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Kundenrezensionen

4,0 von 5 Sternen2.515
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Ich habe lange für diese Rezension gebraucht, denn ich wusste nicht so recht, wo ich anfangen soll, also versuche ich es jetzt einfach mal:

dieses Buch ist saukomisch, erschreckend und wahr zugleich. Stellt Euch mal vor, Ihr sitzt beim Lesen da und denkt: "Ja, da hat er Recht." oder Ihr ertappt Euch beim herzhaften Lachen MIT der Hauptfigur, nicht ÜBER sie. Es ist ein unglaublich gewagtes Kunststück, was Timur Vermes hier abgeliefert hat, aber es ist ihm auch unglaublich gut gelungen.

Ja, da ist er also wieder, der Führer. Erwacht im Jahr 2011, völlig orientierungs - und planlos und noch dazu ohne Dach überm Kopf, mal ganz zu schweigen von seinen treuen Vasallen. Der Leser begleitet ihn auf dem Weg aus der Gosse hinauf zu einem Medienstar, der seinesgleichen sucht - selbstverständlich aus der Ich-Perspektive. Das erinnert im Groben an die Biografie des wahren Adolf Hitler, aber natürlich ist das Ganze auf die heutige Zeit abgestimmt. Das, was dieses Buch von anderer Hitler-Satire grundlegend unterscheidet, ist der Grad an Authentizität. Ich befasse mich jetzt schon einige Jahre mit diesem Mann und muss sagen, es ist erstaunlich, wie real Timur Vermes ihn, sein Verhalten, sein Denken und seine Sprache aufs Papier gebracht hat. Wer mal einen direkten, sachlichen Vergleich möchte, der sollte sich die Tischgespräche von Henry Picker anschauen (Hitlers Tischgespräche im Führerhauptquartier: Entstehung, Struktur, Folgen des Nationalsozialismus), da merkt man kaum einen Unterschied! Und dann sitzt Du da und lachst mit dem Führer, empfindest sogar Sympathien für ihn, im nächsten Moment läuft es Dir wieder eiskalt den Rücken runter - dieses kongeniale Spagat zieht sich durch das ganze Buch.

Und dann ist da natürlich die Satire. So tiefschwarze, durch und durch böse Gesellschaftssatire wie sie eigentlich besser nicht sein könnte. Da bleibt kein Stein auf dem anderen. Der frisch erwachte Hitler nimmt seine Umwelt mit seiner enormen Beobachtungsgabe unter die Lupe und zerreißt sie, teils intelligent, teils aus schlichter Altmodischkeit, in ihre Einzelteile. Insbesonders die Medienlandschaft bekommt ihr Fett weg...und die NPD. Wie das Ganze ausgeht, das möchte ich nicht verraten, aber so viel sei gesagt: das schreit nach einer aktualisierten Fortsetzung!

Was bleibt also am Schluss, nachdem man das Buch zugeklappt hat? Für mich zum einen die gruselige Erkenntnis, wie leicht es einem Mann wie Adolf Hitler heute fallen würde, die Gesellschaft wieder für sich zu gewinnen und zum anderen immer noch dieses komische Gefühl, dass ich habe, weil ich ihn öfter mal sympathisch fand...
5656 Kommentare1.287 von 1.404 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Wie er hierher gekommen ist, weiß er auch nicht genau. Seine Uniform riecht nach Benzin und er liegt im Geröll einer Baulücke in Berlin. Und wo eigentlich ist der Führerbunker? Der Führer braucht schließlich einen Führerbunker. Und ein Volk.
Doch Adolf Hitler begreift schnell, dass er sich im Jahr 2011 befindet und dieses Volk dringend seiner Führerschaft bedarf. Sehr dringend sogar. Und die neuartigen Technologien faszinieren ihn ganz besonders: Mobiltelefone, Internet, Privatfernsehen. Hätte es das nur damals schon gegeben. Goebbels hätte seine wahre Freude gehabt.
Und dann spielt ihm auch noch der Zufall in die Hände, als er auf die Produktionschefin einer Fernsehfirma trifft, die ihm ein Forum in einer Comedy Show gibt. Dem Publikum vergeht schnell Hören und Sehen und der Aufstieg des größten Hitler-Darstellers aller Zeiten ist unaufhaltsam. Nur ist er kein Darsteller. Er ist es selber. Und er ist so bösartig wie eh und je.

