wintersale15_finalsale Hier klicken studentsignup Cloud Drive Photos UHD TVs Learn More Jetzt Mitglied werden Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Autorip WSV

Kundenrezensionen

4,7 von 5 Sternen1.120
4,7 von 5 Sternen
Format: Gebundene AusgabeÄndern
Preis:16,90 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

"Ich erzählte Augustus die Grundzügen meines Wunders: Als ich 13 Jahre alt war, wurde bei mir Schilddrüsenkrebs im vierten Stadium diagnostiziert. (Ich erzählte ihm nicht, dass die Diagnose drei Monate nach meiner ersten Periode kam, es war wie: Glückwunsch! Du bist eine Frau. Jetzt stirb.)"

Das ist Hazel Grace, 16 Jahre alt und krebskrank. Ihre Behandlung soll nur noch ihr Leben verlängern, geheilt werden, kann sie nicht mehr. Das weiss sie, genauso wie sie weiss, dass es ein Wunder ist, dass sie überhaupt noch lebt. In einer Selbsthilfegruppe, zu der sie eigentlich gar nicht gehen will, trifft sie eines Tages Augustus. Der Krebs hat eines seiner Beine gefordert, aber er ist auf dem Weg der Besserung und obwohl Hazel sich vorgenommen hat, niemandem so nah zu kommen, dass ihn ihr Tod aus der Bahn werfen kann, verliebt sie sich.

Das ist jetzt mein vierter Versuch, meine Meinung zu diesem Buch zu schreiben. Erstaunlich, wie schwer es mir fällt, das, was ich während des Lesens empfunden habe, einfach niederzuschreiben.

John Green hat als Student einige Zeit als Seelsorger in einem Kinderkrankenhaus gearbeitet und beschreibt seine Erfahrungen selbst als herzzerreissend.
Seit dieser Zeit wollte er ein Buch über diese 'Krebs Kinder' schreiben - kein 'Hoffnung, Glaube, Stärke, alles hat auch eine positive Seite etc.- Buch', sondern ein echtes, ein wahres Buch über echte Teenager, echte Eltern, echte Sorgen und Nöte. Greens Hauptcharaktere sind keine Helden, es sind normale Menschen, die versuchen, mit einem vermutlichen Todesurteil umzugehen.

Der sarkastische Humor, den sie dabei an den Tag legen, hat mich - trotz allem - oft schmunzeln lassen. Gleichzeitig gibt es Passagen in diesem Buch, die einen auch noch nach dem Lesen der letzten Seite beschäftigen werden, es gibt Sätze, die vielleicht für immer bei einem bleiben und es gibt Abschnitte, bei denen man schlicht Rotz und Wasser heult.
Was mich dazu bewegt, dieses Buch wirklich zu empfehlen, ist seine Ehrlichkeit.

"Cancer sucks"
Es gibt keine positive Seite am Kotzen oder am ins Bett machen, nichts positives daran, das Augenlicht zu verlieren, das Gefühl zu haben, zu ertrinken, seine eigene Beerdigung zu planen, einen Menschen sterben zu sehen.

Aber obwohl das Buch so ein trauriges Thema hat, so tragisch ist, ist es gleichzeitig wunderschön, lustig, kraftvoll und lebensbejahend. Hazel und Augustus sind Teenager, deren Geschichte einen lange nicht mehr los lässt und die dazu führt, dass man selbst anfängt, nachzudenken - über das eigene Leben, die eigenen Narben, die man auf der Welt hinterlässt, ob es überhaupt wichtig ist, etwas zu hinterlassen und wenn ja, was...

"Das Schicksal ist ein mieser Verräter" behandelt die schönsten und schwierigsten Abschnitte im Leben: Liebe, Freundschaft, Verlust und Tod und es macht das auf einer wunderbare Art und Weise - klare Leseempfelung und 5 Sterne!
1111 Kommentare553 von 578 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 14. März 2013
zum Inhalt:
Hazel ist 16 und hat Krebs, defintitiv unheilbar. Nur dank Medikamenten lässt sich das unausweichbare noch aufschieben. Hazel weiß, dass sie sterben muss und lebt schon gar nicht mehr so wirklich. Sie vermeidet es lieber Freunde zu haben, denn sie möchte auf keinen Fall bemitleidet werden. Also zieht se sich sehr zurück. Doch dann lernt sie eines Tages in der Selbsthilfegruppe Augustus, auch Gus genannt kennen. Er hat bereits ein Bein an den Krebs verloren, dennoch lebt er sein Leben auf seine ganz eigene Weise und er interessiert sich für Hazel. Trotz, dass Hazel sich versucht dagegen zu sträuben, verlieben sich die beiden ineinander und geniessen ihr Mensch sein gemeinsam. ...

