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26 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Dezente Ernüchterung nach erdrückender Erwartungshaltung, 23. Juli 2007
"Harry Potter and the Deathly Hallows" hinterläßt einen etwas zwiespältigen Eindruck.
Einerseits ist es ein durchaus annehmbarer Abschluß der Potter-Voldemort-Saga. Andererseits sind die Erwartungen durch den Medienhype in derart unermeßliche Höhen gesteigert worden, dass diese nahezu unerfüllbar sind. Wer eine Art "Superbuch" erwartet, dürfte enttäuscht werden.
Einerseits werden angenehm viele, im Laufe der Geschichte aufgeworfene, Handlungsfäden zu Ende geführt und sehr viele Nebencharaktere der ersten 6 Potter-Jahre habe noch mal einen Auftritt. Andererseits wird vieles leider nur kurz&knapp abgehandelt und man fragt sich, ob man nicht auf das ein oder andere Detail hätte verzichten können, wenn statt dessen anderes ausführlicher behandelt worden wäre (100 Seiten mehr, wären natürlich auch nicht schlecht gewesen....).
Einerseits ist schön, in diese Parallelwelt einzutauchen (ein letztes Mal *schnief*) und ihre liebgewonnene Bevölkerung wieder zu treffen. Andererseits unterscheidet sich der Ablauf des Romans deutlich von seinen 6 Vorgängern (was nach dem Ende des 6. Bandes allerdings auch zu erwarten war).
"Anders" muss zwar nicht zwangsläufig "schlechter" bedeuten, aber leider stellt Frau Rowling in diesem Fall unter Beweis, dass sie zwar eine traumhafte Märchenwelt mit wunderbaren Menschen erschaffen kann, aber dass Dramaturgie und Spannungsaufbau einer Abenteuergeschichte nicht unbedingt zu ihren Stärken gehört. So plätschert die Geschichte nach gutem Beginn ca. 200 Seiten lang recht langatmig und ereignislos dahin und die Jagd nach den Horcruxes (die man durchaus sehr spannend hätte schildern können) wird zu einer ziemlich zähen Angelegenheit. Der Schul- und Qudditschalltag der ersten Bände hatte da für den Leser weit mehr interessante und amüsante Geschehnisse zu bieten. Zum Glück bekommt Rowling aber noch die Kurve und der Roman mündet letztlich in der erhofft bombastischen Auseinandersetzung zwischen Gut gegen Böse.
Dieses Einerseits-Andererseits-Spielchen könnte man noch weiter spinnen, letztlich ist es aber vor allem wichtig, dass Freunde der ersten 6 Bücher auch um das 7. nicht herum kommen werden. Dass der Roman nicht ganz so perfekt ist, wie es sich viele gewünscht hätten, sollte auf keinen Fall ein Grund sein, ihn nicht zu lesen. Aber es schadet nichts, die eigenen Erwartungshaltung ein klein wenig herunter zu schrauben ... sofern möglich.
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47 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Gut, aber nicht großartig., 21. Juli 2007
Rezension bezieht sich auf: Harry Potter and the Deathly Hallows (Harry Potter 7) (Gebundene Ausgabe)
Im letzten Buch hat sich ein Schatten über die Harry-Potter-Welt gelegt. Die letzten Kindheitselemente aus den ersten Teilen sind vollständig verschwunden, gekonnt nimmt Rowling dem Leser die Gewissheit eines Happy-Ends. Skrupellos läßt sie in rascher Folge langjährige Sympathieträger sterben, niemand ist sicher. Zwar überfordert dies den Lesenden einerseits bisweilen, es macht aber andererseits die Handlung deutlich glaubhafter.
Diese wirkt leider streckenweise willkürlich, unausgegoren, konstruiert. Neue Handlungsstränge verkomplizieren den ohnehin verworrenen Plot aus den vorigen Bänden zusätzlich. Humor, eine der wesentlichen Stärken der ersten fünf Bände, ist rar, insofern ähnelt der Band seinem unmittelbaren Vorgänger.
Vor allem in der ersten Hälfte wirkt die Geschichte oft langatmig, Charaktere zeigen schwer nachvollziehbare Verhaltensweisen, Gefühls- und Meinungsumschwünge und emotionale Ausbrüche. Neben diesen Kontinuitätsproblemen zeigen sich auch Defizite in der Charakterentwicklung. So wirkt insbesondere Hermionie im Vergleich zu den ersten Teilen wesentlich blasser, zudem fällt z.B. Ginny entgegen den Ankündigungen der Autorin nur eine Statistenrolle zu.
