Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ganzheitliche Naturbetrachtung öffnet neue Einsichten, 10. September 2008
Der Autor zeigt enorme Fachkenntnis aus jahrelanger Beschäftigung mit der Thematik. Er kommt ohne abgehobene mathematische Konstrukte aus und versteht es meisterhaft, Sachverhalte grafisch zu veranschaulichen.
In vielen Beispielen wird anschaulich gezeigt, dass die mechanistische Interpretation der Quantentheorie eine realistische Beschreibung der Natur verhindert und dass sie in nicht übersetzungsfähigen mathematischen Modellen erstarrt ist.
In sehr ausführlicher Auseinandersetzung mit physikalischen Theorien in historischer Abfolge wird das Grundproblem der naturwissenschaftlichen Erkenntnis aufgezeigt: Man versucht nach wie vor, die Beschaffenheit der Natur mit dem Körperbegriff der Mechanik zu verstehen, mit einem Konzept, das die Elementarstrukturen der Materie bzw. des elektromagnetischen Feldes als unteilbare Teilchen bzw. räumlich konzentrierte Energiemengen erscheinen lässt, obwohl im allseits bekannten Doppelspaltexperiment ganzheitliche Teilungsprozesse angezeigt werden. Demnach haben materielle Strukturen keine physikalischen und ontologischen Grenzen, besteht stoffliche Materie aus verzweigten zusammenhängenden elektromagnetischen Feldern.
Man darf gespannt sein, wie die Physik-Fachwelt auf die herausfordernde Sicht-Öffnung, die ja mit den experimentellen Ergebnissen übereinstimmt, reagieren wird. Erst Die hier geforderte Sicht-Öffnung lässt erahnen, welche Bedeutung die Ergebnisse aus den physikalischen Experimenten für unser aller Weltbild haben
1. Materie strukturiert sich wie lebende Materie. Wir selbst sind Bestandteil eines großen, sich immer wieder verändernden Ganzen
2. Die Kompaktheit und Stofflichkeit der Materie kann nur durch die Konzentration und Verdichtung von Feldern erklärt werden
3. die analytische, reduktionistische Naturbetrachtung ist einseitig; sie muss durch eine ganzheitliche, nicht mchanistische Naturphilosophie ergänzt werden. Auf dieser Ebene gibt es Verbindungslinien zu ganzheitlichen Naturphilosophien in zahlreichen kulturellen und religiösen Traditionen
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Bahnbrechendes Buch, 24. Juni 2008
Ein in vielerlei Hinsicht bemerkenswertes und lesenswertes Buch! Wer sich für naturwissenschaftliche Themen interessiert und unvoreingenommen an Problemstellungen herangeht, wird sehr viel Freude an diesem Buch haben. Eine fachlich fundierte und kritische Reflexion der mittlerweile völlig ausgeblendeten Fragestellung, was wirklich - beim wohl jedem aus der Schulzeit bekannten Doppelstaltexperiment - passiert. Das Kernproblem: kann ein Photon, Elektron - also ein Teilchen - zugleich durch zwei Öffnungen gehen und mit sich selbst interferieren? Das Experiment selbst liefert dazu ein eindeutiges Ergebnis.
Doch wieso kann ein Teilchen, was ja eigentlich unteilbar ist, so etwas tun? Die Teilchenphysik bzw. Quantenmechanik liefert hierzu jedoch doch bis heute keine überzeugenden Antworten. Oder stimmt da vielleicht etwas nicht mit unseren Vorstellungen, unseren all so scheinbar gesicherten Modellen? Eigentlich eine Herausforderung für die Wissenschaft. Um so unverständlicher erscheint die Tatsache, dass diese für unser gesamtes Weltverständnis eminent wichtige Frage überhaupt nicht mehr hinterfragt wird. Darüber war ich eigentlich ziemlich erschrocken, weil ich das so eigentlich gar nicht wusste.
Warum das so ist, wie es dazu gekommen ist und dass es doch eine logische und sogar bestechend einfache Anwort darauf geben kann, die sich auch im Einklang mit allen wesentlichen Schlüsselexperimenten befindet, zeigt der Autor Schritt für Schritt in seinem Buch. Man kann regelrecht nachvollziehen, wie der Autor ganz im Sinne Einsteins sich über viele Jahre intensiv mit der Problemstellung auseinandergesetzt hat. Zahlreiche physikalische Theorien werden im historischen Abriss kritisch beleuchtet, längst "vergessene" Theorien ans Tageslicht gefördert und in einen neuen Zusammenhang gebracht. Dabei tritt erstaunliches zu Tage. Und wenn der Autor recht behält, könnten uns bahnbrechende Veränderungen bevorstehen. Aber lest selbst!
