holidaypacklist Hier klicken BildBestseller Cloud Drive Photos TomTom-Flyout Learn More Samsung AddWash Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic GC FS16

Kundenrezensionen

3,8 von 5 Sternen6
3,8 von 5 Sternen
5 Sterne
2
4 Sterne
3
3 Sterne
0
2 Sterne
0
1 Stern
1
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 11. Mai 2014
Deutschland ist eine Postdemokratie geworden. Wer das bislang noch nicht sehen wollte, dürfte nach der Lektüre von Thomas Rietzschels Buch keine Zweifel mehr haben. Wir haben ein politisches System, das keine Demokratie mehr ist, weil diese von den Parteien geplündert wurde. Die Politikelite lässt sich alle vier oder fünf Jahre einen Freifahrschein für politisches Handeln ausstellen und macht dann was sie will. Als Gegenleistung erhalten die Bürger, zumindest die meisten, materielle Sicherheit – das sind einige der Kernaussagen des Buches.

Thomas Rietzschel nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn er die politischen Missstände in Deutschland anprangert, allen voran Geldverschwendung, Missachtung des Bürgerwillens und die Selbstgefälligkeit der politischen Elite. Diese fühlt sich als unser Vormund, der die Aufgabe hat, „der arbeitenden Masse zu ihrem Glück zu verhelfen.“ (S. 43). Dabei gibt sie oftmals verantwortungslos das Geld aus, das sie den Menschen durch die Steuern aus der Tasche zieht. Direkt rechtfertigen muss sich ja kein Politiker und auch die Wahlen sind kein wirksamer Sanktionsmechanismus, weil die systemtragenden Parteien ein Meinungskartell bilden. Selbst ein Großflughafen, der Jahre später fertig werden wird als ursprünglich geplant, hat keine Konsequenzen.

„Geplünderte Demokratie“ ist eine detaillierte Beschreibung der postdemokratischen Verhältnisse in Deutschland. Aber es erklärt diese Verhältnisse vor allem aus dem Wechselspiel zwischen Bürgern und Politikern, in dem Wählerstimmen gegen materielle Sicherheit getauscht werden. Auf die treibenden Kräfte dieses Wechselspiel geht Thomas Rietzschel nur am Rande ein. Wer das Buch „Postdemokratie“ von Colin Crouch kennt, kann seine eigenen Verbindungslinien zwischen den dort angeführten Ursachen für den Übergang zur Postdemokratie und der Beschreibung des politischen Systems in „Geplünderte Demokratie“ ziehen. Aber diese Verbindungen herauszuarbeiten wäre Aufgabe des Autors gewesen und nicht des Lesers. Ärgerlich ist auch das Fehlen von Quellenangaben, selbst die wörtlichen Zitate sind nicht belegt, so wie das in guten Sachbüchern noch üblich ist. Wegen dieser beiden Minuspunkte gibt es von mir vier Sterne. Dennoch ist das Buch insgesamt höchst lesenswert.
0Kommentar|8 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 3. Juni 2014
Sehr interessant, informativ, sollte sich jeder politisch interessierte Mitbürger, aber auch alle anderen, zugänglich machen.
Unglaublich, was hier alles ans Tageslicht kommt!!!
0Kommentar|3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 11. Mai 2014
Das buch bringt es auf den punkt. Es ist schlecht um die demokratie bestellt, allerdings ist auch der demokratisch ungebildete wähler in der pflicht, sich zu wehren....nicht unbedingt immer als revolutionär.

Der autor punktet mit guten recherchen über noch so unfähige politiker versäumt es allerdings auch die gegenseite engangierter bürger, die politik von unten beleben zu beleuchten. Vielleicht würde das auch den rahmend des buches sprengen. Als bürger in der schweiz weis ich nur zu gut, dass direkte demokratie auch verpflichtung bedeutet, sich mit dem system auseinanderzusetzen und ggf. Auch widerstand zu geben.
0Kommentar|3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 15. März 2014
Mit Recht kritisiert Rietzschel unsere Parteiendemokratie, wonach eine abgehobene politische Kaste
nur mehr im Interesse ihres eigenen Machterhalts agiert und dabei zunehmend die Interessen seiner Bürger aus dem Auge verliert.

