Die hilfreichsten Kundenrezensionen
|
|
29 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Kurzweilige Unterhaltungsliteratur, 4. Juni 2006
Marie, Bürgerstochter aus Konstanz, wird von ihrem Verlobten Anno 1410 unschuldig der Hurerei beschuldigt, verurteilt, misshandelt und vertrieben und muß ihr Überleben mit dem Verkauf ihres Körpers als Wanderhure sichern. - Kein schlechter Stoff für einen historischen Roman. Das Buch ist spannend geschrieben. Wer eine leichte Urlaubslektüre sucht, die in die romantische Zeit des Mittelalters entführt, ist mit diesem Buch nicht schlecht beraten. Wem Anne Golon und ihre Angelique gefallen hat, dem dürfte auch dieses Buch von Iny Lorentz gut gefallen. Auch hier hat man eine kühne, durchsetzungsstarke Heldin, der eine himmelschreiende Ungerechtigkeit widerfährt. Sie meistert die Situation und gibt nicht auf, bis sie sich am Ende... nee, verrate ich jetzt nicht !
Wenn man einen historisch fundierten Roman über das Leben der Wanderhuren im Mittelalter erwartet, ist man allerdings sehr enttäuscht. Die Handlung ist leider teilweise vorhersehbar und realitätsfremd. Bestimmt hat Iny Lorentz nicht viel Zeit mit Recherchen "vertrödelt", Aspekte wie Geschlechtskrankheiten, ungewollte Schwangerschaften und die damit verbundenen Probleme, Rechtsprechung und Rehabilitationsmöglichkeiten (besonders wenn das Urteil von einem bischhöflichen Gericht verhängt wurde) u.a. fehlen, bzw. werden romantisiert.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich?
|
|
|
|
|
|
98 von 114 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Historischer Roman wie ich ihn gerne lese, 6. März 2004
Marie ist als Tochter und einziges Kind eines reichen Kaufmanns mutterlos und gutbehütet in Konstanz aufgewachsen. Als sie mit einem Advokaten verheiratet werden soll, ahnt sie nicht, dass dieser nur auf das große Vermögen vom Vater aus ist und eine Intrige gegen sie spinnt. Am Vorabend der Hochzeit wird sie von gekauften Zeugen der Hurerei beschuldigt und ins Gefängnis geworfen. Ein schock für das gottesfürchtige Mädel und naiv wie sie ist, meint sie, dass man die Wahrheit bei Gericht erkennen wird. Damit sie nicht als Jungfer vor Gericht steht werden im Kerker vollendete Tatsachen gemacht und sie wird am nächsten Morgen im Schnellverfahren vom bischöflichen Gericht verurteilt. Die Bestrafung übernimmt einer ihrer Peiniger und sie wird mehr tot als lebendig aus der Stadt geworfen und ihrem Schicksal überlassen. Der Vater kann ihr nicht helfen, denn der Schwiegersohn in Spe hat sich als Strafe für den Bruch des bereits unterschriebenen Ehevertrags dessen Vermögen angeeignet. Marie wird auf der Straße von Hedwig einer Wanderhure aufgelesen und gesund gepflegt. Sie hat nun die Wahl ebenfalls Wanderhure zu werden oder zu verhungern. Anfangs fällt ihr das neue Leben schwer, aber einzig der Gedanke an Rache hält sie aufrecht. Da sie hübsch und auch reinlich ist, verdient sie recht gut. Zusammen mit Hedwig zieht sie durch die Lande und erlebt wie es ist, wenn man auf der untersten Sprosse der sozialen Leiter steht.... etwas das sie als brave Bürgerstochter nie gekannt hat.Nach Jahre kommt die Gelegenheit der Rache... es wird vom Kaiser und Papst ein Konzil in Konstanz ausgerufen und alle ihre Peiniger, vor allem der Advokat versammeln sich dort. Fazit: Ein schönes Buch, welches nie langweilig wird. Schön ist, dass die übliche LoveStory die man meist in solchen Büchern findet fehlt. Es gibt zwar einen Verehrer der Marie aus Konstanz folgt, doch der wird in die Irre geführt und taucht eigentlich erst im letzten Viertel des Buches wieder auf... und Marie ist davon gar nicht begeistert! Ich kann das Buch jedem empfehlen der gerne historische Romane liest.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich?
