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Kundenrezensionen

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am 8. März 2013
Ich erinnere mich noch an ein Bosse-Interview aus dem Jahr 2007/2008 (?) - noch lange vor "Taxi". In diesem sprach Meister Bosse über seine musikalische Zukunft: Schon damals liebäugelte er mit Streichern und vielen unterschiedlichen Instrumenten in seinen Songs. Der Wunsch war also schon lange da, die Kreativität ebenso.

Gut ein halbes Jahrzehnt später hat der Braunschweiger Jung nun endlich die Möglichkeiten, seine lang gehegten Gedanken ausleben zu können. Das nenne ich mal konsequent und bin überaus dankbar für den Schritt, den Bosse mit "Kraniche" geht. Er hätte auch alles so lassen wir vorher und sich selbst wiederholen können. Macht er aber nicht: Er bebt, er lebt, er spricht, er träumt, er malt, er erinnert, er reflektiert, er feiert, er tanzt, er kritisiert - und lässt uns an seinem Blick auf die Dinge teilhaben, als würden wir in einem Hamburger Café mit ihm an der Theke sitzen.

Disco-Tipp: Istanbul, So oder so
Nachdenk-Tipp: 4 Leben

Und bei einer Sache bin ich mir sehr sicher: Auf der nächsten Tour, auf dem nächsten Festival (egal wie groß), wird es Axel Bosse erneut gelingen, eine private Stimmung zu erzeugen, bei der jeder Besucher das Gefühl hat, Bosse würde nur für ihn spielen. Neben dem vielen Bombast, kann er nämlich auch sehr reduziert präsentieren, wie die Acoustic-Versionen auf der Bonus-CD der Limited-Edition beweisen. Ich freu mich auf ein tolles Bosse-Jahr!
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am 4. April 2013
Im Vergleich zu alten Alben werden die Texte teilweise immer flacher...Manche gehen in die Tiefe, regen zum Träumen und zum Phantasieren an...andere zum Nachdenken...Aber leider sind auch einige Lückenfüller dabei, die auf alten Alben nicht erschienen wären. Man merkt einfach den Versuch an krampfhaft die Zeit zu füllen, die noch zu füllen ist...Bosse wird alt, erwachsen, aber nicht schlechter...die Musik (Melodien, Rhythmen, Kompositionen, Instrumentalisierung) wurde seit dem letzten Album Wartesaal abwechslungsreicher und regt doch auch gerne mal zum Tanzen an...man bemerkt schnell den Mainstream Zwang der großen Plattenfirmen ...Erfolg heisst heutzutage eben ...Weg vom Speziellen, hin zum Allgemeinen...schade eigentlich, aber das kennen wir ja schon länger.
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Diese Sätze. Keiner kann sie so wie Axel Bosse. "Ist immer jemand da", tröstet er im Titellied dieses Albums, "war immer jemand da, der dir tief in den Kopf sah." Für einen selbst als Hörer fühlt es sich mit jeder Platte mehr so an, als wenn Axel Bosse dieser Freund ist, der einem in den Kopf sieht und Gefühle so formuliert, wie man es niemals alleine gekonnt hätte. Gefühle. Und Trost. "Ich such’ nicht mehr und finde nur“, singt er im Refrain von "Kraniche" und dann, die größte Beruhigung überhaupt: "Kommt sowieso an den Start, was kommen mag." Was bei diesem Lied kommt, sind die Tränen. Emotional entwaffnend sind diese Songs, weise im Herzen. Zen-buddhistisch fast. "Kraniche" (der Song) als deutsche Version von Stings "All This Time" (thematisch, nicht musikalisch) und "Kraniche" (das Album) als perfekte Symbiose von Herz und Hirn. Denn: Bosse und seine Mitmusiker machen sich auch Gedanken darüber, was wann warum wie klingen sollte. In "Istanbul" hört man