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Kundenrezensionen

96
4,3 von 5 Sternen
The Artist [Blu-ray]
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21 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
... und komplett in schwarzweiß kommt -The Artist- daher. Vor 90 Jahren wäre das im Filmgenre völlig normal gewesen; aber heute? Michel Hazanavicius hatte sein Stummfilmprojekt schon vor 10 Jahren ins Auge gefasst, aber: Niemand nahm in ernst. Wen wunderts? In Zeiten von bombastischen 3-D-Projekten und überwätigender Filmtechnik in Bild und Ton ist -The Artist- ein Atavismus in Reinform. Wie groß ist dann die Überraschung, wenn man als Zuschauer feststellt: Und es funktioniert doch!

George Valentin(Jean Dujardin) ist der Held des Stummfilms im Jahr 1927. Als sein Produzent Al Zimmer(John Goodman) ihn mit dem neu aufkommenden Tonfilm konfrontiert, hat George dafür nur ein mildes Lächeln übrig. Nach einer überragenden Filmpremiere lernt George durch Zufall die Statistin Peppy Miller(Berenice Bejo) kennen. Da Georges Ehe ohnehin kriselt, funkt es zwischen ihm und Peppy. Die erhält eine Rolle im Film und wird in den nächsten Jahren zum absoluten Tonfilmstar. George hingegen verschwindet in der Versenkung. Bis auf seinen treuen Hund verliert er alle Freunde. Nur Peppy denkt noch an ihn. Aber wie soll man jemandem helfen, der sich nicht helfen lassen will? Eine Tragödie steht George Valentin ins Haus...

Sehr schnell kommt man dahinter, was Hazanavicius mit -The Artist- bewegen wollte. Es ist diese Liebe zum Medium Film. Heute scheinen die Wurzeln dieser großen Liebe mehr und mehr zu verschwinden. Dabei sind es weder technische Details noch überbordende Geldmittel, die den Zuschauer ins Träumen und Schwärmen bringen. Es ist(und wird es immer bleiben) die Geschichte, die alles ausmacht. Genau diese Story bewegt einen bei -The Artist- so unglaublich. Das Dujardin und Co. sich in puncto Mimik und Bildsprache enorm umstellen mussten, merkt man der Produktion nicht an. Ganz im Gegenteil. Ich kann mich noch gut an alte Filmproduktionen wie -Die kleinen Strolche- oder die Anfänge von -Laurel und Hardy- erinnern(nicht, weil ich die im Original gesehen habe. So alt bin ich nun auch wieder nicht). Der Zauber, der diesen Filmen innewohnt, ist exakt der selbe der -The Artist- so unglaublich belebt. Dabei schaffen es Dujardin und Co. wunderbar dramatisch und gestenreich diesen Plot mit Klasse bis ans Ende zu führen. Wenn ich allein nur an die Szene denke, wie George Valentin alptraumhaft den Tonfilm durchlebt, wird mir noch immer heiß und kalt.

-The Artist- ist Kino aus den Anfängen des großen Filmtraums. Mag sein, dass das nicht jedem gefallen wird. Allerdings sprechen 5 Oskars schon eine deutliche Sprache, wenn es um Gefallen an der Kinokasse geht. Ich fand, dass allein schon Hazanavicius Idee belohnt werden sollte. Manchmal muss man einen Schritt zurücktreten, um ein besseres, umfangreicheres Bild auf das Medium Film zu erhaschen. Bei -The Artist- ist genau das perfekt gelungen.

Mir hat der neueste Stummfilm aller Zeiten jedenfalls sehr gut gefallen. Ach ja... eins gibt es da noch: 5 Oskars sind ja schön und gut, aber ich hätte 6 vergeben. Ohne Wenn und Aber wäre mein Gewinner für den besten Hund im Filmgeschäft an Uggy gegangen. Der ist schlichtweg brillant...
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 5. Oktober 2012
Ein Stummfilmstar hat mit dem Aufkommen des Tonfilmes und dem Sinken seines Starstatuses einige Probleme. Ein interessanter Einblick hinter die Kulissen der damaligen Verhältnisse der Filmindustrie.

Eines vorweg: Bei "The Artist" handelt es sich um einen Stummfilm mit ständiger Musikuntermalung.Zwischendurch werden Texttafeln eingeblendet.