meine Meinung:
Lange Zeit hab ich überlegt, ob ich zu diesem Buch überhaupt eine Rezension schreiben werde. Ich bin mir nicht sicher, dass ich überhaupt die richtigen Worte finde, um diesem wunderbaren Buch auch nur annähernd gerecht zu werden. Es ist so unglaublich authentisch und ehrlich und dabei so tief bewegend.
Der Schreibstil ist wunderschön, aber auch etwas anspruchsvoller. Es ist kein Buch, was man mal eben so wegliest. Dieses Buch hat mich bereits auf den ersten Seiten ergriffen und mitgenommen und auch nach dem Lesen nicht mehr so schnell losgelassen. Es brachte mich zum weinen und gleichzeitig zum lachen, so etwas hab ich lange nicht beim lesen erlebt. 
Der Autor geht mit dem Thema Krebs auf eine ganz besondere Art und Weise um.
Die jugendlichen Charaktere im Buch sind sehr klar gezeichnet. Ihnen ist sehr wohl bewusst, dass sie keine Chance haben. Dafür nutzen sie die Zeit, die ihnen zum Leben bleibt (sie selbst nennen es Mensch sein) sehr intensiv. Erzählt wird ihre Geschichte mit jeder Menge Galgenhumor, Ironie und Sarkasmus, aber auch ganz ganz viel Gefühl. Hazel, die sogar ihrer Sauerstoffflasche liebevoll einen Namen gegeben hat, Gus, dem der Krebs bereits ein Bein nahm und Isaac, der dem Krebs sein Augenlicht opfern muss sind ganz erstaunliche Jugendliche. Ihr Schicksal vereint sie und sie geben sich gegenseitig halt.
Es ist nicht einfach nur ein Buch über das Thema Krebs, vielmehr beschäftigt es sich mit dem Leben mit dieser Krankheit.
John Green hat mich mit diesem Buch ganz tief im innern berührt. Nahezu alle Arten von Emotionen stecken in diesen Seiten. Es zu lesen ist ähnlich wie eine Achterbahnfahrt, ständig geht es auf und ab, schwankt zwischen hoffen und bangen, lieben und leiden, lachen und weinen.
Es gehört in jedes Bücherregal und ich habe bisher kein Buch in kurzer Zeit so oft weiterempfohlen wie dieses.

Fazit:
Das Buch besticht durch sehr schön und detailliert herausgearbeitete Charaktere und eine überaus ergreifende, emotionale Gechichte, die obwohl sie fiktiv sein soll, doch so unbeschreiblich echt daher kommt und unweigerlich ganz stark zum Nachdenken anregt.
Das Schicksal ist ein mieser Verräter bekommt einen festen Platz auf meiner Jahreshighlight-Liste.
0Kommentar6 von 6 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
VINE-PRODUKTTESTERam 9. August 2012
In den USA hat der Videoblogger und Jugendbuchautor John Green längst den Beliebtheitsstatus intus. Kaum erscheint neuer Lesenachschub aus seiner Feder, lässt der Erfolg nicht lange auf sich warten. Ich will ehrlich sein: vor Romanen wie Will & Will oder Tage wie diese habe ich nie etwas von dem Autor gehört, geschweige denn gelesen. So wagte ich mit seinem neusten Werk "Das Schicksal" ist ein mieser Verräter nun meinen ersten Versuch und dieser sollte sich nicht zu meinem Nachteil auswirken! Selten habe ich ein derart berührendes wie authentisch wirkendes Liebesdrama gelesen, das simultan mit einer gesunden Kombination aus Witz & Charme zu glänzen vermag. Ich zeige mich beeindruckt!

