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Kundenrezensionen

220
4,2 von 5 Sternen
Silver Linings [Blu-ray]
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58 von 63 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 12. März 2013
Bei Adaptionen bin ich durchaus nicht unkritisch. Wenn mir ein Buch gefallen hat, habe ich eine gewisse Erwartungshaltung an den Film, was die Grundessenz der Vorlage angeht - filmerische Freiheiten wie beispielsweise Tiffanys Alter (eigentlich ist Jennifer Lawrence viel zu jung) stören mich überhaupt nicht, aber die Grundstimmung muss vorhanden sein.

Interessanterweise weicht "Silver Linings" sogar erheblich von der Vorlage ab - die Grundstory stimmt in etwa, aber gerade zum Ende hin hat Film mit Buch nicht mehr viel zu tun -, ohne dass es mich gestört hat. Das liegt vielleicht zum einen darin, dass das Gefühl, das sich beim Lesen einstellte, dem beim Anschauen des Filmes sehr ähnelte: Man fühlt sich einfach gut. Es geht um völlig abgedrehte Figuren, die in ihrer abgedrehten Welt leben und letztlich nur darauf hoffen, endlich ihren Silberstreif am Horizont zu entdecken. Das Schöne ist, dass der Zuschauer diesen ebenfalls erspäht, wenn er sich auf die verrückte Geschichte einlässt.

Bradley Cooper und Jennifer Lawrence brillieren und haben nicht umsonst eine Nominierung bzw. einen Sieg bei den Academy Awards eingeheimst. Jeder skurrile Dialog sitzt und übertrumpft den vorigen; die Tanzszenen sind wichtig, nehmen aber nicht so viel vom Film ein, dass auch Leute, die mit Tanzen nichts anfangen können (so wie ich), sich nicht daran stören sollten. Auch Robert De Niro und Jacki Weaver (ebenfalls Oscar-Nominierungen) gelingt ein guter Mix aus Komik und Tragik.

In Kritiken habe ich gelesen, die Ernsthaftigkeit psychischer Krankheiten werde lächerlich gemacht, aber das empfinde ich überhaupt nicht so. Ich sehe "Silver Linings" eher als Aufruf, trotz jedweder Lebensumstände Wege zu finden, optimistisch zu bleiben; und auch wenn das im Buch (das ja aus Pats Sicht geschrieben ist) noch besser gelingt, weil man ständig mit Pats Gedanken konfrontiert ist, hat David O. Russell das Bestmögliche aus dem Skript und den Darstellern herausgeholt.

Leider wieder mal schön deutsch-dämlich: Im Original heißt der Film "Silver Linings Playbook", im Deutschen "Silver Linings", weil das dem deutschen Zuschauer wohl aus irgendwelchen Gründen mehr sagen soll. Manchmal zweifele ich echt am Verstand dieser Übersetzer. Dann kann man auch den kompletten Titel übernehmen.

Dafür kann der Film aber ja nichts - volle 5 Sterne sowohl für Film als auch Buch, und das trotz gravierender Unterschiede. Ich kann das Buch jedem trotzdem ans Herz legen (The Silver Linings Play Book), aber wenn man den Film gesehen hat, darf man sich halt nicht wundern, wie verschieden beides ist.
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26 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
... bietet David O. Russels -Silver Linings-. Nach der Novelle von Matthew Quick hat Russel einen Film abgedreht, der sich von -Einer flog übers Kuckucksnest- zu -Shall we Dance- verwandelt. Hätte man mich vorher gefragt, ob so etwas möglich ist, ich hätte nur den Kopf geschüttelt. Jetzt weiß ich: Ja, das funktioniert! Zäh und sperrig startet -Silver Linings- mit dem psychopathischen Pat(Bradley Cooper) der nach 8 Monaten Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik wieder nach Hause kommt. Pat hat den Liebhaber seiner Frau fast zu Tode geprügelt, jetzt muss und will er sich wieder als "normaler" Ehemann bewähren. Ein Gerichtsbeschluss verbietet ihm jedoch, sich seiner Frau Nikki(Brea Bee) zu nähern. Aber Pat bekommt Nikki einfach nicht aus seinem Kopf.

