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am 19. Januar 2014
Ursprünglich veröffentlicht auf Anima Libri - Buchseele

Folgender Text findet sich auf dem Buchrücken:

Ein Café im coolen Stadtteil 101 Reykjavik, Treffpunkt für vier junge Frauen. So manches ist schiefgelaufen. Das Leben ein Drama. Die Männer eine Katastrophe. Auf den Herzschmerz aber folgt die Einsicht, dass es Wichtigeres gibt als den Traum von der großen Liebe.

Scharfsinnig, witzig, clever - der rasante Roman der isländischen Bestsellerautorin Sólveig Jónsdóttir.

Also erstmal sind sowohl Inhaltsangabe wie der Text auf dem Buchrücken wirklich irreführend und ich bin froh, dass ich sie mir vorher gar nicht so genau durchgelesen habe. Denn geht man von diesen Texten aus, klingt Sólveig Jónsdóttirs Roman "Ganze Tage im Café" wie eine isländische Version von "Sex and the City" - vier Freundinnen, die in locker-leichter Art über Mode und Männer und andere Katastrophen diskutieren. Dabei ist dieser Roman eigentlich ganz, ganz anders...

Im Zentrum der Geschichte stehen die vier jungen Isländerinnen Hervör, Mía, Silja und Karen - allerdings sind die vier keine guten Freundinnen, die sich regelmäßig auf einen Kaffee treffen. Ganz im Gegenteil, zu Beginn der Geschichte kennen sie einander nicht einmal und auch zum Ende des Romans hin, würden sie sich wohl auch kaum als etwas anderes als flüchtige Bekannte bezeichnen. Das ist es auch nicht vorauf der Roman abzielt oder was ihn besonders macht.

Viel mehr ist es die Art, auf die die Autorin nach und nach die Geschichten dieser vier Frauen so verknüpft, dass immer wieder Berührungspunkte entstehen, die mal kaum einen offensichtlichen Effekt haben und mal überaus einschneidende Erlebnisse darstellen - und natürlich gibt es auch sämtliche Zwischenstufen. Gemeinsame Bekannte, Zufallsbegegnungen und natürlich das namensgebende Café Viertel (im Original heißt der Roman übrigens “Korter”, isländisch für “Viertel”) sind die Schnittpunkte, die die Leben dieser so unterschiedlichen Frauen verbinden und die mich beim Lesen immer wieder begeistert haben.

Vor allem aber waren es die Charaktere, durch die “Ganze Tage im Café” für mich geglänzt hat. Denn Hervör und Co. wirken allesamt so erschreckend, nun ja, vielleicht nicht direkt normal, aber so realistisch, dass man keinerlei Probleme hat, sich vorzustellen, diesen Frauen tatsächlich irgendwann mal zufällig im Café, im Supermarkt oder in der Kneipe über den Weg zu laufen. Sie alle sind sehr viel tiefgründiger, als ich erwartet hätte, und mit jeder kann man sich auf Grund ihrer so ganz und gar menschlichen Probleme irgendwo identifizieren - was aber noch lange nicht bedeutet, dass ich sie alle vier sympathisch fand.

Hervör ist mit Abstand die sympathischste Figur gewesen. Mit ihr beginnt der Roman und an ihrer Seite habe ich mich auch direkt ins winterliche Reykjavik versetzt gefühlt. Zwar konnte ich ihre Beziehung zum viel älteren Tryggvi nicht nachvollziehen, aber trotzdem ist sie mir direkt sehr nahe gewesen und das hat sich auch im Laufe der Erzählung nicht geändert. Sie bringt sehr viel Witz in die Geschichte, sorgt aber gleichzeitig auch für einige der emotionalsten Szenen und legt im Laufe der Geschichte eine wirklich hervorragende Entwicklung hin.

Mía hingegen ist bis zum Schluss für mich die blasseste der vier Frauen geblieben. Das mag daran liegen, dass sie nur zwei Mal als Erzählerin zu Wort kommt und das auch in eher kürzeren Abschnitten, aber auch wenn sie ebenfalls eine Tiefe entwickelt, die ich so nicht erwartet hätte, blieb sie für mich trotzdem erstaunlich schemenhaft und war mir zwischenzeitlich auch recht unsympathisch - nicht zu letzt, weil sie eine der Figuren ist, die immer wieder quasi daueralkoholisiert sind.

Silja war zu Beginn für mich die Sympathischste der vier Frauen, ihre Entwicklung hat mich jedoch am wenigsten begeistern können, sodass sie mir zum Schluss sogar regelrecht unsympathisch war. Auch sie hat nur zwei Erzählabschnitte bekommen, gerade der zweite ist aber relativ lang, weshalb sie im Vergleich zu Mía deutlich mehr Form hatte, die mir aber im Verlauf der Geschichte immer und immer weniger zugesagt hat. Ich konnte ihre Reaktionen und Aktionen immer bis zu einem gewissen Grad nachvollziehen, fand sie aber oftmals sehr überzogen.

