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Die Einsamkeit des Langstreckenläufers
 
 

Die Einsamkeit des Langstreckenläufers (Taschenbuch)

von Alan Sillitoe (Autor), Günther Klotz (Übersetzer)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 69 Seiten
  • Verlag: Diogenes Verlag; Auflage: 19., Aufl. (Mai 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3257204132
  • ISBN-13: 978-3257204131
  • Originaltitel: The Loneliness of the Long-Distance Runner
  • Größe und/oder Gewicht: 18,1 x 11,1 x 0,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 59.523 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Die Einsamkeit des Langstreckenläufers
OT The Loneliness of the Long-distance RunnerOA 1959 DE 1967 Form Erzählung Epoche Moderne
Die Einsamkeit des Langstreckenläufers ist die bekannteste Erzählung von Alan Sillitoe. Wie in seinem ersten Roman Samstagnacht und Sonntagmorgen (1958) gelang es ihm auch in der verknappten Form der Erzählung, die geistige Auflehnung eines in seiner Lebenssituation gefangenen gesellschaftlichen Außenseiters glaubwürdig und eindrucksvoll zu schildern.
Inhalt: Der 17-jährige Colin Smith, der wegen Diebstahls in einer Erziehungsanstalt in Essex einsitzt, bringt seine Geschichte zu Papier, die im Arbeitermilieu von Nottingham spielt.
Als Colins Vater an Kehlkopfkrebs stirbt, kommen Colin, seine Mutter und die fünf Geschwister durch eine Zahlung der Versicherung in den Genuss kurzzeitigen Reichtums. Nachdem sie sich ein Fernsehgerät angeschafft und das restliche Geld gemeinsam verjubelt haben, fällt es Colin schwer, sich mit der erneuten Armut zu arrangieren. Zusammen mit seinem verschlossenen, zum Jähzorn neigenden Freund Mike bricht er in das Büro einer Bäckerei ein und stiehlt eine Geldkassette.
Nur durch Zufall gelingt es einem von Vorurteilen geleiteten und äußerst hartnäckigen Kriminalbeamten, Colin und Mike zu überführen. Später wird Mike freigesprochen, Colin kommt als vermeintlicher Anstifter ins Besserungsheim. Wegen seiner Fähigkeiten als Langstreckenläufer gewinnt er bald die Sympathie und Unterstützung des Direktors, der in ihm einen aussichtsreichen Läufer für den alljährlichen Sportwettkampf der Erziehungsanstalten erkennt. Colin durchschaut, dass die Freundlichkeit des Direktors lediglich seinem ehrgeizigen Wunsch nach beruflicher Profilierung entspringt. Und so fasst er den Entschluss, bei der Meisterschaft als Erster bis kurz vors Ziel zu laufen und sich dann vom zweitbesten Läufer überholen zu lassen. Dass er mit diesem Akt der Rebellion gegen eine für ihn inakzeptable Autorität seine Chancen auf vorzeitige Entlassung verspielt, ist ihm vollkommen bewusst.
Doch sein Training, das er täglich am frühen Morgen beginnt, bedeutet ihm weit mehr als nur die Möglichkeit einer Auflehnung gegen die an ihn gestellten Erwartungen. Erst durch das Laufen erschließt er sich einen Zugang zu seiner eigenen Identität. In der Synchronisation von Laufen und Denken entdeckt er den einzigen Zustand in dem er sich wirklich frei fühlt – und er erkennt, dass er sich dieser Freiheit ebenso sicher sein kann wie seiner Einsamkeit.
Form: Zu den formalen Stärken der Erzählung gehören insbesondere die gekonnte Verknüpfung der verschiedenen Zeitebenen sowie die Ungezwungenheit und Treffgenauigkeit der dialektgefärbten Sprache.
Wirkung: Die Einsamkeit des Langstreckenläufers gilt als eine der gelungensten Erzählungen aus dem weiteren Umfeld der »Angry Young Men«, einer in der zweiten Hälfte der 1950er Jahre bekannt gewordenen Generation junger englischer Schriftsteller, die sich in ihren häufig resignativen Erzählungen und Theaterstücken dem Alltag des englischen Kleinbürgertums widmeten. B. S.