Zu Hause hocken Pats Eltern Patricio(Robert De Niro) und Dolores(Jacki Weaver). Patricio hat seinen Job verloren und will ein Restaurant aufmachen. Das Geld versucht er über Sportwetten hereinzubekommen. Dabei ist er mindestens genau so manisch, wie sein Sohn. Der tappt mittlerweile von einem Fettnäpfchen ins nächste. Pat nimmt seine Tabletten nicht ein, inszeniert beim Arzt einen Aufstand und scheint derart aufgeladen zu sein, dass er kurz vor dem Platzen steht. Das kann nicht gut gehen. Officer Keogh(Dash Mihok) hat bereits ein Auge auf ihn geworfen, um ihn jederzeit wieder in die Anstalt zu verfrachten.
Dann lernt Pat Tiffany(Jennifer Lawrence) kennen. Die Polizistenwitwe gilt als "leicht zu haben" und ist psychisch mindestens genau so angeschlagen wie Pat. Der will sie sich vom Leib halten, aber Tiffany ist hartnäckig. Sie eröffnet ihm die Chance, dass sie einen Brief, den er an Nikki geschrieben hat, seiner Frau übergibt. Dafür würde Pat alles tun. Tatsächlich verlangt Tiffany etwas für ihre Dienste. Ihre Therapie ist Tanzen. Sie braucht einen Partner für einen Tanzwettbewerb. Das soll Pat sein. Der weigert sich zunächst, willigt dann aber ein. Von da an überschlagen sich die Ereignisse und am Ende kommt alles anders, als gedacht...

-Silver Linings- braucht einen ziemlichen Anlauf, bis sich die Fäden der Geschichte ordnen. Für mich war es der Moment, als Tiffany auf der Bildfläche erscheint, als die Geschichte ihre Bestimmung findet. Die Dialoge zwischen Tiffany und Pat sind schlichtweg genial. Bradley Cooper als unbeherrschbare Nervensäge und Jennifer Lawrence als ziemlich kaputte Witwe spielen ihre Parts hervorragend. Dabei ist Lawrence so begehrenswert wie selten zuvor. Beide Hauptdarsteller schaffen es sogar Robert De Niro zum Nebendarsteller zu degradieren.

-Silver Linings- ist erfrischend anderes Kino. Perfekt besetzt und grandios gespielt legt der Streifen Minute um Minute zu und am Ende kommt man aus dieser Geschichte nicht mehr raus. Zu den Bildern gibt es Wahnsinnsmusik. Während Pat durchdreht und Tiffany versucht, diesen hyperaktiven Typen in die richtigen Bahnen zu lenken, gibt es Songs von Jesse J, Johnny Mathis, Led Zeppelin, Bob Dylan, Johnny Cash, Dave Brubeck,den White Stripes und den Alabama Shakes zu hören. Das passt wunderbar zu den Bildern vom Wahnsinn und der großen Liebe.

Ganz sicher ist -Silver Linings- kein Film, der sich einem leicht erschließt. Aber wer ein bisschen Geduld aufbringt, der wird nach und nach auf grandiose Weise belohnt werden. Ich habe mich jedenfalls sehr gut unterhalten lassen. Wer weiß, vielleicht funktioniert das bei Ihnen ja auch. Probieren sie es einfach aus.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 31. Mai 2013
Lehrer Pat (Bradley Cooper) erwischt seine Ehefrau in flagranti und schlägt ihren Liebhaber krankenhausreif. In der Psychatrie wird eine bipolare Störung mit starken Gefühlsschwankungen und spontanen Wutausbrüchen bei Pat festgestellt. Nach acht Monaten Klinikaufenthalt zieht er bei seinen Eltern ein. In der Nachbarschaft lernt er die resolute und vorlaute Tiffany (Jennifer Lawrence) kennen, deren Ehemann vor kurzem tödlich verunglückt ist. Die beiden Freunden sich an und helfen sich gegenseitig bei ihrem Weg zurück ins Leben...