Karen war für mich das genau Gegenteil. Genau wie Hervör hat sie drei Erzählabschnitte, sodass sie etwas präsenter ist als Silja oder Mía, über lange Strecken fand ich sie jedoch hauptsächlich nervig in ihrer Art, sich ständig zu betrinken und mit ihren für mich nur teilweise nachvollziehbaren psychischen Problemen. Sie ist aber gleichzeitig auch die Figur, die die erstaunlichste - und trotzdem immer voll und ganz realistische - Entwicklung durch macht und mich dadurch zum Ende hin am meisten mitreißen konnte.

Auch die Nebenfiguren haben mich allein durch ihre Vielfalt immer wieder begeistern können und Sólveig Jónsdóttir hat es hier wirklich hervorragend geschafft, die unterschiedlichsten Typen Mensch auf amüsant und erschreckend realistische Art einzufangen, auch wenn sie natürlich sehr viel weniger Tiefe besitzen, als die vier Frauen im Zentrum von “Ganze Tage im Café” - was aber nicht viel zu heißen hat, da diese wirklich ausgesprochen vielschichtig und facettenreich sind.

Übrigens weißt die Handlung gerade zu Beginn doch einige Parallelen auf - Frau wird verlassen/betrogen/ersetzt und ist am Boden zerstört, trifft aber bald vielversprechenden, gutaussehenden neuen Kerl - gerade hier fand ich es jedoch sehr spannend im Laufe der Geschichte zu sehen, wie unterschiedlich sich das bei den einzelnen Figuren entwickelt hat. So stolpert man zwar gerade zu Beginn der Geschichte immer wieder über diverse Klischees, ich fand aber gerade die individuelle Entwicklung von diesem Ausgangspunkt her sehr gelungen.

Etwas Probleme hatte ich zu Beginn mit dem Schreibstil der Autorin, der jedoch nach kurzer Eingewöhnung sehr gut und flüssig zu lesen ist und für mich vor allem durch immer wieder sehr ungewöhnliche, dabei aber umso gelungenere Vergleiche und Metaphern geglänzt hat. Mehr Probleme haben mir da schon die ganzen isländischen Namen bereitet, die mich immer wieder ins Stocken gebracht haben und bei denen ich teilweise doch etwas Schwierigkeiten hatte, sie mir zu merken und sie den Figuren zuordnen zu können. Die Tatsache, dass sich alle Menschen in Island offenbar aus Prinzip schon Duzen und mit Vornamen anreden, hat auch gerade bei Artzszenen oder ähnlichem erstmal für etwas Verwirrung meinerseits gesorgt.

Trotzdem, auch wenn ich nicht alle Figuren sympathisch fand und die Geschichte - nicht zuletzt dadurch - zwischenzeitlich auch immer wieder die eine oder andere Länge hatte -, alles in allem ist Sólveig Jónsdóttirs Roman “Ganze Tage im Café” für mich eine wirklich positive Überraschung gewesen, sehr viel tiefsinniger, emotionaler und ernster (auch Themen wie Tod und psychische Probleme spielen eine wichtige Rolle) als erwartet, trotzdem aber auch immer wieder witzig und unterhaltsam. Von meiner Seite daher definitiv eine Empfehlung, auch wenn man Englisch können sollte, denn es gibt einen Engländer, dessen Dialoge nicht übersetzt wurden (was ich sehr authentisch und gut fand, für jemanden, der des Englischen nicht mächtig ist, jedoch wohl sehr störend sein wird).

4 von 5 Sternen
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..es kommt immer darauf an, was man selber dann daraus macht.

Ich fand es spannend zu sehen, wie sehr dieses Buch im Rahmen einer Leserunde die Leser spaltete. Den einen war es viiiel zu negativ und deprimierend, die anderen empfanden es als positiv oder realistisch und optimistisch.

Mir selbst hat das Buch gut gefallen und ich finde es auch nicht zu negativ.
Im Buch stoßen wir auf eine Gruppe von vier Frauen, deren Wege sich im Laufe der Handlung immer mal wieder locker kreuzen und die jede für sich an einem Wendepunkt in ihrem Leben angekommen sind.

Ausgangspunkt ist zumeist ein Verlust oder eine Trennung und das Buch folgt den Frauen auf ihrem Weg, mit diesem Schicksalschalg umzugehen. Sie treffen nicht immer die besten Entscheidungen, aber hey - wer tut das schon? Manchmal denkt man, ob es jetzt wirklich sein musste, ob der zehnte Gin oder der xte Mann oder...nicht vielleicht doch besser in der Kneipe geblieben wären, aber jede geht ihren eigenen Weg mit seinen Höhen und Tiefen und reift daran.

Mir zeigt das Buch, dass das Leben manchmal böse Überraschungen für uns parat hat, dass aber auch andere Zeiten kommt, wenn man diese zulässt und wenn man selber bereit ist, etwas dafür zu tun, dass sich die Dinge ändern.

Das Buch ist gut geschrieben, springt allerdings zwischen den Frauen hin und her, so dass man keine zu großen Lesepausen machen sollte, um den Faden nicht zu verlieren. Einen besonderen Reiz stellen für uns Deutsche ja auch die ungewohnten isländischen Namen dar, die es anfangs ein wenig komplizierter machen, die Menschen sofort zuzuordnen.