Timur Vermes begibt sich mit diesem Plot auf ziemlich dünnes Eis. Hitler und Satire - das kann gewaltig ins Auge gehen, vor allem, wenn das gesamte Buch auch noch aus der Ich-Perspektive geschrieben ist. Keine relativierende Klarstellung, keine andere Sicht auf die Dinge als einzig die Sicht des Führers. Und dieser Mann ist dazu noch wortgewandt, schlagfertig und überaus gewitzt. Wenn er über unsere bundesdeutschen Politgrößen herzieht, ihr hohles Gewäsch als das tituliert, was es ist, nämlich hohles Gewäsch, wenn er über modische oder technologische Entgleisungen lästert, ja, das ist einfach grandioses Kabarett. Da sitzt jede Pointe, aber mit dem Florett gefochten! Da erkundigt sich die Krankenschwester mitfühlend bei ihm: "Ich wollte nur mal nach dem Rechten sehen", und er schnarrt: "Däm gäht's goot!". Oder er echauffiert sich wortreich darüber, dauernd mit einem gewissen "Stromberg" verwechselt zu werden. Oder wenn er die ungaren Jüngelchen in der NPD Parteizentrale vor laufender Kamera rundmacht. Das ist der Nährboden für grandiose Dialoge auf höchstem satirischen Niveau.

ÜBER Hitler darf man sicher lachen. Aber MIT Hitler? Ich hatte ein ehrlich schlechtes Gewissen, bis mir Vermes perfide Strategie klar wurde: Hitlers Demagogie unterscheidet sich letztlich nur in der Klientel von der Demagogie unserer Parteien, und Goebbels Propagandaministerium hätte mit der Tageszeitung mit den vier großen Buchstaben sicher auch einen Pakt zum gegenseitigen Nutzen geschlossen. Manche brachiale Schlagzeile der jüngeren Vergangenheit ließ Hitlers Herz bereits höher schlagen. In den fiktiven Dialogen mit Renate Künast oder Sigmar Gabriel, die am Ende den vermeintlichen Hitler-Darsteller als großes Polittalent sogar in ihre Reihen locken wollen, ist Hitler seinen Gegnern so heillos überlegen, dass es mich gegruselt hat. Seine raffinierte Argumentation, sein verführerischer Charme, der zum Angriff übergeht, sobald sich die passende Gelegenheit ergibt, seine eiskalte Strategie, ohne Mitleid und Skrupel - da spricht kein dumpfer Neonazi, sondern ein blitzgescheiter Überzeugungstäter.

Und wo wir gerade beim Sprechen sind: Christoph Maria Herbst wächst als Hitler über sich hinaus. Dem Hitlerschen Duktus hat er ja bereits im Wixxer als Alfons Hatler ein Gesicht gegeben, aber diesmal hält er die Rolle über 6 Stunden ohne Ermüdungserscheinungen durch. Wie er geifert, wie er säuselt, wie er die Massen in seinen Bann zieht, wie er die Frauen umgarnt, wie er Anekdoten aus der guten alten Zeit zelebriert und in teilweise völlig absurden Herleitungen seine Sicht der Welt erklärt, das ist unheimlich gut. Ja, das ist manchmal wirklich unheimlich.