Regietalent David O. Russell schrieb das Drehbuch nach dem gleichnamigen Roman von Matthew Quick, und verfilmte es auch gleich selbst. Ein Glücksfall - denn Russells Gespür für glaubhafte Charakterzeichnungen und spannende und wirklich unterhaltsame Dialoge ist phänomenal. Dafür ist SILVER LININGS der beste Beweis.

Es ist einfach schön wenn Cooper und Lawrence ihre erste Tanzprobe beginnen und dabei Bob Dylans Duett mit Johnny Cash komplett und Szenenübergreifend ausgespielt wird. Das ist großes Kino und ich bekam eine Gänsehaut aufgrund dieser starken Inszenierung, welche sich durch den gesamten Film zieht.

Ein großes Plus ist es auch, dass der Film auf mehren Ebenen großartig funktioniert und die Genres nahe zu unbemerkt in einander verfließen. Er funktioniert als Familiendrama, Tragikkomödie und natürlich auch als Romanze. Selbst ein paar Sportfilmklischees werden bedient - und es stört nicht mal im geringsten.

Das Zusammenspiel und die damit verbundene Chemie der beiden Hauptdarsteller ist grandios. Bradley Cooper in seiner bisher besten Rolle und die für diesen Film Oscarprämierte Jennifer Lawrence, die ich bisher überhaupt nicht auf dem Schirm hatte, sind perfekt Besetzt und liefern eine wahnsinnig gute Performance ab. Ganz großes Lob.

Schön auch mal wieder den großen Robert De Niro, der in den letzen Jahren leider viel Müll dreht, in einer tollen Rolle zu sehen. Er gibt Pats spielsüchtigen Vater, dessen American-Football-Fanatismus gepaart mit seinem irrsinnigen Aberglaube, zu einigen großartigen Szenen führt. Auch der kaum in Spielfilmen auftretende Chris Tucker liefert als Pats Psychatrie-Kumpel einen guten Job ab.

Mein Fazit: Anspruchsvolles Hollywoodkino fernab von den ganzen 08/15-Produktionen und dem Fortsetzungswahn, welche das Kino ansonsten überschwemmen. Wunderbar schrulliges und direkt auf den Punkt gebrachtes Werk, voll mit großartigen und unverwechselbaren Szenen.

Meine Wertung: 9 von 10
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 7. Juni 2013
Ich möchte gleich zu Anfang kurz auf die Kritik Anderer eingehen, dass Sie Syncro von Jennifer Lawrence nicht passt. Ich habe auch oft Probleme damit, wenn ein Hauptdarsteller eine andere Stimme als gewohnt hat, denn häufig passt diese überhaupt nicht.

Hier ist es meiner Meinung nach aber völlig anders. Sie spielt hier eine komplett neue, andere Rolle. Wir sind hier nicht bei Panem und auch nicht bei Winters Bone. Die Stimme passt erstklassig und die leicht rauchige Stimme verleiht ihrem Charakter nochmal etwas spezielles. Von daher finde ich die Kritik für nicht gerechtfertigt.

Die Bildqualität der BD ist zwar keine Referenz, aber defintiv überdurchschnittlich gut, wenn jede BD so eine Qualität hätte, wäre ich absolut glücklich.

Im Grunde wurde über diesen Film schon alles geschrieben. Ich habe das Gefühl, viele erwarten hier eine Komödie über zwei hoffnungslose Fälle bei der man eine Träne nach der Anderen lacht. Hoffnungslose Fälle sind beide, dass stimmt und geschmunzelt wird auch, was größtenteils an den tollen Dialogen liegt. Aber eine heitere Komödie sollte hier sicher nicht erwartet werden.

Aber im Grunde soll der Film sicher nicht zum lachen sein, sondern zeigt zwei vom Leben gebeutelte, verlorene Seelen die im Grunde nichts mehr zu verlieren haben, oder doch?

Der Kern des Films ist ernst und die Darstellung der beiden Hauptcharaktere werden grandios gemeistert. Generell sollte hier aber der komplette Cast hervorgehoben werden, der wirklich klasse ist.