Die Personen sind sehr vielfältig und eher komplexere Charaktere, auf die man sich ein wenig einlassen muss.

Mir hat das Buch gefallen, auch wenn es vermutlich nicht jedermanns/fraus Geschmack ist. Hier sind Buchtitel und Cover etwas irreführend, da sie in meinen Augen einer locker-leichte Geschichte suggerieren. Das ist es mit Sicherheit nicht, aber eine Geschichte, bei der es sich durchaus lohnt, sie kennenzulernen
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am 2. Februar 2014
In diesem Buch geht es um vier isländische Frauen und ein Café. Zudem haben alle Frauen in irgend einer Weise schlechte Erfahrung mit Männern gemacht und haben das Gefühl in ihrem Leben nicht weiter zu kommen. Hervör, Mía, Silja und Karen sind Frauen, die eine ähnliche Geschichte aufweisen aber grundsätzlich unterschiedliche Persönlichkeiten haben. 
Hervör hat sich in eine Affaire mit ihrem ehemaligen Professor verzwickt. Mit ihr konnte ich am meisten sympathisieren, da sie trotz Stillstand in ihrem Leben, eine taffe und selbstbewusste Frau ist. Mía war mir am unsympathischsten. Sie wird von ihrem Freund verlassen und hat große Schwierigkeiten damit umzugehen. Ihre Aktionen empfand ich schon ein wenig peinlich. Manchmal kam mir beim Lesen ein Fremdschämgefühl auf. Silja gehört als einzige zu denen, die eine steile Karriere hinter sich hat und verheiratet ist. Man könnte meinen ihr Leben wäre perfekt, bis sie ihren Mann mit einer anderen erwischt... Dann gibt es noch Karen, die seit einem Jahr um den Verlust eines geliebten Menschen trauert. Karen wirkt depressiv, sie verbringt ihre Abende und Nächte in Kneipen und in Betten, die sie mit fremden Männern teilt. Die Charaktere sind allesamt gut ausgearbeitet und gelungen. Auf mich wirkten sie authentisch und glaubwürdig.
Die Geschichten und Schicksale der Frauen sind alle miteinander verstrickt. So unterscheidet sich dieser Frauenroman von schnödem Chiclit, was mir schon mal gut gefallen hat. Der Schreibstil ist nicht so plump, wie ich es bereits aus anderen Frauenromanen kenne, allerdings auch nicht herausragend oder anspruchsvoll. So war der Roman einfach und angenehm zu lesen. Die Geschichten der einzelnen Frauen waren auch nicht herzzerreißend, rührend oder gar spannend. Dennoch gelingt es der Autorin einen bei Stange zu halten. Ich vermute mal die Autorin wollte einfach eine realistische Geschichte schreiben, ohne großartig auf Klischees zurück zu greifen. Man kauft ihr die Geschichte gut ab.
Insgesamt also ein Roman, der einen gut unterhalten kann. Leider fehlte mir hier noch das gewisse Etwas. Ich habe ja bereits angemerkt, dass die Geschichten der Frauen irgendwie miteinander verstrickt waren. Das fand ich sehr reizvoll. Ich hatte erwartet, dass die gesponnen Fäden am Ende intelligent zusammen gezogen werden, was leider nicht der Fall war. Das finde ich etwas schade, da hätte man vielleicht mehr draus machen können.
Trotzdem kann ich das Buch empfehlen. Es passt sehr gut zu der kalten Jahreszeit und tröstet den ein oder anderen bei Liebeskummer hinweg.
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am 22. Januar 2014
Es gibt Tage, da erscheint einem das Leben düster und leer - im wahren Leben wie im Roman. Wenn solch ein Roman von vier jungen Frauen handelt, dann kann man mit einiger Sicherheit davon ausgehen, dass Männer einen nicht unwesentlichen Anteil an diesem jammervollen Zustand haben. Wenn diese Frauen dann auch noch im isländischen Reykjavík, der am nördlichsten gelegenen Hauptstadt der Welt, leben, mitten im Winter, wenn die Sonne sich nur wenige Stunden am Himmel blicken lässt und das Prasseln von Regen gegen Fensterscheiben eine gewohnte Begleitmusik darstellt, ist das Jammertal nur noch schwerer zu durchschreiten.

Hervör, Mía, Silja und Karen kennen sich nicht, haben aber eines gemeinsam: ein äußerst schlechtes Händchen in der Wahl ihrer Männer. Hervör, die eine Affäre mit ihrem ehemaligen Professor hat, ist bass erstaunt, als der ihr den Laufpass gibt – und das auch noch wegen einer älteren Frau! Mía wird von ihrem Freund verlassen, nachdem der festgestellt hat, dass ihn seine Kollegin mittlerweile mehr reizt als seine langjährige Beziehung. Silja muss nach einer Nachtschicht im Krankenhaus und zehn Jahren Ehe der traurigen Wahrheit ins Gesicht blicken, dass ihr Mann offenbar ein notorischer Fremdgänger ist. Und Karen wacht mal in diesem, mal in jenem fremden Bett auf, immer bedacht, die Wohnung ihres Dates schnell zu verlassen.

