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Kundenrezensionen

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am 21. Mai 2014
...dass IQ ihr neues Werk nicht grundsätzlich als Doppel-CD veröffentlichen.

Die 5 Stücke der Haupt-CD sind IQ-Musik, wie man sie von früheren Alben der Band gewohnt ist:
flächige Keyboardsounds und Mike Holmes unverwechselbares Gitarrenspiel.Wenn etwas das übliche IQ-Schema
verläßt, dann ist es der Longtrack "Without Walls", der viele Wendungen und gegen Ende eine Art Kakophonie
bereit hält.
Ich möchte nicht missverstanden werden: diese CD bietet über 53 Minuten allerbesten Neoprog, aber die großen
Überraschungen fehlen.
Die liefert dann die Bonus-CD: hier brechen die Songstrukturen aus dem üblichen IQ-Strickmuster aus.
Die Keyboards haben mal eine andere Färbung, klingen "moderner". Akustische Gitarren und Kentucky Mandoline
kommen zum Einsatz. Einzelne Passagen sind druckvoller und härter als gewohnt. Insgesamt gefallen mir die 6 Stücke
mit 49 Minuten Spielzeit besser als CD1, weil es abwechslungsreicher zugeht.
Wer IQ näher kennt, weiß, dass die Männer mit viel "british sense of humour" ausgestattet sind. Der kommt m.E. im Track
"Ten Million Demons" zum Vorschein: man achte auf die musikalischen Anspielungen (Status Quo, Chicory Tip).
Tschaikowskys Ouvertüre Solennelle 1812 wird im Instrumental Ouvertüre 1312 verwertet. Genial.

Vielleicht soll diese zweite CD eine Art Versuchsballon der Band sein, die zukünftige musikalische Richtung vorzugeben
und man traut sich zunächst nur, dies mit Bonusstücken zu verkaufen.

Für meinen Geschmack haben Sie damit allerdings ins Schwarze getroffen und rate deshalb zum Kauf der Doppel-CD-Ausgabe.

Noch ein Wort zum Personal - gegenüber dem letzten Studioalbum "Frequency" gab es 3 Veränderungen: die Ehemaligen Paul Cook und Tim Esau sind an Drums und Bass zurück, Neil Durant bedient nun die Keyboards. Besonders Esaus Bass fällt mir
gegenüber früheren IQ-Produktionen positiv auf.
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Die britische Neo-Prog-Legende IQ hat uns schon wieder rund fünf Jahre warten lassen (ja, Frequency ist schon so alt!), bis ein neues Studio-Album veröffentlicht wird. Es gab auch schon wieder ein Line-Up-Wechsel, dieses Mal hat es wieder den Keyboarder getroffen. Es ist jetzt ein gewisser Neil Durant am Start, der allerdings von Vorgänger Mark Westworth empfohlen wurde (und seine Sache richtig gut macht ... man könnte glauben Herr Orford wäre wieder dabei) und John Jowitt ist mal wieder weg und wurde durch ... man höre und staune ... Tim Esau ersetzt, der ja in früheren Jahren schon mal bei IQ war.

Im Gegensatz zu 'Frequency' (eher langweilig und nichts neues) ist 'The Road Of Bones eine eindeutige Steigerung. Klar klingen IQ immer noch voll nach IQ, was schon alleine am Gesang von Peter Nicholls liegt, der einfach unverwechselbar ist, aber insgesamt sind IQ einen Tacken härter geworden, was der Musik einfach nur gut tut. Alleine der Opener ‘From The Outside In’ haut einfach voll rein und ist bombastisch, episch, dramatisch. Auch der Title-Track hat ein richtig dramatisch-bombastisches Ende. Hier geht es um einen Killer und ‘The Road Of Bones’ ist die Straße, auf der seine Toten liegen. Heftig aber richtig gut.
Ich möchte ‘The Road Of Bones’ fast auf eine Stufe mit ‘Subterranea’, meiner absoluten Lieblings-IQ-CD stellen. Richtig cool, modern und irgendwie ‘anders’.