Natürlich ist letztendlich der Film vorhersehbar, weshalb ich persönlich "nur" vier Sterne vergebe. Trotzdem hat mich der Film wunderbar unterhalten und ich werde ihn sicher nochmal gucken.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 6. März 2014
„Silver Linings“ ist für mich ein Film der wirklich seinesgleichen sucht. Die schauspielerische Leistung von Bradley Cooper (als Pat) und Jennifer Lawrence (als Tiffany) ist herausragend gut. Ich habe selten ein Leinwandpärchen gesehen das so gut miteinander interagiert. Die Oscarnominierungen für alle Schauspieloscars (Bester Haupt- und Nebendarsteller, Beste Haupt- und Nebendarstellerin) und die letztendliche Auszeichnung von Jennifer Lawrence als beste Hauptdarstellerin, sind absolut gerechtfertigt. Denn in ihrer Darbietung als nymphoman veranlagte, depressive Witwe Tiffany und den Auftritt von Bradley Cooper als psychisches Frack, sieht man die hohe Kunst des Schauspielens. So etwas erfordert mit Sicherheit mehr Können als jede Nahkampfchoreografie, oder simulierte Schießerei mit einem Maschinengewehr. Einfach fabelhaft und mehr davon bitte! Auch das Drehbuch gibt enorm viel her und es zeigt sich mal wieder, das es durchaus vom Vorteil ist, wenn Drehbuchautor und Regisseur ein und dieselbe Person sind.

Fazit: Auch wenn das Ende jedem spätestens nach dem ersten Viertel des Filmes klar ist (typisches, zu erwartendes Hollywood-Happy End eben), für mich ein absoluter „Muss man gesehen haben“-Film!
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 18. Mai 2013
Regisseur und Drehbuchautor David O. Russell ist schon lange im Geschäft. Bereits 1996 legte er den schrägen Film „Flirting with Desaster“ hin, auf den 2004 der noch schrägere „I Heart Huckabees“ folgte. Zwischendurch hat er 1999 auch noch „Three Kings“ gedreht und 2010 konnte er für „The Fighter“ sogar Christian Bale und Mark Wahlberg verpflichten. Für seinen achtfach oscarnominierten Film „Silver Linings“ konnte letztendlich zwar nur Jennifer Lawrence den Preis für die beste weibliche Hauptrolle einheimsen, dennoch hätte dieser Film auch in einigen anderen der nominierten Kategorien wie Bester Film, Bestes Drehbuch und Beste Regie durchaus Anrecht auf diese Auszeichnung gehabt. Russell ist hier eine feinfühlige Tragikkomödie gelungen, die nicht nur durch einen großartigen Cast geadelt wird, sondern vor allem durch Russells fähige Regie und sein ungewöhnliches Drehbuch zu einem ganz wunderbaren Film geworden ist.

Pat (Bradley Cooper, „Hangover 1-3“) kommt nach achtmonatigem Aufenthalt in einer Nervenheilanstalt zurück nach Hause zu seinen Eltern (Robert de Niro, „Good Fellas“ und Jacki Weaver, „Stoker“). Eingewiesen wurde er, weil er ausgerastet ist, nachdem er seine Frau beim Fremdgehen erwischt und deren Lover ziemlich übel verprügelt hat. Und noch immer hat Pat mit manisch-depressiven Phasen zu kämpfen, die zu unkontrollierten Wutausbrüchen führen, was den Umgang mit ihm nicht gerade einfach macht. Und just in dieser schwierigen Zeit lernt Pat Tiffany (Jennifer Lawrence, „Die Tribute von Panem“) kennen, die auch ihr (psychisches) Päckchen zu tragen hat. Der Tod ihres Mannes hat ihr schwer zugesetzt, was sich bei ihr in emotional schwankendem Verhalten zeigt. Und dennoch, diese beiden vom Schicksal Gebeutelten finden nach einigen Anfangsschwierigkeiten einen Draht zueinander, auch wenn Pat nur daran interessiert scheint, seine Ehe wieder zu kitten. Durch Pats und Tiffanys Umfeld und ihre eigenen Probleme wird ihre gerade erst beginnende Freundschaft immer wieder auf die Probe gestellt, so dass ein normaler Umgang nahezu aussichtslos erscheint…

