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67
3,9 von 5 Sternen
Der Winterpalast: Roman (insel taschenbuch)
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39 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 23. Oktober 2012
Inhalt:
Als Warwaras Vater stirbt, wird sie als Bedienstete im Palast der Zarin Elisabeth aufgenommen. Aufgrund einer glücklichen Fügung darf sie ihre Stellung als unbedeutende Schneiderin jedoch schnell verlassen und wird zu einer engen Vertrauten der Kaiserin selbst. Sie ist zu einer „Zunge“ geworden, einer Spionin, die ab sofort die Aufgabe hat Intrigen und Geheimnisse aufzuspüren.
Als die junge Sophie, die spätere Katharine die Große, als Braut des zukünftigen Zaren in den Winterpalast kommt, wird sie zu deren enger Vertrauter und Freundin.

Meine Meinung:
Ein historischer Roman, der locker, flockig und abwechslungsreich geschrieben ist und durch sehr facettenreiche Charaktere glänzt. Einen wirklichen Liebling habe ich beim Lesen jedoch nicht gehabt. Jede Figur ist auf ihre Weise interessant.
Die Geschichte wird aus Sicht von Warwara erzählt, darum bekommt man auch nicht immer alle Informationen des höfischen Lebens aus erster Hand. Man folgt Warwara und wenn sie fernab des Hofes ist, dann versiegt natürlich auch der Informationsfluss an den Leser.

Leider fehlte es den Figuren trotz ihres Facettenreichtums an Tiefe, sodass ich nicht wirklich mit ihnen mitgefiebert habe. Schicksalsschläge wurden auch von den Figuren selbst nicht wirklich als solche empfunden, bzw. dargestellt und in der Geschichte nur recht nebensächlich behandelt. Über einschneidende Ereignisse wurde einfach hinweggegangen, ohne wirklich auf das Gefühlsleben der Betroffenen einzugehen. Und die Versuche die es gab, blieben trotzdem ohne Erfolg. Ich war beim Lesen nie glücklich oder traurig für eine der Figuren, dabei passiert wirklich genug in diesem Buch.
Die Geschichte war zwar interessant, die vielen Intrigen, die Auswege und Lösungen, um diesen Intrigen zu entgehen waren teilweise sehr kreativ, aber die Handlung dümpelte ohne großen Spannungsbogen vor sich hin.

Auch hätte der Palast an sich besser beschrieben werden können, denn das Setting hatte ich die ganze Zeit über nicht wirklich vor meinem inneren Auge. Das Cover ist so schön gestaltet und beflügelte schon vor der ersten Seite meine Fantasie. Ich hätte mir gewünscht, dass die Autorin dieses Bild in meinem Kopf weiterzeichnet.

Wie Warwara zu der großen Spionin wurde blieb mir ebenfalls schleierhaft, denn mehr als 2-3 Tipps hat sie von ihrem Mentor nicht bekommen. Es entstand der Eindruck, dass wirklich jeder diese Aufgabe hätte übernehmen können. Das meiste schien Warwara sowieso eher zufällig aufzuschnappen ohne gezielt danach gesucht zu haben.

Fazit:
Einerseits ist die Geschichte durch das höfische Ränkespiel interessant, es gibt einige überraschende Wendungen. Andererseits bleibt die Geschichte jedoch sehr flach und emotionslos wodurch das Mitfiebern eher schwierig wird.
Eine nette Geschichte, die man nicht zu sehr hinterfragen sollte.
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20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 7. Januar 2013
Mit "Der Winterpalast" entführt Eva Stachniak ihr Publikum an den russischen Zarenhof in den Jahren 1743 bis 1764 und erzählt vom schwierigen, entbehrungsreichen Aufstieg einer deutschen Prinzessin zur mächtigsten Frau Russlands. Obwohl die Autorin einen sehr erzählerischen Ton anschlägt, von vielen Ereignissen nur berichtet, als würde sie sie einem Tagebuch beichten und Dialoge dadurch eine eher untergeordnete Rolle spielen, zieht die Geschichte den Leser sofort in ihren Bann. Mit Einfühlungsvermögen zeichnet sie ein Bild von den Adeligen damaliger Zeit: von der wankelmütigen, abergläubischen Elisabeth bis hin zur so unschuldig wirkenden und doch einen stahlharten Willen besitzenden Katharina.

