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Kundenrezensionen

207
4,5 von 5 Sternen
In eisige Höhen. Das Drama am Mount Everest
Format: TaschenbuchÄndern
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68 von 69 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 20. Mai 2006
Die Zeitschrift "Outside" ermöglicht dem Journalisten Jon Krakauer die Teilnahme als Kunde an einer Expedition auf den höchsten Berg der Welt, um einen Artikel über die "Kommerzialisierung des Everest" zu schreiben. Beim Abstieg vom Gipfel am 10. Mai 1996 geriet er mit anderen Bergsteiger in der "Todeszone" oberhalb des Lagers IV in ein heftiges Unwetter, 8 Menschen, darunter auch zwei Leiter kommerzieller Expeditionen, kamen dabei ums Leben.

Krakauer nimmt in seinem Bericht einen langen Anlauf, bevor er sich dem Gipfelsturm und den tragischen Ereignissen am Everest widmet. Zunächst erzählt er die Geschichte der "Eroberung" des Everest durch heroische Alpinisten, von den ersten (gescheiterten) Versuchen durch Mallory und Irvine bis zur Erstbesteigung durch Norgay und Sir Hillary, ebenso von Habelers und Messners Besteigung ohne zusätzlichen Sauerstoff und der Everestbesteigung durch Dick Bass 1985, einem Hobbybergsteiger mit begrenzter Erfahrung, der damit den höchsten Berg der Welt für ein breiteres (aber zahlungskräftiges) Publikum interessant machte.

Detailliert schildert Krakauer die verschiedenen Charaktere der Menschen, die sich am Berg tummeln, er beschreibt ihre Macken und Stärken. Krakauer und seine Mitstreiter haben während der Aklimatisierungsphase im Basislager und am Berg mit den verschiedensten Problemen zu kämpfen: Nicht eingelaufene Schuhe, hygienische Missstände, Höhenerkrankungen, Erschöpfung und der Substanzverlust an Kraft und Energie, physisch wie psychisch. Zudem bekommt man als Leser einen Eindruck, was Träger und Hilfspersonal bei einem solchen Unternehmen leisten und welch eine Logistik dahinter steckt.

Schließlich kommt es beim Gipfelvorstoß immer wieder zu Problemen und Verzögerungen. Absprachen werden ignoriert, der Vorrat an zusätzlichem Sauerstoff schwindet, hinzu kommt die Kälte sowie nachlassende Kraft und Urteilsvermögen bei den Kletterern. Das nahende Unwetter bemerkt niemand. Die äußeren Umstände und individuelle Fehler führen schließlich in die Katastrophe. In dramatischen Bergungsaktionen können dennoch einige Kletterer gerettet werden.

Beck Weathers, einer der tragischen Protagonisten der Katastrophe, erklärte in seinem Buch "Für tot erklärt - meine Rückkehr vom Everest" Krakauers Bericht zur "definitiven Chronik der verhängnisvollen Expedition". Natürlich ist die Betrachtung subjektiv, aber Krakauer beruft sich, als gewissenhafter Journalist, auf die detaillierten Beschreibungen vieler Bergsteiger und Expeditionsteilnehmer, die gemeinsam mit ihm am Berg waren.