Es lohnt sich aber der Kauf der limitierten Doppel-CD. Denn entgegen der sonst obligatorisch eingepackten Live-CD oder Demo-Scheiße gibt es nochmal 6 neue Songs mit 50 Minuten Spielzeit, die fast genauso gut sind als die Songs der Original-CD, nur noch (für IQ-Verhältnisse) ein bißchen experimenteller. Muss man haben!
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am 24. August 2014
Ich habe mir jetzt mal so richtig Zeit gelassen mit einer Bewertung, wobei ich das Wort Bewertung hier schon fast unangebracht empfinde. Eigentlich ist das, was mir bei der neuen IQ einfällt, eher eine Huldigung für ein musikalisches Werk, was in der heutigen Zeit wirklich Seltenheitswert hat. Ich habe mir the Road of Bones als Special Edition besorgt und mich von Anfang an mit der Frage beschäftigt, warum IQ das gesamte Werk nicht grundsätzlich als Doppelalbum herausgegeben hat. Ansich kann man darüber nur spekulieren, jedoch lassen sich, wie von anderen schon vielfach beschrieben, deutliche Unterschiede zwischen CD 1 und CD 2 feststellen. Dabei sind es deutliche musikalische Unterschiede und keine Qualitätsunterschiede. Die Songs auf CD 2 wirken manchmal etwas roher und weniger ausgefeilt und man fragt sich ob das Instrumental 1312 Overture ein ursprünglich geplanter Album- bzw. Songauftakt gewesen ist.
Sei es drum, insgesamt wirkt CD 1 etwas runder und mehr wie aus einem Guss, andererseits aber auch weniger experimentell. Trotzdem ist es auch so, dass mich der 19minüter Without Walls wieder richtig überzeugt, so dicht ist die Atmosphäre und der Spannungsbogen dieses Songs. Ich bin da mittlerweile oft skeptisch bei den Longtracks, weil man oft glaubt, alles schon einmal gehört zu haben. Auf Frequency und Dark Matter war das der Fall, obwohl ich beide Alben sehr schätze. Das lag daran, dass man Supper's Ready Elemente gerne verwandte, was den Songs dann eine gewisse Eigenständigkeit nahm. Ganz anders auf the Road of Bones, obwohl auch an dieser Stelle gesagt werden muss, dass es musikalische Zitate in ausreichender Menge gibt. Aber hier auf dem vorliegenden Werk sind es nicht nur Zitate von den großen Proghelden, sondern weit gestreut aus der Rockmusik allgemein, wie z.B.Deep Purple in Until the End.

Deep Purple ist ein weiterer Fingerzeig, insgesamt herrscht eine etwas härtere Gangart in den Songs vor, ohne aber jetzt dem Metal Konkurrenz machen zu wollen. Daher verbieten sich Vergleiche mit Dream Theater zumindestens bis zu einem gewissen Maß. Aber diese etwas härtere Gangart wie auch sehr deutlich erkennbar im Albumauftakt From the Outside in zeigen dann auch wieder die weitere Fortentwicklung bei IQ, obwohl sie bis auf den Keyboarder wieder in ihrer Urbesetzung spielen. Der neue Keyboarder Neil Durant schafft es, in den Klangteppichen die stärkere Aggression weiter zu transportieren und bietet damit einen Kontrast zum langjährigen IQ-Mitglied Martin Orford, der den Sound der Band entscheident geprägt hatte, aber nun auch seit zwei Alben nicht mehr dabei ist.

Auf der CD 2 wirkt die Band etwas experimenteller durch leicht schrägere Sounds wie die Einleitungen von Knucklehead und Constellations zeigen oder aber auch die Elemente aus der Klassik in 1312 Overture. Selbst ein eingängiger Rockstampfer wie Ten Million Demons passt dann perfekt ins Bild. Das instrumentale Ende von Hardcore ist dann ein abschließender Höhepunkt.