Saz und Kürbisgeige - authentische Klangkörper aus Bosses zweiter Wahlheimat. "Alter Affe Angst" handelt von derselben, klingt aber im absichtlichen Kontrast beschwigt und heiter. "Familienfest im Grünen" lässt ein Streichquartett aufspielen zu einem Fest, das nur von Kaputtheit erzählt. "Sophie" mischt Elektropop mit großer Geste a'la Coldplay. "Konfetti" schließt als Pianoballade wieder mit einer dieser herrlichen Zeilen, wie sie so klar und echt nur Bosse kann: "Seit ich dich kenne, regnet’s nie." Das ist nicht kitschig, sondern einfach nur schön. Das bislang größte, feinste, am meisten durchdachte, orchestralste Album ... und doch weiterhin so intim, als würde es beim Hören nur zu einem selbst sprechen. Einmalig.
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am 11. April 2016
hab die preiswertere alternative also 2nd hand gewählt. dazu kann ich nur sagen, passte in ne mit luftpolsterfolie ausgekleidete versandtasche, musste also nicht zuhause sein als es ankam, die hülle wie minimale gebrauchspuren auf (egalhöhr ich eh im auto, kommen noch welche dazu), das booklet hat sich der vorbesitzer bestimmt nicht mal angeschaut und auf der cd selbt nicht mal der winzigste kratzer! sieht nicht nur aus wie original ware, ist auch welche und keine "polenkopie". alles top! würd ich immer wieder kaufen.
kommentare zum album selbst den interpreten ect. klemm ich mir mal, wers mag der mags und wers nicht mag kaufts einfach nicht...
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am 10. März 2013
Ich kann einen Teil meiner Vorredner/innen, die hier Kritik üben, schon ein Stück weit verstehen: Da gibt`s schon vereinzelte Programming-Schleifen, die too much sind und das Verlangen nach guter alter Handwerkskunst nähren, Stimm-Sirenen, die man sich wegwünscht. Auch meine 5 Sterne sind kaufmännisch gerundet. Aber ich lese hier zu viel Pathos: Bosse ist keine Religion, ich muss nicht exakt das fühlen, was Bosse fühlt und auch nicht in seiner Bettwäsche schlafen. "Kraniche" ist ein tolles Album, kreativ und facettenreich wie gewohnt (kein Titel gleicht dem anderen gemäß dem von Bosse selbst formulierten Anspruch). Songs, die wie immer Texte und Melodien im Gepäck haben, die einen packen und mitnehmen, unerwartete Momente, die stets zünden. Das mit "Wartesaal" gesetzte Denkmal steht stabil. "Vive La Danse" ist der einzige Track, den ich nicht vermissen würde, der "ganze Rest" wird mich noch ziemlich lange beschäftigen...
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am 8. März 2013
Unbändige Freude ergriff mich, als ich vom neuen Album hörte. Bosse und ich, das ist eine Liebe seit so langer Zeit, dass ich mich schon gar nicht mehr daran erinnern kann, wie die Band hieß, für die er damals die Vorband machte. Etliche Konzerte und tagelanges Hören der CDs haben mich seitdem geprägt.

Und nun sitze ich hier mit dem 5. Album auf den Ohren und spüre, dass es sich bei uns wie in einer langen Beziehung verhält. Man liebt sich, aber man merkt, irgendwas ist anders. Man kann es nicht richtig (be)greifen und schon gar nicht verstehen. Es liegt nicht nur an dir, es liegt auch an mir. Haben wir uns auseinander gelebt?

"Ich such nicht mehr und finde nur" singst du in Kraniche. Und ich kann dich verstehen. Du bist angekommen in deinem (beruflichen) Leben, ausverkaufte Touren, Plattendeal beim großen Label (nicht erst mit dem Album, ich weiß). Aber leider hört man es..