Es ist kein Roman über das Leben oder die Regierungszeit von Katharina der Großen, sondern über die Zeit von ihrer Ankunft im Russischen Reich als unwichtige deutsche Prinzessin bis zu ihrem Aufstieg auf den Zarenthron. Dadurch wird "Der Winterpalast" eher zum Sittengemälde des russischen Hofs zur damaligen Zeit: Der Leser erfährt zwar viel über die frühen, schweren Jahre Katharinas in Russland, ebenso wichtig – und interessant – sind aber die späten Regierungsjahre von Kaiserin Elisabeth und die Darstellung des Alltags von Spioninnen wie Warwara im Winterpalast.
Mit dem Gespür für die richtigen Details erzeugt Eva Stachniak Spannung und hält den Leser an der Stange. Ihr historischer Roman wirkt so opulent wie das imposante Bauwerk, das dem Buch seinen Titel leiht: Der Winterpalast mit seinen riesigen Spiegeln, dem Marmor, dem vergoldeten Stuck, aber auch den maroden Böden und den vom Schimmel angegriffenen Wänden steht sinnbildlich für die äußerlich imposante, aber teils verlotterte Adelsgesellschaft bei Hofe. Den Glanz und den Verfall fängt die Autorin in ihrem Roman gut ein, der trotz aller geschichtlichen Referenzen vor allem von menschlichen Schicksalen erzählt. Insofern sei das Buch jedem ans Herz gelegt, der für höfische Intrigen etwas übrig hat, mehr über die Anfangszeit von Katharina der Großen am Zarenhof erfahren will oder aber Roman im Stil von "Die Schwester der Königin" mag.
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32 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 22. November 2012
Ich habe beim Kauf des Buches noch keine dieser Rezensionen gekannt. Mir gefiel das Cover ausnehmend gut - beim Insel-Verlag hat man diesbezüglich einen besonderen Geschmack. Auch der Inhalt schien mir interessant, denn Katharina die Große bietet für ein Buch allerhand Stoff.
Doch dann begann ich zu lesen, und nun muss ich leider den anderen Beurteilungen zum Großteil Recht geben.

Das Buch hat mich seltsam unberührt gelassen. Die Protagonistin Warwara kam mir nicht richtig nah; ich kann sie mir noch immer nicht bildlich vorstellen. Ihre Geschichte hat mich nicht gefangen. Eventuell liegt es daran, dass die Autorin einen sehr großen Zeitrahmen kurz zusammenschnurren lassen musste und dadurch Sprünge entstanden. Die Spannung blieb dabei auf der Strecke.
Normalerweise ist dies bei mir nicht der Fall, aber hier habe ich häufig "quer" gelesen, weil sich das Buch langatmig zog.

Gefallen hat mir allerdings die detaillreiche Darstellung des 18. Jahrhunderts. Sehr genau recherchiert, wurden die geschichtlichen Ereignisse wiedergegeben, Mode und Alltag beschrieben. Interessant die Beschreibung des damaligen Aberglaubens während einer Schwangerschaft und die medizinischen Kenntnisse.

Alles in allem ist das Buch gut geschrieben - und auch der Titel passt: Es bleibt atmospärisch so kalt wie im Winterpalast!
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 1000 REZENSENTam 2. April 2013
Mit fünfzehn Jahren wird Warwara, Tochter eines Buchbinders, zur Waise. Kaiserin Elisabeth Petrowna gab ihrem Vater vor seinem Tod das Versprechen, sich in diesem Fall um sie zu kümmern. So wird Warwara zum Dienstmädchen im Winterpalast. Unglücklich über ihr Dasein als unbegabte Näherin streift sie nachts durch den Palast in der Hoffnung, der Kaiserin zu begegnen und sie um eine bessere Stellung zu bitten. Stattdessen begegnet sie dem Kanzler Bestuschew, der sich ihre Aufgewecktheit und gleichzeitige Unscheinbarkeit zunutze macht und sie zur Spionin ausbildet. Warwara entkommt der Nähstube und wird zu einer der wichtigsten Informantinnen der Kaiserin. In dieser Funktion erlebt sie das Eintreffen der jungen Sophie von Anhalt-Zerbst am Hof mit, aus welcher später Katharina die Große wird. Im Laufe der Zeit wird sie zu Sophies Freundin. Kann die Spionin Sophies Geheimnisse vor der Kaiserin verbergen?

