Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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44 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
brilliant, akribisch, nahe gehend: überzeugend, 25. Mai 2007
Mascha Kaléko - allein schon wie dieser Name klingt, so sind auch ihre Gedichte: voller Poesie im Klang mit einer Mischung aus harten Konsonanten und weichen Vokalen. Die deutsche Schriftstellerin ist leider etwas in Vergessenheit geraten, obwohl ihr - vor allem lyrisches - Werk eine ungemeine Themenvielfalt und Aktualität aufweist. Neben vielen Kinder-, Tier- und Beziehungsthematiken beinhalten ihre Gedichte insbesondere auch die Sehnsucht nach Heimat und das Bestehen in dem kulturell so breit gefächerten Alltagsleben. Mal ist es ein ungemeiner Optimismus, dann wieder eine tiefe Traurigkeit und Verlassenheit, welche sich in der Lyrik ausbreiten.
Das spannungsgeladene Leben als "nicht-eheliches" Kind einer Österreicherin und eines Russen in West-Galizien geboren, welche dann in Deutschland (erst Hessen, dann Berlin) aufwächst und ihren jüdischen Glauben lebt, ist ungemein abwechslungsreich. Mascha Kaléko arbeitet im Büro und schreibt Gedichte, lässt sich von ihrem ersten Mann scheiden, emigriert in die USA, um dann in Israel zu leben und schließlich in der Schweiz bestattet zu werden...
Dies sind nur ein paar Eckpunkte aus ihrer Biographie, die sich teils vehement in ihrer Lyrik wiederfinden lassen.
So wurde es Zeit, dass eine solch ungemein umfassende Biographie über diese besondere deutsche Lyrikerin herauskommt.
Die bekannte Germanistin und Autorin Jutta Rosenkranz hat für diese Biographie in bezeichnender Akribie das Leben und Werk Mascha Kalékos erforscht. Die Einzelheiten aus ihrem Leben vermag sie in wunderbarer Weise mit Gedichtpassagen zu verknüpfen, so dass ein ebener Teppich entsteht, auf dem man den Spuren Mascha Kaléko nachfolgen kann. Das besondere Verdienst von Jutta Rosenkranz ist hierbei, auch die politischen, soziologischen, religiösen, wirtschaftlichen und kulturellen Gesichtspunkte, welche das Leben Mascha Kalékos nachhaltig geprägt haben, in diese Biographie einzuarbeiten. Da es ohnehin bislang wenig veröffentlichte Photographien der Künstlerin gibt, ist es auch konsequent, dass für diesen Band ausschließlich Aufnahmen von der Dichterin selbst bzw. aus ihrem familiären Umfeld aufgenommen wurden.
Diese Bilder sind von einer anerkennenswerten Druckqualität und sowohl von der Größe als auch von der Anzahl und Auswahl her gut platziert.
Jutta Rosenkranz nimmt die Leserschaft hinein in eine sehr spannende Epoche der Weltgeschichte und vermag als Verknüpfungsmeisterin in gut verständlicher Weise Kreuz- und Querverbindungen der einzelnen Lebens- udn Wirkbereiche herzustellen. Der Abdruck der einzelnen Gedichte bzw. Strophen und anderer Textauszüge ist deutlich vom biographischen Teil abgehoben. Die Biographie ist in die einzelnen prägnanten Lebensabschnitte eingeteilt und noch einmal hilfreich in Unterpunkte gegliedert. Das 15seitige Anmerkungsverzeichnis zeugt von einer überragenden, vielseitigen Recherche, welche sich keine Mühe gescheut hat, schwierigere Quellen aufzutun.
Bei der Zeittafel im Anhang erhält man einen guten Überblick über die wichtigen Eckdaten im Werk und Leben der Schriftstellerin.
Das Literaturverzeichnis enthält nicht nur Mascha Kalékos Bücher, sondern auch Sekundärliteratur, Artikel, Fernseh- bzw. Hörfunkbeiträge, Tonträger und ergänzende Literatur über sie oder auch von ihr.
Mit einem detaillierten Personen- und Werkverzeichnis rundet Rosenkranz diese 300seitige Biographie ab, die Gott sei Dank im Taschenbuchdruck gut erschwinglich ist.
Hier wurde Mascha Kaléko ein ehrenwertes Denkmal gesetzt, das so nicht ihres gleichen findet. So wie die Biographin eine Vielzahl von Quellen und Personen zusammengebracht hat, möge auch dieses Buch wieder helfen, dass insbesondere die kulturellen Verknüpfungspunkte über die unterschiedlichen Länder und Kontinente hinweg gestärkt werden, damit der der Prozess der Annäherung und Verständigung wieder in Fluss kommt.