Zum Film: Hollywood 1927: George Valentin ist ein gefeierter Stummfilmstar. Die ganze Filmwelt und das Publikum verehren ihn. Als er nach einer Filmpremiere der Presse Rede und Antwort steht, begegnet er zufällig einer jungen aber unbekannten Statistin. Als ein paar Tage später eine Tänzerin für einen Film gesucht wird, fällt Valentin diese Frau jedoch durch ihr Tanztalent noch einmal auf. Im Laufe der Zeit entwickelt sich die Schönheit zu einem Star und sorgt mit ihrem Talent dafür, daß Valentin immer mehr in Abseits gerät. Da die Ära des Stummfilmes zu Ende geht, und der Tonfilm in Hollywood Einzug hält, verblasst Valentins Stern allmählich. Was den einstigen Star beruflich wie privat in eine schwere Krise stürzt.

"The Artist" ist ein sehr interessanter Film, denn er gewährt einerseits Einblick in die damaligen Verhältnisse der Filmindustrie, und auch wie Sets und Kameras aussahen, und andererseits wie sich Probleme ergaben, als der Tonfilm den Stummfilm "ablöste". Der Hauptdarsteller gerät in eine Krise, da er zu seiner Stimme offensichtlich kein Vertrauen hat.

Zur Blu Ray: Das Schwarzweiss-Bild, das hier in Format 4:3 vorliegt ist durchaus gut. Die meiste Zeit wird eine ordentliche Schärfe geboten. Manchmal wirkt das Bild jedoch etwas weich und zeitweise konnte ich einen ganz leichten milchigen Schleier an den Bildrändern erkennen, der aber nicht weiter stört, sondern durchaus visuell so beabsichtigt sein kann. Vielleicht um den autobiographischen Effekt zu verstärken, den der Film oft hat. Gesichter der Schauspieler werden in Großaufnahmen meistens klar und scharf wiedergegeben. Filmrauschen ist nur in wenigen Szenen (Stichwort u.a. Ballszene) stärker vorhanden, sonst verhält sich das Rauschen unauffällig. Schwarzwert und Kontrast gehen ebenfalls in Ordnung.

Im Bonusmaterial gibt es ein Making of, Outtakes, Interviews, Einblicke in die Music etc.

Für Fans solcher Filme eine Kaufempfehlung von mir
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65 von 78 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 12. Februar 2012
Wir schreiben das Jahr 1927. George Valentin (Jean Dujardin) ist der Star von Hollywood. Sein (Stumm)Filmheld ist eine Mischung aus Clark Gable und Errol Flynn und so begeistert er die Massen und die Kinos sind proppenvoll. Auch nach Drehschluss kann George seine Rollen nicht ablegen und führt sich auf wie Douglas Fairbanks höchstpersönlich. Als dann der Tonfilm und dessen Stars das Publikum immer mehr begeistert und der Stummfilm dem Untergang geweiht ist, will George das nicht wahrhaben und kämpft zunächst noch dagegen an...

The Artist ist eine Verbeugung vor der großen Stummfilmzeit und ihren Machern und Stars. Gleich in der ersten Szene eine eindeutige Hommage an Metropolis, dessen Entstehungsjahr ja auch 1927 ist. Alles ist auf Authenzität getrimmt. Das Filmformat ist ein etwas schiefes 4:3, der Vorspann ist wie damals und auch der berühmte Schriftzug "Hollywood" über L.A. ist noch das originale "Hollywoodland". Klar, Farbe und Ton sucht man auch (fast) vergebens bis auf die Musik, die, wie es sich für einen Stummfilm eben gehört, die Handlung und die Emotionen perfekt unterstützt.

Jean Dujardin spielt sich wirklich die Seele aus dem Leib. Mit jeder Faser gibt er den stummen Schauspieler, der mit Mimik und typisch theatralischer Gestik seine unverwundbaren Filmhelden zum Leben erweckt. Das macht er mit soviel Charme und Witz, das das Zuschauen eine wahre Freude ist. In einer Szene macht er sich auch ein wenig lustig über das damalige übertriebene chargieren der Schauspieler. Bei einem Dreh zu seinem neuen Film - er spielt einen Agenten - muss George Valentin mehrere Takes vornehmen, bis die Aufnahme passt. Mit jedem neuen Take wird sein Blick und seine Gestik verruchter und exzentrischer. Zum Schreien komisch aber trotzdem nicht herablassend gemeint, eher mit einem humorvollen Augenzwinkern. Toll!