|
|
|
|
|
|
98 von 117 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Schlecht, schlechter, Wanderhure, 22. März 2008
Als Historiker wundere ich mich (mittlerweile) nicht (mehr) über schlecht recherchierte Mittelalter-Romane, in denen Protagonisten agieren, die neuzeitlich denken und handeln, dies aber vor einem mittelalterlichen Hintergrund tun. Solche ahistorischen Darstellungen sind der Regelfall, weil den meisten Autoren einfach der Einblick fehlt, mittelalterliches Denken und Fühlen darzustellen. So auch im vorliegenden Fall. Sämtliche Protagonisten der "Wanderhure" sind modern denkende Menschen, die in ein mittelalterlich aussehendes Sujet eingebunden wurden, in ihrem Denken und Handeln findet sich praktisch nichts "typisch spätmittelalterliches." Wäre dies der einzige echte Fehler, den dieser Roman enthielt, befände er sich in bester Gesellschaft und könnte immer noch zu einer insgesamt positiven Bewertung gelangen.
Doch ein positives Gesamturteil ist nicht möglich, denn das Produkt von Frau Lorentz gelangt nie über das Niveau billigster Groschenromane hinaus:
Die klischeehafte Darstellung fast sämtlicher Protagonisten ist schon beinahe übelerregend. Alle Schurken sind durch und durch böse (und fast immer männlich), alle Guten sind durch und durch gut (und sehr häufig weiblich); es gibt nur Schwarz oder Weiss, aber keinerlei Grautöne. Es fehlt den Protagonisten fast jeder charakterliche Tiefgang, Einblicke in das Seelenleben - zum Verständnis mittelalterlichen Denkens absolut unverzichtbar - gibt es nicht. Protagonisten verkommen hier zu zweidimensionalen Karikaturen ihrer selbst.
Die Handlung ist eine einzige Abfolge abenteuerlich dümmlicher Ereignisse, Vergewaltigungen, Morde, Intrigen und dazwischen immer wieder die unwahrscheinlichsten Zufälligkeiten, um der Handlung ihre vorhersehbaren Wendungen zu geben. Es grenzt schon an vorsätzliche Verdummung der Leser, wenn eine Autorin solch wild zusammengewürfelte Ereignisabfolgen als stringente Handlung verkaufen will. Sex sells, das ist sicherlich richtig, aber in der "Wanderhure" scheint die Handlung - wenn sie denn eine solche Bezeichnung überhaupt verdient - nur als Vorwand für die Schilderung sadistischer Sexualphantasien zu dienen.
Passend dazu sind auch Sprache und Stil von Frau Lorentz, und damit sind wir beim dritten Schwachpunkt - wobei das gesamte Buch eigentlich nur als eine einzige Ansammlung von Schwachpunkten verstanden werden kann. Die "Wanderhure" strotzt vor sprachlichen Klischees und abgenutzten Redewendungen und bestätigt damit den miserablen Gesamteindruck des Lorentzschen Machwerks.
Zusammenfassend läßt sich sagen, dass Frau Lorentz so ziemliche jede schriftstellerische Todsünde begangen hat, die sich denken läßt:
Oberflächliche und zweidimensionale Charaktere bewegen sich vor einem Zerr- und Abziehbild des späten Mittelalters, wobei die Handlung trotz reisserisch dargestellter Freveltaten klischeehaft, langweilig und vorhersehbar ist. Das niedrige sprachliche Niveau bestätigt eigentlich nur, dass sich die "Wanderhure" wohl besser zur Veröffentlichung als Fortsetzungsroman in irgendwelchen Druckerzeugnissen der Regenbogenpresse geeignet hätte.
Schade ist es eigentlich nur um jeden Baum, dessen Holz zur Herstellung des Papiers verschwendet wurde, das für den Druck der "Wanderhure" eingesetzt wurde und noch immer wird. Wäre es bei der Bewertung möglich gewesen, null Sterne zu vergeben, so wäre dies mein abschließendes Urteil. Denn die "Wanderhure" ist weder ein historischer Roman, noch vermag das Buch den Leser wenigstens halbwegs anspruchsvoll zu unterhalten. Im Grunde ist es nicht mehr als sadistische Pornographie mit künstlich aufgepfropftem Happy Ending.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich?
|
|
|
|
|
|
Die neuesten Kundenrezensionen
|