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Kundenrezensionen

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am 23. Oktober 2005
Reist Hercule Poirot im Zug, dann, so viel steht fest, geschieht dort ein Mord. Tatsächlich lebt im legendären Orient-Express ein Fahrgast nach einem Dutzend Messerstichen ab, während der Meisterdetektiv in der Nachbarkabine nächtigt. Die illustren Schlafwagengäste sind samt und sonders verdächtig und werden, während der Zug in einer Schneewehe festsitzt, von dem Belgier gründlich durhleuchtet.
"Mord im Orient-Express" ist die beste Agatha-Christie-Verfilmung. Die brillante, pointierte Inszenierung von Meisterregisseur Lumet, die amüsanten Dialoge, das phänomenale Star-Ensemble und das exquisite Produktionsdesign garantieren von der ersten bis zur letzten Sekunde Unterhaltung auf hohem Niveau. Albert Finney brilliert in grandioser Maske in der Rolle des eitlen, exzentrischen und genial-manipulativen Meisterdetektivs Poirot. (Interessant, dass Ustinov die Rolle ganz anders, nämlich sehr viel pompöser und barocker gespielt hat.)
Ein Kultfilm ohne Makel, den man sich, auch wenn man die Lösung kennt, immer wieder ansieht.
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am 3. Januar 2016
Dieser Film ist ein Juwel. Über die Story brauche ich wohl nicht zu schreiben, das ist schon beinahe Allgemeinbildung. Nur soviel: Ein Mord, eine geschlossene Gesellschaft und ein Detektiv der seine"kleinen grauen Zelle" nutzt. Vielleicht siegt hier die Sentimentalität über eine differenzierte Kritik, dazu stehe ich und verdrücke eine Träne vor Rührung. Ein StarEnsembele erster Güte spielt hier in Höchstform und macht jeden Charakter einzigartig und glaubwürdig. Ohne Action, spritzendes Blut und Geballere entsteht hier eine Spannung die hauptsächlich aus der Kombination des "Mitermittelns", der Gefühle und der stimmungsvollen Aufnahmen gewonnen wird. Was für eine Eleganz, was für ein Lebensstil, very british! im besten Sinne. Eben ein Film mit der Patina eines Hauches von Ewigkeit.
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am 20. September 2005
Hercule Poirot, der weltbekannte belgische Detektiv, reist mit dem legendären Orient Express von Istanbul nach London, als ihm ein mysteriöser Mann von Morddrohungen gegen sich selbst berichtet und ihn daraufhin um Schutz für seine Person bittet. Hercule Poirot lehnt ab. In der nächsten Nacht geschehen einige merkwürdige Dinge und am darauffolgenden Morgen ist der Hilfesuchende tot. Die Identität ist schnell geklärt, der Tote war an einer berüchtigten Kindesentführung beteiligt, die Auslöser für eine Reihe tragischer Unglücksfälle war. Schon daher hatte er viele Feinde...
Der Verfilmung eines der meistgelesen Romane Agatha Christies gelingt es über die ganze Zeit eine Spannung zu erzeugen, die sich am klassischen Format eines alten Kriminalfilms orientiert. Der Film ist mit absoluten Weltklasseschauspielern besetzt. Hauptdarsteller sind Sean Connery, Anthony Perkins, Richard Widmark, die junge Jaqueline Bisset sowie Ingrid Bergman. Schauspielerisch wird ihnen in dem Streifen nicht alles abverlangt, die Geschichte bleibt überschaubar und doch gehört „Mord im Orient Express" zu den echten Krimiklassikern.
