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Index: Der Vatikan und die verbotenen Bücher
 
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Index: Der Vatikan und die verbotenen Bücher (Gebundene Ausgabe)

von Hubert Wolf (Autor)
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 303 Seiten
  • Verlag: Beck; Auflage: 2., durchgesehene Auflage (26. April 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3406543715
  • ISBN-13: 978-3406543715
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 14,4 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 393.339 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

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    Nr. 52 in  Bücher > Religion & Glaube > Christentum & Theologie > Papst & Papsttum > Vatikan

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

"Meine Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter ist auf den Index der verbotenen Bücher gesetzt worden“, schrieb der Historiker Ferdinand Gregorvius 1874 in sein Tagebuch. Erfahren hatte er davon bei einem Spaziergang durch die Heilige Stadt. Dort nämlich wurden Neuaufnahmen von Büchern, die die Indexkongregation wegen Unsittlichkeit oder Blasphemie für besonders verwerflich hielt, auf großen Urteilsplakaten an den Portalen der Hauptkirchen angeschlagen. Wer hier verzeichnet war, war für wahre Katholiken bis auf Widerruf tabu.

Der Münsteraner Kirchenhistoriker Hubert Wolf ist einer der ersten, der in den streng geheimen Archiven des Vatikan hat forschen dürfen. Seine Edition der geheimen Akten der Indexkongregation stellt eine große, aber eher unlesbare Forschungsleistung da. In Index. Der Vatikan und die verbotenen Bücher stellt Wolf die Ergebnisse seiner Arbeit nun erstmals einem breiteren Publikum vor. Anders als andere Professoren, die oftmals nicht mehr populär über ihren Forschungsgegenstand schreiben können, meistert Wolf die Herausforderung mit Bravour. Index ist auf jeder Seite eine gut lesbare und gelungene Bestandsaufnahme einer heute als überholt geltenden theologischen Institution, die bis zu ihrer Auflösung 1966 feste Regeln der Lektüre formulierte. Streng genommen hätten Autoren wie Heine, Balzac, Diderot oder Sterne also bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts von Katholiken nicht gelesen werden dürfen.

Wolf beschreibt die Geschichte des Index von der Erfindung des Bücherverbots bis zu seiner Aufhebung, illustriert die Arbeit der vom Papst eingesetzten Glaubenswächter, erläutert die Regeln der Liste und enträtselt in eigenen Kapiteln anhand der Werke so unterschiedlicher Autoren wie Heine, Knigge oder May, warum Bücher nach ihrer meist anonymen Anzeige auf den Index kamen -- oder warum eben nicht. Aber Index ist auch ein Stück Detektivgeschichte. Denn Wolf schildert auch die nahezu kriminalistische Spurensuche nach den Drahtziehern und Denunzianten, auf Grund derer die Indexkongregation ihre Arbeit im konkreten Fall aufnahm. Diese Spurensuche führte den Kirchenhistoriker aus den Archiven des Vatikan heraus, hinein in die Archive von Behörden und Universitäten in ganz Europa. So ist Index auch ein wundervolles Dokument dafür geworden, die spannend auch geisteswissenschaftliche Forschung sein kann, wenn man sie nicht am heimischen Schreibtisch betreiben muss. -- Thomas Köster

Kurzbeschreibung

Der bekannte Kirchenhistoriker Hubert Wolf erlaubt in diesem Buch erstmals einen Blick hinter die Kulissen des berühmt-berüchtigten „Index der verbotenen Bücher“. Er beschreibt, welche Schriften verurteilt wurden und warum selbst die Bibel verboten sein konnte. Die höchst anschaulich erzählten Beispielfälle vermitteln einen lebendigen Eindruck von der Arbeit der Zensoren – und von dem kriminalistischen Spürsinn, den es erfordert, um den jahrhundertelang verschlossenen Archiven ihre Geheimnisse zu entlocken. Das Christentum ist eine Buchreligion – und doch oder gerade deshalb verbrennt es Bücher: die Heilige Schrift genauso wie medizinische, juristische, naturwissenschaftliche, belletristische, klassische, theologische und philosophische Literatur. Das Medium Buch ist so gefährlich, daß sich die kirchliche Autorität lange nur mit Bücherverboten zu helfen wußte. Im Vatikan lagert dazu eine Fülle von höchst aufschlußreichem Material: ein einmaliges Archiv neuzeitlicher Wissenskultur mit negativem Vorzeichen. Hubert Wolf leitet eine Forschungsgruppe, die erstmals die geheimnisumwitterten Unterlagen systematisch erforscht. In diesem Buch teilt er seine Ergebnisse und Funde einer breiteren Leserschaft mit. Er bietet einen Überblick über Entstehung, Geschichte und Arbeitsweise der Indexkongregation und beschreibt, wie Bücher in ihr Visier gerieten, wer die Zensoren waren, die die „gefährlichen“ Bücher lasen, und welche Folgen eine Verurteilung hatte. Nicht zuletzt erzählt er von überraschenden Prozessen und Urteilen, etwa gegen den Knigge und Onkel Toms Hütte, gegen Leopold von Rankes Papstgeschichte oder Werke von Heinrich Heine und Karl May. Hubert Wolf hat sich in den unübersichtlichen geheimen Archiven als hochbegabter Kriminalist erwiesen. In diesem Buch zeigt er, daß er obendrein die Begabung eines wahren Krimi-Autors hat.