In den Nebenrollen begeistern Bérénice Bejo als Peppy Miller, der neue Star am (Ton)filmhimmel, die sich ausgerechnet in George Valentine verknallt hat, John Goodman als Produzent mit gutem Herz (was damals ja nicht gerade zu den Tugenden eines A.Zukor oder C.B DeMille gehörte) und James Cromwell als loyaler Chauffeur Clifton.

Es muss damals schon so eine Art Kulturschock gewesen sein, das man die liebgewonnen Filmhelden hat sprechen hören. Das kann man weder mit der Einführung vom Farbfilm, Stereoton oder Cinemascope vergleichen und schon gar nicht mit der heutigen 3D Technik. Das sind alles mehr oder weniger Spielereien, die dem Medium Film weitere interessante Facetten verliehen haben, nicht mehr und nicht weniger. Die Einführung des Tons war aber nach Erfindung des Filmes selber der Quantensprung schlechthin. Das sich damit damalige Schauspieler schwer taten, kann man spätestens nach genuss von The Artist nachvollziehen. Ihnen erging es nicht anders wie den meisten von uns heute, die sich nicht vorstellen können, einen Stummfilm zu sehen.
Leute, vergesst alle Vorbehalte gegen den Stummfilm. The Artist nimmt euch an die Hand und lässt eure Vorbehalte im Nu verstummen. Ihr müsst es nur wollen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 18. November 2013
wenn heute ein film ohne dialoge und in sw daherkommt, also mal was anderes bietet, ist die gefahr von kritikern - die des üblichen action und romantik einerleis überdrüssig sind - überschätzt zu werden natürlich vorhanden.

daher war bei mir, vor dem ersten ansehen dieses filmes, durchaus skepsis vorhanden.
allerdings ist es bei diesem einmal ansehen nicht geblieben, was schon deutlich macht das der film bei mir ins schwarze getroffen hat.

die story wurde ja hier schon diverse male beschrieben - auch in der produktbeschreibung von amazon - daher erpare ich mir eine wiederholung.

was den film, neben der wirklich guten besetzung, so reizvoll macht sind die vielen wunderbaren visuellen ideen.
wenn z.b. die beiden hauptfiguren sich verlieben ist das wirklich unfassbar schön und anrührend erzählt - einfach, aber doch bestechend.

die optik des films trifft den ton der ausgehenden 20èr (und seiner filmischen grosstaten) sehr gut.

und auch der ton, den es natürlich gibt, wird sehr gekonnt eingesetzt.

eine wirklich schöne homage an eine zeit als kino mehr sein musste als das abfilmen sprechender menschen.

oder wie es (glaube ich) Hitchcock mal gesagt hat - dem stummfilm fehlte sehr wenig. nur der ton.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Die technische Entwicklung zum Tonfilm raubt einem Stummfilmstar die Daseinsberechtigung. Er klappt zusammen, verarmt, wird zum Alkoholiker und endet mit der Pistole im Rachen ... Doch dann ändert die Macht des Liebe (oder ist es vielleicht nur die Leidenschaft einer Stalkerin des einstigen Leinwandhelden) sein Schicksal, und er findet seinen Weg.

Abgesehen von der melodramatischen Handlung berührt die Geschichte das Herz und ist dabei so gut gemacht, dass die wenigen gesprochenen Worte am Schluss des Filmes erst den Trick des Ganzen offenbaren: Es ist ein Stummfilm in Schwarzweiß!

Besondere Erwähnung verdient der kleine Jack Russell, der die tierische Hauptrolle in dem Epos spielt. Vollkommen zurecht wurde dem Terrier einer der fünf Oscars zuerkannt.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 6. April 2014
Sehr gewagt in unsere heutige Zeit einen "Stummfilm" zu drehen, doch die Darstellung ist hier sehr gut gelungen. Ich hätte nicht erwartet, dass ich so mitgerissen werde. Die Darstellung und Thematik lassen einen wirklich in den Film eintauchen und durch die Musik vergisst man auch schnell alles andere drumherum.