Dieses Buch ist wirklich packend und geht unter die Haut.
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19 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 14. Februar 2005
Man muß sich immer wieder vor Augen halten: Dies ist kein fiktionaler Krimi! Mir wurde das erst so richtig bewußt, als ich in einer Dokumentation über den IMAX-Film von David Breashears und Ed Viesturs das furchtbar entstellte Gesicht und die amputierten Finger und Hände von Krakauers Teamgefährten Beck Weathers sah!
Zum Thema Boukreev: Krakauer kritisiert ihn dafür, daß er als Führer und Betreuer keine Sauerstoffflasche verwendet, und das völlig zurecht! Andere bekannte Bergsteiger wie Mike Groom, Ed Viesturs oder natürlich Rob Hall und Scott Fischer tun das auch, und es ist sehr wahrscheinlich, daß ein Klient die Hilfe eines Führers benötigt!
An vielen anderen Stellen spricht Krakauer übrigens äußerst positiv über Boukreev, v.a. natürlich über dessen diverse Rettungsaktionen auf dem Südsattel!
Mir, der ich bisher hinsichtlich Bergsteigen nur die Namen Hillary, Norgay und Messner kannte, hat dieses Buch einen guten Blick in die Faszination dieser Extremsportart gegeben, wo der Tod ein ständiger Begleiter ist.
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16 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 14. März 2003
Jon Krakauer war Kunde einer Expedition zum Mount Everest 1996, ein Jahr in dem die bislang größte Katastrophe auf diesem Berg zu vermelden war.
Mehrere Expeditionen haben sich in diesem Jahr am Berg zusammengefunden und alle hatten die Erstürmung des Gipfels zum Ziel. Krakauer selbst nimmt seinem Buch vorweg, dass insgesamt 12 Opfer am Everest gefordert wurden, denn es ging ihm nicht darum, einen Roman zu verkaufen und einen Spannungsbogen möglichst lange aufrecht zu erhalten. Er versuchte, sich mit diesem Buch eine Last von der Seele zu schreiben.
Diese Dokumentation ist faszinierend, Furcht einflößend und beklemmend geschrieben. Der Journalist Krakauer, dem die Expedition von einem Magazin für einen Artikel bezahlt wurde, ist in seiner Freizeit leidenschaftlicher Kletterer. Als er das Angebot für den Artikel und damit auch für die Besteigung des höchsten Punktes der Erde erhält, entblättert sich ganz langsam seine Gier nach dem Gipfel. Er stellt sich und viele der Menschen am Berg mit allen ihren Stärken und Schwächen dar und versucht so nüchtern wie möglich, die Chronologie der Katastrophe zu rekonstruieren. Wie konnte es zu diesem Fiasko kommen? Warum handelten die Leiter der beiden kommerziellen Führungen Rob Hall und Scott Fisher gerade so und nicht anders? Hätten alle gerettet werden können oder wenigstens einige?
Ich bin von der Erzählweise tief beeindruckt, denn man hat hier nicht einfach ein Dokument, das einen über die Geschichte hebt. Der Leser ist mittendrin. Krakauer berichtet ganz offensiv von seiner Gefühlswelt, von seinen Verfehlungen und von seinen Stärken, die der Everest an ihm herausgekehrt hat. Man merkt, dass es ziemlich viel Arbeit gekostet haben muss, all die Fakten zusammenzutragen und umso bedrückender ist letztlich die von ihm festgestellte Quintessenz....
Kleiner Tipp. Wenn sie irgendwie die Möglichkeit haben, den IMAX-Film „Everest" zu sehen, werden sie eine gute Ergänzung zu diesem Buch finden. Zum selben Zeitpunkt war nämlich die Expedition des IMAX-Teams am Berg und der später daraus entstandene Film thematisiert dieses Unglück selbstverständlich auch.
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25 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 11. Januar 1999