Kommt der letze Teil auch nicht ansatzweise an die Eleganz und Kongruenz des - in Bezug auf die Storyline ausgereiftesten - dritten Buches heran, so ist er dennoch lesenswert. Denn die Spannung steigert sich, insbesondere im letzten Drittel, auf ein - auch in den vorigen Bänden ungekanntes - Höchstmaß: Dieses Buch ist sehr schwer wegzulegen.
Das Ende ist, soviel sei vorweggenommen, trotz aller Verluste sehr befriedigend für den Leser. Fragen bleiben dennoch einige, die auch der antiklimatische, ernüchternd unzauberhafte Epilog nicht beantwortet.
Letzlich mischt sich der Eindruck vieler gelungener Momente mit dem Gedanken, daß "Deathly Hallows" mit einiger Überarbeitung, Straffung und Lektorierung ein noch besseres Buch hätte werden können. So wie es ist, ist es gut, aber eben nicht großartig.
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Nicht alles ist so, wie es zu sein scheint, 24. Juli 2007
Rezension bezieht sich auf: Harry Potter and the Deathly Hallows (Harry Potter 7) (Gebundene Ausgabe)
* Spoiler *
Bei einer solchen Fülle an bisherigen Handlungssträngen und Charakteren ist es natürlich nahezu unmöglich, allen Ansprüchen in einem Abschlussband gerecht zu werden. Jeder hat beim Lesen bestimmte Personen besonders in sein Herz geschlossen und wünscht sich, mehr über sie und ihr weiteres Leben zu erfahren. Allen gleichermaßen eine umfangreiche Aufmerksamkeit im letzten Band zu widmen, hätte vermutlich Brockhaus-Ausmaße angenommen (und wäre sicherlich immer noch nicht genug).
J. K. Rowling hat es mit diesem letzten Band geschafft, alle losen Enden zu verknüpfen: Einige Handlungsstränge wurden sehr elegant gelöst, andere wirken zwar ein wenig an den Haaren herbeigezogen, aber nicht unlogisch. Etliche Entwicklungen ließen sich erahnen, andere waren wirklich überraschend.
Von Anfang an besteht kein Zweifel daran, dass die Grundstimmung düster bleiben wird, was sich Laufe der Handlung mit den zunehmenden Kämpfen und Todesfällen steigert. Diese Verluste, die auch einige liebgewonnene Charaktere treffen, kennzeichnen den Ernst der Lage. Je mehr Macht und Einfluss Voldemort über die Zaubererwelt gewonnen hat, desto brutaler scheinen auch die Begegnungen mit den Death Eaters zu werden. Ethnische Säuberungen sind inzwischen an der Tagesordnung, teilweise umgesetzt von Fieslingen, die den Lesern nicht unbekannt sind.
Während der langen Suche nach den Horcruxes werden die Beziehungen von Ron, Hermione und Harry ausgiebig beleuchtet. Harry erreicht eine Stufe der Selbstlosigkeit und Reife, die ihn auf vieles verzichten lässt und sich am Ende als der richtige Weg erweist. Beeindruckt hat mich die mutige Entwicklung des früher so unbeholfenen Neville Longbottom, die sich schon in den letzten Bänden abzeichnete. Einige Charaktere erfahren Wandlungen zum Positiven. Der Grund dafür ist zwar nicht immer ganz nachvollziehbar, aber es würzt die Geschichte mit dem Überraschungseffekt. Die Vergangenheit von Albus Dumbledore spielt eine große Rolle, sie zeigt ihn als Zauberer, der an seinen Schwächen gereift ist, aber für den die Vergangenheit bis zum Schluss präsent war.
Die interessanteste Figur war und ist für mich Snape. Ich bedaure sehr, dass Harry den Hintergrund für Snapes Handlungen nur durch dessen Erinnerungen erfährt. So gab es keine Möglichkeit mehr für einen direkten Austausch und diese wichtige Figur erfährt erst im Epilog eine wirkliche Würdigung. Unglaublich erscheinen mir allerdings in dem Zusammenhang die Schikanen und Gemeinheiten durch Snape, denen Harry jahrelang ausgesetzt war. Dass jemand so tief liebt, aber gleichzeitig seinem Schutzbefohlenen das Leben noch schwerer macht, als es für diesen ohnehin schon ist - mit der Begründung, dass er ihn zu sehr an dessen Vater erinnert und nicht an die Mutter - das ist mehr als tragisch und schwer zu verdauen.
Das Ende ist nach all den Verlusten und Kämpfen ein guter Ausklang. J. K. Rowling hat mir mit Harry Potter viele schöne Lesestunden geschenkt und ich bin gespannt darauf, was als Nächstes aus ihrer Feder fließt.
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