Ohne Zweifel das beste Hörbuch des Jahres. So was muss einfach verfilmt werden. Und es gibt nur einen möglichen Darsteller: Stromberg.
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am 12. August 2015
Der Inhalt wird für gut befunden und ist bereits mehrfach durch andere rezensiert worden. Meine Kritik gilt dem Hörbuch-Download, der durch "Audible" abgewickelt wird. Man benötigt eine fragwürdige, nicht quelloffene Software, weiterhin liegen die Dateien in einem komischen Format vor.
Also bestellte ich mir stattdessen die Audio-CD. Die läuft wenigstens ohne solche Albernheiten und bietet auch noch mehr. Und das ganze vergleichsweise günstiger obgleich der Kosten für Plastik, Cover, Transport (und Umwelt...). Wozu also diesen missratene Audible-Müll?
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22 Kommentare58 von 68 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 14. November 2012
Ich habe das Buch mit gemischten Gefühlen gekauft. Als zwar wertkonservativer, aber keinesfalls faschistisch zu bezeichnender Leser, dessen Herz FÜR Juden schlägt und GEGEN Diskriminierung, fiel es mir grundsätzlich nicht leicht, ein Buch zu kaufen, in dem Witz, Satiere und Nationalszialismus teilweise in einem Atemzug genannt werden.
Aber als ich erstmal angefangen hatte zu lesen, lies es mich nicht mehr los: zu Hause, im Bus - egal wo sich Gelegenheit bot, las ich und konnte schon nach 2 Tagen auf mehr als 3/4 gelesenes zurückblicken. ich konnte sogar herzhaft lachen, so sehr, dass mich meine Frau mahnte: Mensch, ich kann mich vor lauter Lachen nicht mehr konzentrieren ;-) Doch mit der Zeit blieb mir das Lachen regelrecht im Halse stecken. Und'damit komme ich zum Eigentlichen:

Was beinhaltet für mich das Buch? Welche Möglichkeiten bietet es? Ist es weiterzuempfehlen?

1. Was beinhaltet für mich das Buch?

Für mich wurde es mit jeder Seite realistischer, dass sich ein solches Szenario in unserer heutigen Gesellschaft tatsächlich abspielen könnte. Facebook, Youtube, Google+ etc. lassen schnell mal den "like" - Button klicken - ohne sich wirklich tiefgründig Gedanken darüber zu machen, was hinter einer Botschaft steckt, wie ernst sie gemeint ist. Wenn man dann noch dazu nimmt, dass die heutige Generation durch Comedy sehr geprägt ist und über das Dritte Reich nicht wirklich Bescheid weiß.

Erschreckend ist für mich auch eine - zeitlich angepasste - Parallele zu der Entwicklung des Nationalsozialismus nach 1918 bis zum Vorabend der Machtergreifung, die der Autor hier geschickt nachzeichnet. Genauso schleichend wie im Buch beschrieben, nur aus anderen Gründen, fand der Prozess statt. Kaum jemand nahm Hitler damals ernst. Selbst die Helfer meinten ihn unter Kontrolle zu haben. Hatten sie? Hatten sie zu keinem Zeitpunkt. Wie im Buch. Und schnapp - die Falle ist zu!

2. Welche Möglichkeiten bietet es?

Während ich es las, keimt in mir als Geschichts- und Sozialkundelehrer der Gedanke auf, dieses Buch im Unterricht der Klasse 10 als festen Bestandteil einzubeziehen. Denn - wie oben bereits erwähnt - bietet das Buch durch seine Übertragung in die Gegenwart sehr gute Möglichkeiten, die Entwicklung des Nationalsozialismus nachzuzeichnen und auf extreme politische Richtungen der heutigen Zeit (Links- und Rechtsradikalismus, fanatischer Islam) zu übertragen. Ich kenne kein Buch, dass diesen Spagat (abgesehen von "Die Welle") so gut hinbekommt und sich als Gesprächsgrundlage bestens eignet.

3. Ist es weiter zu empfehlen?

Auf jeden Fall. Man muss sich auf die Thematik einlassen, sich selbst hinterfragen können. Aber Achtung: Anfangs ist es noch leichte Kost, wird aber zunehmend Siegerländer Schwarzbrot. Nie ist es langweilig.