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VINE-PRODUKTTESTERam 23. August 2015
Ja, das ist auch ein Justizfilm, irgendwie – also ein Film des Genres, in dem Regisseur Sidney Lumet am bekanntesten wurde. Was ihn aber auch zu sehr reduziert, also sagen wir mal, dass es gar nicht so wichtig ist, das Ding als "typischen Lumet" zu klassifizieren. Der Mann hatte es, allgemeiner gesagt, einfach drauf, jedweden Stoff zu adaptieren, dass er mehr als adäquate filmische Mittel sehr bewusst und gekonnt einsetzte. Ein Allroundtalent, und immer Diener seiner Stoffe. So kann er auch wunderbar mit Agatha Christie umgehen. Er mochte an dem Roman das Glanzvolle, das auch etwas – gelinde gesagt – Unwahrscheinliche, und das muss man eben unwahrscheinlich gut auf die Leinwand bringen: schwelgerisch. Ein Stelldichein der Stars, die (weitgehend) die Oberschicht eines Waggons im Orient-Express abbilden, und doch immer sie selbst bleiben. Wir sehen nicht Mr. und Mrs. Soundso, wir sehen in jeder Sekunde Lauren Bacall, Ingrid Bergman, Sean Connery, Richard Widmark, Anthony Perkins und wie sie alle heißen. Und wir genießen dieses Schaulaufen der Stars. Gerade bei denen (das haben wir bei Lumet öfter, des Weiteren bei anderen Christie-Verfilmungen), die damals schon lebende Legenden und nicht mehr ganz jung waren. Die Bergman als verhuschte Schwedin! Die Bacall als herbe, selbstsichere Witwe ("ach was, vor zwanzig Jahren, da war ich fünfzehn" – hahahahahahaha)! Die Leinwand-Images werden bewusst bestätigt statt konterkariert (z.B. ist Widmark ein Böser und Perkins mal wieder jemand, der mehr als nur mütterliche Verehrung für eine Mutterfigur zeigt). Dann die Pracht Istanbuls, die Pracht des Zuges, die Pracht der Credits, die Pracht der Musik, die an Swing und Wiener-Walzer à la Modernisierer wie Leroy Anderson und Frederick Loewe erinnert. Wenn der Zug aus dem Bahnhof fährt, inszeniert Lumet das wie einen großen Auftritt mit Musik, angehenden Lichtern, aufsteigendem Dampf und schließlich einer majestätisch anmutenden Bewegung.

Den Fall, ach, den gibt es ja auch noch. Ein von Richard Widmark gespielter Antiquitätenhändler ist tot. Schon bald ahnen wir, dass er etwas mit einer fünf Jahre zurückliegenden Kindesentführung und -ermordung zu tun hat. Lumet zeigt uns diese zu Beginn mit grobkörnigem Bild und Schleier vor der Linse als Montage aus fragmentarischen realen Geschehnissen und entsprechenden Bildern in ins Bild hereinrotierenden Zeitungen – eine klare Hommage an Gangsterfilme der 1930er Jahre sowie an den Film Noir. Hercule Poirot (Albert Finney) mit tonnenweise Gel im Haar, gezwirbeltem Schnurrbart und wilden Gesten ermittelt, und er stellt bald fest, dass es zu dem Kind und dessen Familie bei fast allen Reisenden Verbindungen gibt. Das Ganze ist herrlich altmodisch und bewusst ein bisschen künstlich, gerade was den exzentrischen Poirot betrifft. Die deutsche Synchro scheut sich nicht mal, das vom Aussterben bedrohte Wort "Bartwichse" zu benutzten, bei dem heutzutage wahrscheinlich viele denken, es meine was Unanständiges. Ja, Finney und die ganzen Topstars, sie zeigen nicht die 1930er, wie sie waren, sondern ein Traumbild der 1930er. Hier ist alles Glanz. Lumet wählt dafür nicht nur eine opulente und so gut wie möglich rekonstruierte Ausstattung, sondern auch ein besonderes Licht. Sehr weich ist es, und kombiniert mit Gegenlichteffekten werfen Lichtquellen wie Lampen oder die Schneelandschaft von draußen oft einen märchenhaft anmutenden "Hof" um die Konturen der Gesichter und Gegenstände.

