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TOP 100 REZENSENTam 28. September 2012
Mit ihrem ersten Roman seit dem Ende der überaus populären Harry-Potter-Reihe entführt uns J. K. Rowling in eine englische Kleinstadt, die ebenso gut in jedem anderen (westlichen) Land dieser Welt liegen könnte.
Die Geschichte beginnt mit dem völlig überraschenden Tod von Barry Fairbrother, einem Lokaljournalisten und Gemeinderat mit großem Herzen, der sich unermüdlich für die Bedürftigen und Unterprivilegierten aus der Sozialsiedlung eingesetzt hat. Wir erleben mit, wie verschiedene Bürger der Gemeinde mit völlig unterschiedlichen Vorstellungen um den durch Barrys Ableben vakant gewordenen Platz im Gemeinderat kämpfen, wobei sie nicht gerade zimperlich vorgehen.

In den ersten Kapiteln führt Rowling eine beachtliche Anzahl an Figuren ein und verknüpft deren Geschichten, Sorgen und Probleme gekonnt miteinander. Sie erzählt von dysfunktionalen Familien und Streit unter Nachbarn, von Liebesaffären ohne Liebe, von Hoffnungslosigkeit und Verwahrlosung, von häuslicher Gewalt und vom Drogenmissbrauch, von Eltern und Kindern, die einander nur noch Verachtung entgegenbringen, kurzum, vom ganz normalen Wahnsinn, der wohl jedem von uns bekannt ist.

Die Atmosphäre ist provinziell, die Handlung mitunter trostlos und entlarvend. Die Autorin rührt tief in den menschlichen Niederungen und beschreibt Abartigkeiten, vor denen niemand verschont wird. Sie beschreibt, wie hilflos Lehrer/innen und Sozialarbeiter/innen den Problemen ihrer Schutzbefohlenen gegenüberstehen und oft nicht in der Lage sind, das Schlimmste zu verhindern. Sie beschreibt ungesunde Familienverhältnisse und wendet sich unbequemen Wahrheiten zu, die niemand wahrhaben will.

Die sprachlichen Mittel, zu denen Rowling greift, sind stilistisch nicht hochwertig, die Sprache, die sie verwendet ist roh, derb und alltagssprachlich, die Dialoge sind oft anstößig und nichts für Zartbesaitete.
So beschimpfen sich Eltern und Kinder gegenseitig aufs Abscheulichste und nicht nur in der Sozialsiedlung, sondern auch in den noblen viktorianischen Vorstadthäusern spielen sich dramatische Szenen voller Hass, Verachtung und Gewalt ab.
Es ist gewiss nicht das literarisch hochwertigste Buch, dass jemals geschrieben worden ist, aber dennoch lesenswert, denn es spricht Alltagsprobleme an, die niemandem, der mit offenen Augen durchs Leben geht, fremd sind. Von mir gibt es daher 4 bis 5 Sterne.

Wenn Sie, lieber Leser/liebe Leserin, es unerträglich finden zu lesen, dass Eltern und ihre Kinder sich gegenseitig beschimpfen und zerstören, dass Frauen weder sich selbst noch ihre Kinder vor roher Gewalt schützen, dass "brave" Bürger fiese Intrigen schmieden, dass Jugendliche auf dem Friedhof vollkommen lieb- und gefühllosen Geschlechtsverkehr haben und dass alle paar Seiten wüste verbale Ausdrücke en masse benutzt werden, können Sie sich die Lektüre dieses Buches und den Ärger über die Zeit- und Geldverschwendung ersparen.

Sollten Sie sich doch für den Kauf (oder für das Ausleihen) dieses Romans entscheiden, erwartet Sie meiner Meinung nach eine gut erzählte, gesellschafts- und sozialkritische Geschichte mit einer Vielzahl an Protagonisten und Handlungssträngen, welche Rowling gekonnt zusammenlaufen lässt. Besonderes Augenmerk hat sie dabei auf ihre jugendlichen Protagonisten gelegt, die für mich persönlich die interessantesten Figuren des Romans sind.
1717 Kommentare489 von 539 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 9. Oktober 2012
Die Erfolgsautorin von Harry Potter meldet sich zurück mit einem neuen Roman, der auch nach dem Lesen noch eine ganze Weile nachklingt.

Sobald der beliebte und viel zu früh verstorbene Barry Fairbrother beerdigt ist, geht im kleinen Städtchen Pagford der Kampf um den freigewordenen Sitz im Gemeinderat los - als "Krieg" , wie der Klappentext es beschreibt, würde ich es allerdings nicht bezeichnen. Höchstens ein kalter Krieg, der sich langsam aber absehbar stetig hochschaukelt, und unter anderem von Vorkommnissen angefacht wird, die eigentlich gar nicht direkt etwas mit dem Gemeinderat zu tun haben, denn neben dem Wetteifern um den Platz dort haben alle Charaktere auch noch mit ihrem eigenen Leben zu kämpfen, denn so richtig zufrieden scheint keiner von ihnen zu sein. Doch der aufkeimende Streit um die Mitgliedschaft im Rat bringt noch so manch anderen Stein ins Rollen...

