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Konfetti (inkl. Downloadcode) [Vinyl LP] [Vinyl LP]
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43 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Ich weiß, mit Superlativen sollte man vorsichtig und vor allem sparsam umgehen. Und da wohl (zumindest vorerst) jeder, der sich für dieses Album interessiert, sehr wahrscheinlich Kettcar mindestens gut, wenn nicht sogar bedeutend findet, ist meine Überschrift natürlich eine Provokation.
Aber man kommt nicht umhin, ungeachtet der eigenen musikalischen Präferenzen, die ein >besser oder schlechter< objektiv sowieso unmöglich machen, festzustellen, dass Marcus Wiebusch mit "Konfetti" an Vielseitigkeit und Abwechslungsreichtum die vier bisherigen Kettcar-Alben weit überflügelt. Gar nicht nur innerhalb eines Albums, sondern insgesamt. Alle vier Band-Alben zusammen hatten bisher keine so breite stilistische Diversität wie "Konfetti" allein aufwartet. Dass Wiebusch trotz der vielen stilistischen Streifzüge binnen 45 Minuten dennoch ein homogenes und nicht völlig zerfahrenes Album gelungen ist, ist für sich genommen schon ein Kunststück. Die Idee, viele Stile in eine Produktion einfließen zu lassen, ist naheliegend, wenn man vielseitig sein (oder scheinen) will, dass das Ganze aber am Ende nicht klingt wie ein akustischer Flickenteppich, bedarf schon eines Plans, einer konkreten künstlerischen Vorstellung und des Könnens, sie auch umzusetzen.

Die Alben mit Kettcar waren tendenziell entweder laut und forsch und recht klar definierter Indie-Rock, "Du und wieviel von deinen Freunden" und auch "Sylt", dazwischen "Von Spatzen und Dächern..." etwas entspannter und eher zurück gelehnt, und zuletzt "Zwischen den Runden" ganzheitlich sehr ruhig. Mit nun mittlerweile einigem zeitlichen Abstand auch schon zum jüngsten Album, kann ich sagen - und das ist jetzt natürlich absolut subjektiv - dass ich sie nicht nach Beliebtheit oder besser/schlechter-Kriterien ordnen könnte; keines fällt qualitativ aus und versagt, jedes hat Phasen, wo ich es den anderen vorziehe. Vor allem Wiebuschs außergewöhnlich gute Texte waren bei jedem klanglichen Fundament wesentlich. Doch auf "Konfetti" kommt jetzt eine musikalische Spannung hinzu, die mich vermuten lässt, dass mit wieder zwei Jahren Abstand, mir dieses Album insgesamt einen Tick lieber sein wird als die vier anderen. Die Kettcar-Alben halten jedes für sich ihre jeweilige Grundstimmung, "Konfetti" aber fährt mit dem Hörer Schlitten, überrascht von Song zu Song mit Unerwartetem, ist vielschichtig, mutiger und einfach insgesamt spannender. Das werte ich letztlich dann doch als besser, weil mehr Kreativität zugelassen wird (oder überhaupt stattfindet), selbst wenn einem nicht jede klangliche Überraschung auf Anhieb zusagt.

Textlich wird der Mann immer noch besser. Mitte vierzig inzwischen, ist jugendlicher Überschwang vollends immer schon bei ihm vorhandener gedanklicher Tiefe gewichen. Seine Texte waren zwar schon vom ersten Kettcar-Album an mehr als phonetischer Kleister, der die Stimme hauptsächlich zu einem gut klingenden Instrument machen soll, aber seine Wortkraft bändigt inzwischen selbst sperrigste Themen.
In der Theorie liest es sich vermutlich fürchterlich, wenn von einem gut siebenminütigen Song berichtet wird, der die innere Zerrissenheit eines schwulen Fußballprofis, die mitunter schiere Angst davor geoutet zu werden, aber auch die Selbstverständlichkeit der Loyalität von Freunden und das Empfinden einer breiten Öffentlichkeit zum Thema hat. Es gibt Themen, die sind nicht songtexttauglich, jedenfalls nicht, wenn der Song im Ergebnis mehr sein soll, als ein musikalisch garnierter Vortrag. Das mag gemeinhin so sein, und dieses Thema hätte ich absolut in diese Kategorie verfrachtet, aber Wiebusch belehrt eines Besseren. Und wie! "Der Tag wird kommen" ist ein wortgewaltiger Orkan geworden, ein Song der musikalisch packt und mitreißt und dabei wie ein Schnellfeuergewehr die unmissverständliche Botschaft und Hoffnung, die schon mehr eine Prophezeiung ist, dem Hörer entgegenschleudert. Nicht nur ein verdammt gutes, sondern auch ein wichtiges Lied.

