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Solo Piano
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37 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 5. August 2005
Glass hat Fans und Gegner. Minimalistische Musik entzweit die Geschmäcker. Manch einer empfindet sie als Balsam für die Gehörgänge, anderen wieder widerstrebt der Gedanke dies als Musik bezeichnet zu wissen. Aber Herr Glass kann auch anders! Sein "Solo Piano" aus dem Jahre 1989 birgt eindringliche, oft intime Klaviermusik. Das fünfteilige Werk "Metamorphosis" zeichnet zornige Düsterheit aus. Mal anklagend, von wuchtiger Intonation getragen (Teil 1, 3 und 4), andrerorts lyrischer - sacht wehklagend (Teil 2 und 5) besticht Metamorphosis durch die Stimmigkeit der eingesetzten Mittel. Allein die präzis kalkulierten Lautstärkewechsel - jenes plötzliche Anschwellen und Verebben - unterstreichen die Eindringlichkeit des Werks. Das nachfolgende "Mad Rush" dagegen atmet Leichtigkeit, stemmt das sinistre Metamorphosis beiseite. Glass wirbelt über die Tasten, beherrscht das Piano überpräsent. Den Abschluß bildet "Wichita Sutra Vortex", benannt nach einem Gedicht Allen Gingsbergs. Hier keimt eine ungewohnte Wärme auf. So also klingt es, wenn Glass Feel-Good-Musik komponiert. Kaum ein Stück aus Glass'scher Schmiede haftet derart schön in den Gehirnwindungen. Sehr gelungen! Nach knapp über 50 Minuten bleibt man mit der Erkenntnis zurück, daß Glass auch abseits heftig frequentierter minimalistischer Pfade mit traumwandlerischer Sicherheit den Hörer in magisch schimmernde Gefilde zu entführen weiß. Für jedweden Glass-Junkie ein Pflichtkauf!
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 1000 REZENSENTam 2. Februar 2013
"Bei Phil ist es ein bisschen wie bei einer Zugfahrt einmal quer durch Amerika: Wenn Sie aus dem Fenster sehen, scheint sich stundenlang nichts zu verändern, doch wenn Sie genau hinsehen, bemerken Sie, dass sich die Landschaft sehr wohl verändert - langsam, fast unmerklich."

So beschrieb einst treffend der Theaterregisseur Peter Sellars die Musik von Philipp Glass. Das trifft natürlich auch auf das im Jahr 1989 vollendete Projekt "Solo Piano" zu, dessen Melodie dem Massenpublikum nicht ganz unbekannt sein dürfte. In Osteuropa sorgten vor allem die Interpretationen der Pianisten Branka Parlic für Aufsehen.

Die ersten fünf Titel dieses Albums tragen alle den Titel "Metamorphosis" und sind von 1 bis 5 durchnummeriert. Glass bezog sich mit dieser Titelwahl auf eine gleichnamige Erzählung von Franz Kafka aus dem Jahr 1915 (Deutscher Titel: Die Verwandlung). Bei diesem Album handelt es sich allerdings um ein aufeinander abgestimmtes Patchwork aus verschiedenen Titeln, die ursprünglich für Filme, besondere Anlässe oder Literaturlesungen komponiert wurden.

Solo Piano steht aber auch in der Tradition seines bekanntesten Albums mit dem Titel "Glassworks," denn auch dort gibt es einleitend ein Stück mit dem Titel "Solo Piano." Beide Alben versprühen trotz fühlbarer Monotonie auch stets eine Brise Romantik, wie sie Peter Sellars beschrieb. Durch die instrumentale Umsetzung von Solo Piano belebte Glass auch die mittlerweile verschwindende Tradition des gemeinschaftlichen Klavier- und Gesangabends in amerikanischen Familien der Mittel- und Oberschicht.

Track 1 und 2 nutzen Melodien aus der Filmmusik für die bekannte US -Reality - Dokumentation "The Thin Blue Line," die dazu beitrug, dass einem zum Tode Verurteilten nach rund 12 Jahren Haft, der ca. 72 Stunden vor seiner geplanten Hinrichtung begnadigt wurde, nach weiteren acht Jahren seine Unschuld nachgewiesen werden konnte, worauf er aus dem Gefängnis entlassen wurde. Auch der letzte Titel der Metamorphosis - Reihe entspringt dem vorab genannten Dokumentarfilm. Mit einem sich dreimal wiederholenden zweinotigen Thema beschwor Glass die in den Film hinein gewobene pathetische Litanei von Zeugenaussagen und Interviews, durch welche die "Doku" im Bilderrausch immer wieder unterbrochen wurde. Die ergreifende Melodie des Titels 2 liefert darüber hinaus noch einen ironischen Kontrapunkt zu den zahllosen Nachstellungen der realen Begebenheiten.