J.K.Rowling ist eine unglaublich gute Beobachterin und Menschenkennerin. Die Charaktere sind jeder für so detailreich beschrieben, dass man fast glaubt, sie so gut wie sich selbst zu kennen und jeden ihrer Schritte deshalb glasklar nachvollziehen kann. Aber sie sind auch deshalb so vielschichtig, weil ihre negativen Seiten gnadenlos mit ins Licht gerückt werden. Absolut jeder der Charaktere hat Schwächen, Macken, Rachegedanken, Süchte, Ticks, Hintergedanken, Affären, liebt oder hasst eine der anderen Personen im Buch mit einer lodernden Inbrunst. Dadurch wird das Lesen etwas anstrengender, weil man in sich so viele Fakten über jeden Einzelnen aufnehmen muss, aber es gibt dem Buch auch eine ungeheure Tiefe und macht die Charaktere so menschlich wie ich es in wenigen anderen Büchern gespürt habe. Hut ab für diese herausragende Erzählleistung!

Die Geschichte bekommt der Leser aus stetig wechselnden Perspektiven geschildert. Nicht nur der Fokus auf die Story, sondern auch das Alter der jeweils beobachtenden Figur ändern sich. So wird die Handlung nicht nur aus der Sicht von 5 Jugendlichen, sondern auch durch die Augen von deren Eltern- und teilweise sogar Großelterngeneration gezeigt. Anfangs scheint das ein wenig gewöhnungsbedürftig, nachdem man in Harry Potter sieben Bücher lang praktisch aus Harrys Sicht die Geschehnisse verfolgt hat. Aber gerade deshalb war es spannend, so viele grundverschiedene Sichtweisen auf das hier vorliegende Problem zu bekommen, sodass man sich als Leser aus all den Meinungen der Protagonisten eine eigene zusammensetzen konnte.

Das Schöne ist, dass J.K.Rowling in diesem Roman ihre einzigartige Erzählstimme aus den Harry Potter-Romanen nicht verloren hat, für die ich sie immer so geschätzt habe. Ich finde, gerade so etwas macht einen wirklich guten Autor und sein indiviuelles Profil aus: dass er, egal welches Genre und für welches Alter er gerade schreibt, seinen Stil beibehält. J.K. Rowling hat das geschafft und sich etabliert - obwohl nach dem Ende der Potter-Bücher nicht alle damit gerechnet haben.

Im Übrigen finde ich es noch wichtig zu erwähnen, dass Ein plötzlicher Todesfall defintiv kein Buch für Kinder ist. Es ist ein sehr nachdenkliches und gesellschaftskritisches Werk, das kein Blatt vor den Mund nimmt und vorallem die Schattenseiten und den harten Alltag der Protagonisten (und letztlich auch der Leser) versucht einzufangen und zu reflektieren. Um der Realität willen nutzt Rowling hier auch teilweise deutlich harschere Sprache als in Harry Potter, sodass der Leser z.T. mit einige Kraftausdrücken konfrontiert wird, je nachdem in welcher Gesellschaftsschichts sich die Handlung gerade bewegt. Aber auch Humor findet seinen Platz in dieser Geschichte. Nach dem Lesen dieses Buches ist mir aufgefallen, wie aalglatt und beschönigt viele Bücher ihre Protagonisten rüberbringen und wie blutleer sie im Gegensatz zu den Figuren hier sind.

Einige Rezensionen haben bereits verlauten lassen, die im Buch gezeigten Geschehnisse seien überspitzt oder zu negativ dargestellt, aber ich hatte beim Lesen stets das Gefühl, jedes Wort und jede geschilderte Handlung seien vollkommen realistisch und nachvollziehbar. Meiner Meinung nach ist es gerade diese Tatsache, die es schafft, dass einen das Buch (insbesondere der Schluss) zum Nachdenken bringt und auch nach Ende der Lektüre noch eine Weile nicht loslässt.
Auch der Vorwurf der Langatmigkeit ist nicht gerechtfertigt - das Buch ist nunmal anspruchsvoller und darauf muss man sich einlassen und sich die Zeit nehmen, alles zu verarbeiten.