Die bereits erwähnte enorme musikalische Diversität der elf Songs auf "Konfetti" zu beschreiben, ist - frei nach: Musik mit Worten zu beschreiben, ist so sinnvoll, wie der Versuch Architektur zu tanzen - beinah unmöglich, denn die Erwähnung von Stichworten wie >Rap< würde garantiert missverstanden werden (Wiebusch macht natürlich nicht den Bushido für Schlaue, trotzdem sprichtsingt er einige Parts) und auch das in Indie-Rock-Kreisen schwer verächtliche Wort >Pop< würde wohl eher abschrecken, als auf die Vorzüge des Albums hinzuweisen und Interesse zu wecken. Grundsätzlich bleibt allein aufgrund seiner markanten Stimme und seiner Art, Worte zu ausdrucksstarken Liedtexten aufzureihen, eine so große Schnittmenge zu den vorangegangenen Kettcar-Alben, dass allzu große Skepsis unnötig ist, so einem diese gefallen haben.

Ich bleibe bei meiner provokanten Frage oben. Die vier Kettcar-Alben waren gut, teilweise wirklich groß, aber das hier, packt noch einiges drauf.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 6. August 2014
Der erste flüchtige Blick aufs Backcover baut gleich Spannung auf: "Nur einmal rächen", "Jede Zeit hat ihre Pest", "Haters Gonna Hate" - klingt nach brutalem Scheiß. Aber dann: "Der Fernsehturm liebt den Mond". Hä?!? Ein Lied, das so heißt, MUSS ich hören!! Doch wie alle starken Löwen widerstehe ich der Versuchung und fange vorne an.
"Off" beginnt mit Piano und Gesang. Beide nehmen sofort mit Wärme und Natürlichkeit gefangen, Wiebuschs Stimme zudem mit einem sympathischen Lispeln bei den ersten Zeilen. Gelassen, oft scheinbar ausdruckslos-mononton und doch eindringlich erzählt er von einer "Ruhe, die mit den Stunden kommt", um sich danach abrupt in eine völlig andere Richtung zu bewegen. Und dann geht es los: Posaune, Trompete, Ironie, sogar ein Waldhorn - und die modellieren über einen flotten Schlagzeugrhythmus eine Melodie, die einem wie ein Blitz in die Beine fährt... Mann!!
Was sofort auffällt, ist die ständig wachsende musikalische und textliche Vielfalt der 11 Lieder, die kaum eine Gruppe in diesem Ausmaß bieten kann, so offen ihre Mitglieder auch sein mögen. Wiebusch selbst drückt es so aus: "Dieses Album wäre niemals mit KETTCAR gegangen, aber es wäre auch niemals entstanden ohne all das, was wir mit KETTCAR erreicht und erlebt haben." Diese zehn Jahre andauernde Geschichte - die übrigens nur unterbrochen und keinesfalls beendet ist - bildete den Ausgangspunkt für Streifzüge nach Überall. Die plant Marcus Wiebusch so akribisch, daß gleich mehrere "perfekte" Songs entstanden sind, wo alle Elemente just fall into place. Beim Quasi-Titelstück "Schwarzes Konfetti" kann ich mein Glück kaum fassen, "sowas" hören zu dürfen! Wer sich diese Traumkomposition unvoreingenommen anhört, der rastet aus - ga-ran-tiert!
Dabei sind die mitreißendsten und spannendsten Songs entweder purer HipHop oder basieren zumindest auf diesem Stil. Wer nun geschockt zurückprallt, wird nach Überwinden der ersten Scheu eine Überraschung erleben. Denn einerseits hat Marcus Wiebusch völlig recht, wenn er sagt: "Ich liebe die Inhaltlichkeit von HipHop, daß man mit einem Text ganze Welten erschaffen kann, weil die Wörter hier den Platz bekommen." Das ist wahr, auch wenn man den Stil nicht mag. Und man mag ihn nicht, weil sich die Künstler in diesem Metier nicht um den Hintergrund kümmern. Arbeit in die umgebenden Töne inventieren, gar Musik zu den Worten komponieren? Das verwässert nur die Message! Marcus Wiebusch ist beides gleich wichtig. Anders wären diese Ohrwürmer am Fließband, aus kindlicher Begeisterung geboren, gar nicht möglich. HipHop für alle, die denken können und wollen und Musik lieben. Einfach nur geil!