Das Buch beschreibt den Aufstieg Sophies von Anhalt-Zerbst von einer deutschen Prinzessin zu Katharina der Großen, Kaiserin über das russische Reich. Es betrachtet rückblickend eine Zeitspanne von 21 Jahren aus der Sicht der Spionin Warwara, der kein Geheimnis und kein Gerücht am kaiserlichen Hof entgeht.

Auf der historischen Ebene konnte mich dieses Buch beeindrucken. Die meisten Buchcharaktere sind historische Persönlichkeiten, deren Lebensläufe im Buch ausführlich abgebildet sind. Abgerundet wird die Geschichte durch die Geheimnisse dieser Charaktere, welche der fiktiven Protagonistin Warwara nicht entgehen. Durch diese wird die Geschichte vom rein historischen Sachbuch zu einem lebendigen Roman, der von Intrigen, Verschwörungen und geheimen Affären zu berichten weiß.

Auf etwas mehr als 500 Seiten eine Zeitspanne von 21 Jahren abzubilden, ist sicherlich eine große Herausforderung. Die Beschreibung eines jeden Jahres ist untergliedert in kleine Abschnitte von meist 2-4 Seiten, nach denen ein kleiner oder großer Zeitsprung erfolgt. In der Konsequenz wirkt die Handlung stark zusammengerafft, sowohl freudige Nachrichten als auch Schicksalsschläge wurden auf nur wenigen Seiten beschrieben. Als Leserin fiel es mir daher schwer, die Gefühle der Charaktere nachzuvollziehen und mich in sie hineinzuversetzen.

„Der Winterpalast“ beschreibt 21 Jahre russische Geschichte aus Sicht einer Spionin. Sowohl ihr gesellschaftlicher Aufstieg und ihre Verwicklung in Intrigen und Verrat werden beschrieben als auch der Aufstieg Katharinas der Großen. Historisch konnte mich das Buch voll überzeugen. Für große Emotionen bleibt aufgrund der großen Zeitspanne auf verhältnismäßig wenigen Seiten leider nicht viel Raum. Insgesamt hat mir der Roman aber gut gefallen. Wer an russischer Geschichte interessiert ist, sollte dieses Buch unbedingt lesen!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 25. Februar 2013
Der Winterpalast ist ein toll geschriebener historischer Roman über die vergleichsweise unbekannte Zarin Elisabeth, die, da sie ehe- und kinderlos blieb, ihren preussischen Neffen Peter und Sophie von Anhalt-Zerbst als ihre Nachfolger nach Petersburg an den Hof holt.
Der Roman beschreibt sehr schön die Intrigen und das Leben am Zarenhof im 18. Jahrhundert. Auch wird immer wieder deutlich, wie dekadent der Lebensstil Elisabeths war und wie arm dagegen das Volk. Ihre Launen läßt sie stets an allen und jedem aus, vorallem auch an der jungen Sophie, die es anfangs sehr schwer hatte am russischen Zarenhof und dennoch letztendlich eine große Zarin wurde: Katharina, die Große.
Der Roman ist aus Sicht der jungen Polin Warwara geschrieben, die nach dem Tod ihrer Eltern als Schneiderin an den Hof kommt und später zur Vertrauten Katharinas wird.
Das Buch ist flüssig und spannend geschrieben. Schade, daß es so schnell zu Ende war. Gern hätte ich noch weiter gelesen über das Leben Katharinas als Zarin. Wer weiß, vielleicht gibt es ja mal einen weiteren Band dazu von Eva Stachniak.
Ich kann das Buch nur wärmstens empfehlen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Auch wenn der Winter schon fast vorbei ist, konnte ich an dem Roman „Der Winterpalast“ von Eva Stachniak, erschienen im Insel Verlag, neulich in der Buchhandlung nicht vorbeigehen. Das Cover hat mich so angesprochen und ist so schön, dass ich das Buch einfach in die Hand nehmen musste.