Es gibt viele Arten von Krebs und unendliche Schicksale, die von der anschleichenden Krankheit betroffen sind/waren. In "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" ist die 16-jährige Hazel eine von ihnen. Die längst bekannte Diagnose UNHEILBAR ist ernüchternd und sorgt für eine isolierte Lebenseinstellung, die Hazels aufopfernde Mutter wohl als Depression bezeichnen würde. Dabei beabsichtigt Hazel nur eines: sie will nicht bemitleidet werden und die Menschen verletzten, die irgendwann einmal ihre Grabrede halten werden. Trotzdessen dreht sich die Erde weiter - mit einer sauerstoffzuführenden Maske als ständiger Begleiter, denn Hazels Lunge ist metastasiert. Den Kampf gegen den Krebs mag das bücherliebende Mädchen so gut wie verloren haben, doch was die ihr verbleibende Zeit betrifft, ist das letzte Wort längst nicht gesprochen. Und so verschlägt es Hazel gleich zu Beginn der Geschichte ein weiteres Mal in eine Selbsthilfegruppe für Krebspatienten, die stets nach dem gleichen Muster verläuft. Doch dieses Mal ist etwas anderes. Hazel trifft auf den einbeinigen Augustus Waters und diese zunächst merkwürdige Begegnung verändert ihr Leben nachhaltig.

Man kann es nicht anders sagen: was sich auf den circa 288 Seiten abspielt ist eine ansteckende Achterbahnfahrt der Emotionen. So präsentiert sich "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" als eine humorvolle wie dramatische Liebesgeschichte, die mit manch überraschenden Wendungen (je nachdem wie aufmerksam man zwischen den Zeilen liest) sowie glaubwürdigen Haupt-/Nebencharakteren zu unterhalten weiß. Egal, ob es Hazels stets weinender Dad, ihre sorgenvolle Mom, der bald erblindende Isaac oder der coole Augustus ist ... sie alle haben einen unverkennbaren Wiedererkennungswert und handeln in vielen Belangen wie man es selbst wohl auch tun würde: einfach menschlich. Liebe, Freundschaft, Wut und Resignation reichen sich demgemäß die Hände und sorgen für Gänsehaut pur. Ich zumindest klebte gebannt an den Seiten fest, von der mir keine einzige überflüssig erschien. Mal schmunzelnd, mal den Tränen nahe.

Was besonders fasziniert, ist wohl die Art und Weise mit der Hazels liebenswertes Leiden in der Ich-Perspektive geschildert wird, nämlich intelligent, tiefgründig & ironisch. Man kann gar nicht anders, als die schlagfertige Hauptprotagonistin von der ersten Seite an ins Herz zu schließen. Gemeinsam mit ihr nach Atem zu ringen und sich zu fragen, was mit den Figuren ihres (fiktiven) Lieblingsbuches "Ein herrschaftliches Leiden" passiert, nachdem es abrupt endete. Auch in diesem Punkt wird man von John Greens kreativer wie überragender Schreibkunst verblüfft. So verzaubert irgendwann auch die Geschichte in der Geschichte und die Suche nach der Wahrheit gestaltet sich aufregend, bedeutungsvoll und romantisch-unverkitscht. Indes werden Hazels um den Krebs kreisende Gedanken mittels einer unaufdringlichen wie sarkastischen Note unterstrichen. Es passt - so will ich es behaupten - immer!

Wie sich in Film & Literatur oft gezeigt hat, sind die tragischsten Liebesgeschichten dann irgendwie auch die schönsten. Vielleicht weil eine Liebe ohne Happy End uns doch die reinste Form der Liebe vermittelt, fernab der eingefahrenen Alltäglichkeit(?). Oftmals ist sie kurz, schmerzlich und trotzdem unvergesslich schön. Bereits nach wenigen Kapiteln malt man sich automatisch aus, welch dramatisches Ende John Green wohl für Hazel Grace & Augustus Waters vorgesehen haben könnte. Gewiss kommt man stets auf ein ähnliches Ergebnis: es wird verdammt traurig. Oh ja!

Nichtsdestotrotz ist der Weg dorthin äußerst lesens- & liebenswert. In dem unkomplizierten wie wortgewandten Augustus/Gus findet Hazel nämlich nicht nur einen Freund mit dem es sich wunderbar über die hohe Kunst der Literatur sinnieren lässt (Achtung: unterdessen sind Fremdwörter im Anmarsch, man könnte also dazulernen!), sondern einen außergewöhnlichen Menschen, der für allerhand Überraschungen sorgt. Was mir besonders gefiel: ihre Gefühle füreinander entstehen auf eine natürliche, nachvollziehbare und unverkrampfte Weise, ohne in irgendwelchen Oberflächlichkeiten zu ersticken, wie es in etlichen Jugendromanen leider üblich ist. Haltet die Taschentücher bereit!