Da stört es nicht, dass der Plot reichlich absurd ist und die Form reichlich konventionell. Im ersten Akt Vorstellung der Personen, bis eine tot ist, im zweiten Akt die Verhöre, im dritten Akt die spektakulär vor der Gruppe präsentierte Auflösung. In allen Punkten mit herrlicher Übertreibung präsentiert, nicht nur im Äußerlichen, nicht nur bei den herrlichen Kulissen, Kostümen und der bewusst als solcher erkennbaren Schauspielerei, sondern eben auch im Plot. Lumet, weiß, was er da macht. Er veredelt das Absurde, indem er sich voll und ganz dazu bekennt und es noch forciert, statt zu versuchen, es abzumildern. Schon dieser vergangene Kriminalfall: Da ist nicht nur ein Kind entführt und ermordet worden, was ja an sich schon schlimm genug wäre. Da hat dieses Ereignis noch vier weitere Personen in den Tod gerissen. Finney als Poirot darf, als er davon berichtet, sicherlich nicht zufällig zum ersten Mal so richtig schön wild gestikulierend echauffiert sein, wie es bei dem abgeklärten schlauen Fuchs zunächst überrascht. Und die Schraube wird weiter angezogen – schon dieses Fünferpack ist herrlich übertrieben, aber daraus wird ein Zwölferpack, welches zu verraten gemein wäre. Doch die Rechnung geht auf: Hinter dem "Alles hängt mit allem zusammen" steckt mehr als ein mittelmäßiger Whodunit. Dahinter steckt eine komplexe Reflexion über Gerechtigkeit. Fragen Sie bitte nicht, warum das irgendwie auch ein Justizfilm ist und warum ich für meine Rezension die Abwandlung eines Titels eines anderen Lumet-Filmes gewählt habe. Glauben Sie mir bitte einfach, dass das hinhaut. "Mord im Orient-Express" hat nichts mit Wahrheit zu tun, aber mit Wahrhaftigkeit. Das war wohl auch schon im Roman (den ich nicht gelesen habe) so, das war wohl der Grund, aus dem Lumet von dem Stoff so begeistert war. Er hat die große Kunst vollbracht, sich zur Künstlichkeit zu bekennen und dahinter etwas Allgemeingültiges freizulegen. Und er schafft es selbst noch, wenn er die Mordtat in der Rückblende zeigt, bei jeder Person indirekt etwas Treffendes über ihren Charakter zu sagen, z.B. das Resolute der Bacall-Figur und das Zögerliche der Bergman-Figur in einer einzigen Handbewegung zu zeigen, die sich am Ende zwölfmal wiederholen wird.

Fazit: Großartiger, schwärmerischer, nostalgischer Film, der uns bar aller Wahrscheinlichkeit viel zu sagen hat und der zudem glänzend unterhält, nicht zuletzt durch eine beeindruckende Schauspielerriege. Dass die DVD nur den Trailer als Bonusmaterial enthält, lässt sich verschmerzen.
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am 17. Juni 2013
" Helfen Sie mir Monsieur Poirot. Mein Leben ist in Gefahr"- die stahlblauen Augen eines Mr. Ratchett, amerikanischer Multimillionär, fixieren den kleinen, eitlen Meisterdetektiv mit dem tadellos, gestriegelten Erscheinungsbild.
Beide sitzen sich gegenüber, am Zugfenster des legendären Orient-Express, umgeben von der Creme de la Creme der gehobenen Gesellschaftsschichten des frühen zwanzigsten Jahrhunderts.
Ein Mikrokosmos, stellvertretend für eine bourgeoise, dekadente, und auch schon dem Untergang geweihte Aristokratie.
An einem eisigen Wintertag bricht der Zug auf. Reiseroute Istanbul- Wien.
Millionäre, Adelige Herrschaften, Diplomaten, und eben jener unscheinbare belgische Meisterdetektiv, den die Schriftstellerin Agatha Christie zum Held vieler ihrer klassischen Kriminalromane machte.
Seltsam, daß die Reiseroute zu dieser Jahreszeit so vollkommen ausgebucht ist, seltsam auch, daß Hercule Poirot hier nun von dem unbekannten, diabolisch wirkenden Herrn einen Hilferuf bekommt, einen Auftrag ihn gegen hohes Honorar zu beschützen. Poirot wird dankend ablehnen und eine ebenfalls sehr ungewöhnliche, unruhige Nacht steht den Reisenden in dem durch die Finsternis donnernden Orient-Express bevor.
Stimmen, Türenschlagen, eine geheimnisvolle Frau in rotem Kimono, schemenhaft in den schmalen Zuggängen erkennbar.
Am nächsten Morgen - Stille. Totenstille. Der Zug steckt fest in einer Schneewehe.
Die zusammengewürfelte Gesellschaft abgeschnitten von der Außenwelt, bis vielleicht in Tagen erst Hilfe naht.
Mr. Ratchetts Abteil verschlossen.
Als man seine Tür aufbricht, sieht man ihn totenstarr im Bett liegend.
Dutzende Messerstiche haben seinem Leben ein Ende gesetzt.