David O. Russell hat mich schon in den 90er Jahren mit seinem Film „Flirting with Desaster“ für sich eingenommen, restlos verfallen bin ich ihm sein „I Heart Huckabees“, einem so schrägen wie liebenswerten Film, der so phantasievoll wie verrückt ist und so herrlich von gängiger Film-Dutzendware abweicht. Und auch durch „Silver Linings“ weht immer wieder Russells schräge Genialität, wenngleich er sich mit dieser Tragikkomödie weit mehr an den Massengeschmack annähert als in seinen vorherigen Filmen. Glücklicherweise macht das aber nichts, da „Silver Linings“ trotzdem ein ungewöhnlicher und berührender Film geworden ist, der durch großes erzählerisches Talent glänzt und bei dem auch Russells typischer Anarcho-Humor nicht zu kurz kommt. Hinzu kommt, dass Matthew Quick mit seinem Debütroman einfach eine fantastische Vorlage für diesen Film geliefert hat.

Die Ausstattung der DVD ist betrüblich mager. Man findet hier keinerlei Extras, so dass man sich mit dem Ton in deutsch und englisch in DD 5.1 nebst deutschen Untertiteln, dem Trailer des Films sowie vier weiteren Trailern bescheiden muss. Schade. Ein so großartiger Film hätte mehr verdient.

In „Silver Linings“ wird unglaublich viel geredet. Glücklicherweise hat Russell ein Händchen dafür, diese vielen Dialogsequenzen temporeich und temperamentvoll umzusetzen. Manchmal kann man den maschinengewehrschnellen Wortduellen gar nicht so schnell folgen, wie sie abgefeuert werden. Mehr als einmal fühlt man sich, als wäre man in eine Psychowaschmaschine auf höchster Schleuderstufe geraten, wo der Weichspüler vergessen und stattdessen nur eine ordentliche Ladung Schimpfwörter und Beleidigungen als Waschmittel verwendet wurde. Besonders die hitzigen Diskussionen zwischen Pat und Tiffany sind von erschreckender Direktheit, machen aber auch unglaublich viel Spaß.

Überhaupt…“Silver Linings“ verfügt über ein großartiges Ensemble. Bradley Cooper wird hier ausnahmsweise mal nicht auf sein Sixpack und die hübschen blauen Augen reduziert und kann zeigen, dass tatsächlich echtes Talent in seinem muskulösen Körper steckt. Seine Darstellung des manisch-depressiven (neudeutsch: bipolaren) Pat, der seine Wut noch in den Griff kriegen muss, aber zunehmend sensibler für seine Umwelt wird, ist durchgehend überzeugend. Auch Jennifer Lawrence liefert als sensible, traurige und ebenfalls unheimlich wütende Tiffany brillant ab und verleiht ihrem Charakter fein nuanciert sowohl Stärke als auch Schwäche. Robert de Niro ist darstellerisch sowieso über jeden Zweifel erhaben und gibt Pat Senior wunderbar schrullig und dickköpfig. Als Gegenpart hierzu fungiert Jackie Weaver, die für ihre Darstellung ebenfalls oscarnominiert war. Humoristische Akzente kann Chris Tucker setzen, auch wenn sein wiederholtes Auftauchen nur ein halbwegs geglückter Runnig Gag geworden ist. In weiteren kleinen Rollen sind Julia Stiles und Shea Wingham gut aufgehoben und runden das Ensemble gekonnt ab.