Pressestimmen

"Voller poetischer Perfektion." (New Statesman)

"Die Einsamkeit des Langstreckenläufers: eine brillante Titelgeschichte vom Triumph der Individualität über alle Anpassungszwänge." (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

"Sillitoe hat die Erzählung als Monolog seines Helden angelegt, als einen Monolog während des Laufens. Wie da die Motorik des Denkens mit der des Langstreckenläufers synchronisiert ist, wie aus dem körperlichen Vorgang ein geistiger wird, wie da nicht bloß mit dem Gehirn, sondern mit der dampfenden Physis insgesamt gedacht wird - das ist von unmittelbar überzeugender Originalität. Der Kampf ohne Waffen, den Colin Smith führt, wird nicht beschrieben, wir nehmen an dem Prozeß des Entstehens teil, wir werden buchstäblich in ihn hineingerissen. Daß das so vollständig glückt, ist nicht zuletzt ein Triumph des vulgärphilosophischen Proletarierjargons ... Das ist ein Meisterstück, in der Durchführung ebenso wie im Entwurf. Ein Glücksfall in jedem Betracht." (Frankfurter Allgemein e Zeitung)

"Eines der größten Stücke kurzer Prosa, das die zeitgenössische Literatur wohl hervorgebracht hat." (Deutschlandfunk)


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13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Der Langstreckenlauf des jungen C., 28. Juni 2005
Von F. Martin "Foerster_M" (Pegnitz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REVIEWER)    (REAL NAME)   
Slow-motion wenige Meter vor dem Ziel: Colin Smith tritt auf der Stelle. Der jugendliche Häftling einer englischen Erziehungsanstalt lässt geduldig das ganze Feld kampflos an sich vorüberziehen. Die Sportmeisterschaft hätte er locker gewinnen können. Aber er verweigert sich. Und nimmt damit leise Rache. Vor allem an seinem erzkonservativen Gefängnisdirektor, der ja doch keine Ahnung hat von individueller Lebenstristes und sozialer Klassenunterschiede. Der den schon sicher geglaubten Sieg seines ‚Schützlings' ausnutzen wollte für die sinnentleerte Befriedigung persönlicher Eitelkeiten. Colin Smith aber durchschaut das verquere Spiel. Überhaupt: Er denkt viel nach. Vor allem beim Laufen. Und das ist gut so. Schon lange vor dem Wettkampf bei den allmorgendlichen Trainingsläufen kommt er ins Grübeln. Wenn er ganz allein mit sich und der Natur ist. Und die Frage, die ihn fortwährend beschäftigt, lautet: Soll er sich mit einen Sieg der Sportmeisterschaft dem Establishment beugen und wird er damit nicht auch gleichzeitig ein Teil desselben?

Alan Sillitoes knapper Text „Die Einsamkeit des Langstreckenläufers" ist einer der großen Kulterzählungen der 1968er Generation. In Form eines während des Langstreckenlaufes gehaltenen Monologes lernen wir den Lebens- und Leidensweg des jungen Colin Smith gut kennen. Er wird uns rasch vertraut. Sympathisch sowieso. Schon die ersten Gedankengänge des flinken Läufers lassen uns schmunzeln: „Sobald ich ins Borstal kam, machten sie mich zum Langstreckengeländeläufer. Sie dachten vermutlich, ich sei dazu gerade richtig gebaut, denn ich war lang und hager für mein Alter (und bin immer noch so), und jedenfalls hatte ich nicht viel dagegen, wenn ich ehrlich sein soll, denn Laufen ist bei uns zu Hause immer groß geschrieben worden, besonders das Weglaufen vor der Polizei." Später wird's mitunter auch traurig. Colin bleibt dennoch Sieger. Er durchschaut den aufdiktierten Sieges- und Erziehungswahn des Jugendknasts und zahlt mit gleicher Münze, aber doch ‚ehrlich' zurück. Man gönnt ihm das von Herzen.

Zwei große parallele Erzählungsstränge ziehen sich dabei durch das Buch. Und markieren Kontraste: einerseits der Kontrast zwischen dem eingesperrten Leben in der Anstalt und der ungebundenen Freiheit des Langstreckenläufers in frischer Natur, andererseits auch der Konflikt zwischen der angeblichen Normalität (der Anstalt) und Individualität (Colin).