Der Mörder muß im Zug sein und Poirot wird widerwillig die Ermittlungen zu seinem vielleicht in der Kriminal- Literaturgeschichte legendärsten Mordfall übernehmen.
Immer brisanter, delikater wird die Angelegenheit als plötzlich ein anderes, Jahre zurückliegendes furchtbares Verbrechen in Verbindung zum aktuellen Mordfall zu stehen scheint.
Die Entführung und Ermordung des Kindes Daisy Armstrong. Das Drama einer Aristokratenfamilie, in dessen Verlauf auch noch fünf weitere Personen zu Tode kamen.
Wer die Story noch nicht weiter kennt, darf sich glücklich schätzen, wer den Film kennt, wird ihn immer und wieder in zeitlichen Abständen sehen wollen.
Denn ähnlich wie Sidney Lumets "Die zwölf Geschworenen" ist "Mord im Orient-Express" ein unvergleichlich hinreissendes, atemberaubendes Filmkunstwerk, das einen immer wieder in Staunen versetzt.
Auch wenn man die Auflösung kennt hängt man an jedem Wort, das gesprochen wird, ist begeistert von den exzellenten Charakterdarstellungen jedes einzelnen Passsagiers und hypnotisiert durch die unglaubliche Atmosphäre, die Eleganz, die Präzision, die dieser Film ausstrahlt.
Eine Zeit, eine Gesellschaftsepoche wird lebendig. Die Spielregel des Genres einen Personenkreis von der Außenwelt zu isolieren und dadurch innere Spannung zu erzeugen; hier ist sie selten perfekt umgesetzt.
Jedes einzelne Verhör, sei es das der dunkel edel gekeideten Gräfin Dragomiroff, der extrovertierten Mrs. Hubbard, Graf, Gräfin Andreny, der verstört, vergeistigten Frau Olson, oder dem snobistisch, militärischen Colonel Arbuthnot sind wahre, markante Kabinettstücke der Darstellerleistung, und jede kleine Szene für sich ein kleiner cineastischer Genuß im großen Gesamtfilm.
Atemberaubend der zwanzigminütige Aufklärungsmonolog des Detektives, zu denen er alle Reisende am Ende in den Salon bittet. Jede Sekunde bannt uns Zuschauer der Film auch beim x-ten Anschauen an den Bildschirm.
Und wenn in wunderbar verklärender Weise zu Anfang der Reise der Scheinwerfer der Lokomotive erstrahlt, die riesigen Räder sich unterlegt mit der oscarnominierten Filmmusik in Gang setzen, dann sind wir zwei Stunden lang ohne das jemals der Spannungsbogen abfallen würde, mit an Bord des Zuges, involviert in die dunklen Geheimnisse.
Eine Raffinesse, eine Kameraführung, ein Drehbuch- unvergleichlich gut.
Unheimlich die düsteren Familiengeheimnisse, schauerlich immer wieder die in blau getöntes Licht gehaltene nächtliche Mordtat und eine Gesamtleistung, die mit soviel Herzblut und Verve inszeniert wird, daß man gerade auch heutzutage solche intelligenten, hochspannenden Filmperlen in der Kinolandschaft schmerzlich vermisst.
Es geben sich die Ehre, und allen merkt man den Enthusiasmus an: Die Schauspielgrößen Ingrid Bergmann (ihre Darstellung oscargekrönt), Lauren Bacall, Martin Balsam, Anthony Perkins (mit ihm müßte Martin Balsam eigentlich aus einer früheren Zusammenarbeit noch eine Rechnung offen haben), Jacqueline Bisset, Jean Pierre Cassel, Sean Connery, John Gilgud, Vanessa Redgrave, Michael York, Richard Widmark. Ein solches Treffen der Schauspiel-Elite ist und war einmalig.
Wobei hier keiner zum bloßen Stichwortgeber verkommt , sondern jede Darstellung ein Klasse für sich ist.
Albert Finney ist als Hercule Poirot die einzige Idealbesetzung und läßt damit den sonst oft eingesetzten Peter Ustinov weit hinter sich.
Ein Film für die Ewigkeit. Hier werde ich auch noch in Jahrzenten aufgeregt, und voller Vorfreude einsteigen.
Jedoch lieber Interessent Augen auf bei der Bestellung. Es gibt noch ein vollkommen überflüssiges, hohles Remake, das man versehentlich mit diesem Klassiker bei der Bestellung verwechseln könnte.