Ein bewegendes Buch und der Beweis, dass J.K.Rowling auch abseits von Harry Potter eine talentierte Autorin ist.
0Kommentar72 von 81 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 30. September 2012
Die Presse urteilt scharf über den neuen Roman von JK Rowling. Zu langatmig die Geschichte, zu banal die Figuren, zu vulgär die Sprache ... da könnte einem ja glatt die Lust am Lesen vergehen. Aber da ich selber denken kann und urteilen möchte, habe ich mir doch den Roman gekauft und ... in einer Nacht durchgelesen.

Ja, stimmt, das hat nichts mit Potter zu tun, was Rowling hier schreibt. Aber sie wagt etwas Neues, das mich schockiert und zugleich tief berührt hat. Mit großer Menschenkenntnis und genauer Beobachtungsgabe macht sie ihre Leser mit der Doppelgesichtigkeit einer Kleinstadtgesellschaft bekannt. Sie schafft großartige Figuren, die ungemein echt sind und zum Nachdenken anregen. Gerade mit den jungen Charakteren fühlt man sehr mit. Was sie über soziale Benachteiligung in unserer Gegenwart schreibt, ist glaubwürdig. Ich bin vollkommen eingetaucht in diese reale Welt, die sie hier entwirft, und musste am Ende weinen, da mich insbesondere das Schicksal des Mädchens Krystal sehr berührt hat. Okay, liebe Kritiker, ich habe beim Lesen gefühlt und mitgelitten, ich habe gelacht und geweint und über so manches nachgedacht ... eigentlich gar nicht so schlimm, oder?

Also mein Fazit: Unbedingt lesen! Ein ganz besonderer Roman!
77 Kommentare216 von 245 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 7. Oktober 2012
Wenn ich beurteilen soll, ob ich ein Buch weiterempfehlen kann, frage ich mich immer, was es mit mir gemacht hat. Will ich es schnell zuende lesen, weil ich unbedingt wissen will, wie es weiter geht? Denke ich in der Zeit, in der ich nicht lese, über das Gelesene nach? Und verändert ein Buch den Blickwinkel auf die Dinge, die in dem Buch behandelt werden?
Bei "Ein plötzlicher Todesfall" muss ich alle Fragen mit "ja" beantworten - ich habe es eben zuende gelesen und ich bin mir sicher, dass es mich noch eine Weile beschäftigen wird. Ich habe es schnell gelesen und bei jeder freien Minute, die sich mir bot, einige Seiten gelesen. Und es hat mich traurig und berührt zurück gelassen. Für mich ist es also ein lesenswertes, gutes Buch - ich bin froh, dass ich es trotz vieler negativer Kritiken gelesen habe.
44 Kommentare127 von 145 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 500 REZENSENTam 22. November 2012
"Ein plötzlicher Todesfall" von J.K. Rowling - der Roman nach "Harry Potter" und der Versuch der Autorin sich auch außerhalb der Jugend-Fantasy zu etablieren. Meiner Meinung nach hätte "Ein plötzlicher Todesfall" inhaltlich auch das Potenzial zu einem sehr guten Roman, aber leider hat die Autorin einfach zu viel gewollt.

Inhalt: Als Barry Fairbrother plötzlich verstirbt, ist die kleine Gemeinde Pagford über seinen frühen Tod geschockt - zunächst. Denn Barry war Gemeinderat und Unterstützer der sozial schwachen Siedlungen am Rande der Gemeinde und durch den nun frei gewordenen Sitz im Rat wittern sowohl Barrys Gegner als auch seine Freunde eine Chance, in der Politik ein wenig mitzumischen. Hinter den Türen Pagfords nehmen die kleinen Verschwörungen und Intrigen ihren Lauf, die den kleinen Ort in den nächsten Tagen bis zur entscheidenden Wahl beschäftigen werden.

Barry, Mary, Kay, Gavin, Declan, Fergus, Niamh, Siobhan, Parminder, Vikram, Sukhvinder, Jaswant, Rajpal, Stuart, Andrew, Krystal, Tessa, Terri, Cheryl, Robbie, Simon, Nana Cath, Ruth, Paul, Colin, Lexie, Libby, Samantha, Shirley, Howard, Miles, Maureen, Gaia...
Das sind einige Namen, die im Laufe von Rowlings Geschichte fallen werden. Manche wichtiger, manche unwichtiger, wobei es nichts gibt, was einen eher nebensächlichen Charakter davon abhalten könnte, plötzlich - und sei es nur für ein paar Seiten - in den Mittelpunkt zu rücken. Gerade am Anfang habe ich mich viel zu oft gefragt: "Wer war das noch mal?". Welche Position vertritt die Figur, wer gehört zu welcher Familie, wer verbirgt sich hinter Spitznamen wie Pingel, Fats oder Arf? Eine Übersicht gibt es nicht, feste Perspektiven innerhalb eines Kapitels gibt es nicht - einfach zurückblättern und die Antwort auf die Frage finden ist mindestens umständlich, wenn ich sogar manchmal fast unmöglich. Einige Figuren kommen aus dem nichts, verschwinden wieder, tauchen erst viele Kapitel später wieder auf. Das, zusammen mit der Vielzahl der Charaktere, macht die erste Hälfte von "Ein plötzlicher Todesfall" nicht gerade zu einem Lesevergnügen. Neben der Handlung selbst muss sich der Leser sehr auf Namen und Zugehörigkeiten der Protagonisten konzentrieren und kann bei all dem Kramen nach den Erinnerungen schnell den Überblick verlieren.