Und da sich dahinter ein spannender historischer Roman über den Werdegang Katharinas der Großen verbergen sollte, war ich umso gespannter auf die Geschichte.

Ich muss ehrlich zugeben, dass ich über die russische Geschichte vor der Sowjetunion, über das Zarenreich und die Herrschaft der Romanows nur wenig weiß. Natürlich ist mir Katharina die Große, die sich an die Macht putschte und wohl die mächtigste Frau ihrer Zeit war, ein Begriff, aber über ihren Werdegang, ihre frühen Jahre war mir gar nichts bekannt.

Der Roman „Der Winterpalast“ ist aus der Sicht der jungen Warwara Nikolajewna geschrieben. Zunächst einmal eine ungewöhnliche Perspektive, denn Warwara ist ein Niemand. Eine Waise, die an den Hof der Kaiserin Elisabeth kommt, nachdem ihre Eltern verstorben sind und dort als Dienerin arbeitet. Doch Warwara ist intelligent und das fällt auch anderen Menschen auf. Zum Beispiel dem gerissenen Kanzler Bestuschew, der am Hof seine intriganten Machtspiele auslebt. Und dafür braucht er eine Spionin, eine Seherin, eine Zunge: Warwara.

Schnell steigt das unscheinbare Dienstmädchen von einst zu einer der wichtigsten Informantinnen der Kaiserin auf. Und das, obwohl es nun eine Kunst ist, unsichtbar zu bleiben.
So bekommt Warwara mit, wie die junge deutsche Prinzessin Sophie von Anhalt- Zerbst als Fünfzehnjährige an den russischen Zarenhof kommt, um mit Elisabeths Neffen Peter, dem Thronfolger verheiratet zu werden. Doch Sophie, später Katharina, hat nicht nur Freunde am Hof – im Gegenteil: Immer mehr Menschen wünschen sich, dass sie niemals aufgetaucht wäre.

Warwara soll Katharina bespitzeln, Fehler finden, Unachtsamkeiten gnadenlos aufdecken. Doch die beiden werden Freundinnen, in dem durchtriebenen Spiel, das am Hof gespielt wird, in dem keiner dem anderen wohlgesonnen ist und niemand einem anderen vertraut, entwickelt sich zwischen den beiden Mädchen eine ganz besondere Freundschaft.

Als die Kaiserin einige Jahre später stirbt, Peter den Thron besteigt und Katharina entmachten und verbannen will, hat ihre Stunde geschlagen: Gemeinsam mit einigen Verbündeten wagen sie den Staatsstreich, der Katharina im Mächtegefüge der damaligen Welt an die Spitze bringt: Den russischen Zarenthron. Später wird ihr dafür einmal der Beiname „Die Große“ verliehen.

Doch Warwara muss auf ihrem Werdegang irgendwann erkennen, dass Vertrauen zwar gut ist, aber man an diesem russischen Zarenhof sehr sparsam damit umgehen sollte. Und es stellt sich die Frage, wie viel die Freundschaft zu einer Kaiserin in dieser Zeit wert sein kann.

Der Roman hat mich wirklich begeistert. Soweit ich das nachlesen konnte, sind alle historischen Fakten, die Katharina betreffen, der Wahrheit entsprechend. Zum Teil wurden sogar Teile aus ihren echten Briefen in die Geschichte eingearbeitet. Die Perspektive der jungen Warwara ist dazu wirklich brillant gewählt, da wohl sonst niemand, der in dem Personengefüge vorkommt, solch einen Überblick über das gesamte Geschehen hatte. Da Warwara eigentlich für alle Seiten spioniert hat, konnte so auch der Leser alle Seiten der Geschichte betrachten. Und dadurch, dass Warwara, wie am Ende klar wird, die Geschichte erst nach einiger Zeit „aufgeschrieben“ hat, sind gerade die Teile, in denen sie einigen Personen zu sehr vertraut oder misstraut hat, durch selbstkritische Prolepsen gekennzeichnet, die dem Leser das Gefühl geben, es mit einer wirklichen Autobiografie zu tun haben.