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21 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Ein Mythos wird gelüftet, 22. Januar 2008
Von Mario Pf. (Oberösterreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REVIEWER)   
Es gibt viele Bücher in denen "Verbrechen" der römisch-katholischen Kirche gegeißelt werden, wobei natürlich immer wieder gerne Buchverbote und Bücherverbrennungen als typisches Verbrechen ins Feld geführt werden. Aber wirklich selten fundiert gehen diese Werke auch näher auf die genauen Hintergründe des so genannten Index der verbotenen Bücher ein.

Auch heute ist es wieder ein Thema, Bücher wie Filme und Internetseiten einer strengeren Zensur und Indizierung zu unterstellen, gerade wenn diese unglaubliche Gewalttaten oder radikale Botschaften verbreiten. Der erste Index wurde beispielsweise 494 erstellt um häretische Bücher bei der Zusammenstellung des Kanons auszuschließen, den wir heute als die Bibel kennen. Auch gab es damals noch keine Sanktionen gegen diese Werke und ihre Autoren, denn sie fanden sich beispielsweise ebenso wie die kanonischen Werke in klösterlichen Bibliotheken. Ursprünglich wurde dieser Index sogar noch als eine Art Richtschnur begrüßt an die man sich freiwillig halten kann.

Erst mit der Aufklärung begann man den Index erstmals öffentlich zu verdammen, da er sich längst vom gut gemeinten Rat zu einem Instrument repressiver Unterdrückung entwickelt hatte, da Wissen nun einmal Macht war und die Kirche dieses Wissen durch gewisse Bildungsmonopole kontrollieren konnte, war sie auch im Besitz aller damit verbundenen Macht. Aber was war dieser Index der verbotenen Bücher wirklich?

Als anerkannter Dozent für Kirchengeschichte lüftet Hubert Wolf den Mythos und entkräftet dadurch auch falsche Annahmen und die Legende vom Vatikanischen Geheimarchiv, in welchem viele historisch interessante Dokumente zwar verborgen sind, dabei jedoch weniger weil diese verschwiegen werden, sondern in einem unglaublich schlecht verzeichneten System begraben sind.

Darüber noch hinaus schildert Wolf auch die historischen Hintergründe, sowie Arbeitsweise und Aufbau der Indexkongregation, wodurch man sehr viel über die beinahe fade Realität hinter dem Mythos erfährt, wie ein sehr geringes Arbeitspensum oder den Ruf der Kongregation als Sackgasse für jede Karriere. Nebenher war es auch notwendig dass ein zu indizierendes Werk erst in einer romanischen Sprache erscheinen musste, um überhaupt indiziert werden zu dürfen.

Fazit:
Ein Standardwerk für alle die sich ernsthaft oder wissenschaftlich mit dem Index der verbotenen Bücher befassen möchten.
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16 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Machtspuren des Vatikans - Informationsmanipulation!, 10. April 2006
Von Jaun Hans-peter "hanspeterjaun" (Steffisburg / Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REVIEWER)    (REAL NAME)   
Wissen ist gefährlich - in Büchern dokumentiertes Wissen kann demnäch höchst brisant sein. Diese Erkenntnis hat sich auch der Vatikan zu Nutzen gemacht und im Laufe ihrer Geschichte zahlreiche Bücher auf den Index gesetzt. Der Autor, Dozent für Kirchengeschichte an der Uni Münster, informiert uns anschaulich über die Geschichte und Arbeit der Indexkongregation, gegründet am 4. April 1571. Im zweiten Teil stellt der Autor eine Auswahl indexierter Buchtitel vor, um dem Leserkreis Einblick in die Informationspolitik des Vatikans zu ermöglichen. Der Würdigung der Entwicklung in jüngster Zeit schliesst sich eine Liste mit verbotenen wie auch eine Liste mit verhandelten, jedoch nicht verbotenen Titeln an.
Dieses Werk darf all jenen Leserinnen und Lesern empfohlen werden, welche einen Einblick in die Informationspolitik und Manipulation der öffentlichen Meinung durch das Machtzentrum Vatikan gewinnen möchten. Ein "starkes" Buch! - das einer breiten Leserschaft empfohlen werden kann.
Nahtlos schliesst sich die Frage an, was uns der Vatikan in Laufe seiner Geschichte vorenthalten hat oder noch hinter dicken Mauern verborgen hält, um seine Macht zu zementieren?
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