Hinzu kommt, dass die Geschichte am Anfang, nach Barry Tod, recht schwerfällig in Gang kommt. Es hieß also gerade auf der ersten Hälfte des Romans hochkonzentriert einen eher trockenen Stoff zu lesen - das sorgte bei mir für erhebliche Längen. Selbstverständlich sollte niemand ausgehend von seiner Begeisterung für die Harry-Potter-Bücher zu diesem Roman greifen, da schon der Inhalt darauf verweisen sollte, dass es sich hier um etwas völlig anderes handelt, aber dennoch ziehe ich jetzt einen kleinen Vergleich: Rowlings neuem Werk fehlt die Leichtigkeit. Hier wurde viel gewollt, unzählige Schicksale, soziale und familiäre Abgründe wurden auf 570 Seiten gepackt, um dem Leben einer ganzen Stadt gerecht zu werden. Weniger wäre wahrscheinlich mehr gewesen. Mehr Übersichtlichkeit, weniger Verwirrung. Außerdem fehlen unter den Charakteren die Identifikationsfiguren, die Sympathieträger. Denn die Abgründe des sozialen und politischen Miteinanders stehen für Rowling zweifellos im Mittelpunkt und die meisten Figuren verkörpern Tristesse und Missmut.

Wenn sich der Leser erst einmal eine Übersicht geschaffen hat, wird der Roman spannender und gipfelt in einem fantastischen Ende, in dem das Talent der Autorin zweifelsfrei wieder aufblitzt. Es ist außerdem hervorragend geschrieben, die Geschichte ist - im Nachhinein betrachtet - in sich stimmig und sehr durchdacht, was allerdings leider während des Lesens teilweise von der undurchsichtigen Charakterkonstellation verborgen wird. Bei der Perspektive bleibt die Autorin sich treu. Sie wählt den allwissenden Erzähler, der ohne festes Muster und erkennbare Übergänge vom Innenleben eines Charakters zum nächsten wechselt. Dadurch, dass Rowling jedem ihrer unzähligen Charaktere eine Menge Ballast aufbürdet, bleibt der Roman atmosphärisch durchgehend eher düster. "Ein plötzlicher Todesfall" ist schwere Kost, kein leichtes Lesevergnügen, und auch wenn das nicht zwangsläufig etwas Schlechtes ist, lechzte ich irgendwann nach ein kleinen Lichtblick in all den grauen Gedanken. Doch es kam keiner.

Fazit: Der große Wurf ist es nicht. Mit "Ein plötzlicher Todesfall" hat Rowling viel gewollt - zu viel. Das soziale Leben einer ganzen Kleinstadt tummelt sich in diesem Roman, der eine drückende, graue Stimmung versprüht. Es ist lange unübersichtlich und hat deutliche Längen. Erst das Ende hat mich richtig mitgerissen. 3 Sterne
44 Kommentare17 von 19 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 2. Oktober 2012
Ein Mann stirbt, eine kleine Gemeinde wird erschüttert, und nach und nach werden die alten und neuen Intrigen, Tragödien und Fehden enthüllt, die von deren Bewohnern tagtäglich gesponnen werden. Und was sich hinter verschlossenen Türen abspielt, steht im krassen Gegensatz zum unbefleckten Auftreten dieses beschaulichen Ortes.

Als Anhängerin der Autorin Joanne K. Rowlings neues Buch zu lesen, ist wie aus einem schönen Traum aufzuwachen und in eine unbarmherzige Realität geschleudert zu werden, die die Schattenseiten des Lebens verdichtet und zu einem Kloß werden lässt, den man erstmal schlucken muss. Das erschreckende Bild, das sich dort bietet, fasziniert auf dieselbe Weise wie es abstößt, und obwohl man den Drang verspürt, den Blick abzuwenden und sich wieder mit etwas Schönerem zu beschäftigen, wird man doch nach und nach in die Geschehnisse dieser gnadenlosen Szenerie verstrickt, die nach außen hin weiter ihre scheinheilige Idylle aufrechtzuerhalten versucht.
Nur wenig war ihm Vorhinein über das Buch bekannt, und selbst wer keine Neuaufsetzung der Harry Potter-Romane erwartet hat, sieht sich schon auf den ersten Seiten verwirrt, schockiert und seltsam entwurzelt nach dem Zaubererreich, in das Rowling uns einmal zu entführen pflegte.
Hat sie doch schon damals bewiesen, dass sie in der Lage ist, äußerst komplexe Handlungsstränge, in welche eine Vielzahl verschiedener Charaktere verworben sind, zu entwerfen und den Leser geschickt auf gewundenen Pfaden durch ihre Geschichten zu führen, so hat sie doch auf brutale Weise mit ihrem bisherigen Stil gebrochen, und das nicht nur im Bereich der Semantik.