Wer sich auf diesen Film einlässt wird für die gesamte Laufzeit mitgerissen und lässt sich treiben. Eine schöne Abwechslung zu den heutigen Hollywood-Filmen und definitiv für "meine" Generation die bereits mit Farbfilm aufgewachsen sind eine tolle Erfahrung.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 28. Juli 2014
... und muss schon deswegen für jeden Betrachter unterschiedliche Aspekte vorweisen. Der eine braucht bunte, der andere schnelle, der dritte explosive Bilder. Der eine möchte Altbekanntes im neuen Kleid sehen, der andere Neues im alten und der dritte Neues im neuen Kleid. Filmmusik muss mitreißen oder doch wenigstens nicht allzu präsent sein - und spätestens jetzt wird klar: über Geschmack lässt sich nicht streiten. Daher meine ganz persönliche Beurteilung des Films "The Artist".

Bereits als Kind und Jugendliche habe ich Stummfilme, Schwarzweißfilme und die alten Tanz- und Musikfilme geliebt. Im Zeitalter der DVDs ist ja auch vieles wieder zu haben und man kann in optischen Erinnerungen schwelgen - oder auch feststellen, dass der Zauber von einst nicht mehr wirkt. Daher bin ich zwar mit großer Neugier in "The Artist" gegangen, aber durchaus auch skeptisch, ob der "alte Flair" überhaupt neu produziert werden kann.

Zu meinem Glück habe ich den Film als erstes im Kino gesehen, und dann auch noch perfekterweise ein Haus, in dem das Ambiente der 20er und 30er Jahre gepflegt wird. Bereits kurz nach Anfang des Films war es um mich geschehen: ich lebte den Film förmlich mit. Jede Mimik und jede Gestik ging, unterstützt durch die wunderbar passende Filmmusik, direkt in mein emotionales Herz. Ich ertappte mich dabei, wie ich mich voll Spannung mitfiebernd nach vorne lehnte, wie ich, bei Ausbleiben der Musik und damit einhergehender absoluter Stille, den Atem anhielt, um ja kein Geräusch zu machen, wie ich schallend lachte und auch bedauerte, dass ich wahrscheinlich einen großen Teil der Hinweise auf ältere Filme und damalige "Stars" nicht mitbekommen habe. Am eindrucksvollsten war für mich aber das Gefühl NACH dem Film: während ich mich ansonsten immer ein wenig dösig und zugedröhnt nach einem Kinobesuch fühle (auch wenn ein Film mir sehr gut gefallen hat), war es hier mehr ein leises, intensives "Nachklingen".

Für mich neben "Django unchained" und "Vernus im Pelz" einer der besten Filme der vergangenen Jahre. Wer ihn noch nicht gesehen hat, ist gut beraten, ihn erst auf einer Kinoleinwand zu erleben (wenn möglich). Im heimatlichen Wohnzimmer lauern dann doch zu viele Ablenkungen, die den vollen Genuss gar zu leicht verhindern können.
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TOP 500 REZENSENTam 11. Oktober 2013
Es ist wohl nicht nur einem nostalgischen Moment geschuldet, daß dieser Film so vielen gefallen hat und so viele Oscars bekam. Die expressive Gestik und Mimik hat den Darstellern die Gelegenheit gegeben, sich dem Zuschauer physisch präsenter zu machen, als es in einem Tonfilm erlaubt gewesen wäre. Die schauspielerische Leistung von Jean Dujardin und Bérénice Bejo läßt sich noch besser würdigen, wenn man die beiden ohne Maske in den Interviews sieht. Leider beantworten die Hauptdarstellerin Bejo und der Regisseur Hazanavicius die gestellten Fragen in einem ncht gerade perfekten Englisch, aber immerhin der Hauptdarsteller Dujardin erkennt, daß er gut beraten ist, bei seiner französischen Muttersprache zu bleiben.

Der Anfang des Films ist grandios, der Schluß auch, aber der Mittelteil nimmt in doppelter Hinsicht eine Zwitterstellung ein. Ihm fehlt es an Intensität und er hängt geradezu zwischen Stumm- und Tonfilmgenre, weil ihm die Aufgabe zukommt, die Transition zwischen beiden zu beschreiben. Wenn also dieser vielleicht letzte große Stummfilm in der Figur der Peppy Miller (Bérénice Bejo) die ausdrucksstarke Schauspielkunst seiner eigenen Gattung kritisiert, muß er die stummfilmtypische Expressivität ja zurücknehmen. Das sog. "Herumfuchteln" der Stummfilmstars, wie Peppy "sagt", läßt sich eben nicht durch Herumfuchteln kritisieren. Trotzdem hat der Regisseur diese prinzipielle Schwierigkeit auf ganz originelle Art kompensiert.

