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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Warum Barack Obama der "schwarze Kennedy" ist, 2. Februar 2009
Schon Ende 2007 hat Christoph von Marschall mit "Barack Obama - Der schwarze Kennedy" eine fast prophetische Mischung aus Biografie und Wahlkampfbericht vorgelegt, ohne dass das Rennen überhaupt entschieden war. Von Marschalls Analysen bestachen dadurch, dass seine Vorhersagen und Vermutunngen fast vollständig eingetroffen sind. Bei der Lektüre hatte man das Gefühl der Autor hätte eines der aktuellsten Werke und nicht eines geschrieben, das im Grunde genommen längst nicht mehr aktuell sein sollte. Es ist also kein Wunder, dass von Marschalls Werk nun in stark überarbeiteter Fassung um einige Euro günstiger neu aufgelegt wurde, denn soviel Arbeit dürfte die Überarbeitung gar nicht gewesen sein. Der biografische Anteil des Buchs basiert weitgehend auf Obamas Autobiografie "Ein amerikanischer Traum" und dem Manifest "Hoffnung wagen", wobei sich der Autor zumindest die Mühe gemacht hat, den Text nicht wortgetreu abzuschreiben, sondern in Form einer eigenen Nacherzählung einfließen zu lassen und diese immer wieder zu ergänzen. Wer also eine vollständige Obama-Biografie sucht und dabei nicht auf Obamas Werke zurückgreifen will, ist bei Christoph von Marschall genau richtig.
Ungeachtet der Absicht des Autors, die Vorzüge des Präsidentschaftskandidaten Barack Obama hervorzuheben, enthüllt er zunächst, dass ein Sieg des Schwarzen "mit dem komischen Namen" anfangs noch keinesfalls vorhersehbar war und nicht alle Kennedys den Senator aus Illinois auf ihren Schild hoben, sondern sich auch um Hillary Clinton formierten. Mit seiner Rede vor dem Nominierungsparteitag 2004 war jedoch klar, es ist ein neuer Star geboren. Im Vergleich zu anderen Präsidentschaftsbewerbern verschaffte ihm das bereits einen gewissen Vorteil, während John McCain etwa nicht nur Vietnam-, sondern auch politischer Veteran war und Hillary Clintons Kampagne sie als ebenfalls sehr erfahrene Kandidatin pries, welche an die verklärte Präsidentschaft Bills anzuknüpfen hoffte. Und die Medien spielten dem Newcomer mit der Außenseiterrolle in die Hände, als sie ihn im Gegensatz zu seinen Konkurrenten ungleich schonender behandelten und nicht gleich in den politischen Sumpf zogen. Dieser Trend schien sich selbst nach Obamas großen Wahlerfolgen nicht mehr umzukehren und es bleib dabei, während Hillary Clinton zeitweise wegen ihrer scharfen Angriffe auf Obama wiederum kalter Wind ins Gesicht schlug.
Der Grundkonsens in Medien und Wählerschaft war ziemlich eindeutig, Bush musste weg und dieser Wandel sollte spürbar sein, die Erinnerung an ihn sollte getilgt werden. Ob dieser Wandel allerdings von Demokraten oder Republikanern ausgehen sollte, war schon weniger klar, denn die Wähler haben, so von Marschall "die rechte Ideologie verworfen, aber sie wollen keine linke Ideologie an ihrer Stelle. Sie wünschen Pragmatismus, politische Mäßigung und Vernunft." Es hätte die Stunde der blue dogs sein können, der Mitte-rechts-Demokraten, die mit ihren Programmen tief ins republikanische Wählerspektrum eindringen hätten können und John McCain, dessen Halt innerhalb der Partei ohnehin geschwächt war, hätte dem wenig entgegensetzen können. Bushs Versprechen, als mitfühlender Konservativer, die hohen Werte der Republikaner umzusetzen, ist gescheitert, denn wie Obama es in Hoffnung wagen formulierte, man würde sich wünschen, dass jene Potentanten, die gegen die anzüglichen Texte von Rap-Musik wettern, mit gleicher Vehemenz auch gegen Verarmung eintreten würden.
Säkularer, wenngleich auch unter Anwendung ähnlicher Methoden wie die republikanische Konkurrenz, setzte Obama auf ein populäres Wahlkampfmodell, dessen Events, wie die Veranstaltungen eines Wunderheilers wirkten. So sicher wie das Amen in die Kirche, war das "Yes we can!" ausschlaggebend für den Erfolg von Obamas Kampagne, er erreichte und berührte die Menschen. Durch geschickten Einsatz moderner Kommunikationsmittel wie SMS, E-Mail und Blogs gelang es Obama auch Jungwähler zu mobilisieren und sogar Politikverdrossene und gänzlich uninteressierte zu gewinnen. Mit Glück, Können und einer Fortführung der Kampagne könnte Obama 2012 schließlich eine erdrutschartige Wiederwahl gelingen, sollte er zudem bis dahin "spürbare" Veränderungen im Land erreichen. Dass er langfristig planen kann, ist kein Geheimnis und sollte es ihm tatsächlich gelingen, Mythos und Kult könnten 1:1 Eingang in die Geschichtsbücher finden, sofern der "Messias" nicht entzaubert wird.