Die Frauen versuchen jede auf ihre Weise mit ihren Problemen umzugehen. Dabei kreuzen sich ihre Wege und die ihrer Freunde, u. a. im titelgebenden Café. Die Palette der möglichen Bewältigungsstrategien ist groß, sie reicht von kleinen unappetitlichen Rachemanövern bis hin zu zerbrochenen Windschutzscheiben; die eine ergibt sich ihrem Kummer, während die andere sich unberührt zeigt. Und dann hat man ja auch möglicherweise noch die Option, einfach so weiterzumachen wie zuvor, die Augen zuzumachen, wenn „er“ nur bleibt, auf die Gefahr hin, dass man daran zugrunde geht. Oder ganz dicht zu machen, denn wer sich niemandem öffnet, gerät auch nicht in Gefahr, verletzt zu werden.

Wer aufgrund des Covers und des Kappentextes davon ausgeht, es mit einer isländischen Carrie Bradshaw und ihren Freundinnen zu tun zu bekommen, der irrt. Dieser Roman ist mehr als ein hysterisch-überdrehtes Geplauder über Männer und Mode und die Tücken im Umgang mit dem einen wie dem anderen. Selbst relativ ungeübt im Genre „Frauenroman“, hat mir dieser Roman ausgesprochen gut gefallen. Bei allem Herzeleid und Trübsal kommt der Humor nie zu kurz, während für Kitsch wenig Raum ist. Die Autorin erhebt weder den moralischen Zeigefinger, noch ist sie immer politisch korrekt, noch zaubert sie ihren Protagonistinnen Traumprinzen ins Haus, mit denen sie fortan allen weiteren isländischen Wintern trotzen. Dennoch gibt es immer Lichtblicke, auch für die vom Schicksal arg gebeutelten Hervör, Mía, Silja und Karen, die Hoffnung, dass am Ende doch noch alles gut wird.

Immer wieder einmal gelingt es einem Autor, mit seinem Erstling einen großen Wurf zu erzielen. Die Journalistin Sólveig Jónsdóttir, Jahrgang 1982, hat mit „Ganze Tage im Café“ zumindest ihre Landsleute überzeugt: 2012 stand der Roman wochenlang in den Bestsellerlisten. Die Filmrechte sind verkauft. Jetzt ist der Roman bei Insel als deutsche Erstausgabe erschienen.
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am 25. Juli 2014
Gleich vorweg möchte ich darauf hinweisen, dass es zwei Punkte gibt, die mich an dem (ansonsten richtig guten) Buch stören, wofür die Autorin aber vermutlich nicht verantwortlich ist.
1. Der Titel: im Original erschien das Buch unter dem Titel "Korter", was lt. Übersetzung "Quartal" heißt.
'Ganze Tage im Café' ist irreführend und passt m.E. einfach nicht.
2. Das Cover: bis ich mir das Buch endlich gekauft habe, hatte mich das Cover zuvor mehrfach abgeschreckt. Es gefällt mir überhaupt nicht, ist nicht aussagekräftig und wenig ansprechend.
Zum Glück habe ich mir irgendwann die Zeit genommen, im Buchladen ein paar Seiten zu lesen- dann musste ich einfach zugreifen.

Der Roman spielt in Island und handelt von vier jungen Frauen, die Probleme bei der Lebensbewältigung haben, was hier ausgelöst wird durch jeweilige Trennungen.
Klingt vielleicht nicht besonders ansprechend, aber ich mochte alle vier Frauen gleichermaßen, und wenn man etwas älter ist, kann man sich sehr gut in die Protagonistinnen hineinversetzen.

Es geht bei den Lebensgeschichten nicht um Mitleid, ich sehe das Buch auch keinesfalls als düster.
Zwar ist es hart, was die Frauen durchmachen, teilweise schon am Rande der Depression, besonders bei Mia, aber dennoch durchweg nachvollziehbar.
Dem Titel nach rechnet der Leser damit, dass der Hauptplatz der Geschichte ein Café ist, was aber nicht stimmt, auch wenn das "Viertel" eine wichtige Rolle spielt und die Frauen sich da stellenweise über den Weg laufen.

Das Buch besteht aus jeweils vier Lebensgeschichten zu Karen, Silja, Mia und Hervör, intelligente Frauen, auf Sinnsuche nach Verlusten in ihrem Leben.
Geschickt verwebt die Autorin die Geschichten miteinander, die Protagonistinnen kennen sich zunächst aber nicht und lernen sich teilweise unter unschönen aber auch tröstlichen Bedingungen kennen.
Trotz aller Probleme liest man unterschwellig oft einen gewissen (schwarzen) Humor heraus, der einen schmunzeln lässt.
Das Buch ist warmherzig, bringt dem Leser Island näher, ist lebensnah. Auf keinen Fall ist "Ganze Tage im Café" ein seichter Roman aus dem Chick-Lit-Genre, sondern ansprechend, humorvoll, oft traurig aber auch lebensbejahend. Man hofft, trauert, leidet und lacht mit den Protagonistinnen. Und mit dem Ende kann man leben.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen und kann nur hoffen, dass sich noch mehr Leserinnen nicht vom Cover abschrecken lassen.
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am 8. Mai 2014
Inhalt:

Die vier jungen Frauen Hervör, Mía, Silja und Karen kennen einander nicht und laufen sich dennoch mehrmals über den Weg. Hervör ist recht chaotisch und locker, sie jobbt in dem Café "Viertel", das dem Buch den Titel gab und wird von ihrem wesentlich älteren Professor und Liebhaber verlassen. Mia wird ebenfalls wegen einer anderen Frau von ihrem Ehemann verlassen und stürzt dadurch in eine tiefe Kriese. Die eher kühle und distanzierte Silja erwischt ihren Ehemann mit einer anderen Frau. Die "Andere" ist ausgerechnet Karen, die sehr verzweifelt ist, da sie nie den Tod ihres Halbbruders verarbeitet hat. Alle vier stehen nun vor einem großen Wendepunkt in ihrem Leben und dennoch entpuppt sich gerade das, letzten Endes, als eine große Chance für die Frauen.

Meinung:

Als ich das Cover des Buches gesehen und den Klappentext gelesen hatte, dachte ich eigentlich es wäre einer dieser typischen Frauenromane über verlassene Frauen, die man mal ebenso nebenher liest. Dabei war das Buch so viel mehr. Als ich am Ende angekommen war habe ich es erst mal ganz lange festgehalten und angeschaut, nachgedacht und geweint vor Glück. Die vier Frauen sind jede auf ihre Art so wundervoll und liebenswürdig. Sie kennen sich nicht und laufen sich dennoch sehr oft über den Weg. Auch der Engländer Liam und der Kollege von Hervör Georg sowie der Stammgast Marinó spielen ihre feste Rolle im Buch und man begegnet ihnen sehr oft.

Besonders schön fand ich, dass man als Leser die Personen kennen lernt und wenn sie sich dann begegnen, ahnt man sofort wem sie da eigentlich begegnen oder über wen sie sprechen. Die Stadt Reykjavík kommt einem vor wie ein Dorf, in dem jeder jeden kennt und man spürt förmlich die Kälte u. Dunkelheit des isländischen Winters.

Das Buch behandelt sehr ernste und tragische Themen auf so lockere und teilweise witzige Art, dass das Buch einen trotz alledem heiter und glücklich zurück lässt.
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am 19. Februar 2014
Die Januarnächte in Reykjavik sind von Dunkelheit und Tristesse geprägt. Das Leben von Hervör, Silja, Mía und Karen ist zu dieser Zeit jedoch nicht weniger düster. Obwohl sich die Lebenswege der vier Frauen kaum berühren, sind ihre Gemeinsamkeiten größer, als es zunächst scheinen mag. Auf den ersten Blick drehen sich die Probleme der vier Frauen um Männer: Hervör führt mit ihrem ehemaligen Professor eine Gelegenheitsbeziehung, Mía wird von ihrem Freund für eine andere Frau sitzgelassen, Silja begegnet eines Morgens in ihrem eigenen Haus dem One-Night-Stand ihres Mannes und Karen wacht nach durchzechten Nächten ständig in den Betten fremder Männer auf.

Doch doch der erste Eindruck trügt, denn die Sorgen der Frauen sind weitaus existenzieller. Es geht darum, die Verantwortung für das eigene Leben in die Hand zu nehmen und sich nicht schicksalsergeben durch dessen Strom treiben zu lassen, bis irgendwann der unvermeidliche Untergang droht. Jede dieser Frauen hadert in irgendeiner Form mit dem eigenen Lebensweg und hofft daher, dass sich das Schicksal im Laufe der Zeit irgendwann wieder gnädiger zeigt. Doch die vier Frauen sind an einem Punkt im Leben angelangt, an dem sie sich entscheiden müssen: Geben sie auf oder nehmen sie das Leben mit all seinen Konsequenzen in die eigene Hand?

VIELLEICHT SOLLTE SIE SICH ENDLICH einmal aufraffen und eine Reise machen. Vielleicht endlich einmal ein ganzes Jahr weggehen. Endlos tief im Mastercard-Sumpf versinken und es in vollen Zügen genießen. Sie könnte unterwegs arbeiten. Wein in Frankreich lesen oder Kaffeebohnen in Kolumbien. Lesen, lesen, lesen – endlich ein neues Kapitel aufschlagen. Wie lange mochte es dann wohl dauern, bis er eine andere finden würde, mit der er die Nächte verbringen konnte? Nicht lange. – Seite 7 –

Ganze Tage im Café von Sólveig Jónsdóttir spielt zwar im tristen Reykjavik, doch es kann in der deutschen Ausgabe nicht nur mit einem fröhlichen Cover punkten. Auch die Sprache der deutschen Übersetzung scheint sich der Traurigkeit und den Problemen der Protagonistinnen mit aller Macht entgegensetzen zu wollen, denn von Schwermütigkeit fehlt durch die neutrale Darstellung des Erzählers jede Spur. Bis zum Ende präsentiert er die Geschichte jeder Frau in einem eigenen Handlungsstrang. Als Leser verfolgt man somit abwechselnd gleich vier Erzählungen, die sich wiederholt berühren, und zum Schluss zu einer Erzählung vereinen.