Eva Stachiak beweist, dass sie einen sehr flüssigen Sprachstil hat. Durch die vielen russischen Namen, die teilweise recht gleich klangen, war es für mich jedoch stellenweise schwierig, den Überblick zu behalten und nicht nur die Personen auseinanderzuhalten, sondern sich auch noch zu merken, wer welche Interessen verfolgt. „Der Winterpalast“ ist also eher kein Buch für zwischendurch, sondern eines, dass man zu großen Teilen am Stück lesen sollte, da man sonst leicht den Faden verliert. Besonders fasziniert hat mich aber die genaue Beschreibung des Alltags und der Denkweise der Menschen, der Aberglaube, die Gepflogenheiten am Hof, alles wirkte real und unkonstruiert.

Ein eindrucksvoller historischer Roman über eine schillernde und faszinierende Figur der Geschichte, die aber auch durchaus kritisch beurteilt wird, ebenso wie die politischen und militärischen Aktivitäten Preußens und Russlands zu dieser Zeit.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 13. November 2013
Der Winterpalast: Roman (insel taschenbuch)

Ich habe das Buch gekauft, weil ich eigentlich etwas über Katharina die Große erfahren wollte und die Ankündigung auf dem Buchrücken so verstanden hatte.
Doch zu meiner Überraschung wurde das Leben am russischen Hof aus der Sicht einer Spionin erzählt, die die Ankunft und die ersten ca. 10 harten Jahre von Katharina unter der Zarin Elisabeth bei Hofe erlebt.

Auch wenn ich über die Wendung dieser Sichtweise überrascht war, hat mich die Spannung schon auf den ersten Seiten gepackt und die meisten Strecken des Buches getragen. Ich war fasziniert von den offenen und heimlichen Informationen, den vielen Geheimgängen und Gucklöchern hinter jedem Zimmer und dem Alltag bei Hofe, obwohl ich mich bisher nicht für Intrigen-Kram interessiert habe. Mir kam die Erzählerin, die Spionin Wawara sehr nahe, indem ihre Not gezeigt wurde, weshalb sie überhaupt Spionin wurde und wie sie ihr Leben im Rückblick immer wieder in Frage stellt.

Als ich mit der Zeit eine Irritation empfand, dass diese Spionin Wawara immer nur im Leben anderer lebt, war es nicht weit bis zu dem Augenblick, dass sie selbst realisiert, dass sie durch ihre Spionagetätigkeit eigentlich kein eigenes Leben lebt, sondern immer nur das der anderen. Nun versucht sie einzugreifen, wo sie das aus ihrer niedrigen Stellung heraus kann.

Ja, es ist wahr, es gab auch für mich mal ein oder zwei Momente der Langeweile. Doch dann wurde mir klar, dass es genau diese Langeweile bei Hofe wiederspiegelt, wenn sich alles immer nur um die Alleinherrscherin dreht und diese mit ihren Launen die Welt bei Hofe dominiert. Alle anderen sind eigentlich kaum handlungsfähig und müssen warten.

Alles in allem fand ich das Buch spannend bis erschütternd, super-interessant und absolut empfehlenswert!!! Es hat mich der russischen Geschichte und dem Blick von dort aus ein Stück näher gebracht.
5 Sterne!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 20. Februar 2014
Mir gefiel das Buch nicht. Ich habe es zwar bis zum Ende gelesen, jedoch mit vielen Pausen, weil mich die Geschichte irgendwie so gar nicht fesseln konnte - wobei sie historisch ja durchaus interessant ist. Ich glaube es liegt am Schreibstil, mit dem bin ich einfach nicht richtig warm geworden. Vom demher, würde ich das Buch nicht weiterempfehlen. Aber wie gesagt, es ist halt Geschmackssache.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 25. Juli 2014
Die junge Varwara kommt als Waise in den Winterpalast. Anfangs findet sie sich in den vielen Geheimgängen, den dunklen Nischen und den verdeckten Türen so gar nicht zurecht. Jedoch lernt sie schnell, dass sie sich genau das zunütze machen kann. Ihre Verschwiegenheit und vor allem ihrem aufmerksamen Augen entgeht nichts: Kein Geheimnis, kein Getuschel, keine geplante Intrige.. und schon bald gehört sie zu einer der besten Spioninnen im ganzen Palast.