Dann könnten Sie in den zweifelhaften Genuß kommen anstelle von Sean Connery, Fritz Wepper (hüstel) durch die Waggons torkeln zu sehen. Und wer will denn das.
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am 17. Oktober 2006
Dieses elegant gefilmte Krimi-Kammerspiel beweist meisterhaft, wieviel Spannung auf dem eng begrenzten Raum einiger Zugabteile untergebracht werden kann. Die räumliche Beschränkung wird aber mehr als wett gemacht durch eine brillante Rollenbesetzung, eine schöne Ausstattung, ausgefeilte Charakterstudien, gut eingebaute falsche Rückblenden und einen fantastischen Hercule Poirot, dessen kleine graue Zellen hier nur so sprühen vor Kombinationsgabe.

Schade, dass für solch kleine elegante Filme mit gar keinen Special Effects heute kein Markt besteht. Sie beweisen, dass immer noch der Plot, der Kern der Handlung, die Güte eines Films ausmacht - nicht reine Schauwerte fürs Auge. Hinter dem Auge sitzt das Gehirn - und das will schließlich auch beschäftigt sein. Bei Mord im Orient Express gelingt dies trefflich und das Miträtseln nach der Lösung macht sehr viel Spaß. Ein "Whodunnit" der besonderen Art und eine absolute Empfehlung für alle Freunde intelligenter Krimis. Einziges Manko: viele Szenen leiden unter dem extremen Einsatz von Weichzeichner - der "Nebel" lässt Poirots Ermittlungen zum Glück nicht im Trüben stochern, sollte wohl nur manch Fältchen eitler älterer Darstellerinnen kaschieren.
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am 11. Februar 2016
Mord im Orient-Express: Ein Krimi als Vorlage, geschrieben von der Altmeisterin Agatha Christie. Und ein Film, gedreht mit der damaligen
Weltelite an Darstellerinnen und Darstellern - allein Ingrid Bergman als alte Jungfer der verklemmten Sorte zu sehen, einfach köstlich. Auch gibt
es viele ironische Stellen und Kameraeinstellungen in diesem Film, z.B. Hercule Poirot mit Haarnetz für die schwarzen Pomade-Locken, Sinnbild
der Eitelkeit von Männern der damaligen Zeit (sie trugen Schnurrbartbinden und Korsetts, nebenbei bemerkt). Wie gut, dass derartige Filme noch
immer zu haben sind!
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Poirot ermittelt auch in "Mord im Orient-Expreß" auf hochinteressante Weise. Meiner persönlichen Ansicht nach kann das Werk zwar keineswegs mit beispielsweise "Das Böse unter der Sonne" mithalten, doch das Dargebotene überzeugt in hohem Maße.
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am 2. Mai 2013
Dieser Film ist einer der wenigen, bei denen die deutsche Synchronfassung besser gelungen ist als das englischsprachige Original. Natürlich gehen durch die Synchronisierung alle sprachlichen Eigenheiten der Originalfassung verloren; z.B. wenn dort plötzlich wirklich deutsch gesprochen wird oder wenn spezielle englische Ausdrücke eine wichtige Rolle spielen (in diesem Film z.B. die Verwendung von "long distance call" anstelle von "trunk call"). Dem gegenüber steht die sprachliche und stimmliche Umsetzung der Figur Hercule Poirot durch Albert Finney. Dass seine Imitation eines französischen Akzents nicht sehr glaubwürdig wirkt, stört gewiss auch. Aber dieses ständige exaltierte Geplärre und Geschreie passt überhaupt nicht zum exquisiten, winterlich verschneiten und kammerspielartigen Charakter dieses Filmes. Hier hinterlässt die deutsche Fassung bei weitem den stimmigeren Eindruck. Das ist schade, wenn man Filme gern im Originalton anschaut.
Ansonsten kann ich nur das viele Lob wiederholen, welches bereits über diesen Film ausgeschüttet wurde: Regie, Requisite, Dramaturgie, Musik und schauspielerische Leistung verdienen 5 Sterne!