FAZIT
Ein Stummfilm der sich selber zum Thema macht, der also selbstbezüglich eine Geschichte zum Ausklang dieses Genres erzählt, ist gewissermaßen - zumal wenn er so großartig inszeniert ist - der wahre Schlußakkord dieser Arä. Kurzum: Ein Meisterwerk. Daß es auch noch aus Europa kommt, wo die Wiege der Filmkunst steht, ist besonders erfreulich :-).
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 12. April 2013
(Kinoversion)

Ein Stummfilm über die Entstehung des Tonfilms, darauf muss man auch erstmal kommen! Und wer kommt auf so was und sammelt mit dieser Idee und deren Umsetzung gleich 10 Oscarnominierungen ein? Die Franzosen. Die scheinen mir dieses Jahr sowieso die Nase ganz weit vorn zu haben, denn auch "Ziemlich beste Freunde" ist ein so grandioser Film, dass es knallt. "The Artist" ist im Vergleich dazu ein ganz klein bisschen weniger grandios, aber dennoch etwas ganz Besonderes, besonders in der technophilen, mit 3D-Effekten überhäuften und dennoch oftmals ideenlosen Kinowelt von 2012.

Ja, genau, richtig gelesen, "The Artist" ist ein Stummfilm. Und obwohl die Ära des Stummfilms seit ca. 80 Jahren vorbei ist, kann es dieser Film mühelos mit allen anderen Tonfilmen, die sich gerade in den Kinocharts tummeln, aufnehmen. Die Geschichte, die er erzählt, ist im Kern zeitlos und die Erzählweise ist nur vordergründig rückständig oder altmodisch. In Wahrheit ist Regisseur Michel Hazanavicius hier ein echter Coup geglückt, zeigt er uns doch, wie viel man auch ohne Worte sagen kann, wie viel sich über Bilder, gute Darsteller, ein gutes Drehbuch und, nicht zu vergessen, einen aussagekräftigen Soundtrack ausdrücken lässt. "The Artist" kommt perfekt ohne jegliche Dialoge aus und erzählt seine Geschichte dabei so nachdrücklich und beeindruckend, dass man sich, wenn in der letzten Minute des Films doch noch ein paar Sätze gesprochen werden, richtiggehend gestört fühlt. So sehr hat man sich in den vorangegangenen 99 Minuten des Films an seine nonverbale Ausdruckskraft gewöhnt, sie schätzen gelernt und verinnerlicht.

Einziges Manko des Films ist seine nicht gerade einfallsreiche Geschichte, die den Film ein wenig zur Tiefgründigkeit eines Groschenromans verdammt. Aber wahrscheinlich muss das alles ein wenig plakativ sein, ein bisschen vordergründig, latent an der Oberfläche dümpelnd, denn allzu komplizierte Handlungsstränge lassen sich dann wohl doch nicht ganz ohne Worte erzählen. Dafür beeindruckt die Bildsprache, die Musik, die Gestik und Mimik der Darsteller, des Regisseurs verschmitzte Ideen… einfach der ganze Rest. Ergo ist dieses inhaltliche kleine Manko leicht zu verschmerzen, fühlt man sich doch von "The Artist" wunderbar unterhalten. Wie das? So:

Schauspieler George Valentin (Jean Dujardin, "OSS 117") ist anno 1927 ein gefeierter Stummfilmstar, dem sowohl sein putziger Hund (Uggie, "Wasser für die Elefanten") als auch die Frauen zu Füßen liegen. Durch Zufall lernt er eines Tages Peppy Miller (Bérénice Bejo, "Prey", "OSS 117") kennen, die ebenfalls Fan von ihm ist. Durch ihn erlangt Peppy über Nacht Berühmtheit und steigt selbst ins Filmbusiness ein. Als 1929 der Tonfilm entwickelt wird, springt Peppy, im Gegensatz zu George, auf den Zug auf und wird in kurzer Zeit eine berühmte Schauspielerin. George hingegen glaubt nicht an den Erfolg des Tonfilms, was ihn, nach einem selbstproduzierten und gefloppten letzten Stummfilm, immer schneller an den Rand des Ruins treibt. Irgendwann ist ihm nur noch sein Hund geblieben und er scheint jeglichen Lebensmut verloren zu haben. Wie gut, dass Peppy trotz ihrer erfolgreichen Filmkarriere Zeit findet, ihren einstigen Schwarm im Auge zu behalten…