Also die junge Sophie von Anhalt Zerbst an den Palast kommt, wird Varwara ihre einzige Verbündete und begeleitet sie auf ihrem Weg zum Zarenthron als Katharina, die Große, wobei nicht nur Katharina sich fragen muss, wer wirklich noch Freund ist und wer zum Feind werden kann.

Der Schreibstil von Eva Stachniak hat mir wirklich gut gefallen, gleich von der ersten Seite an. Das Buch beschreibt eune Zeitspanne von 21 Jahren, in welchen die junge Deutsche Sophie von Anhalt - Zerbst zu einer der mächstigsten Frau in ganz Russland aufsteigt und die Geschichte Russlands grundlegend verändert.

Sophie bzw. Katharina war mir von Anfang an sympatisch. Als völlig Fremde kommt sie in den Winterpalast, in ein völlig fremdes Land, von welchem sie weder die Sprache versteht, noch die Kulturen richtig versteht. In Varwara findet sie nicht nur ein Dienstmädchen, sondern auch eine Freundin, welche ihr mit Rat und Tat zur Seite steht und sie oft genug auch einfach nur mal das sein lässt, was sie eigentlich noch immer ist: Ein Kind.

Varwara ist schon längerim Winterpalast und kennt ihn wie ihre Westentasche, hilft Sophie sich in der ihr völlig fremden Welt zurecht zu finden.

Das Buch beeinhaltet hauptsächlich geschichtliche Dinge über den Aufstieg von Sophie zu Katherina, der Großen.

Man muss sich schon wirklich für dieses Themengebiet interessieren, sonst könnte das Buch recht schnell langweilig oder langatimig werden.

Für mich war es ein tolles Leserlebnis die Geschichte der großen Zarin nachzulesen, welche Freud und Leid oftmals nahe beieinander liegen lässt.

Klare Leseempfehlung von mir, für jeden, der sich ebenso auf diesem Themengebiet auskennt und die Lebensgeschichte einer starken und mächtigen Frau nachlesen möchte.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 16. Januar 2014
Die Polin Barbara kommt als junges Mädchen an den russischen Kaiserpalast. Als Tochter eines Buchbinders arbeitet zunächst als Dienstmagd in der Nähstube. Bald schon wird sie vom Kanzler der Kaiserin Elisabeth entdeckt und zur Spionage ausgebildet. Ungefähr zeitgleich kommt Sophie, Prinzessin von Anhalt-Zerbst (die spätere Katharina die Große) an den russischen Hof. Ebenfalls ein junges Mädchen, aus Deutschland. Sie soll mit dem Neffen der Kaiserin verheiratet werden. Barbara, mittlerweile russisch Warwara genannt, wird ihre Vertraute und pendelt fortan als Informantin zwischen Kaiserin Elisabeth, der Großfürstin Katharina und dem Kanzler...

Ein russisches Wintermärchen mit wahren Eckdaten. Ich habe das Buch gerne gelesen und kann mich daher auch den negativen Kritiken nicht anschließen.

Ich finde, es spielt keine Rolle, ob man sich (unter dem Aussehen) der "Zunge" Warwara etwas vorstellen kann. Schließlich ist es deren größte Kunst, unsichtbar zu bleiben und aus dem Verborgenen zu beobachten. Und der Leser, angeleitet von Warwara, beobachtet mit: Den Aufstieg und Verfall der Kaiserin Elisabeth, die Krönung Peters III., seinen Sturz durch seine Ehefrau Katharina, die ewige Nach- und Thronfolgerfrage, Liebschaften, Intrigen, Glück und Leid. Untermalt wird alles durch Beschreibungen des russischen Hofes und der wunderbaren (Winter-)Landschaft Russlands. Unendliche Weite...

Wer sich mehr als historische Hardfakts oder Spannung im klassischen Sinne erwartet, wird enttäuscht sein. Wer aber die Geduld hat, sich in Stimmungen und Atmosphäre entführen zu lassen, wird mit einem russischen Wintermärchen belohnt, das zahlreiche wunderbare Lesestunden bietet. Für mich klare 5 Sterne!
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