Besonders zu Beginn stellte sich bei mir der Eindruck ein, dass sie den Ausbruch aus der "Kinder- und Jugendliteratur", die sie bekannt gemacht und dafür gesorgt hat, dass ihr neues Werk auch ohne eine besonders aussagekräftige Inhaltsangabe zu einem Kassenschlager werden wird, zu verbissen umzusetzen versucht, sodass ihre sprachliche Umsetzung, obwohl inhaltlich passend, zumindest auf bisherige überzeugte Leser gezwungen und befremdlich wirken wird. Ihr kalter Fingerzeig auf die Schauplätze und Figuren lässt kaum Spielraum für Identifikation oder warme Momente beim Lesen, und das macht "Ein plötzlicher Todesfall" zu einem schweren Stück Lesestoff.
Hat man es aber einmal über sich gebracht, den Namen der Autorin in den Hintergrund rücken zu lassen und sich diesem neuen Stil zu öffnen, so wird man feststellen, dass die Geschichte um das beschauliche Pagford durchaus Potenzial entwickelt und deutlich tiefsinniger ist als ein hartherziger Blick auf die tiefsten Abgründe der Menschen. Das Buch fesselte mich, sogar in Verbindung mit Widerwillen in Gedenken an Rowlings literarischen Wandel, und so ließ es sich auch flüssig und ohne Längen lesen. Nachdem man einmal Eingang in das komplizierte Netz der Pagforder Gemeinde gefunden hat, entwickelt man Interesse an dem "Krieg", wie er im Klappentext beschrieben wird. Die sich entwickelnden Skandale bleiben konstant scharf und sich gegenseitig fremd und verdichten sich zum Ende hin doch zu einem gemeinsamen Ausgang, der nicht enttäuscht.

Dennoch bin ich mir auch nach Beenden der Lektüre immer noch nicht sicher, ob ich das Buch nun eigentlich mochte oder nicht.
Sympathische Figuren sind schmerzlich zu vermissen, die Entwicklung der Handlung, obwohl berührend und zum Nachdenken anregend, verbleibt bei den ausweglos dramatisierten Problemen dieser kleinen und festgefahrenen Figuren. Schließlich hat man das Gefühl, noch immer am Anfang zu stehen und keinem rechten Wandel beigewohnt zu haben.
Es ist fraglich, ob das Skript ohne den erfolgversprechenden Namen der Autorin viele Diskussionen ausgelöst hätte, und trotz aller guten Vorsätze ist ein Vergleich zu Harry Potter unumgänglich. Sich davon zumindest literarisch zu lösen, ist Rowling auf jeden Fall gelungen - aber ob dies erstrebenswert ist, bleibt wohl der Meinung des einzelnen Lesers überlassen.
Ich persönlich stelle fest, dass ich wirklich hoffe, dass ihr nächstes Buch wieder in eine ganz andere, angenehmere Richtung geht - denn dafür haben ihre Leser Rowling kennen und lieben gelernt und dies ist ein Erfolgsrezept, das meiner Meinung nach nicht umgeworfen werden muss -, dennoch bleibt das Buch für sich stehend ein lesenswerter Roman, der ihr hoffentlich weiterhin das Interesse sichern wird, das sie als wirklich talentierte Autorin verdient.
1313 Kommentare96 von 111 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Ich gebe zu, das ich das Buch nur wegen Rowling gelesen habe... hätte das Buch im Laden gelegen und wäre von einem anderen Autor gewesen, hätte ich es vermutlich nicht gekauft. Einfach weil es nicht mein Themengebiet ist. Ich lese mehr Krimi, Thriller, Fantasy, Historische Romane. Dies ist inhaltlich nicht mein übliches Terrain.

Es ist in keinster Weise mit Potter zu vergleichen (ich mag Potter sehr!!). Was ja nicht bedeuten muss, dass das schlecht ist. Jedenfalls konnte ich das Buch nicht so locker flockig weglesen wie Potter. Ich musste Pausen einlegen, was anderes machen, selbst wenn es nur 10 Minuten waren.

