Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Mairgret - Immer ein Genuss!, 4. August 2003
Rezension bezieht sich auf: Maigret und der einsame Mann. (Taschenbuch)
Auch in diesem Fall von Kommisar Maigret bekommt man wieder einen wundervollen Einblick in das Stadtleben von Paris! Simenon versteht es einfach, den Leser in diese Stadt eintauchen zu lassen und ihn auf eine spannende Reise mitzunehmen. In diesem Band kommt man bis zu den ärmsten Bewohnern der Stadt der Liebe - um diese geht es übrigens auch! Maigret tastet sich mit seinem üblichen Charme, den er zweifellos hat, voran, um am Ende einen Mörder zu fassen. Ein Lesevergnügen!
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Mein 1. Maigret-Roman!, 21. September 2003
Rezension bezieht sich auf: Maigret und der einsame Mann. (Taschenbuch)
Simenon hat diesen Roman im Winter 1970/'71 geschrieben. Beim Lesen staunt man ein wenig über die damaligen Ermittlungsmethoden: Handys gab es keine, Maigret erledigt einige seiner Anrufe in Telefonzellen; oder die Recherche in einem Zeitungsarchiv, statt wie heute im Computer. So war das damals und so selbstverständlich sind uns Handys und Computer heute. Ein Blick in die Vergangenheit. Ein paar Sekunden lang wundert man sich fast, als Maigret im Flugzeug zu einem Verhör fliegt: das gab's damals schon? Simenon skizziert mit wenigen, sparsamen Worten die Figuren und die Handlung. So etwas wie Spannung kommt dabei nicht auf, eher Neugier. Trotzdem verfolgt man diesen Fall mit Interesse. Die 200 Seiten erleichtern einem den Entschluß weiterzulesen. Leider kommt die Auflösung dann etwas plötzlich und läßt Maigret als genial kombinierenden "Überkommissar" dastehen. Interessant habe ich das schon gefunden, dass man mit so wenigen Worten Personen und einen Kriminalfall darstellen kann!
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Krimi mit überraschender Pointe, 6. Mai 2006
Rezension bezieht sich auf: Maigret und der einsame Mann. (Taschenbuch)
Simenon ist sicher einer der besten französisch-sprachigen Kriminalautoren. Als junger Mensch war er Journalist, hat dann, um Geld zu verdienen am laufenden Band cirka 1500 Groschenromane geschrieben. Das war eine Lehrzeit für ihn. Dann kamen die Maigret Kriminalromane, die er selber als Semiliteratur bezeichnete. Warum? Es gibt einen Mord, ein Verbrechen, eine Aufklärung, und wie schlecht die Geschichte auch immer ist, der Leser bleibt bei der Stange.
Simenon ist kein Moralist. Seine Maxime heißt, verstehen und nicht verurteilen. "Mensch sein, heißt Mensch spielen." Er entfernt die Fassade, schaut auf den nackten" Menschen und ist dabei meistens in seinen Fällen auf der Seite des Täters, nicht auf der Seite der Justiz. Nach Simenon ist der Mensch Endprodukt der Schöpfung.
Simenon hat sich am Ende seines Lebens zurückgezogen in eine "Einsamkeitshöhle", hat über sein Leben nachgedacht und ein tausendseitiges Werk mit den Protokollen seiner psychoanalytischen Erkundungen veröffentlicht. Der Selbstmord seiner Tochter, zu der eine inzestuöse Beziehung unterhielt, hat ihn aus der Bahn geworfen.
Bei dem Roman "Maigret und der einsame Mann" haben wir es mit einem weniger guten Roman eines hervorragenden Autors zu tun. Deshalb habe ich die Laudation vorangestellt.
Zum Plot, der so simpel gestrickt ist, dass er heute in keiner Krimisendung des Fernsehens Bestand haben würde. Da müsste man schon, was die Dramaturgie betrifft, sehr viel raffinierter schreiben.
Man trifft auf die üblichen Klischees von Paris. Dann wird in den Markthallen ein Clochard ermordet aufgefunden. Wer ist dieser einsame, verwahrloste Mensch? Maigrat wird in den Ermittlungen auf den Plan gerufen. Mit seiner so typischen psychologischen Gestimmtheit macht sich der Kommissar auf die Suche nach dem Namen und der Vergangenheit des Opfers. Am Anfang gibt es sehr wenige Hinweise, doch dann erfährt Maigret, dass dieser Viviens eines Tages seine Frau und sein Kind verlassen hat, um ein anders Leben zu beginnen. Es werden zunächst falsche Fährten gelegt. Dann erfahren wir, dass zwischen beiden Ereignissen eine Distanz von zwanzig Jahren liegt. Der Nebenbuhler von damals erweist sich als der Mörder des Clochards, zwanzig Jahre später. Die Pointe besteht darin, dass offensichtlich dieser Clochard die gemeinsame Geliebte ermordet hatte. Der Mord am Clochard war also brutale Rache. Und, wie immer bei Simenon, der Mörder ist nicht der böse Kriminelle und die vermeintlichen Opfer sind nicht immer unschuldig. Der Ermordete war in diesem Fall auch ein Mörder.
Die eine Schwäche des Romans ist, dass die zeitliche Distanz zwischen den Ereignissen nicht besonders gut überbrückt wird; die andere, dass man von den anderen Figuren neben Maigret mehr erwarten und mehr wissen möchte.
Andererseits ist es wieder so, dass die Trance des Autors sich auf den Leser überträgt und eine gewisse Sogwirkung ausübt, denn für beide, Schriftsteller und Detektiv, sind die Nebensachen immer die Hauptsachen. Also, insofern macht es Spaß, das Buch zu lesen.
Das Faszinierendste an dem Roman ist die Refutation einer geflügelten Redensart, die sagt:"Die Zeit heilt alle Wunden." Die Zeit heilt eigentlich gar nichts, schon überhaupt keine Liebeswunden. Das ist eigentlich das imponierende Leitthema dieses Buches, dass der Mörder, zwanzig Jahren nach dem erlittenen Liebesverlust, diesen Clochard, den Mörder seiner einstigen Geliebten, die er nie vergessen hat, ermordet.
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