Dann wäre nicht nur Mascha Kaléko - wie es in einem ihrer Gedichte heißt - "SOZUSAGEN GRUNDLOS VERGNÜGT"...
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23 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Kompetente Biographie, 22. April 2007
Es hat lange gedauert, bis über Mascha Kaleko, neben der Biographie ihrer Nachlassverwalterin Gisela Zoch-Westphal, eine ausführliche Biographie erschienen ist. Jutta Rosenkranz hat ausgiebig recherchiert. Ihre Biographie ist kompetent geschrieben und zeichnet ein sehr vielschichtiges Bild von Mascha Kaleko. Für alle, die deren Gedichte mögen, ist die Biographie ein Muss, auch dank vieler Auszüge aus dem Werk, leicht und eingängig liest.
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32 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Verkannte Lyrikerin wieder entdeckt, 17. Mai 2007
Jutta Rosenkranz Mascha Kaléko Biographie
Dtv ISB 3423245913
Mit dieser Biographie hat Jutta Rosenkranz einer außergewöhnlichen Lyrikerin ein Denkmal gesetzt.
Geboren in Polen 1907, im Berlin der dreißiger Jahre im Romanischen Café der Berliner Bohème zu Hause, hat Mascha Kaléko die schönsten Gedichte verfasst. Sie kannte alle bekannten Dichter und Künstler, die in dem Café verkehrten: von Stefan Zweig über Alfred Kerr, E. Kästner, Klabund und Tucholsky, Else Lasker-Schüler , Gottfried Benn, Ringelnatz und A. Döblin, Alfred Polgar und Hermann Kesten, E. E. Kisch und viele andere mehr. Alles, was in der Zeit Rang und Namen hatte, kam in diesem Café zusammen.
Ihre kessen, anfänglich schnodderig ironischen Gedichte kamen gut an, sie selbst mit ihrer witzigen Art ebenfalls.
Nach einer kurzen Ehe mit Saul Kaléko hatte MK den Musiker und Komponisten Chemjo Vinaver geheiratet, einen schwierigen Mann, den sie Zeit ihres Lebens geliebt hat und mit dem sie einen Sohn hatte.
Viele bedeutende Künstler gerieten ihrer politischen Überzeugung oder ihrer jüdischen Herkunft wegen in den Sog und Untergang des Hitlerreichs. Sie wurden zur Auswanderung und in die Emigration oder in den Untergang getrieben, so auch MK mit ihrem zweiten Mann Chemjo Vinaver.
Der Auswanderung in die USA 1938 folgten mühselige Jahre in New York und ständige Geldnot, weil das Erwerbsleben für Emigranten natürlicherweise erschwert war. M Kalékos Dichtungen, die ihr in Deutschland Erfolg eingebracht hatten, waren in New York nur schwer unterzubringen. So wurden aus den witzig- ironischen Gedichten allmählich melancholische und von Heimweh nach Deutschland gezeichnete Gedichte.
Sie werden in dieser Biographie dem Lebensalter gemäß eingefügt und geben einen guten Einblick in die Art und Veränderungen ihrer Lyrik. Beeindruckend sind ihre Gedichte durch ihre nüchterne Sachlichkeit gepaart mit tiefer Empfindungsfähigkeit.
1959 folgte die Umsiedlung nach Jerusalem, wo es Mascha K. und ihrem Mann gesundheitlich und beruflich nicht gut ging.
Nach dem frühen Tod des Sohnes, der 1968 erst 31 jährig starb, sind beide Künstler nie mehr zur Ruhe gekommen.
1973 starb nach schwerer und langjähriger Herzkrankheit Chemjo Vinaver. Mascha Kaléko folgte ihm 1975.
Ihre letzten Gedichte sind traurig und zeugen von Heimatlosigkeit und Einsamkeit.
Dass sie eine großartige Dichterin war, wird in diesem schönen und an Erinnerungen reichen Buch von Jutta Rosenkranz in vielen Dokumenten, Gedichten und Einlassungen von Zeitzeugen bekräftigt.
Jutta Rosenkranz befleißigt sich einer gründlichen Arbeit, die von Verständnis für die kluge und nachdenkliche MK zeugt.
Sie hat mit viel Feingefühl ihr Leben von der Geburt bis zum Tod erforscht und mit diesem Zeugnis Mascha Kaléko ein Denkmal gesetzt. Vielen Lesern sei die Wiederentdeckung Mascha Kalékos mit diesem Erinnerungsbuch ermöglicht.
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