Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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59 von 67 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Die Wiedergeburt eines Mörders?, 16. April 2008
Mit "Das Kind" hat der Star des deutschen Psychothrillers, Sebastian Fitzek, seinen dritten Psychothriller vorgelegt und auch diesmal weht eine Spur Mystery um den Plot, dessen Protagonist ausnahmsweise einmal kein Psychologe ist.
So ist es der erfolgreiche, doch in privaten Dingen weniger beneidenswerte, Strafverteidiger Robert Stern, der einem ungewöhnlichen Treffen mit seiner Ex-Freundin, der Krankenschwester Carina zugestimmt hat. Der Anwalt staunt nicht schlecht als sie um einige Minuten zu spät mit einem Krankenwagen vor Ort erscheint und ihm einen 10jährigen Jungen als Patienten vorstellt, der seine Hilfe benötigt. Simon Sachs ist todkrank und ein Fall des Jugendamtes, doch all das hat seinem einnehmenden Wesen offensichtlich keinen Schaden bereitet, nur eines belastet Simon zutiefst, er glaubt in seinem letzten Leben ein Mörder gewesen zu sein und will sich deshalb stellen. Seit einer "Rückführung" in sein früheres Leben verfolgen Simon schreckliche Albträume und sie scheinen wahr zu werden, als die drei im Keller einer aufgelassenen Fabrik tatsächlich menschliche Überreste entdecken. Zunächst dem allem noch ablehnend gegenüberstehend, sieht sich Stern bald mit einer mysteriösen Videobotschaft konfrontiert, die das unmögliche möglich erscheinen lässt, könnte sein als Baby plötzlich verstorbener Sohn noch am Leben sein? Die Stimme am Videoband fordert Stern auf Simons Visionen weiter nachzugehen, wenn er erfahren will was aus seinem Sohn Felix geworden ist...
Nach 2 Taschenbüchern ist das Kind Sebastian Fitzeks erstes Buch, das im Droemer-Verlag als Hardcover erschienen ist, womöglich um auszutesten, wie gut sich ein Fitzek auch außerhalb des günstigen Taschenbuchformats bewährt. Und Fans werden nicht enttäuscht, denn auch der dritte Fitzek-Psychothriller nutzt das bewehrte Schema eines privaten Tragödien unterworfenen Protagonisten, der sich gezwungen sieht einem verschwundenen Menschen nachzujagen und dabei ein psychologisches Geheimnis enträtselt, das auch sehr reale Auswirkungen und Bedrohungen für alle Beteiligten verursacht. Dabei ist das Kind nicht nur ein wendungsreicher und spannender Krimi, sondern auch von Cliffhangern durchzogen und eine Aufforderung zum Weiterlesen, wie es sich für Pageturner auch gehört. Einleitende Zitate großer Persönlichkeiten am Anfang der Kapitel regen auch an, sich selbst einige Gedanken zum Leben nach Tod oder Wiedergeburt zu machen.
Brillant sind dabei die Einblicke des ehemaligen Journalisten in die Kinderpornographie-Szene Berlins, welche gegen Ende hin eine sehr bedeutsame Rolle in "das Kind" einnimmt und sicher nicht unbedingt etwas für jeden Leser ist. Dessen ungeachtet bleiben aber gerade die Charaktere relativ farblos, sich in sie hineinzuversetzen wird eindeutig erschwert und schließt den Leser in mancher Weise aus. Sebastian Fitzek ist zwar kein Genie, aber dennoch einer der besten deutschen Krimi-Autoren und auch wenn seine Bücher mehr durch die richtige PR als sein unbestreitbares Talent bekannt wurden, so hat das auch etwas gutes an sich, etwa dass mit dem Hardcover (zumindest in den ersten Auflagen) ein Gratis-Downloadcode für das ungekürzte Hörbuch beigelegt wurde.
Fazit:
Solider Psychothrill für einige Stunden anregender Unterhaltung.
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53 von 61 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Schnellschuss, 20. Februar 2008
Mit Fitzeks ersten beiden Romanen ging es mir wie vermutlich den meisten: bei der "Therapie" totgegruselt, vom Ende aber maßlos enttäuscht, "Amokspiel" als durchschnittlichen Thriller mit Berlin-Bonus empfunden.
