektüre. Der Verfasser des Vorworts ist niemand geringeres als Gert Postel selbst.

Nicht zuletzt positioniert sich der Autor in diesem "Vorwort" in der gesellschaftspolitischen Aktualität. Man dürfe nicht alles "für bare Münze" nehmen, was in den "etwas selbstsüchtig anmutenden Berichten" P.'s steht. "Unendlich bedeutsamer ist nämlich die Tatsache, dass bereits aufgrund der Zeitungsberichte zu P.'s Prozess sich die gegenwärtig wieder im Erstarken begriffene 'Antipsychiatriebewegung' seiner bemächtigt hat und versucht, ihn zu einem ihrer Säulenheiligen zu machen. Diese in den 68er Wirren entstandene, eigentlich schon totgeglaubte Bewegung, die sich auf den Triester Psychiater Franco Basaglia und den Pariser Modephilosophen Michel Foucault beruft, hat auf ihrem letzten 'Antipsychiatriekongress' in Berlin, wenn ich recht informiert bin, einen eigenen 'Gert-Postel-Raum' gestaltet und wohl auch einen 'Gert-Postel-Preis' ausgeschrieben, der Persönlichkeiten, die sich im 'Kampf gegen die Psychiatrie' verdient gemacht haben, verliehen werden soll. Unterlagen zufolge, die bei P. gefunden wurden, war er zu diesem Treffen als 'Ehrengast' eingeladen, konnte aber infolge seiner Inhaftierung zu seinem Glück nicht teilnehmen. Wenn ich sage 'zu seinem Glück', dann deshalb, weil P. nicht gefeiert und in seiner Fehlhaltung noch bestärkt werden sollte, sondern unser aller uneigennütziger Hilfe bedarf."

Gert von Berg alias Gert Postel spielt hier auf das im Frühjahr 1998 von der radikalen Berliner Antipsychiatriebewegung real veranstaltete Foucault-Tribunal an und zieht damit solcherlei Extremisten gleich mit durch den Kakao (was diese bis heute noch nicht gemerkt haben: Das antipsychiatrische Werner-Fuß-Zentrum in Berlin beherbergt mittlerweile einen "Gert-Postel-Fanclub").

Insgesamt eine empfehlenswerte Lektüre für Realsatiriker und solche, die es werden wollen...

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22 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen vielseitig begabt der Postel, 29. September 2001
Erwartet hatte ich ja ein Sachbuch. Schon nach dem ersten Kapitel allerdings kamen erste Zweifel und ließen sich beim besten Willen bis zur letzten Seite nicht beseitigen. Postel tut was er scheinbar immer tut, egal welcher Art Beschäftigung er nachgeht. Er lügt und betrügt, schummelt und übertreibt, führt in die Irre und gibt an, auch seine Leser verschont er nicht. Schon nach den ersten Seiten gelingt es nicht mehr Wahres von Unwahrem zu unterscheiden. So erfindet Postel von Kapitel zu Kapitel groteskere Hochstapeleien immer mit einigen Körnern Wahrheit und einem überwältigenden Charme. Überhaupt ist er ein Meister seines Fachs sein Stil ist umwerfend eloquent, voller (Selbst-)ironie. Er gewinnt den Leser in kürzester Zeit für sich und zieht ihn mit seiner andauernden Dreistigkeit in seinen Bann. Nebenbei erfährt der Aufmerksame dennoch einiges über die postelsche Persönlichkeit die nicht ganz so mackenlos und freudig zu sein scheint wie er einem wohl glauben machen möchte. So ist der einzige Makel an diesem Buch der oft so spielerische wie leichtfertige Umgang mit dem was Postel getan hat. Die Menschen die er getauscht und den ideellen Schaden den er zweifellos angerichtet hat. Man wünscht dem Autor echte Einsicht und Reue und dem Leser gönnt man das schamlose Vergnügen.
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