"Konfetti" knistert über die vollen 46 Minuten, weil sich der gebürtige Heidelberger mit Hamburger Zungenschlag voll auslebt, dabei in jeder Beziehung unberechenbar ist und in jede Richtung die wildesten Sprünge vollführt. Im Grunde ist es ganz einfach: Weil Wiebusch offen und vielseitig ist, sind es auch seine Songs. Die überfahren einen mit musikalischen Eruptionen, mit Liedern, bei denen die Strophen inhaltlich auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben. Daß trotzdem alles zusammenpaßt, ist das Resultat von außergewöhnlichem Talent - der Wort(spiele)künstler selbst spricht von "Skills" -, harter Arbeit und Leidenschaft in einem funktionierenden Team.
Je eingehender man sich mit "Konfetti" befaßt, um so mehr erkennt man, was für eine grandiose Leistung Marcus Wiebusch und alle Mitwirkenden auf dieser CD vollbracht haben. Und daß sie viel, VIEL mehr hergibt als irgendjemand in einer Kritik unterbringen kann. Allein die Texte... Waaaahnsinn! Oder, um Wiebusch ein letztes Mal zu zitieren: "Ich wollte, daß die Platte funktioniert wie ein Mixtape." Das tut sie, und zwar in mehr als einer Hinsicht und zu 100 Prozent. Die Empfindungen beim Hören ändern sich so oft wie dieser Text über ein phänomenales Album, zu dessen Erwerb man sich immer wieder beglückwünscht.
P.S.: Was ist denn nun mit dem "Fernsehturm"? Eigentlich nichts, bloß pure Poesie mit Cello und Metaphern bis zum Abwinken. Ich werd' irre!
Smiling-Shark.com
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Das war wohl ein glücklicher Moment, ich hatte im Autoradio NJoy an, Studiogast war Marcus Wiebusch und dieser stellte sein neues Album vor. Wer bitte? Noch nie gehört...
Erst hörte ich nur so mit, vielleicht 2 Titel und fand die Musik hörbar. Als der Titel "Der Tag wird kommen" gespielt wurde, da hörte ich mir den Text an und war begeistert. So ein Thema in einen Songtext zu packen, ja es überhaupt anzupacken und daraus noch ein hörbaren Song zu machen , Hut ab.
Nun wollte ich mir den Namen des Musikers merken und den Titel runterladen , kam zu hause an und... alles weg, Brain leer. Was nun?
Bei Amazon gesucht und siehe da, das Album steht schon in den aktuellen Verkaufscharts. Wenn also so viele Leute dieses Album kaufen, dann muss man sich das mal komplett anhören.
Gesagt getan, Titel angespielt und ...gekauft!
Nachdem ich das komplette Album angehört habe muss ich sagen, grandios. Recht textlastig aber mit super Melodie.
Wie schon geschrieben, textlich ist "Der Tag wird kommen" der Hammer, ein aktuelles Thema behandelnd und wirklich absolut realistisch. " Wir waren eine Gang" finde ich durch den Einsatz der Blasinstrumente sehr gelungen und sehr passend zum Text.
Weiter hervorheben möchte ich "Der Fernsehturm liebt den Mond" aufgrund der frischen Melodie, " Das Böse besiegen"
ach was solls , das Album ist grandios, fantastischer Sound gepaart mit sinnigen Texten...