"Das Kind" liegt nach meinem Dafürhalten irgendwo dazwischen. Wie gewohnt geht es schaurig-mysteriös los, Fitzek bringt die Geschichte ohne Schnörkel direkt auf den Punkt. Die Story ist nicht schlecht, es gibt die typischen Fitzek'schen doppelten Böden, wie gewohnt spielt er mit unseren Urängsten, als wäre er ein literarischer David Lynch. Unheimlich, spannend, unerklärlich.
Mich stören nach wie vor sein sprachlicher Ausdruck und die holzschnittartige Beschreibung der Figuren. Was in der "Therapie" der Star-Psychiater war, ist hier der Star-Anwalt. Eine Nummer kleiner geht es nicht bei Fitzek. Sprachlich holpert es bisweilen sehr, Fitzek jagt uns in einem Höllentempo durch Orte und Zeiten, da bleibt hin und wieder die liebevolle Beschreibung von Details, das Gespür für Atmosphäre und Menschen auf der Strecke. Alles ist so radikal, schwarz oder weiß, Grautöne fehlen, Klischees, wo man hinsieht. Person A ist dick und schwitzt, so, zack, der nächste, Person B hat ständig Nasenbluten, na bitte, kann man sich vorstellen, muss reichen, Person C, was machen wir mit der... Wie ein Vor-Kommentator meinte: eigentlich ein besseres Drehbuch.
Der nächste Fitzek ist bereits angekündigt, macht dann vier Romane in zwei Jahren: ich würde dem zweifellos begabten Autoren dringend empfehlen, beim nächsten Buch ein wenig mehr Zeit und Mühe aufzuwenden. Seine Ideen sind teilweise grandios, an der literarischen Umsetzung hapert es gewaltig. Wäre interessant, was ein John Katzenbach aus dem Stoff gemacht hätte.
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22 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Himmel hilf..., 23. September 2009
...eigentlich müsste man Sebastian Fitzek glühend beneiden. Denn dieser Autor hat wirklich eine blühende Fantasie!
Seine Kriminalromane - besser Psychothriller - sind darum so etwas wie James Bond zwischen zwei Buchdeckeln. Unbestreitbar spannend, vor lauter Unglaubwürdigkeit schon beinahe wieder realistisch und eben etwas, worin man für ein paar Stunden abtauchen kann.
Das hat mal besser und mal weniger gut funktioniert, bei "Das Kind" verpuffen jedoch die immer gleichen Effekte, mit denen Sebastian Fitzek in seinen Thrillern arbeitet...
Robert Stern, ausgebrannter Strafverteidiger, soll einen ungewöhnlichen Fall übernehmen. Sein Mandant ist ein zehnjähriger, schwer kranker Junge, der glaubhaft versichert, in einem früheren Leben ein Mörder gewesen zu sein.
Untermauert durch den Fund einer Leiche ahnt Stern, dass er in einen teuflischen Pakt verwickelt wird. Der Beweis lässt nicht lange auf sich warten. Auf einer ihm zugespielten DVD sieht er seinen unmittelbar nach der Geburt verstorbenen Sohn, inzwischen ebenfalls zehn Jahre alt. Nun hat Stern gar keine Wahl. Er muss den Fall weiterverfolgen, um etwas über sein eigenes Kind zu erfahren.
Das wird - selbstredend - lebensgefährlich und führt mitten hinein in die dunkelsten Abgründe möglicher Verbrechen, in eine Szene, die niemand wirklich näher kennen lernen möchte...
Fitzeks Bücher sind vor allem spannend und spannend ist auch "Das Kind". Aber das reicht einfach nicht für ein gutes Buch.
Neben den sprachlichen Schludrigkeiten sind es auch inhaltliche Mängel, die den Verdacht nähren, dass hier doch allzu sehr mit der heißen Nadel an einem Plot gestrickt wurde, der einem kritischen Blick nicht standhalten kann.
Einen eigenen Stil hat Sebastian Fitzek unbestritten, doch jedesmal die gleichen Textbausteine zu verwenden, ist dann auf Dauer doch etwas zu wenig.
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