Sehr schön auch, dass das Buch ohne lästige Mathematik auskommt, was man ja sonst bei physikalischen Themenstellungen leider häufig antrifft. Zahlreiche Grafiken tragen wesentlich zur Veranschaulichung vieler Sachverhalte bei. Nach dem Lesen muss ich auch sagen, dass es jeden Cent wert ist. Für mich persönlich eine Bereicherung und absolut empfehlenswert.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
das Quantenrätsel gelöst?!, 13. Juli 2009
Geschafft, ich habe mich gerade durch diesen Wälzer gewühlt. Das hat zwar einige Zeit in Anspruch genommen, aber dafür bin ich jetzt in Bezug auf die Geschichte der Physik in den letzten Jahrhunderten auf der Höhe. Ausführlich verfolgt Wingert die Theoriebildung seit Newton bis heute und arbeitet sauber heraus, wie die offenen Fragen formuliert waren und an welchen Punkten Weichen für die weitere Entwicklung gestellt wurden. Das ist anspruchsvoll und hat mich schnell in seinen Bann gezogen.
Aber wie interessant diese Ideengeschichte auch sein mag, sie war nicht der Grund, warum ich das Buch unbedingt lesen wollte. Der Grund liegt im Titel: genau, es geht hier um die Lösung des Quantenrätsels. Die Quantentheorie hat das grundlegende Problem, gut zu funktionieren, aber schlicht keinen Sinn zu ergeben. Bohr, Einstein, Heisenberg, Schrödinger, Feynman und viele andere kluge Köpfe haben sich über eine Lösung den Kopf zerbrochen, und bisher hat niemand eine befriedigende gefunden. Heute hat man diese Situation fast stillschweigend akzeptiert und man rechnet nur noch ganz pragmatisch, statt sich Sinnfragen zu stellen.
Mario Wingert, Künstler, Designer und ein Physik-Laie (und damit in bester Tradition vieler berühmter Physiker), gibt sich damit nicht zufrieden. Er analysiert wieder und wieder das Doppelspalt-Experiment und macht dann den radikalen Vorschlag, den Begriff des mechanischen Körpers und damit eine der basalen Annahmen der Newtonschen Physik fallen zu lassen. An deren Stelle treten bei ihm enantiomorphe Felder. Ihr Gesicht formt gerade ein Fragezeichen? Das verstehe ich gut, denn selbsterklärend ist dieser Begriff nicht. Es sind spiegelbildliche Felder, die sich wie lebende Zellen verhalten, sich also teilen und verzweigen. "Das eigentliche Problem der Quantentheorie war also nur die Frage, wie sich etwas teilen kann und dennoch ein Ganzes bleibt! Um diese Frage beantworten zu können, muss man mal eine biologische Zellteilung gesehen haben..." Das wirbelt unsere Vorstellungen von der Welt recht heftig durcheinander, aber eine neue "Weltformel" gibt es bei Wingert trotzdem nicht. Das Formelwerk der Quantenphysik ist völlig ausreichend, mit dem Hintergrund einer anderen Vorstellung gewinnt es nur plötzlich einen Sinn.
Wingert ist philosophisch reflektierter als die Mehrheit der Wissenschaftler, die zwischen Theorie und Wirklichkeit nicht mehr unterscheiden ("das ist keine Theorie, das ist eine Tatsache") und Funktionalität mit Wahrheit verwechseln. Er träumt von einem Zusammenwachsen von Naturwissenschaft und Philosophie zu einer wissenschaftlich gestützten Naturphilosophie. Dieser Ansatz allein verdient Achtung, denn er fokussiert auf die Stiftung eines Sinnzusammenhanges, der den Begriff Welt verdient.
Mit seinem Vorschlag stößt Wingert eine Tür auf, und es ist noch nicht einmal der erste Blick auf das Dahinterliegende geworfen. Das Buch ist deshalb für Science-Fiction-Autoren ein guter Tipp, für naturphilosophisch Interessierte und Wissenschaftsfreaks ist es eine bereichernde Lektüre und für Physiker ein Muss. Interessieren könnte es auch Biologen, die auf der Suche der Idee des Leben sind.
Das Buch hat aber auch Schwächen: es ist definitiv zu lang, es hat kein Stichwortverzeichnis und es ist als Book on Demand zu teuer. Ein cleverer Verleger nimmt den Autor unter Vertrag, lässt ihn einen Artikel für Science oder Nature schreiben und wartet, bis er den Nobelpreis bekommt. Undenkbar ist das nicht.
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