Leute hört es Euch an und entscheidet selbst.

Für mich der absolute Hammer und ... ich hatte vorher nie was von Marcus Wiebusch gehört.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 21. April 2014
Ich muss zugeben, ich hatte ein wenig Angst vor diesem Album.
kettcar sind für mich eine ganz besondere Band und da ich zur vielleicht jüngeren kettcar Hörer Generation gehöre, kannte ich Marcus Wiebusch nicht in seiner ...But Alive Zeit vor der Band, die ich so zu lieben gelernt habe, mit der ich mich durchs Erwachsenwerden geboxt habe und es vielleicht immer noch tue.

Als ich dann erste Rezensionen sah und Dinge wie "Sprechgesang" las, da dachte ich: Was, wenn ich plötzlich feststelle, dass ich dieses Album nicht mögen werde? Wenn es so wird wie bei Tomte, die Band so großartig und die Sänger-Soloauskopplung irgendwie nicht mehr? Wenn das Ganze auch ein bisschen den kettcar Zauber kaputtmacht?

Konfetti hat mich derart positiv überrascht, dass ich beim ersten Mal hören mit dem Songbook und einer großartigen Gänsehaut da saß und dieses lyrische Feuerwerk, dieses ganz große Konfetti habe über mich regnen lassen.
Nein, es ist nicht kettcar. Aber das muss es auch nicht sein.
Diese Platte hat etwas zu sagen und das tut sie auch und das ganz deutlich und ohne zu schonen.
Es gibt keinen einzigen Song, von dem ich sagen kann, dass ich ihn nicht mag - und das passiert bei einem so vielfältigen Album schon einmal. Das passiert auch bei kettcar.

Kurz und knapp: Mehr als hörenswert. Bitte mehr davon!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 12. November 2014
Was soll ich groß zu diesem Album sagen? Ich finde es ganz große Klasse, habe es mir schon unzählige Male angehört und kann es jedem, der auch nur im Entferntesten etwas mit der Musikrichtung anfangen kann, wärmstens ans Herz legen.