Ich muss allerdings zugeben, dass ich kurz vor Ende eine längere Pause (1 Woche) einlegen musste. Das Buch wurde für mich so realistisch, dass ich schlicht nicht einfach weiterlesen konnte - zumal ich das Ende kannte, ohne das Buch zu Ende gelesen zu haben. Die Parallele gab's ja schon.
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am 24. November 2015
Ich bin Japanerin. Ich mag das Buch. Das ist lustig und Herr Führer zeigt manchmal gute alte deutsche Kultur.
Aber er ist ein Diktator. Er spricht über die Weltherrschaft und Juden. Doch in diesem Buch ist das alles ein Witz.

70 Jahre nach dem 2. Weltkrieg ist "Hitler als Joke" in Ordnung?
Dieses Buch wirkt mir wie ein Film "Goodbye Lenin!". In der DDR Zeit hatte man scharfe Überwachung wie im Film "Das Leben der Anderen".
Ich mag das als ein Märchen.

Ich kann diesen Roman empfehlen, wenn die Person den Film wie "Goodbye Lenin!" mag.
Aber in diesem Buch sieht "mein Führer" sehr nett aus.
Und warum jetzt Hitler??
Wieso ist das Buch so populär in Deutschland?
Sind Deutschen jetzt OK mit Hitler als ein Witz?
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TOP 1000 REZENSENTam 24. September 2012
Der Führer erwacht 2011 in Berlin und wird zur Youtube-Kultfigur und zum gefragten Comedian. Selbst die Grünen bieten ihm eine zeitweilige Mitgliedschaft an, so lustig und cool ist Adolf Hitler. Sie finden das geht zu weit? Finde ich nicht. Denn dieses Buch schafft einen großartigen Balanceakt zwischen intelligentem Witz und Klamauk. Und irgendwie bildet sich beim Leser ständig eine neue Gänsehaut: Ja, was wäre denn, wenn der Führer zurückkäme? Würde er aufgrund seiner Thesen – und der 2011er Hitler im Roman weicht nicht einen Fuß von seinen hinlänglich bekannten Ansichten ab – von den Medien ignoriert? Oder würde er gehypt und vom Fernsehen gierig als Coup des Jahrhunderts entdeckt? Würde man ihn, sei es auch nur in Verkennung seiner politischen Absichten, als Showtalent feiern? Fände man diesen höflichen, direkten Onkel Wolf nicht vielleicht doch ganz nett? Was wäre wenn? Spätestens im Interview mit der Grünen Renate Künast kommt es zu Wendungen, Übereinkünften und politischen Missverständnissen, die einer Real-Satire gleichen. Haben die Grünen wirklich so viel mit der Umweltpolitik Hitlers gemein? Quatsch, oder? Oder doch nicht? Ja, der 2011er Hitler ist ein Schreckgespenst, weil er es schafft, mühelos ins kuschlige, multimedial eingelullte deutsche Wohnzimmer zu kommen. Und wie er da herumspukt und sich einrichtet! Autor Timur Vermes legt mit "Er ist wieder da" einen echten Eulenspiegel-Streich vor. Wundervoll. Es scheint, als hätte der einst für seine politisch-unkorrekten Titel berühmte Eichborn Verlag unter der Obhut des Lübbe Verlags zu alter Größe zurückgefunden. Hut ab!
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VINE-PRODUKTTESTERam 16. November 2012
Format: Gebundene AusgabeVine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Hitler im Hier und Jetzt?

Geht das?

Haben wir nichts dazu gelernt?

Ich wußte nicht, wie ich das Buch einordnen sollte und bin mir auch jetzt nach dem Lesen noch nicht ganz so sicher.
Ich bin mit recht hohen Erwartungen an das Buch herangegangen, denn die Kritiken anderer Leser waren sehr gut und das Buch gelobt. Schwarzen Humor lese ich sehr gern und so tauchte ich nun in die Geschichte des Herrn Hitler 2011 ein.

