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am 14. März 2015
Die Welt, sie dreht sich jeden Hashtag- und App-Innovations-Tag weiter, doch die Raveonettes verharren in ihrer eigenen musikalischen Zeitblase. Das ist noch kein Grund zur Kritik, im Gegenteil. Den Status, nicht den Kontostand, den sich etwa ein Skrillex mit seinen Up-to-date-Sounds erarbeitet hat, möchte nicht jeder haben.

Die Veteranen der Garage-Rock-Explosion der frühen Nullerjahre kommen also auch auf ihrem siebten Alben zu niemandes Überraschung mit der gleichen Rezeptur daher: Zuckersüßer Melodie-Pop, gegossen in ein grobschlächtiges Störgeräuschfeuer aus Gitarrenverstärkern und Effektgeräten.

Doch wie schon „Observator“ vor zwei Jahren, geht dem siebenten Raveonettes-Album ein gewisser Esprit ab. Gerade die Gegenüberstellung des Wall-of-Sound-Gedröhnes und dem danach andächtig eingeworfenen Zuckerpop, wie programmatisch in der Singleauskopplung „Sisters“ mit seinem derben Gewaber und anschließendem Gedudel an der Harfe, kommt an seine Effektgrenzen. Ja, schon klar, denkt man beim siebenten Streich. Und wo ist die Substanz?

Gewiss, die ist den beiden Dänen Sune Rose Wagner und Sharin Foo in ihrer Wahlheimat Los Angeles nicht abhanden gekommen, sie versteckt sich aber mittlerweile in den Nischen ihres eigenen Sounds. The Raveonettes sind auch auf „Pe’ahi“, einem legendären Bade- und Surfspot auf Maui, an dem Wagner mal beinahe ertrunken wäre, immer dann am stärksten, wenn sie eine ganz normale Indie-Rock-Band im Garage-Sound-Gewand sein wollen. Ohne ihre Trademark Achtung-wir-mischen-Krach-mit-Zucker-Pop, sondern mit gutem alten Rock ‘n’ Roll und simplem Strophe-Refrain-Strophe-Muster überzeugen „Killer In The Streets“, „Kill!“ und vielleicht noch „Summer Ends“ am meisten.

Drei starke Songs auf einem Raveonettes-Album und der Rest eher so lala, das war früher genau anders herum. Vielleicht sollten die beiden Retro-Dänen sich doch ein wenig mitdrehen lassen von unserer Welt, der digitalen.

MQ
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6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Kleines Rätsel – wer könnte folgenden Satz gesagt haben: “Das ist der Grund, warum sie zu einem Konzert gehen. Um mitzusingen und um verzerrte Gitarren zu hören“? Um’s kurz zu machen – die Zeilen stammen aus einem aktuellen Interview mit Sinead O’Connor, in welchem es unter anderem um Anspruch und Motivation heutiger Musik-Konsumenten, gern auch Konzertgänger ging. Und es war sicherlich keine wohlmeinende Antwort, wie man der Tonfärbung entnehmen kann – was insofern erstaunlich ist, als dass Frau O’Connor in früheren Tagen selbst eine der leidenschaftlichsten ‚Verzerrerinen‘ war. Hat sich was, jetzt prügelt sie sich lieber verbal mit den Iren im Allgemeinen und der Kurie im Speziellen.

Was in drei Teufels Namen das mit den Raveonettes zu tun hat? Nun, Sune Rose Wagner und Sharin Foo haben auf „Pe’ahi“ endlich wieder das beherzigt, was sie bei ihrem letzten Album „Observator“ sträflich vernachlässigt haben – sie verzerren wieder kräftig. Dem Raveonett’schen Gesetz der Serie entsprechend musste diese Platte ja auch besser als die vorangegangene werden, überraschend genug erscheint sie ohnehin. Schluss also mit allzu mittelmäßiger Gefälligkeit: „Endless Sleeper“, „Sisters“, „Wake Me Up“, „A Hell Below“ – all diese Songs verbindet, was das Duo aus Dänemark im Kern ausmacht: Zarte, verhallte und hochmelodische Mitsingverse zu gewaltigen Noisegebirgen, für Feinfühliges, für Balladeskes ist hier wenig Platz.

Irgendwie scheint das Album den Raveonettes auch als Therapie zu dienen: Der Titel, Achtung: Täterwissen für Neunmalkluge, bezeichnet einen so beliebten wie gefährlichen Surfspot auf Maui/Hawaii, die 27jährige, schwangere Carly Scott kam dort ums Leben und auch Sune Rose Wagner soll an gleicher Stelle mit dem Schrecken davon gekommen sein. Sharin Foo wiederum arbeitet sich an ihrer Vater-Tochter-Beziehung ab („Kill!“), für diese Zwecke holen die beiden dann noch mal kurz den Industrialhammer aus dem Keller, da mutieren die sonst so gemäßigt pluckernden Drumbeats zu mächtigem Gewummer und der Zuhörer wird nach allen Regeln der Kunst verhauen – prima! Ansonsten haben wieder die dicken Bassläufe das Sagen, auch wenn sich mal ein Piano oder eine Harfe (!) ins Klangbild verirren. Es ist schon komisch mit den zweien: Was sie zuvor verbocken, bügeln sie ein, zwei Jahre später wieder aus. Kein Grund also für zu viel Überschwang, ein vorsichtiges Lob ist aber trotzdem angebracht. mapambulo:blog
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am 23. Februar 2015
Wie ich finde, eine wirklich tolle Endeckung. Nicht unbedingt mainstream.
Lohnt sich auf jeden Fall, also reinhören! la la la
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