Das Album enthält 11 Tracks, von denen kein einziger wie reines Füllmaterial wirkt. Ich mag sie nicht alle gleich gerne, aber das ist bei der Vielfalt der Songs nicht unbedingt verwunderlich.
Das Album beginnt mit "Off" mit einem relativ flotten Track in guter alter Kettcarmanier. Wenn man das Lied hört, merkt man, was Marcus Wiebusch lange Jahre für Musik gemacht hat, das Lied macht bei mir immer gute Laune und es macht auf jeden Fall Lust auf mehr.
Danach geht es weiter mit "Der Tag wird kommen", in meinen Augen eines der Herzstücke des Albums. Mit 7:04 Minuten ist es der mit Abstand längste Track und er kommt ein wenig sperrig daher. Man fühlt sich an Rap erinnert und das ist nicht unbedingt schlecht. Der absolute Fokus des Songs liegt nämlich auf dem Text, der von einem schwulen Fußballer und dessen Leben handelt. Es ist auf jeden Fall etwas spezielles und vielleicht nicht das Lied, das man gern im Auto hört und mitsingt, aber die Message ist klasse. Es ist eben ein Lied "über homophone Vollidioten", um den Herrn Wiebusch mal selbst zu zitieren.
"Nur einmal rächen" kommt dann wieder ganz anders daher, rockiger und irgendwie auf eine verquere Art ein Gute-Laune-Lied. Es handelt von dem ehemaligen Nerd einer Schulklasse, der jetzt ein erfolgreiches Leben hat und es seinen ehemaligen Peinigern zeigen will. Bestimmt können sich viele in den Text reinfühlen. Texte sind nun mal etwas, was Wiebusch verdammt gut kann und auf dieser Scheibe beweist er das.
Nach Nur einmal rächen kommt mit "Jede Zeit hat ihre Pest" ein Lied, das ich noch nicht so recht zu greifen bekommen habe... ich mag es, aber irgendwie ist es nicht mein Favorit. Vielleicht muss ich es noch ein paar Mal hören, vielleicht werde ich es nie so sehr mögen... das ist aber Geschmackssache. Wieder viel Sprechgesang, aber im Gegensatz zu "Der Tag wird kommen" catcht mich der Text nicht so sehr.
"Was wir tun werden" hingegen liebe ich. Allein schon das Intro mit den Klatschern verheißt Gute Laune und genau das macht das Lied. Es ist ein Ohrwurmgarant erster Güte, ziemlich flott und eines der "Autoradio aufdrehen und mitgrölen"-Lieder auf der Platte.
Danach kommt der Tiefpunkt in meinen Augen, was daran liegen könnte, dass ich das stark Elektronische in "Haters gonna hate" einfach nicht besonders mag. Textlich einer der Höhepunkte in meinen Augen, musikalisch leider einfach nicht mein Geschmack. Zu Elektronisch für mich.
Doch zum Glück geht es danach wieder so richtig aufwärts und das Album arbeitet sich zu einem Feuerwerk hoch.
"Der Fernsehturm liebt den Mond" ist das einzige Liebeslied des Albums und ein melancholisches noch dazu. Beim ersten Hören ist der Text ein ziemlicher Mindf****, aber allmählich begreift man die Metaphern und Bilder darin und man hat ein wirklich schönes, bittersüßes Lied.
Auch das nächste Lied, "Das Böse besiegen (Der Exorzismus des David R)" ist ein Lied, was etwas mit Liebe zu tun hat, aber auf eine andere Art. Es geht um Selbstmitleid und wie wenig es bringt. "Meine Güte, ihr seid nur auseinander" singt Wiebusch und bringt so die Message ziemlich gut auf den Punkt. Musikalisch wieder ein Song mit Ohrwurmqualität und eine eher schnellere Nummer zwischen den beiden langsameren Stücken, die es einrahmen.
"Wir waren eine Gang" ist das langsamste Stück des Albums, hier dürfen die Bläser, die viele Songs begleiten so richtig ran und gerade für die älteren Semester ist das Lied auch eines, das Erinnerungen an vergangene Tage, an die Jugendzeit und die damit zusammenhängenden dummen Ideen weckt. Es ist einfach eine schöne Ballade, die einen in Erinnerungen schwelgen lässt.
"Springen" schlägt wieder eine andere Richtung ein und arbeitet meiner Meinung nach sehr, sehr gut auf den melancholischen Schluss des Albums hin. Wieder deutlich schneller und rockiger als "Wir waren eine Gang" erzählt es vom Scheitern. Schon ab "Der Fernsehturm liebt den Mond" merkt man die Melancholie, die sich wie ein roter Faden durch alle Lieder zieht und am Ende gipfelt es im letzten Track "Schwarzes Konfetti". Gerade wenn man das Album auf Repeat setzt und danach wieder mit Off anfängt, merkt man den krassen Unterschied zwischen beiden Liedern. In "Off" dominieren Gitarren, in "Schwarzes Konfetti hört man Geigen. Selbst Wiebuschs Stimme ist viel dunkler als noch zu Beginn des Albums und erzählt in diesem Lied von Selbstzweifeln. Für mich ist das Lied ein verdammt guter Abschluss, die logische Konsequenz der davor erzählten Geschichten, vor allem der 2. Hälfte des Albums.