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TOP 1000 REZENSENTam 28. November 2011
1930: Die kleine Daisy Armstrong wird aus dem Haus ihrer Eltern auf Long Island entführt. Colonel Hamish Armstrong und seine Frau Sonja sind sehr angesehene, reiche Bürger und der Entführungsfall wirbelt nicht nur in den Zeitungen von New York großen Staub auf. Die Eltern zahlen das Lösegeld, die Zeitungen spekulieren wer dahintersteckt und bringen auch das Hauspersonal der Armstrongs in Verdacht.
Einige Zeit später wird die kleine Daisy tot aufgefunden.
5 Jahre später im winterlichen Instanbul: Hercule Poirot (Albert Finney), der Meisterdetektiv aus Belgien, hat hier gerade erfolgreich einen Fall aufgeklärt und möchte zu einem möglichen neuen Auftraggeber nach London reisen.
Doch der Orientexpress Instanbul - Calais ist hoffnungslos ausgebucht, ein Glück, dass Poirot beim Essen zufällig auf seinen alten Freund Sinor Bianchi (Martin Balsam) trifft, den Direktor der Eisenbahngesellschaft.
Dieser will für Poirot doch noch etwas arrangieren, auf dem Bahnhof angekommen, herrscht reges Treiben der Händler und die vielen Reisenden machen den Bahnhof zusätzlich zu einer Riesenansammlung von Menschen.
Illustre oder bemerkenswerte Gäste wie die Amerikanerin Mrs. Hubbard (Laureen Bacall), Prinzessin Dragomirov (Wendy Hiller), deren Zofe Hildegard (Rachel Roberts), Graf und Gräfin Andreji (Michael York/Jacqueline Bisset), die Missionarin Greta Ohlsson (Ingrid Bergman), Colonel Arbuthnot (Sean Connery), die Engländerin Mary Debenham (Vanessa Redgrave), der schwerreiche amerikansiche Geschäftsmann Ratchett (Richard Widmark) mit Assistent Hector McQueen (Anthony Perkins) und Butler Beddoes (John Gielgud) besetzen einen Waggon der 1. Klasse.
Schaffner Pierre Paul Michel (Jean Pierre Cassel) bekommt von Bianchi den Befehl Poirot für eine Nacht in McQueens Schlafabteil unterzubringen.
Dann setzt sich der Zug auch schon in Gang, mitten in der Nacht zwischen Vinkovci und Brod in Jugoslawien wird es unruhig. Poirot wacht auf und macht einige seltsame Beobachtungen auf dem Gang des Abteils. Dann hält der Zug auch noch an, weil er im massiven Schnee stecken bleibt. Am anderen Morgen wird der Amerikaner Samuel Edward Ratchett durch zwölf Messerstiche ermordet aufgefunden.
Einige Stunden zuvor bat er Poirot ein Job an, nämlich herauszufinden, wer ihm nach dem Leben trachtet. Poirot lehnte ab, aber auf Bitten von Bianchi, der den Fall noch im Zug gelöst haben will, begibt sich Poirot an die Aufklärung des Mordes....
Sidney Lumet drehte "Mord im Orient Express" im Jahr 1975, der Film entstand nach dem gleichnamigen Roman von Agatha Christie und vermittelt wohlige und spannende Krimiunterhaltung.
Der Entführungsfall des Charles-Lindbergh-Babys in den 1930er Jahren stand Pate für den fiktiven Fall Daisy Armstrong.
Großartig sind die Bilder von Geoffrey Unsworth und die dramatische Musik von Richard Rodney Bennett, die den erlesenen Kriminalfall noch edler werden lassen.
Ein großartiges Ensemble spielt mit viel Freude und der Zuschauer hat sein großes Vergnügen. Auch wenn Peter Ustinov als Poirot noch ein bisschen populärer wurde und man die Rolle eher mit ihm als mit Finney verbindet, gelingt es dem Briten eine herrlich schrullige Performance der belgischen Spürnase abzugeben.
Der Lohn war sogar eine Oscarnominierung, fünf weitere kamen hinzu (Ingrid Bergman, Musik, Kamera, Kostüme, Drehbuch), von denen nur die Bergman für die Rolle der Missionarin Ohlsson den Preis gewann, es war damit ihr dritter Oscarsieg.
"Mord im Orient Express" ist einer dieser Filme, die man sich auch gerne mal wieder in Wiederholung anschaut und auch wenn die Auflösung bestens bekannt ist, mindert dies kaum die Spannung bei den Schlußfolgerungen des exzellenten Beobachters und Zuhöreres Poirot.
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