Alles klingt so sehr arrangiert. "Ja, hier noch 'ne Triangel. Hier legen wir nochmal deine Stimme drüber, dann klingt es mehr. Und hier als Lückenfüller noch ein "uuuhuuu, yeaaahaaa" " Bosse ist noch da, in den Texten. Doch der Sound hat sich für mich stark verändert. Zu glatt, zu einheitlich, zu "groß". Das Album düdelt so durch - es gibt keine Brüche, keine Kanten, an denen man stolpern würde und sich denkt: "Huch, was war das? Muss ich gleich nochmal hören."

Wir haben uns beide weiterentwickelt. Und auch wenn man die Trennung nach einer so langen Zeit nicht wahrhaben will, ist es vielleicht besser, wenn wir uns hier an der Weggabelung die Hände reichen und in verschiedene Richtungen gehen. Lass uns Freunde bleiben. Und von Zeit zu Zeit auf Konzerten die alten Gefühle & Erinnerungen aufleben lassen.
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am 10. März 2013
Lange herbeigesehnt, brachte der erste Hörgenuss erst einmal Ernüchterung.
Wo ist der Schwung, wo sind die vielen tanzbaren Stücke, die ich bisher von Bosse gewohnt war? Von Lied zu Lied wartete ich auf den großen "Kracher", der sich jedoch nicht einstellte.
Also legte ich das Album beiseite, gab ihm kurze Zeit später aber eine zweite Chance.
Und dann geschah es. Die Musik ging ins Ohr. Und ja, sogar tanzen war kein Problem mehr! Bis in den letzten Ton ausgefeilt, lädt jeder Titel ein in seine eigene Geschichte. Musikalisch sehr schön und durch die vielen neuen Musikinstrumente abwechslungsreich und einzigartig. Und die Stimme unverändert sinnlich zum Wegträumen!
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am 10. März 2014
Die Bewertungen hier sprechen für sich, dass Album ist ganz groß, super Musik. Einiges möchte ich jedoch auch noch sagen. Eins meiner Lieblingslieder ist "Schönste Zeit". Das Klavier setzt ein, kurze Zeit später geht's richtig los, dass Lied nimmt an Fahr auf und als Bosse anfängt zu singen, wird die Melodie wieder ruhiger und das Lied entfaltet seine Magie. Am liebsten hör ich das im Auto, super! "So oder So" macht mir immer Appetit auf Feigen:) Sehr gute rockige Nummer, ohne jemals unkontrolliert auszubrechen. Außerdem, finde ich "Vive La Danse" richtig gut, relativ einfach Beat, ohne viel Tam Tam und sobald der Refrain anfängt geht's nochmal richtig los. Im weiterem, wird hier auch eine gute Geschichte erzählt. Und nicht zu vergessen "Müßiggang" langsame Melodie, alles gemächlich, alles entspannt, alles ganz ruhig und unglaublich gut!
Das war's auch schon, kurz und knapp.
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am 20. September 2015
Eigentlich mag ich Axel Bosse. Als ich 2013 die Single Auskopplung -Schönste Zeit- hörte war ich enttäuscht. Der Song ist ein Schlager, der sich in der Endlosschleife beim NDR gut macht, einen unglaublich banalen Text hat, und nicht unbedingt ein Aushängeschild für den kreativen jungen Musiker aus Braunschweig ist, den ich bisher so schätzte. Ich habe mich um das Album nicht weiter gekümmert. Ein Fehler. Erst jetzt, viel zu spät, musste ich feststellen, dass es, jedenfalls für meinen Geschmack, nur ein Lied auf dem Silberling gibt, das mich nicht begeistert. Sie ahnen es...

Anspieltipps: -Kraniche- beginnt mit einem wunderbaren Klavier und nimmt einen sofort mit. Die Ballade -Vier Leben- besticht durch eine melancholische Melodie und eine starken Text. Ein Gute Laune Song ist -So oder So-. Der -Alte Affe Angst- ist ein herrlich rhythmischer Song mit jeder Menge Inhalt. Für mich das Nonplusultra des Albums ist das -Familienfest-. Das könnte ein Text von Brecht oder Weil sein. Begleitet von einer jammernden Geige. Ganz großes Kino! -Brillant- fordert mit einem wummernden Beat regelrechten zum Tanzen auf. Der Rausschmeißer -Konfetti- ist ein Liebeslied, das nur wenige Texter zu Stande bringen. Da stimmt einfach alles.