"Metamorphosis 2" ist übrigens auch von der bekannten Gruppe "Pearl Jam" als Erkennungsmelodie ausgewählt worden, die sie stets zu Beginn eines ihrer Konzerte spielt. Darüber hinaus bildete dieser Track die Grundlage für die Hauptmelodie des Kinofilms "The Hours." Folglich haben auch die Kritiker nicht ganz unrecht, wenn sie behaupten, dass sich vieles oftmals gleich anhört. Aber repetitive Strukturen und Patterns gehören nun einmal zum Programm der Minimal Music. Allerdings waren die harmonisch klingenden Tonfolgen der Minimal Music auch eine Befreiung von der Ära Stockhausen und Boulez, die in den 1970er Jahren den Ton angaben.

Typisch sind für seine Kompositionen diese vorab genannten repetitiven Strukturen, unter denen man Aneinanderreihungen melodischer oder rhythmischer Grundmuster ("Patterns") versteht. Diese Patterns werden oftmals über längere Zeiträume ständig mit nur leichten, oft kaum wahrnehmbaren Variationen wiederholt. Vor allem durch das Hinzufügen einzelner Noten zu den "Patterns" werden diese in der rhythmischen Struktur verändert. Beim Spielen der Grundmuster mit geringfügig unterschiedlichen Geschwindigkeiten kommt es zudem zum Effekt der Phasen-Verschiebung. Die Beharrlichkeit und der oftmals fehlende Spannungsaufbau lassen seine Musik oft monoton wirken, was nicht nach jedermanns Geschmack ist. Deshalb sollte man auf jeden Fall vorab in das Album hineinhören, wenn Ihnen die Titel nicht vertraut sein sollten. Meist wirken seine Stücke auf jeden Fall recht entspannend, was natürlich nicht generell für sein gesamtes Schaffenswerk gilt.

Der Titel Nr. 5 (Metamorphosis 5) ist ebenfalls einer dieser entspannten Titel und wurde z.B. für die Episode "Valley of Darkness" der Science Fiction Serie "Battlestar Galactica" als Titelmelodie gewählt.

"Mad Rush" (Track 6 dieser CD) wurde von Philip Glass für den Dalai Lama verfasst, als dieser erstmals einen Wohnsitz in den USA anmeldete. Ursprünglich war das Ganze als Orgelstück geplant worden, welches beim Eintreten des Dalai Lama in die Kathedrale "St. Johns The Devine" gespielt werden sollte. Die Choreografin Lucinda Childs nutzte die Melodie später als Begleitmusik für den Tanz "Mad Rush."

"Wichita Vortex Sutra" war ein zufälliges Produkt aus einer Begegnung zwischen Philip Glass und dem Dichter Allen Ginsberg in einer Buchhandlung. Glass schrieb und spielte die Musik für eine Lesung von Ginsberg zu einer Benefiz - Veranstaltung einer Theatergruppe, bestehend aus Vietnam - Veteranen. Damit endet leider schon die Trackliste dieses Albums nach rund 50 Minuten.

"Solo Piano" gilt als eines der bekanntesten Werke von Philip Glass und sollte daher nicht im Regal der eingefleischten Glass - Fans fehlen. Neben Michael Nyman und Steve Reich gilt Philip Glass nun einmal als einer der bedeutendsten Vertreter der sogenannten Minimal Music. Außerdem gilt er als einer der einflussreichsten Komponisten des späten 20. Jahrhunderts, dem es gelang, moderne Kunstmusik auch beim Massenpublikum beliebt zu machen. Neben "Instrumentals" schuf Glass auch Opern, Musicals und Filmmusiken, die das Publikum besonders schätzt.
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23 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 21. Januar 2006
Glass hat viele Fans. Menschen, die sonst eher Rock, Pop oder Independent hören, können sich mit seiner Musik ebenso anfreunden, wie "richtige" Klassikfreunde.
Also für die Rocker etc.: Man muß Klavier schon mögen, denn auf dieser CD ist auch das drinn, was drauf steht. Dabei handelt es sich um wunderbar entspannende Musik, die jedoch zu keinem Zeitpunkt kitschig oder banal wird. Sie fließt wie vor sich hin, regt zum träumen an. Assoziationen zu Wassertropfen und dem Klang von Gläsern werden geweckt. Für mich, der ich Klaviermusik schätze, eines der schönsten Alben, das ich habe
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
wer hier nach keith jarett, chick corea oder gar george winston fahndet und dabei PG nicht zuhört, kann keinen zugang zu dieser wunderbaren musik finden...