Regisseur Michel Hazanavicius, der hier ebenfalls für das Drehbuch verantwortlich zeichnet, hat einen ganz wunderbaren Film geschaffen. Gedreht im alten 4:3 Kinoformat, in schwarz/weiß, mit tollen Kostümen und opulenten Settings und mit einem sehr stimmungsvollen Soundtrack. Darüber hinaus hat Hazanavicius in Jean Dujardin einen Hauptdarsteller gefunden, der schon in den albernen Agentenparodien "OSS 117 - Der Spion, der sich liebte" und "OSS 117 - Er selbst ist sich genug" bewiesen hat, dass er Talent zum Chargieren hat. Und genau das braucht er hier, da sein George Valentin ja jeglicher Dialoge beraubt wurde. Dujardins ausdrucksstarke Mimik, sein Hang zur Theatralik und ein gewisses Overacting sind genau die Zutaten, die ein Mime für so einen Film braucht. Und da Hazanavicius seinen Star schon bei den beiden "OSS 117"-Filmen an die Hand genommen hat, scheinen die Beiden mittlerweile ein eingespieltes Team zu sein. Allerdings steht keiner der anderen Schauspieler Dujardin darstellerisch in irgendetwas nach. Bérénice Bejo sieht zauberhaft aus und präsentiert glaubhaft die Wandlung vom Starlet zum Star mit Herz, welches über Jahre standhaft für Valentin schlägt. John Goodman ("Roseanne", "The Big Lebowski") als gewiefter Agent kann nonverbal ebenso überzeugen wie James Cromwell ("W.", "Die Queen") als Valentins Chauffeur. Und auch in weiteren Nebenrollen verstecken sich einige bekannte Gesichter. Malcolm McDowell ("Clockwork Orange") als alternder Statist etwa oder Joel Murray ("Dharma & Greg", "Hatchet") als Polizist. Alle Darsteller liefern hier bestmöglich ab und spielen so überzeugend, dass man sie auch ohne Worte bestens versteht.

Übrigens Worte…es gibt ein paar schriftlich eingestreute Kommentare und Dialoge, die über die wenigen dramaturgischen Hürden, die ohne Worte nicht zu meistern sind, hinweghelfen. Potenzielle Kinogänger sollten dabei darauf achten, dass sie die deutsche Version zu fassen kriegen, da es diese Zwischentexte sowohl in einer deutschen als auch in einer englischen Fassung gibt. Denn es gibt nur genau zwei Szenen, in denen sich Hazanavicius des Tons bedient, einmal am bereits erwähnten Ende und einmal bei einer smarten Traumsequenz von George Valentin, die auf sehr kreative Weise deutlich macht, welche Ängste Valentin ob des herannahenden Zeitalters des Tonfilms plagen. Grandios!

"The Artist" ist ein fast rundum gelungener Film, der nur ein wenig mit der Vorhersehbarkeit seiner Story zu kämpfen hat. Glücklicherweise fällt dies kaum ins Gewicht, da der Film, abgesehen von seiner leichten Storyschwäche, durchgehend kurzweilig, witzig, einfallsreich und anrührend ist. Dujardin nervt mal nicht mit dümmlichem Gequassel, sondern darf nach Herzenslust gestisch und mimisch chargieren, was er hier wunderbar und augenzwinkernd tut. Hazanavicius ist es ganz hervorragend gelungen, den vermeintlich totgesagten Stummfilm liebe- und würdevoll zu reanimieren und ihm einen charmanten neuzeitlichen Stempel aufzudrücken. Settings, Schauspieler, Musik… alles fügt sich wunderbar zusammen und macht aus "The Artist" nahezu perfektes Kinovergnügen… und das ganz ohne Worte. Fantastisch! Ergo sehr gute vier von fünf Oscars, die dieser Film auf jeden Fall verdient hat.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 1. Januar 2014
Nach 20 Minuten wollte ich den Film eigentlich ausschalten, da er mir zunächst nicht so gut gefiel. Zum Glück habe ich es nicht gemacht. The Artist ist eine Filmperle par excellence. Wer den Film hier mit weniger als 4 Sternen bewertet hat, der kann sich entweder damit rühmen kein Herz oder absolut keine Ahnung von guten Filmen zu haben. Unbedingt anschauen, sie werden es nicht bereuen!
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