Das Buch ist eine Mischung aus Bericht und Reportage. Akribisch rollt der Autor die Geschichte der Besteigungen des höchsten Bergs der Erde auf und versteht es, den Leser nie darüber im Unklaren zu lassen, was ihn am Ende erwartet - wie in einer klassischen Novelle. Stets gibt es Querverweise zwischen jetzt und damals. Doch was sich schließlich 1996 ereignet, hält selbst den größten Bergmuffel umklammert. Spannend, genau, mitreißend. Jon Krakauer hat das Bergsteigen zu einem gesellschaftlichen Ereignis gemacht, einem Phänomen, vor dem viele Leser mit leisem Kopfschütteln und gleichzeitig trockener Kehle stehen werden. Ein neues Buch. Ein Buch über das Bergsteigen, das sich auch an Bergsteiger richtet, aber eben nicht nur. Glänzend geschrieben und packend in der Bemühung um authentischen Reportagenjournalismus. Das Buch ist kein Reißer, sondern es fesselt deshalb, weil es auch im Angesicht unüberwindbarer Hilflosigkeit ein genaues Bild des Lebens zeichnet; des Lebens von Menschen, die ihr stärkstes Abenteuer nicht überleben konnten.
Lutz Hermann Kreutzer
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 14. Juni 2008
Obwohl ich direkt am Alpenrand wohne, hab ich mich nie für's Wandern oder Bergsteigen interessiert.. Kürzlich jedoch schrieb ich eine Prüfung in Business English und musste dafür einen Bericht der Harvard Business School über das Unglück am Mount Everest lesen. Nachdem ich zuvor noch nie etwas über dieses Unglück gehört hatte, war ich sofort gefesselt. Noch am selben Nachmittag kaufte ich mir dieses Buch- zugegeben teilweise auch, weil ich hoffte, dadurch bei meiner Prüfung etwas besser abzuschneiden. Vor allem aber wollte ich mehr darüber erfahren, was sich in jenen Tagen am Mount Everest abgespielt hatte!
Einige Antworten fand ich in diesem Buch.
Jon Krakauer erzählt zwar seine eigene Sicht der Dinge, bleibt dabei aber weitestgehend sehr objektiv. Er übt sich nicht nur in Kritik an anderen, sondern auch an sich selbst. Nachdem ich erst die 15. Auflage gelesen habe, ist es natürlich möglich, dass er gegenüber dem Original noch einiges geändert, manches Detail über den russischen Bergführer Anatoli Boukreev nach dessen Tod verändert hat- allerdings glaube ich das nicht. Mir scheint die Begründung für Krakauers Meinung, es wäre als Bergführer unverantwortlich von Boukreev gewesen, ohne zusätzlichen Sauerstoff den Gipfel des Mount Everest zu besteigen, einleuchtend. Zudem räumt er sowohl ein, selber gravierende Fehler gemacht zu haben, als auch die Tatsache, dass Boukreev letztendlich sein eigenes Leben auf's Spiel gesetzt hat, um noch einige Leute zu retten!
Jede seiner Hypothesen ist entweder klar als eine solche gekennzeichnet, oder unterlegt durch einleuchtende Argumente! Zudem ist das Buch sehr spannend geschrieben!
Deshalb bin ich der Meinung, dass "In eisige Höhen" eine hervorragende Dokumentation dessen ist, was sich im Frühjahr 1996 am Mount Everest abgespielt hat!
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 15. September 2007
Die letzten Abenteuer der neuen Menschheit spielen sich im Himalaya ab. Das ist ein offenes Geheimnis. Wer in einer grenzenlosen Welt lebt, versucht seine eigenen Grenzen zu überwinden. Wo ginge das besser, als in der Welt der Achttausender. Was der Mensch dabei vergisst ist, dass er nur ein Spielball der Naturgewalten ist. Ein Nichts und Niemand im Vergleich zu den Kräften der Natur. Aber Bergsteiger sind nun mal ein ganz besonderer Haufen. Und wer sich für das Thema interessiert, der weiß, dass Extrembergsteiger meist einen frühzeitigen Tod sterben.

