Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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19 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Oberflächliche Inhaltsangabe eines interessanten Lebens, 4. Oktober 2004
Die Autorin beschreibt ihre Lebensgeschichte. Sie ist ein äthiopisch-eritreischer Mischling, wurde von ihrer Mutter ausgesetzt, vom Vater als Kindersoldatin zur ELF geschickt und gelangte schließlich nach Deutschland. Sie löst sich von ihrem tyrannischen Vater und wird selbständige Künstlerin.Die Geschichte Senaits ist sicherlich sehr interessant. Leider gelingt es der Autorin an keiner Stelle, mehr in die Tiefe zu gehen und Zusammenhänge, Gefühle oder Ideen zu entwickeln. Ihr wahres Leben, ihre eigentlichen Kämpfe und wie sie sie überwindet, bleiben stets im Dunkeln. Jedes der einzelnen Kapitel hätte die Vorlage für eine mitreißende Erzählung oder Darstellung liefern können, stattdessen wird nur ganz oberflächlich ein unzusammenhängendes Bild der jeweiligen Lage geliefert. Wer tiefere Informationen über die Autorin oder die Länder, in denen sie gewesen ist, erwartet, wird enttäuscht. Zum Beispiel werden die politischen Kenntnisse der Autorin über ihr eigenes Land und Äthiopien zusammengefaßt in der Phrase, daß es sich wohl um Diktaturen handele - eine Erkenntnis, die dem interessierten Leser schon vor der Lektüre klar war. Auch die Erfahrungen der Autorin im deutschen Musikgeschäft werden nur "angekratzt" und vermitteln im wesentlichen überhaupt nichts. Das Buch liest sich wie ein Interview, bei dem die falschen Fragen gestellt werden; leider ist das Buch letztlich eine verpaßte Chance. Zum Vergleich: Wer "Rote Azalee", eine ähnliche Geschichte einer jungen Chinesin, kennt und schätzt, dem wird "Feuerherz" als oberflächliche Darstellung zu wenig bieten.
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17 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Nicht nur Katzen haben sieben Leben, 18. Oktober 2004
Was kann ein Mensch aushalten? Als Baby in Eritrea ausgesetzt werden, im Waisenhaus aufwachsen, nach kurzem Familienintermezzo vom Vater als Kindersoldatin zu einer Rebellenarmee geschickt werden, Hunger, Durst, brutale Gewalt, Tod, Fanatismus und Menschenverachtung alltäglich erleben. Wie soll sich ein Kind zurecht finden, das zwar mit viel Glück überlebt und aus dieser Lage befreit wird, aber dann in ein fremdes Land verfrachtet wird und dort wieder von dem erwähnten Vater abhängig ist? Eine überzogene Gruselgeschichte? Nein, das ist die reale Biografie von Senait Mehari. Was sich anschließt, ist so erstaunlich, wie das Vorhergehende schrecklich war, eine Art amerikanischer Traum in Deutschland. Schul- und konventionelle Berufsausbildung, anschließend steile Karriere als Sängerin.Dieses Buch hat mich in vieler Hinsicht angesprochen. Als erstes weckte es Mitgefühl, dann Erstaunen und später Bewunderung. Nebenbei läuft natürlich immer das Denken mit und fragt, wie sich das alles mit gängigen politischen, pädagogischen, psychologischen Theorien und Faustregeln verschiedener Couleur verträgt. In dieser Hinsicht ist das Buch genauso widerspenstig, wie sich Senait Mehari immer wieder selbst beschreibt, lässt sich für keine Richtung vereinnahmen. Unter anderem ist es eben auch keine bruchfreie Erfolgsgeschichte, Senait Mehari kommt durchaus auch auf die Ängste und seelischen Narben zu sprechen, die zurückgeblieben sind. Sie schreibt mit der Einfachheit und Echtheit von Leuten, die wirklich etwas zu sagen haben. Uneingeschränkt empfehlenswert.
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16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Interessantes Leben, schwache Erzählung, 6. Oktober 2004
Von Ein Kunde
Senait Mehari ist ein unerwünschtes Kind im eritreischen Teil Äthiopiens und kommt während des Bürgerkriegs zur Welt. Ihre Mutter will sie nicht und versucht, sie auszusetzen. Sie kommt ins Heim und wird von den Großeltern und einer Tante erst nach Jahren nach Hause geholt. Wer ihre wirkliche Mutter ist, sagen ihr die Großeltern nicht. Die Großeltern geben sie schließlich dem Vater weiter, der mit seiner dritten Ehefrau und Kindern aus zwei Ehen lebt - er haßt die ca. sechsjährige Senait vom ersten Augenblick an und tyrannisiert sie mit Schlägen. Die Stiefmutter rettet das Mädchen vor dem Vater, aber nur, indem sie ihn überredet, das Kind nicht selbst umzubringen, sondern zu den Soldaten der "Jebha", der Eritreischen Befreiungsfront zu geben. Dort wird Senait in einem Augenblick aufgenommen, als der Kampf im Bürgerkrieg praktisch verloren ist; sie kann nur noch als Kanonenfutter dienen. Sie wird schließlich von einem Onkel gerettet, kommt nach Deutschland zum Vater, flieht vor dessen Gewalttätigkeit und baut sich ein eigenes, unabhängiges Leben auf. Diese Lebensgeschichte bietet Stoff für eine überwältigende Biographie, die aber leider nicht befriedigend umgesetzt ist. Erzählerisch ist das Buch leider schwach, an den entscheidenden Stellen werden Zusammenhänge nicht erzählt und hintergründige Informationen oder tiefergehende Gedanken nicht entwickelt. Ein interessantes Buch, das wegen der erzählerischen Mängel nur drei Sterne "ergattert".
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