Meiner Meinung nach hält das Buch uns allen einen Spiegel vor.
Es ist Gesellschaftskritik und zeigt, das jeder, auch wenn er noch so gut ist bzw. sein will, im Grunde ein Egoist ist, der sich heuchlerisch und lügend durchs leben schlägt - natürlich immer mit guten Vorsätzen. Jeder will eine Fassade aufrechterhalten, obwohl in Wirklichkeit alles verlogen und hässlich ist. Der eine mehr, der andere weniger extrem. Besonders der Schluss ist schwer zu ertragen. Soviele Möglichkeiten das Unausweichliche zu verhindern, aber jeder hat was anderes total wichtiges zu tun und ist im Grunde nur mit sich und seiner Situation beschäftigt. Ich finde, Rowling ist ziemlich nah an der Realität und genau so könnte es (gerade) passieren, in der eigenen Stadt.

Schwierig fand ich den Einstieg: viel zu viele Personen, der ständig wechselnde Blickpunkt aus dem die Geschichte erzählt wird... doch am Ende werden alle Handlungsstränge auf eine Situation zusammengeführt. Gekonnt, wie ich finde. Es hat bestimmt 100 Seiten gebraucht, bis ich mit dem Erzählstil warm geworden bin. Danach war es sehr fesselnd und ich musste, mit kurzen Pausen, immer weiter lesen.
Wer verspielte und ausgeschmückte Szene a la Potter erwartet, sollte das gleich vergessen. Es ist hart, rau, kalt und humorlos in diesem Buch. Kein Platz für heile Welt, weil es keine heile Welt gibt. Jeder gegen jeden: Schüler gegen Lehrer, Kinder gegen Eltern, Ehepartner gegen Ehepartner, arm gegen reich, Männer gegen Frauen... und am Ende sogar gegen sich selbst.

Vorwürfe mache ich dem Verlag bzw. denen, die für die PR zuständig sind.
Das Buch wird schlicht falsch beworben. Ich habe gedacht, es würde in Richtung Krimi gehen. Das ist es aber nicht. Auch ein Thriller ist es nicht. Es ist nicht mal "spannend". Doch genau das, wird meiner Meinung nach suggeriert. Es ist schlicht Gesellschaftskritik. Es ist negativ, ohne Hoffnung, bedrückend, es zeigt so manche Sinnlosigkeit und es zeigt wie heuchlerisch wir sind - bewusst und unbewusst.
Davon mal ab, ist das Cover potthässlich.

Mich wundert es nicht, das es viele negative Reaktionen auf das Buch gibt. Die PR mit Geheimhaltungsstufe extra deluxe hat so manche Erwartung geschürrt und jetzt haben die Medien das Problem etwas zu verkaufen, was sie nicht erwartet bzw. vorher aufgebaut haben. Was sollen sie auch machen? Das Buch bejubeln, dann müsste man zugeben, das es genau so ist. Das Buch verreissen ist natürlich einfacher. Besonders in einem Lese-Live-Ticker wird es schwer, dieses Buch würdig zu bewerten... kann man doch weder über den Text lachen, noch gibt es "den" Bösewicht, noch ein gutes Ende. Worüber also schreiben?
Wenn man mit der falschen Erwartung an ein Buch geführt wird, ist man als Leser natürlich enttäuscht, wenn es was ganz anderes ist. Wenn ich also einen Krimi bzw. was spannendes erwarte, kriege dann aber ein Buch über die Konflikte in einer Kleinstadt betreffend des Hartz4-Ghettos am Stadtrand... muss ich mich nicht wundern, wenn es negative Meinungen hagelt. Wobei diese negativen Meinungen ja anscheinend auch vorwiegend in der Presse geschrieben werden. Hier bei Amazon.de scheint es anders zu sein, da überwiegen die positiven Stimmen. In England ist es anders.

Ich finde, Rowling hat ein gutes Buch geschrieben. Es ist unbequem, es ist sperrig, keine leichte Kost. Es ist soweit wie nur irgendmöglich von Potter entfernt. Es ist ehrlich. Es ist hoffnungslos und doch ein klitzekleinesbisschen hoffnungsvoll.

Ich kann es empfehlen und freue mich schon jetzt auf das nächste Buch von Rowling.
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am 6. Januar 2013
Wie viele Rezensionen habe ich jetzt schon gelesen, in denen stand, dass man "Ein plötzlicher Todesfall" nicht mit Harry Potter vergleichen kann, weil es eine ganz andere Thematik ist? Antwort: Seeehr viele. Und eigentlich wollte ich diesen Satz nicht auch noch in meine Rezension aufnehmen, aber Fakt ist: Das ist nun mal die Wahrheit :D

Ich habe das Buch gelesen und einfach so getan, als ob ich eine neue Schriftstellerin entdeckt habe. Wer ist eigentlich diese J. K. Rowling? Noch nie gehört. Und ich denke das hat ganz gut geklappt.