Mit verschiedenen Attributen differenziert er den Begriff Demokratie und schrieb über „geschenkte, höfische, autoritäre, marktkonforme, geplünderte und wehrhafte“ Demokratie und beruft sich mehrmals auch auf den klassischen Lehrmeister der Demokratie, Tocqueville (19.Jh), in dessen Augen der Adel abgewirtschaftet hat und zum teuersten Kostgänger der Gesellschaft geworden ist. Ein neues, aufgeklärtes Bürgertum wurde Träger einer neuen, gebildeten und innovationsfreundlichen Schicht im Ggs. zur innovationsfeindlichen Feudalherrschaft.

Der Autor kritisiert mit Recht den heute wieder eingetretenen Bildungsverlust in einer Konsumgesellschaft, wo das „cogito, ergo sum“ von einem „shopping, ergo sum“ abgelöst wurde und fehlende Bildung macht anfällig für populistische Parteien und destabilisiert die Demokratie. Aus einem heute lethargischen Bourgeois solle künftig wieder ein couragierter Citoyen mit Bildung und gelebten Werten werden.

Unsere moderne, marktkonforme Demokratie ist einerseits mit einem durch die Wohlstandsgesellschaft mit Lethargie befallenen Bürgertum und andererseits durch ein abgehobenes Parteienkartell gekennzeichnet, dem es nur um seinen Selbsterhalt und Machterhalt geht. Der Bürger hat deswegen mit seinem Stimmverhalten nur wenig bis keinen Einfluss.

Parteienkonvergenz führte dazu, dass sie alle in ihrem politischen Kartell gegen ihre Bürger zusammenhalten. Das Volk darf zusehen und dann für die Schäden, wie dzt. bei uns in Österreich anlässlich des Hypo-Debakels (18 Mrd.! Badbank) aufkommen, eine geordnete Insolvenzlösung wurde politisch verhindert und ebenso ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss.

Robert Menasse (Buch: „Europäischer Landbote“) liebäugelt mit seiner EU-freundlichen Attitüde für einen „josephinischen EU-Zentralismus“ besetzt mit einem hoch qualifizierten Beamtenstab (Kommissare). Ich meine, die Zukunft soll uns jedoch nicht wieder in eine aufgeklärte Monarchie führen.

Was mich an Rietzschel stört, ist einerseits seine EU-averse Haltung trotz aller berechtigten Kritikpunkte, wie zB. Äußerungen von Junker: „Wenn es ernst wird, muss man lügen“ .

Wir wollen doch nicht wieder aufkeimenden Nationalismen Vorschub leisten und damit ein großes Friedensprojekt zerstören. Andererseits habe ich beim Autor (= EX-FAZ Journalist) einen teilweise destruktiven wenig optimistischen Stil geortet, der auf ein größeres Frustrationspotential schließen lässt.

Der Autor erblickt im Aufstand der Bürger eine Chance gegen das die Demokratie „ausplündernde“ politische Kartell durch Wutbürger/Stuttgart-Beispiel, Occupybewegung, Piraten, etc...

Nur außerhalb der Parteien ist ein Transformationsprozess denkbar von einer nicht gewachsenen, geschenkten Demokratie (Dtschl.u.Österr. nach dem 2. Weltkrieg) zu einer „wehrhaften“!!! Demokratie (Vorbild GB, USA). Sein Glaube in Gottes Ohr, sagen katholische Österreicher:).