Es ist immer noch ein Graus, dass IQ von ihrer Musik nicht leben können. Alle Musiker haben neben der Musik noch zusätzliche Berufe. Angesichts der musikalischen Qualität ist das vollkommen unverdient. Sicher es ist kein Pop, Mainstream, Schlager oder womit man in der Musik sonst noch reich werden kann, aber es ist große Musik und Kunst und sie hätten es wirklich verdient, damit wenigstens ein Auskommen erzielen zu können. Das mit den zusätzlichen Berufen weiß ich aus einem Interview mit Peter Nichollls, welches aber einige Jahre zurückliegt. Ob sich da bis heute was verbessert hat, entzieht sich meiner Kenntnis. Wenn man jedoch den Gründen Glauben schenkt, wonach Martin Orford sich aus der Musikszene weitgehend verabschiedete, weil der Respekt für die Musiker und ihre Werke durch die Internetpiraterie auf dem Tiefpunkt angekommen war, mag ich nicht an eine Verbesserung glauben.

Ich gehe davon aus, dass IQ sich gegen ein Doppelalbum entschieden haben, weil es in sich nicht ganz geschlossen scheint, so wie das bei Subterrania gewesen ist. The Road of Bones ist aber in der Special Edition neben Subterrania und Ever aus meiner Sicht ihr drittes Meisterwerk geworden. Angesichts des gesamten Backkatalogs von gerade einmal einer zweistelligen Anzahl von Studioalben eine beachtliche Leistung.
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TOP 1000 REZENSENTam 1. Juli 2015
Einleitend gleich ein wichtiger Hinweis:
Das 2014 auf dem eigenen GEP-Label erschienene Album "The Road Of Bones" der britischen Kult-Neo-Progger ist als CD auch als Limited Edition erhältlich.
Und wer verständlicherweise Interesse an der Musik hat,sollte unbedingt zu dieser Edition greifen,da das Bonusmaterial auf der zweiten CD von hoher Qualität und mehr als interessant ist.
Es handelt sich um Material,das zeitgleich erarbeitet und eingespielt wurde,konzeptbedingt aber lt.Band nicht so recht ins Album paßte.
Da das Material aber zu schade für`s Archiv war,wurde es als Zusatzmaterial dazugegeben.
Wer auch noch auf audiophilen Klang Wert legt,ist mit der Vinyl-Edition noch mal besser bedient.
Entgegen meiner Erwartung liegt auf dieser Edition nämlich auch das Bonusmaterial vor (es sind drei Scheiben).
Hier verfügt die Musik auch über eine anständige Dynamik;der Klang wirkt,unabhängig von Systemfragen (Vinyl/CD),freier,luftiger,räumlicher,klarer,weicher.
Im Vergleich zur Vinyl-Ausgabe wurde beim Mastering für CD die Dynamik geradezu massakriert und dazu hoch ausgesteuert (Loudness War).