Russell gelingt als einem der Wenigen in der Branche die Balance zwischen Tragödie und Komödie. Man schließt die Charaktere schnell ins Herz, kann ihnen durch Russells wunderbare Regie schneller in die Seele blicken als sie sich selbst, fühlt mit ihnen und lacht mit ihnen, nicht über sie. Die zarten Bande, die hier zwischen Pat und Tiffany geknüpft werden, gleiten dank Russell nie in kitschige Untiefen ab, vielmehr ist lange Zeit nicht klar, was die Beiden nun füreinander eigentlich sind. Russell nimmt sich Zeit für seine Charaktere und seine Geschichte, was nur an ganz wenigen Stellen zu ein paar kleinen Längen führt. Insgesamt aber ist „Silver Linings“ kurzweilig und nie übertrieben romantisch und birgt viele wirklich witzige Momente. Russell ist ein prima Geschichtenerzähler, auch wenn man ein wenig den skurrilen Humor früherer Werke vermisst. Sein Blick in eine eigentlich dysfunktionale Familie, die aber fest zusammenhält, ist so herzig wie komisch und die Beziehung, die sich zwischen Pat und Tiffany entwickelt, gehört glücklicherweise zu denen, die man nicht allzu oft auf der Kinoleinwand zu sehen bekommt und der man genau deshalb bedingungs- und atemlos folgt. „Silver Linings“ ist ein toller Film, der das Ansehen wirklich lohnt. Deshalb gerne vier von fünf Silberstreifen am Horizont, nach denen man die Hand nur weit genug ausstrecken muss.
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35 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 1000 REZENSENTam 8. Januar 2013
Der manisch-depressive Pat (Bradley Cooper) kommt aus der Psychiatrie nach acht Monaten wieder nach Hause. Er zieht wieder bei seinen Eltern (Robert De Niro und Jacki Weaver) ein, nachdem ihn seine Frau mit einem Kollegen betrog, den Pat daraufhin Krankenhausreif geschlagen hatte. Jetzt will er sein Leben wieder auf die Reihe kriegen, scheitert aber immer wieder an seiner Persönlichkeitsstörung. Der unangepassten jungen Witwe Tiffany (Jennifer Lawrence) geht es ähnlich. Seit dem Tod ihres Mannes kommt auch sie nicht mehr klar, ist Tablettensüchtig. Die beiden lernen sich kennen und freunden sich bald an, wissen sie doch als Außenseiter der Gesellschaft, das sie sich nur gegenseitig helfen können. Dabei stehen sie sich jedoch häufig selbst im Weg, was immer wieder zu Missverständnissen führt. Die chaotischen Familienverhältnisse bei Pat kommen erschwerend hinzu. Da hat Tiffany eine Idee. Sie möchte das sie und Pat für einen Tanz-Wettbewerb trainieren. So hätten beide ein Ziel auf das sie hinarbeiten können, worauf sie sich konzentrieren können. Unerwartete Hilfe erhalten sie dabei von Pat's ehemaligen Mit-Patienten Danny (Chris Tucker). So langsam aber sicher zeichnet sich für das ungleiche Paar ein Silberstreif am Horizont ab.

David O. Russell bleibt seinem mit THE FIGHTER kultivierten Stil, ganz nah an den Protagonisten zu sein treu und liefert eine seiner bislang besten Arbeiten. Normalerweise liegen zwischen den Werken des als exzentrisch geltenden Filmemachers etwa drei bis fünf Jahre. Doch nun legt Russell nach seinem Oscar-Prämierten Erfolgs-Film THE FIGHTER (2010) direkt THE SILVER LININGS PLAYBOOK nach und was soll ich sagen, er übertrifft den Vorgänger um Längen. Sicherlich sind die Zutaten dieser Geschichte nicht ganz unähnlich, lag doch auch beim Vorgänger der Fokus auf den einzelnen Figuren bzw. dem Familien-Alltag und weniger beim Sport. Es liegt sicher nicht zuletzt an der Chemie zwischen den Akteuren. Waren Bradley Cooper und Robert de Niro, der hier nach längerer Zeit mal wieder in einer wirklich guten Rolle zu sehen ist, bereits in Neil LaBute's OHNE LIMIT (2011) ein eingespieltes Team, ist die Interaktion zwischen Cooper und Jennifer Lawrence als außergewöhnlich und beispielhaft zu bezeichnen. Das Spiel der beiden ist emotional und mitreißend, ganz ohne Kitsch und Oberflächlichkeiten, geradezu wahrhaftig, das mehr als einmal Momente von großer Anspannung entstehen, die sich nahezu komplett auf den Zuschauer überträgt. Der Film lebt von den Dialogen, die in einer Geschwindigkeit hin und her geschossen werden, das die ganze Aufmerksamkeit gefordert ist. Fernab jeglicher seichter Romantic-Comedy-Zerstreuungs-Unterhaltung schafft David O. Russell mit SILVER LININGS das seltene Kunststück einen leichten Film über schwere Themen zu servieren, dessen inhaltliche Komplexität mühelos einem Problem-Filmmelodrama a'la Hollywood zur Ehre gereicht hätte. Wer mit Russell's Filmen vertraut ist, wird hier sowohl die sympathische Verspleentheit von I ♥ HUCKABEES (2004), als auch die chaotischen Familienverhältnisse aus FLIRTING WITH DISASTER (1996) oder eben THE FIGHTER (2010) wieder finden. Wer den Dialog-Marathon durchhält, wird einem denkwürdigen Finale belohnt, bei dem so befreiend gelacht werden darf, wie seit LITTLE MISS SUNSHINE (2006) nicht mehr. Mit SILVER LININGS zeigt sich Hollywood von seiner besten Seite.