Genau genommen hat der Change in der US-Innenpolitik bereits 2006 eingesetzt, als es zu einer neuerlichen demokratischen Mehrheit in beiden Kammern des Kongresses kam und die "checks and balances" der Verfassung wieder ausreichen zu greifen begannen. Mit den Rücktritten von Donald Rumsfeld und Justizminister Gonzales erhielt Bush einen ersten Dämpfer verpasst, während weitere Untersuchungsausschüsse ins Leben gerufen wurden, damit der Präsident endgültig zur "lame duck" abgestempelt werden konnte.
Dem gegenüber stand 2008 Barack Obama, ein Afroamerikaner, dessen Karriere für sich genommen schon erstaunlich ist, wobei jedoch die Geschwindigkeit seines Aufstiegs (1996 ins Regionalparlament, 2004 Senator, 2008 Präsident) Beobachtern schlichtweg die Luft weg bleiben lässt. Denn im Gegensatz zu den Kennedys oder den Bushs ist Obama kein Angehöriger des "weißen Politikeradels". Mit seiner Wahl zum 44. Präsidenten der Vereinigten Staaten sollte Obama endgültig bewiesen haben, dass er den 2004 um seine Person los getretenen Hype rechtfertigt, den seine Frau Michelle schon 2005 bei Obamas Angelobung als US-Senator mit den Worten "Ich hoffe nur, dass er irgendwann einmal etwas zustande bringt, das all dieses Interesse an ihm rechtfertigt" hinterfragt hat. Mit Michelle Obama haben die USA wieder einmal eine First Lady die nicht auf den Mund gefallen ist. Es ist, wie es Thomas Friedmann schon im April 2007 treffend formuliert hat: "Wann hat es das zuletzt gegeben, dass ein amerikanischer Politiker oder Präsident als Vorbild in der übrigen Welt galt? Das ist eine ganze Weile her. Es ist vielleicht das stärkste Argument, warum er Präsident werden sollte: Er hat das Potential, die kaputte Beziehung zwischen den USA und der übrigen Welt zu reparieren."
Fazit:
Weitgehend eine Kurzfassung von Obamas Biografie mit Details zum US-Präsidentschaftswahlkampf.
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20 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Preis-wert, 26. Dezember 2007
Meine Freunde in den USA schwaermen seit Monaten von Barack Obama, seiner Ausstrahlung, seinem Redetalent. Deshalb habe ich mir jetzt mal verschiedene deutsche Buecher ueber ihn angeschaut - und Besprechungen im Internet gelesen. Und ich muss sagen: Die liegen mit ihren Beurteilungen richtig. Das Buch von Christoph von Marschall bietet am meisten fuer's Geld. Es enthaelt viele Reportage-Beschreibungen von Obama-Auftritten und ist zugleich das analytischste. Die Schilderungen, wie seine Frau Michelle sich ueber ihn lustig macht, sind witzig. Und man lernt eine Menge ueber die Rolle, die Rasse und Religion im Wahlkampf spielen. 24 Euro sind eine Menge Geld. Aber in diesem Fall wuerde ich sagen, das Buch ist den Preis wert. Maria Dulebar, Freiburg
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
US-Wahlen zum Anfassen, 2. Februar 2008
Dieses Buch bettet Barack Obamas faszinierende Biografie in die komplizierten Abläufe eines Wahljahrs in den USA ein. Es ist damit eine große Hilfe beim Versuch, das aktuelle Präsidentschaftsrennen in den USA zu verstehen. Die Vorwahlen bekommen Kontur. Man versteht, wer da wie gegen wen kämpft. Umso spannender ist es, den Wettkampf zu verfolgen.
Noch eindrucksvoller ist die Schilderung des Lebenswegs von Obama. Marschall kann seine Sympathien für den Mann nicht verleugnen, und doch schildert er Obama immer wieder mit kritischer Distanz. Besonders spannend liest sich die Abwägung, wie zuverlässig Obamas eigene Auskünfte über seinen Lebensweg sind. Die meisten Bücher über ihn basieren ja auf Obamas eigenen Werken, voran "Dremas from my father". Hier merkt man, dass Marschall Historiker ist und sich auf Quellenkritik versteht. Der Leser erfährt mehr über die Brüche in Obamas Biografie als von Obama selbst.
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