Zur Story: Jon Krakauer ist ein hervorragender Bergsteiger. Er soll 1996 als Kunde bei einer geführten Everest Besteigung einen Bericht über die Folgen des Extremtourismus am höchsten Berg der Erde schreiben. Umweltzerstörung, Massentourismus, fehlender Respekt vor den Königsgipfeln des Himalaya, das sollten die Themen sein. Aber es kam ganz anders. Mehrere Expeditionen wollen eine Großzahl ihrer Kunden auf den Everest bringen. Aber man muss nicht nur oben ankommen; man muss auch wieder zurück. Was bei optimalem Wetter mit dem Gipfelsturm beginnt, endet im Unwetter und einem Dutzend Toten. Im Nachhinein ist es unglaublich zu lesen, wie erfahrene Bergsteiger in der dünnen Luft der Todeszone sämtliche Regeln außer acht lassen und ihre anvertrauten Kunden in den Tod führen. Man kann nicht nachvollziehen, wie relativ unerfahrene, gut betuchte, Abenteuertouristen sich den höchsten Berg der Erde als Herausforderung suchen. Und das es Profis gibt, die diesen Menschen auch noch ihren Lebenstraum für gutes Geld erfüllen wollen.

Krakauers Bericht ist einzigartig in der Literatur der Bergsteigerszene. Er bringt detailliert und gekonnt jede Erinnerung an das Drama zurück. Er sucht keine Schuldigen sondern fühlt sich selbt kollektiv in ein Netz aus Ohnmacht, Dummheit und dem Traum vom Gipfel eingesponnen. Als der totale Zusammenbruch zum Tod von Freunden und Expeditionsmitgliedern führt, sind alle Überlebenden fassungslos, wie das passieren konnte...

Reinhold Messner ist mit Sicherheit ein besserer Bergsteiger als Jon Krakauer, aber in Bezug auf schriftstellerische Fähigkeiten ist Krakauer das Nonplusultra der Berichterstattung über den Extremsport Bergsteigen gelungen. Dieses Buch ist wie eine Achterbahnfahrt. Atemberaubend, schnell, aufregend, erschreckend und...viel zu schnell vorbei.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 12. Januar 2000
Da ich viel mit dem Auto unterwegs bin und irgendwo gelesen habe, daß es immer mehr Hörbücher gibt, dachte ich mir, um die Autofahrten kurzweiliger zu gestalten, mir ein solches Hörbuch zu kaufen. In meiner Buchhandlung hatten sie aber nur eine geringe Auswahl. Darunter war auch das Buch von Jon Krakauer. Zuerst war ich sehr skeptisch, da ich vom Bergsteigen überhaupt keine Ahnung hatte und ich das Thema auch nicht sonderlich spannend fand. Doch ich wurde eines Besseren belehrt. Ein derartig fesselndes Buch habe ich seit langen nicht gelesen (gehört). Krakauer beschreibt in sehr allgemeinverständlicher Sprache über das große Abenteuer Mount Everest und die Abgründe menschlicher Erfolgssucht. Aus einem Desinteressierten, wie ich einer war, wurde ein Hochinteressierter, der unbedingt mehr über die Kletterei wissen wollte. Ein insgesamt sehr spannendes, fesselndes und beeindruckendes Buch, daß ich nur jedem empfehlen kann. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 9. Juli 2001
..der werfe den ersten Stein!
Krakauer hat bestimmt kein Recht dazu, Boukreev auf diese Art und Weise anzugreifen! Deshalb der Aufruf an die (potentiellen) Leser des Buches: Lest auch "Der Gipfel" von Boukreev, welches m.E. die Ergeignisse am Berg besser (aus der Sich eines Bergsteigers) darstellt wie die journalistische Sicht Krakauers
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 25. Mai 1999
Krakauer wird Zeuge einer Tragödie, wie sie ergreifender kaum erdacht werden könnte. Sämtliche Charaktere bilden eine fast klassische Konstellation und gerade die Tatsache, daß es sich um ein authentisches Ereignis handelt, läßt keinen Leser dieses Buches unberührt. Mit seiner gleichzeitig um Sachlichkeit bemühten als auch sehr emotionalen Erzählweise zieht der Autor seine Leserschaft innerhalb weniger Seiten völlig in seinen Bann. Ich habe dieses Buch innerhalb von 24 Stunden verschlungen und war anschließend so erschüttert, daß ich es direkt nochmal von vorne lesen mußte. Trotz oder gerade wegen Kakauers sehr persönlichen Sicht der Dinge blieb anschließend die Frage offen, inwiefern er das Recht hat, höchst private Situationen wie z.B. die letzte Gespräch zwischen Rob Hall & seiner Frau zu verwerten oder harsche Kritik gegenüber dem zwischenzeitlich verstorbenen Anatoli Boukreev zu äußern. Schließlich handelt es sich hier um einen Roman und nicht um ein Gerichtsverfahren, und derlei doch bedenkliche Aussagen machen niemanden lebendig, sondern befriedigen nur die Neugier des Lesers. Der sich im Übrigen gleichzeitig auf jeden Fall Boukreevs "Der Gipfel" und auch Göran Kropps "Allein auf dem Everest" zu Gemüte führen sollte, schon allein um auch eine andere Sicht der Dinge kennenzulernen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 20. August 2011
Als Mitglied einer 22-köpfigen Expedition begibt sich der Journalist und Bergsteiger Jon Krakauer ins Himalaya-Gebirge, um den höchsten Berg der Welt zu besteigen - und vorrangig, um kritisch über dessen Kommerzialisierung zu berichten. Denn, wie der mit der Materie eventuell nicht vertraute Leser schon recht bald erfährt: längt geht es am Everest nicht mehr nur um alpine Leistungen, sondern ums Abkassieren. Sportive Hobby-Bergsteiger und erfahrene Proffessionalisten müssen teilweise fünfstellige Summen hinlegen, um überhaupt die Erlaubnis zu erhalten, Richtung Gipfel ziehen zu dürfen. Tibet und Nepal bessern hiermit ihr Budget auf, und zahlreiche Expeditionsleiter haben das Führen von vermeintlichen Gipfeltürmern zu ihrem Business gemacht. Dass es oben am Everest wirklich nicht sehr einsam ist, kann man sich bereits denken, wenn man allein die Liste der zahlreichen Namen überfliegt, die Krakauer bereits zu Beginn des Buches hat abdrucken lassen - mit dem Zusatz, dass sie namentlich nicht einmal volltändig ist.