Es gab Stellen, da musste ich herzhaft lachen und mit dem Kopf schütteln und andere Textpassagen ließen mir fast das Blut in den Adern gefrieren, weil sie so real waren, dass sie einfach nur erschreckten und man kann nur hoffen, dass das Buch richtig verstanden wird. Die Geschichte an sich ist ja nicht neu. In ähnlicher Form (nur ohne Hitler) gab es sie schon mal in "Die Nachhut" von Hans Waal. Auch hier tauchten sie aus der Vergangenheit wieder auf und mussten feststellen, dass ihre Zeit vorbei war.

Der Autor lässt Hitler an unserer Zeit im vollem Umfang teilhaben. Nur wenige Politiker werden beim Namen genannt, aber so gut umschrieben, dass man sie sofort erkennt und schmunzeln muss. Auch die vielen Polittalkshows bekommen ihr Fett weg. Die Medien und die Menschen werden unter einem ganz neuen Blickwinkel betrachtet...die teilweise richtig böse ausfallenden Kommentare Hitlers waren für mich (auch hier wieder teilweise) grenzwertig.

Muss man das Buch lesen?
Es ist ganz klar eine Geschmackssache. Wer gut mit Satire umgehen kann für diesen Leser wird sich das Buch lohnen. Wer jedoch ein eher gespaltenes Verhältnis zur Satire und der Hauptperson hat, sollte sich nicht unnötig aufregen.

Ein etwas anderes Buch ist es allemal und ich habe mich phasenweise ganz gut amüsiert und unterhalten lassen. Bin jedoch auch bei so mancher Passage zusammengezuckt.

Entscheidet selbst....
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am 31. Januar 2016
Als Adolf Hitler nach einer kurzen Ohnmacht aufwacht, findet er sich auf dem Rasen eines Berliner Parks wieder. Im Jahre 2011. Orientierungslos und überfragt mit der Situation versucht er Antworten zu bekommen und muss sehr bald feststellen, dass er sich nicht mehr länger im Deutschen Reich befindet, sondern in einer demokratischen Bundesrepublik. Und bei dem festen Entschluss, wieder militärische Ordnung in dieses „von Demokraten verseuchte“ Deutschland zu bringen. Nur um festzustellen, dass keiner ihn erkennt und diejenigen, die seine Erscheinung erkennen, halten ihn nur für einen guten Schauspieler. Keiner will den Führer anscheinend ernst nehmen. Und Hitler sieht sich konfrontiert mit einer Welt mit Verschwendungssucht, fragwürdigen Fernsehsendern und moderner Technik, die ihn auf eine harte Probe stellen.

Bis heute stellt sich für viele die Moralfrage: darf man ein Buch über den Führer schreiben und sogar lachen? Meine Antwort lautet: ja. Dieses Buch soll keine rechtsorientierte Lektüre sein, die Zustimmung in der Bevölkerung zu Hitlers Ansichten finden soll. Zwar ist das Buch sehr überzeugend aus Hitlers Sicht geschrieben, aber wir, die Generation von heute, können darüber lachen, wenn er sich über das Format der Bildzeitung wundert und denkt, mit extra großer Schrift könnte man bessere Propaganda machen. Es soll auch nicht die Zustände und Verbrechen des Dritten Reiches verharmlosen, sondern wirkt auch ein wenig entschärfend auf so ein sensibles Thema und zeigt, dass wir keine Scheu haben sollten, auch mal über den Führer lachen zu dürfen.
Dieses Buch ist auf eine sehr niveauvolle Art und Weise geschrieben, weil es auch mit einer Spur Zynismus die heutige Gesellschaft betrachtet und vielleicht auch den einen oder anderen Zuspruch von unserer Seite findet. Heute hört man die ältere Generation sagen „Ja früher, da war das so…“. Und Herr Hitler steht ratlos vor einer beschmierten Hauswand und hält Graffiti für nicht entzifferbare Propaganda.
Das Buch „Er ist wieder da“ ist ein mutiges aber auch hochqualitatives Werk. Es lässt uns beim Lesen lachen, aber auch über manche Dinge nachdenken und uns einige Details in unserer Gesellschaft hinterfragen und der eine oder andere erwischt sich mit Sicherheit dabei, wie er nicht nur über Hitler lacht, sondern auch mit ihm und nicht nur über seine Ansichten den Kopf schüttelt, sondern auch mal nickend zustimmt.