Was die Musik angeht,war eine gewisse Anspannung in der Erwartungshaltung vorhanden,da Martin Orford die Band und das ganze Musikbusiness verlassen hatte.
Zwar war auch Bassist John Jowitt gegangen,dieser wurde aber durch Tim Esau aus alten IQ-Zeiten adäquat ersetzt.
Martin Orford wird jedoch ein wichtiger Beitrag zur Kompositionsarbeit und bei den Arrangements für die Musik der Band zugeschrieben,sodaß man auf die Qualität der Musik und eventuelle Änderungen in der Ausrichtung gespannt sein durfte.
Bisher hatten IQ sich,mit Ausnahme der flachen Alben mit Peter Menel am Micro,gegenüber stilistischen Veränderungen als recht resistent erwiesen.
Und auch hier kann man Entwarnung geben.
Auch der neue Mann an den Tasten,Neil Durant, weiß,wie man fette Sounds erzeugt,die gewohnt gute Musik,die auch wieder Spannungsbögen,Emotion und Klasse zu bieten hat,mit den passenden Klangwolken unterlegt.
Auch auf "The Road Of Bones" spielen die Musiker wieder mal "mannschaftsdienlich",es schiebt sich also niemand mit akrobatischen Soli in den Vordergrund;sämtliche Tracks bilden ein harmonisches Ganzes,bei dem es stets um das Eintauchen in Gefühle geht.
Daß Mike Holmes qualitativ das Zeug zum dominanten Frontmann mit Gitarre hätte,deutet er aber durchaus an.
Auch Paul Cook liefert die gewohnt ansprechende,nie selbstdarstellerische Leistung ab,während Peter Nicholls mit der gewohnt androgyn,teils etwas naiv-infantil wirkenden Stimme mit quäkendem Einschlag der Musik seinen Stempel aufdrückt.
Eine düstere Stimmung,ein wohliger,satter,voluminöser Klang,das Zelebrieren des Neo-Prog mit vielen Zitaten an die alten Helden des Art-/Prog-Rocks,ohne dabei nur anzukupfern..."The Road Of Bones" ist ein typisches IQ-Album geworden.
Befürchtungen wegen des Personalwechsels haben sich nicht bewahrheitet.
Wer allerdings zu denen gehört,die von einer Band Fortschritt und neue Elemente in der Musik erwarten,liegt bei IQ,auch hier wieder,falsch.
Die Band zieht ihren Stil weiterhin konsequent durch;und solange sie das auf diesem Niveau macht,habe ich damit kein Problem.
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am 6. Februar 2016
Nun, wer die britischen Neoprogger kennt, besitzt dieses Doppelalbum sicher schon. Nach dem aktuellen begeisterungswürdigen Live-Act von IQ musste ich mir die aktuelle Scheibe einfach kaufen. Und ich wurde nicht enttäuscht. Abgesehen von Nicols manchmal nervigem Gesang hat der Rest der Band ein absolut professionelles z.T. bombastartiges Rockalbum abgeliefert. Keine Proband bekommt die Rhythmus- und Themenwechsel innerhalb eines Songs so gut hin, wie die IQler, besonders Michael Holms an den Saiten überzeugt rundherum.
Weiter so!!!
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am 9. Mai 2014
Auch nach dem 5. Durchhören des Doppel-Albums (unbedingt dieses Format kaufen, da die zweite CD 6 weitere neue Songs mit einer Laufzeit von 49 Minuten enthält!) bleib ich einfach nur sprachlos zurück!
Meine hohen Erwartungen als großer IQ-Fan wurden mit dem neuen Liedern sogar noch übertroffen.

Hier passt einfach alles: Perfekte Verpackung, angefangen mit dem tollen Cover, bis hin zu dem sehr schönen Booklet mit Texten (darauf lege ich viel Wert, mich nerven immer diese billigen Pappschubber, wo die CD seitlich reingeschoben wird und die dann oft auch keine Texte enthalten - da braucht man sich dann nicht wundern, wenn Leute Songs nur über MP3 runterladen).

Das Wichtigste ist aber natürlich die Musik und die ist einfach ausgedrückt überragend! IQ sind für mich die Speerspitze des "melodiösen und eingängigen (Neo)Prog-Rocks". Nur hin und wieder wird mal kurz "gefrickelt", was ich sehr gut finde.
Sie zeigen der Konkurrenz wo der Hammer hängt.
Neben der erneut überragenden Produktion findet der Fan auf den beiden CD's alles für was die Band seit Jahren steht, wobei IQ auch nicht vor Neuerungen zurückschrecken. So sind z.B. jeweils die beiden Eröffnungsstücke "From The Outside In" und "Knucklehead" sowie "Overture" für IQ-Verhältnisse etwas härter als gewohnt ausgefallen, was der Band aber sehr gut zu Gesicht steht.
Auch die gewohnten Longtracks dürfen natürlich nicht fehlen. Hier wird der Fan mit "Without Walls" (fast 20 Minuten), "Until The End", "Constellations" und "Hardcore" (überragendes gänsehauterzeugendes Instrumentalende) vorzüglich bedient. Diese Songs werden auch nie langweilig, ruhige und flotte Passagen wechseln sich in bekannter Manier bestens ab.
Und mit "Oceans" und "Fall And Rise" enthalten die beiden CD's mal wieder zwei sehr, sehr schöne Balladen.
Der Titelsong gehört mit seinem ruhigen düsteren Anfang und der stetigen Steigerung definitiv zu den besten Liedern, die die Band jemals geschrieben hat.
Der Gesang, die Gitarrensolos und die Keyboardmelodien sind einfach nur vom Feinsten.