Die NZZ geht von einer Vorbildwirkung unserer westl. Demokratie aus:
Die Bewahrung der freiheitlichen Ordnung ist das Einzige, was dem Westen weltpolitische Bedeutung in der Zukunft sichern kann. Sobald die Asiaten im materiellen Lebensstandard aufgeschlossen haben, werden sie sich an unserer freiheitlichen Ordnung orientieren wollen. Da könnten wir der Welt etwas vormachen. Nicht über die Postdemokratie müssen wir nachdenken, sondern über das, was nach der Konsumgesellschaft kommt, was es zu bewahren gilt, damit man uns weiterhin ernst nimmt, wir nicht ganz und gar an den Rand der Weltgeschichte gedrängt werden.
22 Kommentare|16 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 3. September 2014
Geplünderte Demokratie. Gute Zustand, schnelle Lieferung. Kaum zu glauben, wie langes man an dieser Bewertung sitzt. Tolles Buch, mäßige Erhaltung jedoch preiswert. Kaum zu glauben, wie langes man an dieser Bewertung sitzt.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 24. Juni 2014
Über nahezu das ganze Buch hinweg wird über unfähige Politiker und die undemokratische EU lamentiert und sowieso Schuld an Allem sei der Euro.
Irgendwo dazwischen erfährt man dass sich der Autor Politiker mit humanistischer Bildung wünscht, die das in kleine überschaubare Länder aufgeteilte Europa regieren. In diesen Ländern sollen die Bürger über Volksabtimmungen und anderen basisdemokratischen Errungenschaften mitregieren und nachdem der Euro ja abgeschafft gehört, am besten auch jedes Land eine eigene Währung haben, dann wird alles wieder gut.
Kurzum, ein neues Biedermeier wünscht er sich, der Herr Thomas Rietzschel
Dass Dinge in Europa verändert werden müssen steht auch für mich außer Zweifel. Diese Änderungen müssen aber vorwärtsgewandt und positiv und nicht regressiv sein.

Wie Politiker immer schon agiert haben zeigt Christopher Clark in den Schlafwandlern sehr deutlich, da geht es immer nur um die eigenen Befindlichkeiten, Sympathien und Antipathien und Egotrips. Nur ganz selten ging und geht es um die Sache. Das ist also kein Phänomen unserer Zeit.

Ganz Nebenbei gesagt, dass die Länder Europas so wie sie heute sind nicht zusammen passen würden ist eine Behauptung die neben dem Autor auch alle Vertreter nationalistischer europäischer Parteien konstatieren und einem Kleingeist entspringen der diese Leute nicht über den Tellerrand blicken lässt. Immerhin haben die Europäer eine gemeinsame Geschichte und sind auf diese Weise tausendfach verflochten.
Auch von außen werden diese Länder als Europa wahrgenommen, als Einheit, schon längst bevor es die EU überhaupt gab.
Ein weiterer Punkt der nicht nur in diesem Buch aufgeworfen wird, ist die Gleichmacherei durch die überall geltenden gleichen Gesetzte, man möchte doch die Eigenheiten der Regionen behalten.
Wenn überall die gleichen Mode- Fress- Einrichtungs- Baumarkt- etc -ketten ihre Waren verkaufen dann führt das eben dazu dass sich alle angleichen. In den Kinos gibt’s die gleichen Filme und im Fernsehen die gleichen Shows und Weltmeisterschaften. Diese Entwicklung ist ja wohl nur zu einem geringen Teil der EU Verwaltung anzulasten.

Von mir bekommt das Buch nur einen Stern denn ich finde nur Wut aufs Papier zu bringen reicht nicht um ein gutes Buch zu schreiben, ganz abgesehen von der gewissen Sympathie die für AfD und Gauweiler aufgebracht wird.

Möglicherweise steckt auch das Kalkül hinter all dem Zorn, ein Buch zu schreiben dass den Zeitgeist trifft. So kommt mir der Bezug zu Österreich vor. Als wäre das Buch fertig geschrieben worden und um das Marktpotenzial ein wenig zu vergrößern wurde an einigen Stellen an denen es gerade passt die Worte Österreich oder Wien eingefügt.
0Kommentar|5 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Gesponserte Links

  (Was ist das?)