Insgesamt ist "Konfetti" ein harmonisches Album, rundum verdammt gut und von hoher Qualität, kein Titel ist Füllmaterial und wie man es von Marcus Wiebusch kennt sind die Texte allesamt richtig gut und tiefgründig. Das Album ist für mich eines der Besten 2014 und ich empfehle es jedem, der gute Texte und guten Indie-Rock mag. "Konfetti" ist definitiv anders als Kettcar, aber keineswegs schlechter.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Nach der Single »Nur einmal rächen«, die ich begeistert bei youtube immer wieder gehört habe, habe ich doch eine gute Portion Freude mitgebracht, was diese Veröffentlichung angeht. Ich selbst mag Kettcar sehr gerne, wenngleich ich die Band nun wirklich nicht immer und in jeder Laune hören kann. Wiebuschs Soloalbum »Konfetti« dürfte auch für alle anderen Freunde der Band keine Enttäuschung sein.

Einerseits könnte man etwas salopp sagen: Wer die Band mag, wird auch das Soloalbum mögen. Denn Wiebuschs Gesang ist nun mal ein starkes Erkennungsmerkmal der Band – und so ist es, wer hätte es anders gedacht, natürlich auch auf dem Soloalbum. Die Texte sind erneut vielschichtig, emotional, wütend, teilweise poetisch. Dem einen oder anderen Text hängt allerdings eine kühle Bitterkeit an (beispielsweise in der Geschichte, die in »Nur einmal rächen« wunderbar erzählt wird), die wiederum durch heitere Passagen relativiert wird. Textlich also wird dem Kettcar-Mögenden einiges geboten.
Musikalisch erreicht das Album überraschende Vielseitigkeit. Einige Songs könnte man exakt so auch auf einem Album der Band erwarten, bei anderen wird dagegen die Gitarre wesentlich dezenter eingesetzt, im Vordergrund stehen elektrische Samples, Streicher oder andere Spielvarianten.

Mein Fazit: Wer die Band Kettcar mag, dürfte dieses Album mit offenen Armen empfangen – es enthält viele Elemente der vorangehenden Alben, entwickelt aber doch eine angenehme Eigenständigkeit.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 27. April 2014
Marcus Wiebuschs musikalisches Solowerk ist grandios.
Mehr braucht man als Kurzfassung über dieses Album nicht voranzustellen.
Das Wiebusch, Sänger das Band Kettcar, immer für gutes Songwriting stand, für Musik als Medium der Meinung und Ansprache der Hörerschaft, nicht dem Mainstream verfallend und nicht dem Kommerz anhängend, ist seit langem klar.
Sein Solopfad untermauert dies.
Wiebusch gelingt auf diesem Album eine Auswahl von Songs zu präsentieren, bei der eine Sicht, ein Ausdruck, eine Meinung, eine Ansprache für Toleranz, für Ehrlichkeit, für anderes Denken von der Musik getragen wird.
Im Grunde verbleibt die Instrumentalisierung bescheiden im Hintergrund, im Fokus die genialen Texte.
Songwriting auf höchstem Niveau.

Musik: 10/10 (unaufdringliche Musik, kein Verlust der Aussage im Wirrwarr der Instrumentalisierung)
Klang: 8/10 (Mastering unterscheidet sich von Song zu Song doch erheblich, gewollt oder ungewollt)
Vinyl: 8/10 (sauberes Vinyl, antistatische Schutzhülle ab Werk (TOP)... gute Pressung)

Gesamteindruck: 9/10 (ein Album in deutscher Sprache, mit Aussagekraft, die selten, viel zu selten heutzutage zu finden ist)
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am 1. Mai 2014
... während es spricht oder in diesem Fall schreibt. Nur was soll man überhaupt noch schreiben, was nicht bereits andere vor mir geschrieben haben.

Zwei Wochen nach der Veröffentlichung und 25 Bewertungen mit 5 Sternen. Mehr muss man eigentlich nicht mehr sagen. Marcus Wiebusch hat eines der besten deutschen Alben der letzten Jahr erschaffen. Schon die im Vorfeld veröffentliche Auskopplung von "Nur einmal rächen" hat unbändige Lust auf den Rest des Albums freigelegt. Mit "Der Tag wird kommen" wurde ein Meilenstein gegen Homophobie erschaffen. Ich könnte für mich keinen Lieblingssong herausfiltern, weil jeder einzelne Titel einfach großartig ist.