IQ haben im Jahr 2014 die Messlatte für alle anderen Prog-Bands definitiv unerreichbar hoch gelegt.
Besser geht's aus meiner Sicht nämlich nicht mehr. Da wartet man gerne 5 Jahre auf eine neue Veröffentlichung, wenn dann sowas dabei rauskommt. Ein Doppel-Album für die Ewigkeit!
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am 16. Dezember 2015
....brachte mich zu dieser Gruppe. Ich kann nur sagen wow....... echte Musiker, echte Musik. Nicht das typische Intro, Strophe, Refrain, Strophe, Refrain, Outro Gesülze aus den Charts. Musik die man nach mehrmaligen Hören immer noch neu entdecken kann. TOLL
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am 25. September 2014
Einmal mehr bestätigt sich IQ mit dieser Scheibe als genialer Lieferant der besten Antidepressiva auf dem Markt. Diese Musik legt sich wie ein Filter zwischen dich und das Dreckige, Miese, Böse und Gemeine dieser Welt da draussen ...
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am 7. Mai 2014
Aschaffenburg. Colos-Saal. IQ geben eines ihrer raren Konzerte. Das Publikum scheint aus halb Europa angereist zu sein, um den Brit-Proggern zu huldigen. Aber hier geht es um mehr als Musik. Es geht um eine gemeinsame Leidenschaft - teils besiegelt in einem kulturellen Generationenvertrag. Denn einige Väter haben ihre Söhne mitgebracht - und gemeinsam ist der teils verklärte, teils klare Blick nach vorne gerichtet, wo IQ sich doch tatsächlich trauen, einen Großteil ihres neuen Albums "The Road of Bones" zu präsentieren. Respekt! Sowas machen Yes seit "The Ladder" von 1999 nicht mehr - einige werden sagen: Gott sei Dank! Aber das ist off-topic...

IQ sind jedoch nicht Yes, sie sind klassisch-traditionell, aber dennoch am Puls der Zeit. Mit dem Titelstück wandeln sie auf Steven Wilsons Pfaden, beweisen aber nicht zuletzt dank Peter Nicholls exzentrischer Gesangs-Performance und Darstellung als gummibehandschuhter Mörder dennoch sehr viel Eigenständigkeit. Dann steht er plötzlich im Raum: der obligatorische Long-Long-Song "Without Walls". Mit sehr viel Ambient geht er los, Drummachine-Klänge geben den Takt vor, Keyboarder Neil Durant beweist Sinn für Stimmung. Alles klingt neu - und doch vertraut. Das ist seltsam - und das ist gut so! Dann brechen einige, vielleicht zu viele Wechsel über das Publikum herein. Schließlich kommt "Gates of Delirium"-Stimmung auf, aber es ist eben nicht "Gates of Delirium". Wall of Sound, Krach, aber kein Brei. Dann die Erlösung, schließlich das triumphale Finale. Viele Besucher erscheinen verwirrt, aber der Begeisterung tut das keinen Abbruch. Welche Band kann ein Publikum mit einem bis dato unbekannten 20-Minüter dieses Kalibers gefangen nehmen? IQ können's.

Alles gut in Aschaffenburg - und quasi als dritte Zugabe darf der geneigte Zuschauer die neue CD mit nach Hause nehmen - natürlich als Special-Doppel-CD zum fairen Preis und Wochen vor dem offiziellen Veröffentlichungstermin. Zuhause festigen sich die positiven Konzerteindrücke. Die zweite CD ist alles andere als die klassische Zugabe mit B-Material. Alle Stücke hier hätten es locker auf die "Haupt"-Scheibe schaffen können. Besonders "Knucklehead" weiß mit Progmetal-Anleihen zu überzeugen. Damit werden so einige Traditionalisten ihre Headbang-Kopfschmerzen haben - wunderbar.