Sehr zu empfehlen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 11. September 2014
Worum geht’s?
Nach acht Monaten in der Psychatrie will Pat (Bradley Cooper) in sein altes Leben zurück – Frau, Job, Haus. Dabei übersieht er die Avancen von Tiffany (Jennifer Lawrence), frisch verwitwet und mindestens genauso kaputt wie Pat.

Worum geht’s wirklich?
Auch die Verrücktesten haben eine Chance auf die Liebe. Wie Pats Stimmungen schwankt auch der Film zwischen tragisch und komisch.

Wermutstropfen:
So charmant die Figuren sind – ihre Probleme scheinen größer, als der Film zugeben will. Die Handlung wirkt deswegen oft arg konstruiert und unrealistisch.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 1000 REZENSENTam 24. Dezember 2014
Mit diesem Film hat die Weinstein Company einmal mehr einen Oscar-Kandidaten abgeliefert, allerdings konnte 2013 nur Hauptdarstellerin Jennifer Lawrence gewinnen.

Der Film geht gut los und entwickelt eine Sogwirkung. Wann immer es zu tragisch wird, gönnt der Film dem Zuschauer eine Pause, es darf gelacht werden. Nachdenklich macht einen "Silver Linings" auf jeden Fall. Das mit dem Silberstreif am Horizont haben sicher viele schon erlebt oder gehofft, also spricht das Thema die breite Masse an.

Tatsächlich ist der Film manchmal saukomisch, dann rastet eine der Hauptfiguren aus, es wird laut und auch gewalttätig.

So wie ich diesen Film und das Problem der männlichen Hauptfigur verstehe, geht es um eine bipolare Störung.
Ein Mensch kann von jetzt auf gleich explodieren, ihm knallen dann die Sicherungen durch. Ein derart gehandicapter Mensch kann wohl therapiert werden. Das hängt wie immer von der Schwere der Erkrankung ab und vom Willen des Patienten, mitzuarbeiten.

Dr.Patel, der Pat ( Bradley Cooper ) nach einem achtmonatigem Aufenthalt im Sanatorium weiter therapieren soll, wird von Bollywood- Star Anupam Kher verkörpert ( in "Der Weg einer Frau" war er der Daddy von Rani Mukherjee ).

Die Filmeltern von Bradley Cooper spielen Robert de Niro und Jacki Weaver. Beide errangen damit völlig berechtigt
Oscar-Nominierungen als Beste Nebendarsteller.

Stars auch in den kleineren Nebenrollen. Danny, den Pat in der Klinik kennengelernt hat, ist niemand anderer als Komiker
Chris Rock. Freund Ronny und dessen Frau Veronica sind John Ortiz und Julia Stiles.

Officer Keogh, der sehr genau aufpasst, dass Pat nicht gegen eine einstweilige Verfügung verstößt und auch sonst sehr diensteifrig ist, wird von Dash Mihok ( Grey's Anatomy ) gespielt.

Die beiden Hauptdarsteller sind ein Erfolgsteam. Die Chemie stimmt einfach. Ich gerate regelrecht ins Schwärmen, wenn ich sie zusammen sehe. Weil das hier so gut funktionierte, steckte man sie in "American Hustle" wieder zusammen. Prompt errangen sie erneut Oscar- Nominierungen
( nur diesmal ohne Trophäe ). Der arme Bradley, was muss er denn noch alles tun, um den Preis zu kriegen ? Er ist hier zum Niederknien gut.
Die dritte Zusammenarbeit wird in dem Film "Serena" demnächst zu bewundern sein.