Hervör, Silja, Mía und Karen spiegeln darin verschiedene Frauentypen wider, die das Leben jede auf ihre eigene Weise meistern. Hervör scheint die Dinge, die ihr widerfahren, dabei mehr zu reflektieren als die anderen drei Protagonistinnen. Sie suhlt sich nicht in ihrem Elend, wie es zum Beispiel Mía oder Silja ausgiebig tun, sondern lebt ihr Leben sehr bewusst, wobei nicht nur die eigene Existenz im Vordergrund steht, sondern auch das Wohl ihres Umfeldes. Karen macht beinahe einen ebenso reflektierten Eindruck, doch scheint sie in ihrem eigenen gedanklichen Albtraum gefangen zu sein, wodurch sie in eine Art Teufelskreis von Partys, Männern, Selbsthass und vor allem Alkohol gerät.

Ganz anders erscheinen mir hingegen Silja und Mía. Sie zelebrieren das eigene Leben in der Opferrolle. Das ist anstrengend! Sehr sogar! Es wäre sehr schön gewesen. wenn die beiden irgendwann aktiv einen Weg zurück ins Leben gefunden hätten. Stattdessen warten sie meines Erachtens jedoch lieber auf irgendeine Form der Rettung. Das ist eine Eigenschaft, die mich persönlich total auf die Palme bringt. Somit erinnert mich Ganze Tage im Café ein bisschen an eine Achterbahnfahrt – ein Roman voller Höhen und Tiefen, wobei das abrupte Ende für mich dann leider einen Tiefpunkt darstellt – zu wenig Entwicklung der Protagonistinnen. Gleichzeitig will dieser Roman trotz der leichten Sprache jedoch nicht einfach nur gelesen, sondern überdacht werden. Und genau dieses Ziel hat Sólveig Jónsdóttir trotz meiner Kritikpunkte bei mir erreicht.
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am 1. Februar 2014
Vier Frauen mit vier Geschichten. Jede scheitert auf ihre eigene Weise, verliebt sich in einen Mann, den sie nicht haben kann, ist beruflich am Ende, verliert einen geliebten Menschen oder sieht, wie ihre eigene Ehe scheitert. Jede geht anders mit ihren Schicksalsschlägen um, während die eine sich zu Hause verkriecht, macht die andere die Nacht zum Tag und wacht morgens nur selten in ihrem eigenen Bett auf. Schicksalhafte Begegnungen und ein bisschen Glück sorgen dafür, dass sie alle ihre Ziele noch einmal überdenken und feststellen, dass das Leben nicht nur einen möglichen Verlauf hat sondern dass es manchmal noch einen anderen Weg gibt, um zufrieden und glücklich zu werden.
Hervör ist verliebt in ihren Professor, der sie immer wieder hin hält und den sie nie so ganz für sich hat. Trotzdem opfert sie sich für ihn auf, genießt die Zweisamkeit, bis er ihre Affäre beendet, weil er sich in eine andere Frau verliebt hat. Für sie bricht eine Welt zusammen und sie stürzt sich in die Arbeit in einem Café, wo sie zumindest Trost bei ihrem Kollegen findet und sich am Umgang mit ihren Kunden erfreut.
Silja ist Ärztin und nicht nur beruflich erfolgreich sondern hat auch schon in jungen Jahren geheiratet. Eigentlich scheint ihr Leben perfekt zu sein, bis sie eines Morgens nach dem Nachtdienst nach Hause kommt und einer Frau begegnet, die sich gerade aus dem Schlafzimmer ihres Mannes schleicht. Sie hätte ahnen können, dass er ihr nicht treu ist und doch hat sie die Augen verschlossen. Gerade, als sie darüber nachdenkt, ob ihr Leben so überhaupt einen Sinn hat begegnet sie Liam, einem chaotischen Engländer, der sie mit seinem Enthusiasmus ansteckt und ihr neue Hoffnung gibt.
Karen ist bei ihren Großeltern aufgewachsen, weil ihre Eltern sie früh im Stich gelassen haben. Bei einem Autounfall verliert sie einen wichtigen Menschen und lässt seitdem niemanden an sich heran. Die meiste Zeit verbringt sie auf Partys und in den Betten fremder Männer. Erst als sie feststellt, dass einer ihrer Liebhaber verheiratet ist und sie dessen Frau begegnet, wird ihr klar, dass irgendetwas schief läuft. Und als ihre geliebte Großmutter krank wird stellt sie fest, dass zwar immer die Gefahr besteht, dass man jemanden verliert, den man liebt, dass das aber kein Grund ist, niemanden mehr zu lieben.
Mía ist seit kurzem Single, ihr Freund hat sich von ihr getrennt und ist jetzt mit einer Arbeitskollegin zusammen. Mía hatte immer das Gefühl, dass er sich schämt, weil sie nicht so erfolgreich ist aber jetzt ist sie sich sicher, dass sie ihm nie genug war. Sie verkriecht sich in ihrer neuen Wohnung, die sie überhaupt nicht einrichten will, würde am liebsten gar nicht mehr arbeiten gehen und kommt kaum unter Leute. Der einzige, der sie noch erreicht, ist ihr Bruder und der will ihr auch helfen, ihrem Leben wieder einen Sinn zu geben.
Der dunkle, isländische Winter spiegelt das Seelenleben der vier Protagonistinnen wider, die sich in vermeintlich ausweglosen Situationen befinden. Es scheint kein Funke Hoffnung übrig zu sein, bis es endlich wieder hell wird, alles zum neuen Leben erwacht und man vergisst, wie schlimm der Winter doch war, wenn man die Schönheit Islands im Frühling betrachtet. Die Botschaft dahinter ist wohl, dass sich alles wieder zum Besseren wenden kann, wenn man einmal den Blickwinkel verändert oder sich andere Ziele setzt.
Mir hat das Buch gut gefallen, auch wenn es stellenweise sehr melancholisch macht, trotz Allem scheint im Hinterkopf immer der Gedanke: wir haben es schon immer überlebt, wir schaffen es auch dieses Mal. Da die Geschichte in Rejkjavik spielt, bekommt man beim Lesen tatsächlich Lust auf Island, was doch so anders zu sein scheint als andere Länder. Das Ende ist anders als erwartet aber für mich dennoch zufrieden stellend.
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am 1. Februar 2014
Klappentext:

Am liebsten verbringen die vier jungen Frauen ihre Tage im Café und ihre Nächte auf Partys und in Kneipen, denn Reykjavik im Winter ist dunkel und kalt, ihr Alltag turbulent und chaotisch. Karen, die bei ihren Großeltern lebt, trinkt zu viel und wacht immer wieder in fremden Betten auf. Hervör, nach abgebrochenem Studium, jobbt im Café und wird von ihrem Gelegenheitslover hingehalten. Mia, die von ihrem Freund verlassen wurde, sitzt seither zwischen Umzugskartons. Silja, die Ärztin, erwischt ihren Ehemann mit einem „blonden Flittchen“. (Das „blonde Flittchen“ ist Karen, aber das weiß sie noch nicht.) Das Leben ist ein großes Drama, in dem auch Liam, der kleine (charmante) Engländer, und Georg, der zuverlässige, aber schüchterne Barista, eine Rolle spielen. Die tragende Rolle? (Schließlich sind es vier Männer, die vier Frauen zusammenbringen.) Ganze Tage lang erzählen sie sich von kleinen Glanzmomenten und ernsthaften Problemen, von ihrem Leben, das doch auch Lichtblicke zeigt, wenn sie mit ihrem Latte macchiato to go ihr Café wieder verlassen.

Autorin:
(Quelle: Insel Verlag)

Sólveig Jónsdóttir, geboren 1982 in Reykjavik, Journalistin, hat u. a. in Dublin und Edinburgh Politikwissenschaft studiert. Ihr Debütroman Ganze Tage im Café war die Überraschung des isländischen Bücherfrühlings 2012 und stand wochenlang auf der Bestsellerliste. Die umkämpften Filmrechte waren schnell verkauft.

Eigene Meinung:

"Ganze Tage im Café" und ich, das war so zu sagen Liebe auf den ersten Blick. Das Cover hat mich mit seiner Sonnen gelben Fröhlichkeit magisch angezogen. Auch, wenn es mir zunächst das Gefühl vermittelte einen Chick Lit Roman vorgesetzt zu bekommen. Also eher nicht mein bevorzugtes Genre. Zum Glück habe ich mich davon nicht täuschen lassen, sondern konnte mich ganz auf die Magie einlassen, die das Buch direkt auf mich ausübte. Denn spätestens nach den ersten Seiten war mir klar: dieses Buch ist rundum das Richtige für mein Leserherzchen.

Ich weiß gar nicht so genau, warum ich anfangs geglaubt habe, dass es sich um einen Chick Lit ähnlichen Frauenroman handeln könne, der mit oberflächlichen, meist ähnlichen Protagonistinnen und teilweise abgenutzen Witzen begeistern will. Dafür kenne ich das Programm des Insel Verlags doch eigentlich nur allzu gut und weiß, dass diese Bücher immer über Tiefgang verfügen. Und so dauerte es nicht lange, bis dieser mich in "Ganze Tage im Café" hineinzog und so gefangen nahm, dass ich den Roman innerhalb kürzester Zeit durchgelesen habe.

Im Mittelpunkt stehen die Protagonistinnen Hervör, Karen, Mia und Silja, die jede auf ihre eigene Art so ihre Probleme mit dem Leben und ganz besonders mit der Liebe hat. Während Hervör und Karen irgendwie Bindungsschwierigkeiten zu haben scheinen und diese mit oberflächlichen Affären und Beziehungen zu übertünchen versuchen, stehen Mia und Silja vor den Trümmern ihrer gescheiterten Beziehungen. Alle vier haben das Gefühl an einem Punkt in ihrem Leben angelangt zu sein, der tiefer kaum liegen könnte und doch befinden sich alle auch in einer Wende ihres Lebens, an der die Leser teilhaben dürfen. So gelangen die vier wundervollen Protagonistinnen nicht nur Stück für Stück in einen neuen Lebensabschnitt, sondern auch nach und nach immer mehr ins Herz ihrer Leser.