Ich habe schon lange nicht mehr so ein gutes Buch gelesen. Zuerst hatte ich befürchtet, wieder nur so eine Lektüre zu lesen, die krampfhaft darauf ausgelegt ist, komisch zu sein und dabei an Niveau vermissen lässt. „Er ist wieder da“ ist eine wirklich gelungene Satire, die ich nur weiterempfehlen kann.
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am 31. Dezember 2015
Ich bin in einem Bücherladen am Flughafen auf dieses Buch gestossen und wurde sofort angezogen davon. Nicht vom Fakt dass es sich um eine Komödie mit Adolf Hitler in der Hauptrolle handelte, von Hitler-Imitationen und Führerwitzen ist die deutsche Comedy-Landschaft ja mehr als überfüllt, da besteht kein Bedarf mehr. Vielmehr klang der Klappentext äusserst interessant, denn dieser Hitler trifft auf eine zynische, hemmungslose Internetgesellschaft und die Analysen „Hitlers“ über diese moderne Gesellschaft schienen doch vielversprechend. Das Buch hat mich auf jeden Fall nicht enttäuscht und gelesen habe ich es in kürzester Zeit, da es sehr packend war. Gelacht habe ich eigentlich nur selten, das Buch empfehle ich nicht wegen dem Humor, auch wenn dieser zweifellos vorhanden ist, sondern vielmehr wegen der schonungslosen Kritik an der heutigen Welt mit ihren erfolgs- und mediengeilen, desinteressierten und desillusionierten Menschen. Das Buch birgt einige äusserst brillante Momente, wo Timur Vermes deutschen Politiker in Verlegenheit bringen liess indem ihnen Hitler vor der Kamera die Worte aus dem Mund nahm und diese dann ihre Meinung plötzlich nicht mehr so klar vertreten wollten. Man sieht dabei, in der Politik (oder allgemein der Öffentlichkeit) kommt es nicht auf den Inhalt des gesagten an, sondern darum kein Nazi zu sein. Vor Hitler hat keiner mehr Angst, der ist zur Witzfigur geworden, aber davor ertappt zu werden in gewissen Momenten wie ein Nazi zu denken haben alle Deutschen Angst. Irgendwie bedenklich zudem wie in diesem Roman Hitler im Jahr 2011 wieder wie schon in den 30er-Jahren vom ganzen Land als nicht gefährlich eingeschätzt wird und man ihn nicht nur gewähren lässt sondern im geradezu freiwillig den Weg ebnet zur Macht.
Auf jeden Fall ein empfehlenswertes Buch, sehr unterhaltsam, anregend und bisweilen amüsant. Ich bin mal gespannt auf die Verfilmung.
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am 13. Dezember 2015
I read it in German and English because I wondered if and how it is possible to translate this very unique writing style. There are sentence constructions over half a page or more and word creations which made the book so (for the lack of a better word) pleasurable to read. Also, for me, it is a history book in disguise. As for the "fun" part: To really fully understand the humor in this book you have to know a lot of political facts, everything about pre ww2, ww2 as well as the latest political szene. I googled a lot throughout the book. Whenever the author referred to a person or situation, I wanted to know more about it, I had to know more about it to understand why this was supposed to be funny. Often he just throws out a remark, one sentence meant to be funny, but it is just funny if you know all details of the big players of nazi history. So I dove into it. I ended up reading so many biographies, watched YouTube and documentaries, I learned about facts hardly anybody knows anymore nowadays although they were so massively important back in the day in order to understand.history. So I read the book in parts and over a long time period, always interrupted by additional education. For me it was the only way to read that book and I feel enriched. I found another depth in my understanding of Germany's history. It's not a blunt "haha, laugh out loud" kind of book. Very, very well researched, very, very true to historical facts, written in a unique way it does surprisingly manage to make you grin. A lot.
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