dass der komponist sein werk gleich selbst spielt, lässt erst gar keine zweifel an der interpretation aufkommen, vergleiche verbieten sich bei PG sowieso - man liebt es oder findet es langweilig...

für diese musik muss man zeit aufwenden, sich hingeben, zuhören! es wird zwar, im hintergrund gehört, nicht lästig und verbreitet sogar eine athmosphäre der eleganz und der abgehobenheit (im positiven sinne), aber es wäre einfach schade drum!

zweifelsfrei hat PG es geschafft, seine fans aus den gefielden der klassik, des jazz und der ambient music zu rekrutieren, eine eigenständige richtung vorzugeben, ungewohnte schwingungen von musik aufzuspüren.

es steht solo piano drauf und das bekommt man auch. der sound ist gut, wenn es auch bessere klavieraufnahmen gibt (und viel mehr schlechtere), vier sterne dafür.

für glass-fans sowieso ein muss, für liebhaber von klassischer klaviermusik eine neue erfahrung, für jazzfreunde eine umgewöhnung an ein glasklares konzept mit vielen kreativen entwicklungsmöglichkeiten im mikrokosmos der minimal music...

sehr schöne platte, ein entspannter ruhepol in hektischer zeit!
und...äh...schaut mal auf den preis!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 25. Dezember 2012
Habe mir die CD als Entspannungsmusik für meine Volksschulklasse gekauft. Die Kinder finden die Musik sehr angenehm und verlangen sie immer wieder.
Natürlich nicht sehr abwechslungsreich, aber genau das macht die beruhigende Wirkung aus.
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am 20. Juni 2014
Also wer sich eine Platte Minimal Music kauft und Abwechslung erwartet, der hat etwas falsch verstanden.

Bei der Minimal Music geht es ja gerade darum, dass etwas ewig oft wiederholt wird, gleichförmig klingt, keinen Spannungsbogen hat, aus nur wenigen Harmonien und Tönen besteht und rhythmisch sehr sehr gleichförmig ist.

Ziel der Musik ist ja den Hörer in einen bestimmten Zustand zu versetzen, durch die positive Funktion des Vergessens. Es gibt keine Melodien, man kann sich nichts merken. Die Musik plätschert so dahin. Philip Glass sagte seine Musik ist wie Wolken am Himmel, sie ändern sich ständig und doch bleibt der Himmel gleich.

Wer sich also auf minimal Music einlassen und dabei entspannen will, dem ist diese CD wärmstens zu empfehlen. Minimal Music ist aber nicht jedermanns Sache.
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am 13. Mai 2015
Philip Glass ist ein Genius. Punkt. Selbst wer nicht wirklich auf minimalistische moderne Klassik steht, wird hier gut bedient. Die bekannt schleifenartigen Melodien sind einfach eingängig und perfekt konstruiert, im Gegensatz zu vielem modernen Möchtegern-Katzengejammer. Sagenhafte kontemplative "Scheibe"!
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am 15. November 2014
Diese CD ist ihr Geld definitiv wert.
Ein tolles Werk von Philip Glass, bei dem man wundervoll entspannen kann! Wem Philip Glass gefällt ist mit dieser CD richtig beraten.
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am 19. Januar 2013
Glasklares wundervolles Piano. Eine von Vielen von ihm, aber für mich eine der Besten! Einfach nur zuhören, nichts anderes dabei machen und geniessen!
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am 11. März 2012
Klasse Musik! Drei echte Klassiker von PG. Nachts im Auto durch eine Stadt fahren: Dann passen die Stücke am besten.
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