Noch nie habe ich ein so intelligentes, geheimnisvolles und spannendes Buch gelesen. Zugegeben, der Anfang ist ein wenig schleppend, aber auch nur, weil man erstmal ein Gefühl für die ganzen Personen kriegen muss. Wenn man diesen Punkt überwunden hat, kann man das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

Es fällt mir schwer das Buch in ein Genre einzuordnen. Oft habe ich schon das Wort "Milieustudie" im Zusammenhang mit "Ein plötzlicher Todesfall" gelesen und das ist wahrscheinlich auch das Treffendste. Aber ein bisschen Krimi, Drama und Tragik steckt da auch drin.

Zum Schreibstil: Den fand ich manchmal schon sehr vulgär. Mit Kraftausdrücken wird definitiv nicht gespart. Aber das macht die ganze Geschichte vermutlich einfach authentischer. Es werden nun mal Themen wie Drogen, Verrat, Missbrauch und Gewalt behandelt, warum sollte man das alles durch die rosarote Brille sehen. Aber dafür sollte es einen FSK 18 Stempel geben ;)

Die Protagonisten in "Ein plötzlicher Todesfall" haben alle ihre Geheimnisse und irgendwie scheint niemand in dem Buch glücklich zu sein. Ich selbst bin irgendwie in eine trostlose Stimmung verfallen, als ich das Buch gelesen habe.

"Ein plötzlicher Todesfall" hat mich nach den negativen Kritiken wirklich überrascht. Selten liest man so einen sozialkritischen, intelligenten Roman. Hat man die ersten 100 Seiten von diesem Buch geschafft, reißt einem Geschichte einfach nur noch mit.
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am 5. November 2012
Ich habe das Buch jetzt gelesen und mir eine Meinung dazu gebildet. Kurz gesagt, finde ich es bei weitem nicht so schlecht, wie erste Kritiken es vermuten ließen. Für mich ist es ein sozialkritischer Gesellschaftsroman. Wenn es in Harry Potter Band 7 am Ende heißt: "All was well", so zeigt die Autorin hier, dass dies nicht stimmt. Die Schicksale der einzelnen Protagonisten werden mit großem Engagement und Empathie für die handelnden Personen beschrieben. Dass es für zwei davon tragisch endet, ist traurig, aber durchaus realistisch.

Die beschriebenen Kritikpunkte - etwa von der aus meiner Sicht besten Rezension von Felicitas von Loewenberg in der FAZ sind alle zutreffend. Vor allem gibt es zu viele Figuren und es fehlt eine "Übersichtstafel". Auch kommen zu viele Wiederholungen vor. Das sind die unbestreitbaren Schwächen des Buches.

Aber dennoch hat mich das Buch durchaus gepackt, das Schicksal von Andrew Price und seinem Freund "Stu" Wall, genannt Fats, aber auch das Schicksal von Krystall und ihrem kleinen Bruder hat mich nicht kaltgelassen. Was Spießertum, Neid und Hass bewirken können, wird hier beklemmend deutlich. Manchmal hat mich das Buch daher an Romane von Kettenbach erinnert, wenn Rowling auch ihren eigenen Stil hat und Kettenbach literarisch eindeutig besser schreibt.

Ich hätte - wenn ich es nicht gewußt hätte - Rowlings Stil nicht wiedererkannt. Vielleicht ist es das Problem der Autorin, dass Prominenz möglicherweise auch ein Nachteil sein kann. Die Erwartungen waren einfach zu hoch. Aber ihr Anliegen, ein realistisch-düsteres Bild der Unterschicht - beispielhaft in der Sozialsiedlung Fields - zu beschreiben, ist der Autorin m.E. gelungen. Ich war letztes Jahr auf Urlaubsreise in London - und kurz nach meiner Rückkehr gab es die Unruhen in dieser Stadt. Ich konnte die Wut der Menschen durchaus nachvollziehen, weil der Gegensatz arm-reich einfach zu deutlich sichtbar war.

Nun spielt der Roman zwar in einer - scheinbar - idyllischen Kleinstadt, aber es wird deutlich, dass auch hier eben nicht alles "well" ist und welche Probleme sich in der zunehmenden Spaltung der Gesellschaft in arm und reich auftun können. Und diese Spaltung ist in Großbritannien deutlich sichtbar. Dies an - aus meiner Sicht durchaus differenzierten, authentischen und damit glaubhaften Charakteren gezeigt zu haben, die mein Mitgefühl bekommen haben (Krystall, Rob, Tessie, Fats, Andrew) - darin liegt die Stärke des Buches.