Nun ja, ein Künstler möchte bestimmt nicht gerne hören, dass einer seiner Songs süß ist, aber beim "Der Fernsehturm liebt den Mond" gibt es keine treffendere Beschreibung. Ich habe immer ein Lächeln auf den Lippen, wenn der Titel mal wieder vorbei schlendert, während das Album in Dauerschleife läuft.

Fazit: Grandios, Überwältigend, Brillant, Fabelhaft, Atemberaubend, Imposant! Auch wenn wir erst im Monat Mai sind, ist es für mich schon jetzt das Album des Jahres.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 28. April 2014
... ist das, was Marcus Wiebusch mit diesem Album abliefert! Als großer Kettcar-Fan war der Kauf dieses Albums für mich quasi Pflicht. Daher habe ich es (zugegebenermaßen ohne große Erwartungen) bei Amazon vorbestellt. Da das Album an Karfreitag erscheinen sollte, habe ich es erst am darauffolgendenen Samstag erhalten, konnte es aber dank der von Amazon bereitgestellten Download-Möglichkeit doch bereits am Freitag hören!

Bereits nach dem ersten Mal hören, war mir klar, dass es ein Album sein würde, was ich lieben werde. Seit Erscheinen läuft es nun auf Dauerschleife in meinem Auto und zu Hause am PC. Dabei hat es nichts von seinem Charme eingebüßt, sondern gewinnt (gefühlt) mit jedem Mal Hören noch ein bisschen dazu. Abgesehen von den Stücken "Haters gonna hate" und "schwarzes Konfetti", welche mir persönlich stilistisch nicht wirklich zusagen, finde ich jedes einzelne Lied hervorragend. Persönliche Favoriten sind allerdings schwer zu nennen, da ich hier sonst so ziemlich alle anderen Stücke aufzählen müsste. Natürlich ist "Der Tag wird kommen" ein besonderer Titel, der auch eine besondere Aufmerksamkeit verdient. Generell dürfte es schwierig sein, in der deutschen Musiklandschaft etwas zu dem Thema zu finden; hier ist es Marcus aber gelungen Homophobie (im Fussball) so zu thematisieren, dass dieses Lied ganz sicher einen bedeutenden Platz in der Musiklandschaft einnehmen wird. Ein 7-Minuten-Kracher der geballte Abneigung gegen Homophobe hinterlässt ohne dabei plump zu wirken. Das ist schon stark! Ebenso wie der Rest des Albums!

Also: Kaufen, hören, genießen!

P.S.: Entgegen einiger meiner Vorredner möchte ich nicht die Existenz der Gruppe "Kettcar" in Frage stellen und würde auch nicht behaupten, dass dieses Album besser ist als alles was "Kettcar" bislang gemacht haben, aber wer "Kettcar" mag, wird auch "Marcus Wiebusch" und "Konfetti" mögen ... oder gar lieben!
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am 16. Oktober 2014
Ich kenne Marcus seit ...but alive!. Es ist schon komisch wenn man die Entwicklung eines Menschen, dem man ja jetzt nicht familiär verbunden ist, hautnah mitbekommt und verfolgt. Dazu die ganzen unzähligen Konzertbesuche, dieses 'der Band hinterherfahren'. Dann der Schritt zu Kettcar - ok akzeptiert, nachvollziehbar (obwohl ich heute eher gelegentlich ...but alive! höre statt Kettcar). Und dann........ dann konnte ich mir die Kettcar Sachen einfach nicht mehr reinziehen. Und innerlich der Gedanke "Mensch Marcus, was kommt jetzt? Das kann nicht alles sein!... " Und dann DIESE Platte, das Gefühl, dass es ihm - dem Künstler - gut geht. Das tut gut. Das spürt man beim Hören! Das Album muss sich für ihn wie die pure Freiheit anfühlen...
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