Dass diese Everest-Besteigung in einer Tragödie endete, in der zahlreiche Menschen ihr Leben verloren, ist bereits vor dem Lesen dieses Buches bekannt. Trotzdem ist der Spannungsfaden von Anfang an da und reißt auch gegen Ende hin nicht ab - Krakauer, der Journalist, versteht sein Handwerk und stellt damit Bücher wie STURZ INS LEERE von Joe Simpson, das ich zuvor gelesen habe, absolut in den Schatten.

Nach Lesen dieses Buches blieb für mich die große Frage: warum tut man sich überhaupt so eine Tour an? Und weitere Fragen drängten sich auf. Es ist ja nicht das erste Buch, dass von einer Berg-Katastrophe berichtet. Warum gibt es Menschen, die sich dieses Risikos überhaupt nicht bewusst sind? Krakauer gibt selbst zu, dass er sich des immensen Risikos nicht bewusst war... Warum lässt man jeden x-beliebigen in diese Höhen klettern, nur weil er über 60.000 Euro dafür hinblättern kann?

Aus diesen Fragen heraus erschienen mir die gegenseitigen Schuldzuweisungen und der zwischen Boukreev und Krakauer entsprannte Streit nach Erscheinen des Buches wie ein trauriges, albernes Theater. Um andere Positionen gegenüber Krakauers Darstellung der Ereignisse einzuholen, habe ich im Internet recherchiert und mehr darüber gelesen. Und bleibe dabei: wer wann was getan oder nicht getan hat oder hätte tun solln, in über 7000 Meter Höhe, bei schlimmsten Minusgraden und einem Wind, der fast die Zelte wegreißt - was spielt das schon für eine Rolle? Jeder war irgenwie mit Überleben beschätigt, eine waren fitter als andere, aber letztendlich hätte jeder Teilnehmer wissen müssen, auf WAS er sich da einlässt. Wirklich leid tun mir die Angehörigen der Opfer, die teilweise schon zu deren Lebzeiten nur die zweite Rolle im Leben der später Verunglückten spielten, da auf Platz 1 immer die Leidenschft für die Berge war. Dass Sandy Hill Pittmann über ihre Darstellung in Krakauers Buch nicht begeistert it, kann ich nachvollziehen. Sollte er jedoch wirklich nur Tatsachen berichten, wovon ich ausgehe, muss siesich damit abfinden. Es hat schon etwas Makaberes, wenn sich jdm. 40 kg Delikatessen über das Basislager hinaus schleppen lässt, während der Rest der Mannschaft mit der gewöhnlichen Kost zufrieden ist, um nur ein Beispiel ihrer Extravaganzen zu nennen.

Fazit: Dieses Buch spiegelt NATÜRLICH die Sicht des Autors wieder, weshalb es bei weiterem Ineresse an dieser Tragödie nicht schadet, andere Perspektivn kennen zu lernen, aber es ist gleichzeitig eine wertvolle Dokumentation und basiert auf bewundernswerter Recherchearbeit. Allein die diversen Namen und Familienhintergründe in Erfahrung zu bringen, muss hunderte Telefonate und viele Stunden Zeit gekostet haben. Journalistisch eine EINS PLUS.
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