Da ist wieder so ein Stück gute deutsche Musik. Es gibt so viel davon und sie wird so wenig gespielt. Man muss sich oft wundern, was Verkaufs- oder Klickzahlen über unseren Musikgeschmack aussagen. Die kleinen, feinen Alben aus Deutschland sehen da zumeist oft alt aus. Warum das so ist, kann man kaum verstehen. Schon gar nicht, wenn man Alben von Peter Fox, Wolfgang Müller, Click Click Decker, Gisbert zu Knyphausen und... Axel Bosse hört. Ich gebe die Hoffnung nicht auf. Irgendwann kommen sie alle ganz groß raus...
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am 24. März 2013
Nach zwei Wochen ausgiebigen Hören möchte ich nun meine Meinung zu diesem Album abgeben.
Bosse sagte in einem Interview letztes Jahr, dass er jedes Album etwas anders gestalten will, damit der geneigte Zuhörer nicht immer das Gleiche zu hören bekommt. Klingt nach einem schwierigen Unterfangen, zumal Kraniche nunmehr das fünfte Album ist und irgendwann die Variationsschatztruhe auch ausgeschöpft sein muss.
Denkste! Bosses Rechnung geht auf und so ist Kraniche wiedermals grundverschieden zu den vorangegangen.
Und doch ähnlich wie bei all den anderen Alben bekommt auch das das Attribut "typisch Bosse".

Das Album ist vollgepackt mit den Gefühlen Hoffnung, (Zukunfts-)Angst, Zufriedenheit, Unzulänglichkeit und Liebe.
Dieses zum Teil mehr als deutliche Kontrastprogramm macht diese Platte so extrem vielseitig und wer sich nicht in mindestens zwei oder drei Liedern wiederfindet, hat von der Achterbahn namens "Leben" noch nicht viel mitbekommen, nichts für ungut.

So ist mein derzeit Lieblingssong von der Platte "Vier Leben" voll mit Ängsten, seinen Anforderungen und Erwartungen nicht mehr gerecht zu werden und eben damit nicht alleine zu sein, teilweise tröstend aber auch in seinem Gefühl bestätigend.
Der Song "So oder so" der idealerweise genau darauf folgt antwortet aber gleich mit dem Gefühl, alles richtig zu machen und die Dinge eher entspannt auf sich zu kommen zu lassen.

Der Song "Familienfest" ist für sich allein schon nur so von Kontrasten geprägt, der recht positive Titel und die fröhlich entspannte Melodie, die sich durch das ganze Lied streckt, ist einem sehr traurigen und ernsten Songtext entgegen gestellt, sodass man sich nicht sicher sein kann, ob man lachen oder weinen soll.

Toll ist aber auch, dass das angesprochene "Familienfest" und der "Alte Affe Angst", der voll mit Wahnvorstellung, Zukunftsängsten und einem Loch, das einen zu verschlucken droht, ist, ein "Happy End" haben, in dem sich quasi selbst aus der Schlinge geholfen oder mit der Situation abgefunden wird.

Ich könnte jetzt noch zu jedem einzelnen Song etwas sagen, wie die "Tanzbarkeit" des Stückes "Vive la Danse", die komplette Entspannung in "Müßiggang", der Zuversicht in "Kraniche" und "Konfetti" und und und, um die Brillianz dieses Albums deutlich zu machen, aber es reicht zu sagen, dass dieses Album durch und durch perfekt ist.

Bosse übertrifft sich erneut selbst und würde ich seine Musik nicht schon von den vier vorangegangenen Alben zu schätzen wissen, dann hätte ich mich spätestens jetzt in seine Musik verliebt.
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