Insgesamt also ist für mich als Fazit festzuhalten: die von mir hier geposteten Kritiken haben m.E. zwar nicht unrecht, aber mich haben diese erkennbaren Schwächen des Romans nicht gestört. Er könnte kürzer und straffer sein, aber insgesamt hat er sein Ziel erreicht: mit sympathischen Charakteren ein Grundproblem der heutigen Gesellschaften aufzuzeigen: die wachsende Armut und die Spaltung in arm und reich. Dies ist der Autorin m.E. durchaus gelungen und lässt mich über die erkennbaren Schwächen des Buches hinwegsehen. Ja, insgesamt habe ich es mit Interesse gelesen und ja, es hat mir gefallen. Ein Buch, welches zu Herzen geht und mich nachdenklich zurückgelassen hat. Wenn dies das Ziel der Autorin war, hat sie es - bei mir - erreicht.
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TOP 1000 REZENSENTam 31. Dezember 2012
J.K. Rowling hätte es sich einfach machen können. Gar nichts mehr zu schreiben wäre die eine Option gewesen, ein Konsensbuch, möglichst mit Fantasy-Schwerpunkt und Identifikationsfiguren zum Wohlfühlen wäre die andere. Eine Buch über eine englische Kleinstadt und Grabenkämpfe um einen Sitz im Gemeinderat, da könnte man einen Stoff draus spinnen, wie von Inga Lindström entworfen, mit einem edlen Gutsherren, einer schönen Waise, einem geheimnisvollen Fremden und diversen schrulligen Alten, dazu ein paar Pferde, Cottages, grüne Wiesen und ein happy End... Aber J.K. Rowling hat etwas völlig anderes gemacht , etwas Schwerverdauliches, etwas so gar nicht zum Wohlfühlen und ein entzaubertes Bild einer Kleinstadt gemalt, einer Stadt voller Dursleys und Malfoys, um im Harry –Potter- Universum zu bleiben. Mit viel Elan, Wut und Verve führt sie den Leser schonungslos hinter die Kulissen der Wohlanständigkeit, zeigt Gewalt und Missbrauch, emotionale Kälte, Einsamkeit, Entfremdung, Egoismus, Intrigen und Mobbing in hoher Schlagzahl und ohne den geringsten Weichzeichner. Ein Schrecken jagt den nächsten und wenn man denkt, jetzt könne es nicht mehr ärger kommen, setzt sie noch eins drauf. Nein, das ist kein bequemes Buch. Aber es ist brillant und absolut lesenswert, wenn man mal die rosa Brille abnehmen und sich vergegenwärtigen möchte, wie es leider eben in der Welt zugeht – ganz und gar nicht zauberhaft nämlich und ich wage zu behaupten, dass man nicht bis Fields schauen müsste, um einen Mikrokosmos, nicht viel anders als in „Ein plötzlicher Todesfall“ in jeder größeren Gemeinde, an vielen Schulen, in vielen Häusern hinter verschlossenen Türen vorzufinden. Viele Rezensenten stören sich am Ton, an den vielen Obszönitäten, an der derben Sprache. Erzählt aber ist das Buch ruhig und sauber, nur die Dialoge sind derb, wenn es passt und man möchte gerne die Kritiker fragen, wie sie sich denn ein Gespräch zwischen einer zugeknallten Heroinabhängigen und ihrer vernachlässigten Tochter so vorstellen? Soll man da allen Ernstes verbal Zuckerguss und Blattgold drübergeben? Ebenso viel geklagt wird über die eher spröde Schilderung der sexuellen Kontakte zweier Jugendlicher ausgerechnet auf einem Friedhof. Wenn man sich natürlich vorher durch andere aktuelle Bestseller des Jahres 2012 gelesen hat und noch ganz benommen ist von den operettenhaften Inszenierungen prä- und postkoitaler Ekstase bei Milliardärs oder Vampirs zu Hause, wo alles in fließenden Bewegungen in glamourösen Luxuslocations zelebriert wird, dann ist das hölzerne Gefummel der Jugend von Pagford schon ernüchternd pragmatisch. Aber auch hier passt die Schilderung leider zum Zeitgeist und der ist eher unviktorianisch. „Ein plötzlicher Todesfall“ ist ein Drama, kein Märchen und es ist wirklich keine leichte Kost, das Buch ist traurig und erschütternd und ich kann verstehen, dass viele es langweilig fanden, weil es auf Action verzichtet. Aber das macht es nicht zu einem schlechten Buch. Es ist kein Krimi, es ist kein Märchen, es ist keine Lovestory, es ist ein Buch, das seiner Autorin am Herzen lag, als solches ist es absolut leidenschaftlich geschrieben, ich fand es Klasse und ziehe meinen Hut vor einer Autorin, die den bequemen Weg vermieden und den Lesern nichts zum Wohlfühlen sondern etwas zum Nachdenken gegeben hat.
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