Die Erzählung funktionierte auch sehr gut als Film. Unter der Regie von Tony Richardson wurde das Sozialdrama 1962 in Großbritannien kongenial verfilmt. In den Hauptrollen Tom Courtenay, Topsy Jane und Michael Redgrave. Der Film gilt bis heute als einer der Meilensteine der englischen „Free-Cinema-Bewegung".

„Die Einsamkeit des Langstreckenläufers" ist eine unbedingt empfehlenswerte Erzählung. Und eines jener ganz seltenen Bücher, nach deren Lektüre man reicher durch das Leben geht. Oder auch ‚läuft'. Der Weg kann mitunter eben doch das Ziel sein.

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17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Gut!, 12. Januar 2000
Von Ein Kunde
Dieses Buch ist längst zum Klassiker geworden. Es wird fast jedem Gymnasiasten einmal als Schullektüre begegnen und die Filmversion von Tony Richardson ist auch weltbekannt geworden. Das Buch ist in der Ich - Perspektive geschrieben, und zwar aus der Sicht eines Jugendlichen der in Essex in einem Erziehungslager, einem Borstal lebt. Dort läßt der Direktor ihn Langstreckenlauf trainieren, damit er für die Anstalt Pokale bei Wettkämpfen gewinnen kann. Dieses Buch enthält in einer Art Monolog die Gedanken, die sich der Junge während des Laufens macht. Dabei sind nicht nur die Inhalte bemerkenswert. Auch die von Sillitoe verwendete Sprache ist perfekt. Sie ist ironisch und witzig, bringt aber zugleich die niedere soziale Schicht des Läufers zum Ausdruck. Die Ansichten des unterprivilegierten Jugendlichen über die Welt, seine Art zwischen seiner Welt und der Welt der geachteten Menschen zu unterscheiden, das alles macht dieses Buch lesenswert. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein absichtlicher Verlierer?, 15. Juni 2007
Von Rolf Dobelli "getAbstract.de" (Luzern, Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 10 REVIEWER)    (REAL NAME)   
"Die Einsamkeit des Langstreckenläufers" ist eine meisterhafte Erzählung von Alan Sillitoe, der, aus ärmsten Verhältnissen stammend, sich darin den Zorn über die eigene Kindheit vom Leibe schrieb. Seine Hauptfigur, der 17-jährige Colin Smith, kennt die Handgreiflichkeiten der Eltern und den Hunger von frühster Jugend an. Nach einem Einbruch in eine Bäckerei landet er in einer Besserungsanstalt im Süden Englands, wo ihm der Direktor einen Tauschhandel vorschlägt: Colin soll als Langstreckenläufer für das große Sportfest trainieren und den prestigeträchtigen Pokal für die Anstalt holen; der Direktor will sich im Gegenzug um Colins Zukunft kümmern. Der Junge ist jedoch alles andere als korrumpierbar, die vorgeschobene Freundlichkeit des Direktors ist ihm ein Gräuel. Er verliert den Wettkampf mit voller Absicht und findet dadurch zu sich selbst; in der Einsamkeit des Laufens ist er glücklich. Sillitoes Text zählte Ende der 50er Jahre zu einem der radikalsten Beiträge der Angry Young Men, einer englischen Literatengruppe, die sich mit sozialen Missständen auseinandersetzte.
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3.0 von 5 Sternen Die Einsamkeit des Langstreckengeländeläufers
Ich möchte mich hier nicht zur Originalerzählung äußern, sondern lediglich zur Übersetzung, die ich für ziemlich misslungen halte, wodurch die Freude am Lesen doch sehr getrübt... Lesen Sie weiter...
Vor 3 Monaten von Antonello veröffentlicht

1.0 von 5 Sternen Langweilig, furchtbarer Erzählstil
Das Buch ist langweilig, hat mit dem Laufen herzlich wenig zu tun, sondern eher mit der "Karriere" eines jugendlichen Staftäters. Lesen Sie weiter...
Vor 23 Monaten von Bernd Zube veröffentlicht

4.0 von 5 Sternen Der lange Lauf eines jungen Mannes zu sich selber
1959 erschien Die Einsamkeit des Langstreckenläufers" (detebe 20413 - The Loneliness of the Long-Distance Runner", 1959) - ein kurzer, 87 Seiten langer, in einem Zug... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 7. Juni 2007 von Ewald Judt

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