Am liebsten würde ich aufzählen was ich alles an dem Roman mag, aber das würde den Rahmen sprengen und so zähle ich nur auf, was ich ganz besonders mag.
Ganz besonders gern mag ich die traurige Karen, deren Leben auf so tragische Weise erschüttert wurde. Sie ist die Protagonistin, die mir am meisten ans Herz gewachsen ist, dicht gefolgt von der sarkastischen und sehr taffen Hervör. Sehr gern mag ich einige der Männer, die den Mädels im Laufe des Romans begegnen und diesen damit noch ein bisschen mehr zum Strahlen bringen, noch ein bisschen mehr Wärme hinein bringen mit ihrer Herzlichkeit und ihrer Sympathie. Sehr, sehr gerne mag ich die Schreibe der Autorin, denn die ist klug, gefühlvoll und vor allem sehr authentisch. Ich liebe es wenn in einem Roman viele kleine Geschichten erzählt und irgendwann miteinander verknüpft werden. Es gelingt ihr mich zu berühren, zu fesseln und das Buch fest in mein Herz zu schließen. Am aller meisten mag ich das Ende, doch was da so passiert, das muss jeder für sich selbst raus finden.

Fazit:

"Ganze Tage im Café" ist eins dieser Bücher, die man nach dem Lesen gern noch mal seufzend an sich drückt, da man sowohl die Charaktere darin, als auch die Geschichte, einfach liebgewonnen hat. Charmant, authentisch und sehr klug, erzählt Autorin Sólveig Jónsdóttir in ihrem Debüt von vier jungen Frauen, die nicht nur in der Liebe, sondern auch in ihrem Leben an einem entscheidenden Wendepunkt angekommen sind und lernen, dass Dinge, die zunächst grausam scheinen, manchmal dazu da sind um auf den richtigen Weg zu gelangen. Ich vergleiche das Buch gerne ein bisschen mit dem tollen Film "Tatsächlich Liebe" und empfehle es gerne jedem weiter, der einen tiefgründigen Roman über vier starke Frauen, das Schicksal und die Liebe lesen möchte.
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am 30. Januar 2014
Sólveig Jónsdóttir erzählt in ihrem Roman „Ganze Tage im Café“ von den vier jungen Frauen Hervör, Silja, Mía und Karen. Alle Vier haben ihre Probleme mit der Männerwelt, obwohl sie sich doch unterscheiden. Hervör hat eine Affäre mit dem Professor ihrer Universität, Silja wurde von ihrem Ehemann betrogen, Mías Freund hat sich umentschieden und ist doch lieber mit einer Kollegin zusammen als mit Mía, und Karen springt nach einem Schicksalsschlag mit fast jedem Mann ins Bett, den sie kennenlernt. So unterschiedlich wie ihre Probleme sind, jedes Mal steckt ein Mann dahinter, der es verhindert, dass die Vier glücklich werden. Ist es trotzdem noch möglich, die Männer zu vergessen und ein glückliches Leben zu führen?

Zuerst einmal möchte ich anmerken, dass der Klappentext in Amazon nicht genau stimmt. Er verwirrt etwas, und beinhaltet Informationen, die nicht stimmen. Also wer sich für das Buch interessiert: Liest lieber die Rezensionen von Lesern.

Und jetzt zum Buch: Die Geschichte(n) finde ich ganz toll, jedoch manchmal etwas übertrieben. Ich kann nicht immer nachvollziehen, warum sie genau so handeln, und einige Personen im Buch (vor allem die „schuldigen“ Männer) bleiben durchsichtige Charaktere. Die Hauptprotagonisten sind super erklärt, ganz sympathisch und bleiben auch gut im Gedächtnis. Da einige Personen, die im Buch eine wichtige – jedoch passive – Rolle spielen, nicht ganz so gut erklärt und ganz so gut vorstellbar sind, war ich nach einiger Zeit etwas verwirrt. „Wer gehört jetzt zu wem? Wer hatte gleich wieder was erlebt?“ So ging es mir ungefähr nach der ersten Hälfte, und ich musste immer wieder zurückblättern, um die Namen wieder zuordnen zu können.
Trotzdem fand ich die Geschichte schön, und obwohl das Ende nicht so war, wie ich erwartet hatte, hatte es doch etwas Schönes. Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Das Buch war so geschrieben, dass man richtig schnell und flüssig lesen kann und alles sehr gut versteht. Das ist auf jeden Fall ein Pluspunkt.

Alles in Allem hat mir das Buch also gut gefallen. Da es jedoch manchmal etwas verwirrend war, muss ich einen Stern abziehen. Insgesamt erhält das Buch von mir also verdiente 4 von 5 Sternen. Außerdem kann ich das Buch für alle weiterempfehlen, die gerne Frauenromane voller Probleme und Liebeskummer lesen.
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