Genial die Szene, in der Jennifer Lawrence ausgerechnet Robert de Niro zusammenfaltet ( es geht um eine doppelte Wette ).
Die süße Maus gegen den Hollywood- Veteran ? Da zeigt sich die junge Dame als wahres Schauspieltalent, gerado so, als würde sie nicht beeindrucken, wer da vor ihr steht.

Ich bin jetzt endgültig Fan von Jenny nach diesen beiden Oscar- Filmen plus dem Reißer "The House At The End Of The Street". Und Bradley Cooper muss ich mir noch erarbeiten.

Fazit: Wer keine Angst vor Filmen mit gestörten Menschen hat und großes Schauspieler- Kino liebt, ist hier goldrichtig.
Für Fans von Filmen wie "Rain Man" oder Roadmovies wie "Sideways" kann ich "Silver Linings" uneingeschränkt empfehlen.
Im Geiste addiere ich zu den fünf Sternen noch fünf hinzu.
Und die zwei Süßen namens Bradley und Jennifer sind ein Silberstreif am Horizont für das Hollywood des 21. Jahrhunderts.
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TOP 1000 REZENSENTam 27. März 2014
...die hat Pat Solitano (Bradley Cooper), nachdem er nach acht Monaten Zwangsurlaub in der Psychiatrie, entlassen wird. Seine Mutter (Jackie Weaver) holt ihn in der Anstalt ab und bringt ihn zu sich und seinem Vater "Pat Senior" (Robert De Niro), dem dies anfangs gar nicht so recht ist, nach Hause.

Pat ist fest entschlossen sein Leben wieder auf die Reihe zu bekommen, um seine Frau wieder zurückzugewinnen, die er damals inflagranti mit ihrem Liebhaber unter der Dusche erwischt hatte und diesen dann krankenhausreif geprügelt hatte.

Doch dann lernt er Tiffany (Jennifer Lawrence) kennen, die er braucht, um seine Frau zu kontaktieren. Tiffanys einzige Bedingung: ein gemeinsamer Tanzwettbewerb...Dieser wird zum Auslöser, damit Pat's Hoffnung, den Silberstreif am Horizont zu entdecken, eine
Chance hat...vielleicht aber in einer anderen Form wie er sich das eigentlich wünscht...

War der Film bis dahin, hauptsächlich dank Bradley Cooper, schon auf dem Weg zur Klasse, erreicht er mit dem ersten Auftritt von Jennifer Lawrence, ganz schnell den Status der Extra-Klasse und entwickelt sich damit, zu einer der schönsten Liebesgeschichten der letzten Jahre. Cooper und Lawrence entwickeln sich zum Traumpaar. Dazu zeigt der große Robert De Niro seit langer Zeit endlich mal wieder, warum er zum Weltstar wurde.

"Silver Linings" wurde mit insgesamt 8 "Oscar-Nominierungen bedacht, darunter in allen vier Hauptkategorien, also für den besten Film, Regisseur David O. Russell, Hauptdarsteller Bradley Cooper und als Krönung gewann Hauptdarstellerin Jennifer Lawrence die begehrte Statue. Als Zugabe, erhielten außerdem Robert De Niro und Jackie Weaver weitere Personen-Nominierungen für ihre wunderbaren Leistungen in den Nebenrollen.

Da ist es nur zu verständlich, dass auch die Qualität der Bluray-Disc "Oscar-würdig" ausgestattet wurde. Das betrifft die exellente Bildqualität (16x9, 2.35:1), genau so, wie das imponierende Tonformat (DTS-HD Master Audio 5.1). Hervorragende "Extras" mit: "Deleted Scenes", ein "Making of Silver Linings" "Tanzen wie Pat and Tiffany" und ein "Steady-Cam mit Bradley Cooper", runden eine der originellsten romantischen Komödien der letzten Jahre perfekt ab.

Wahrlich ein "Silberstreifen" am Film-Horizont.
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