Mike Holmes hat der Knochenstraße einen modernen, amtlichen, fetten und harten Sound verpasst. Die Produktion ist nicht im Autopilot auf "laut" getrimmt, sondern nur wenn die Kompositionen es erfordern - und das ist für IQ-Verhältnisse hier öfters mal der Fall. Etwas mehr generelle Dynamik und Luftigkeit im Mix wären schon ok gewesen, aber so passt es auch. Haben IQ hier ihr Meisterwerk abgeliefert? Vielleicht, aber auf jeden Fall haben sie es in ihrer eigene Top-3 geschafft.
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am 13. Dezember 2014
Hier haben wir also die nächste "Leit-Diskussion"" im progressiven Bereich, nach der Argumentationsschlacht um "Sagacity" im Frühsommer. Ging es bei Sagas jüngstem Output schlicht und einfach um die Frage, ob die Kanadier einen geglückten Sound-Relaunch hinbekommen oder vielleicht doch nicht mehr alle Tassen im Schrank haben, heißt bei "The Road of Bones" von IQ die Frage: Ist CD1 oder CD2 besser gelungen? Solche Rote-Faden-Fragen quer durch die Rezensionen machen einfach Spaß und meine subjektive Antwort in diesem Falle ist: Ganz klar CD1. Nicht etwa, weil CD2 in der Doppelalbum-Version ohnehin "nur" als Bonus gedacht ist, sondern weil sich auf der ersten Scheibe insgesamt die besseren Kompositonen versammeln. Und das gilt auch dann, wenn man den Stücken auf der zweiten CD zugestehen muss, dass sie für IQ-Verhältnisse hier und da etwas experimenteller klingen und manchmal(!) etwas ungewöhnlicher klingen. Denn lässt man die analytische Herangehensweise mal weg, dann schlägt mein Emo-Pendel deutlich für zwei Songs auf CD1 aus: Vorneweg reißt mich der 12-Minüter "Until the end" schlicht vom Hocker. Über sechs Minuten lang steigert sich der Song eher dramatisch-klassisch, baut netterweise ein paar zeitgemäße Soundgimmicks ein - um dann unverhofft, aber verdammt gekonnt, optimistisch-melodisch Vollgas zu geben. Für mich die schönsten drei Musikminuten des Jahres. Ok, das ruhige Piano-Gitarren-Outro bremst zunächst etwas aus, gehört in seiner Schönheit aber einfach dazu.

Platz zwei: "Ocean". Waaas, die Ballade? Ja, wenn es denn eine wäre. Diese außergewöhnliche Mixtur aus schwelgerischer Melodik, Mega-Chorus und dem vertrackt-nervös reinknallenden Schlagzeug zieht jedesmal an meinen Nackenhaaren. Nachfolgend kloppen sich "Without Walls", stolze 19komma16 Minuten lang und der dritte Longtrack, das sauschöne "Constellations" von CD2 um Platz drei, mit leichten Vorteilen für "Constellations". Über "Without Walls" ist schon viel geschrieben worden, die meisten Rezensenten geben ihm die Krone. Es ist aber in meinen Ohren konventioneller, zwei, drei Ticks zu lang und weniger leichtfüßig als "Constellations". Geschmackssache. Wo wir bei den langen Dingern sind: Da muss sich der letzte Song auf der zweiten Scheibe, "Hardcore", mit fast 11 Minuten auch nicht verstecken. Für mich schwächelt er aber gerade im Finale ein wenig. Das klingt zwar, als wenn sich die Pink Floyd der Mittsiebziger mal für einige Takte mit den Genesis der späten Siebziger zusammengetan hätten, ist aber eher Softcore.

Schnitt - jetzt sind auf diesem Mammutwerk immer noch sechs besprechungswürdige Tracks enthalten. Das ist das Tolle an "TROB", man kann sie immer wieder und endlos hören, ohne dass sie langweilig wird. Ob das atmosphärisch-zwingende Titelstück, das leicht böse "Knucklehead", das "rushige" Instrumental "1312 Overtüre" oder das erholsame "Fall and Rise": Es gibt keinen Ausreißer, andere Bands könnten von der Klang- und Melodienfülle des Albums halbe oder ganze Karrieren bestreiten. Für mich das beste IQ-Werk seit dem 93er "Ever", vielleicht sogar das Beste. Die Produktion ist zwar dicht, aber nie mulmig, und insbesondere der Sound von Bass und Drums haben es mir angetan. Einzig beim Gesang müssen leichte Abstriche gemacht werden. Peter Nicholls variiert etwas wenig. Und ab und zu mal ein Satzgesang oder zwei, drei ineimander greifende Vocal-Linien wären ganz schön gewesen. Die fünf Sterne bringt das aber überhaupt nicht in Gefahr.
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