Ein bewegendes Zitat:

"Du bist keine Zeitbombe, Hazel, nicht für uns. Der Gedanke daran, dass du stirbst, macht uns traurig, aber du bist keine Bombe. Du bist ein Geschenk. Du kannst es nicht wissen, Liebes, weil du noch nie ein Baby hattest, das zu einem hochintelligenten jungen Bücherwurm mit einer Schwäche für grauenhafte Fernsehsendungen herangewachsen ist, aber die Freude, die du uns schenkst, ist tausendmal größter als unsere Traurigkeit über deine Krankheit." (Seite 98)

Kurz gesagt:

Diese Seiten haben es in sich! Das Schicksal mag uns manchmal enttäuschen und sich als ein mieser Verräter entpuppen, der Jugendbuchautor John Green tut es hingegen nicht. Mit seinem Liebesdrama um Hazel & Augustus entführt er den Leser in eine unvergessliche Achterbahnfahrt der Emotionen, die gleichzeitig zu berühren und überraschen vermag - intelligent, tiefgründig & ironisch erzählt. Für "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" gibt es somit eine 100%ige Empfehlung von mir. Ein Buchtipp, nicht nur für jugendliche Leser!
0Kommentar147 von 164 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 1000 REZENSENTam 17. Februar 2013
Diesmal eine recht kurze Rezension von mir.
Wieso? Eigentlich könnte ich meine Rezension ganz kurz fassen: LESEN! ;)

Aber im Ernst, es gibt Bücher über die die Meinung in der Bloggerwelt ziemlich einseitig ist. Manche Bücher finden fast alle Blogger ziemlich schlecht oder fast alle ziemlich gut. "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" gehört zu den Büchern, bei dem die einhellige Stimme lautet: grandios!

Und ich kann nicht anders, als mich dieser Meinung anzuschließen. Würde ich mit dieser nicht konform laufen, gäbe es sicherlich eine ganz ausführliche Rezension mit Erklärungen, wieso ich nicht der Meinung der meisten Leser bin. Aber hier hat John Green einfach eine absolut ergreifende und bewegende Geschichte geschaffen, gespickt mit einem herrlichen, trockenen und oft selbst ironischem Humor, die mich einfach ständig getroffen hat:

Mitten in mein Herz ...

"Ich wollte meine Eltern glücklich machen. Denn es gibt nur eins auf der Welt, das ätzender ist, als mit sechzehn an Krebs zu sterben, und das ist, ein Kind zu haben, das an Krebs stirbt." S. 13

... oder in meine Lachnerven

"Gus: Denn es schmeckt wie...
Ich: Essen
Gus: Ja, genau. Es schmeckt wie Essen, wie hervorragend zubereitetes Essen. Aber es schmeckt nicht - wie soll ich es vorsichtig ausdrücken...
Ich: Es schmeckt nicht, als hätte Gott selbst den Himmel zu einer Reihe von fünf Gerichten gekocht, serviert mit mehreren leuchtenden Kugeln aus fermentiertem sprudelndem Plasma, während um den Tisch am Kanalufer echte und buchstäbliche Blütenblätter stieben.
Gus: Schön gesagt.
Gus' Vater: Unsere Kinder sind seltsam.
Mein Vater: Schön gesagt."

Ich behaupte einfach mal, dass die Welt nicht die Xte gefühlsduselige Rezension zu diesem Buch von mir benötigt, die einfach kurz gefasst aussagt: LESEN!

Und ich behaupte auch einfach mal, dass es viele Leser gibt, die in ihren Rezensionen einfach viel treffender und passender beschreiben können, wie wundervoll dieses Buch ist.Leser, denen für das Buch einfach die passenden Vokabeln einfallen, während ich nur da sitze, über die außerordentlich tollen und starken Charaktere nachdenke (bei denen ich kaum glauben kann, dass sie nur Fantasieprodukte sind, da sie mir so real erscheinen) und schlichtweg sprachlos bin.

Wenn ich also gefragt werde, ob ich die Geschichte empfehlen kann, bleibt mir nur ein kräftiges Nicken, da ich einfach nicht fähig bin, dies Buch passend zu beschreiben.

"Das Schicksal ist ein mieser Verräter" sollte wirklich jeder einmal gelesen haben... oder zweimal.. oder dreimal...
0Kommentar4 von 4 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 17. September 2012
Inhalt:
Die 16-jährige Hazel Grace Lancester leidet an Krebs, ihre Heilungschancen stehen schlecht, nur durch Medikamente kann ihr Körper und vor allem die erkrankte Lunge, am Arbeiten gehalten werden. Ihr ständiger Begleiter ist eine Sauerstoffflasche, nur mithilfe ihr kann sie atmen.
Doch Hazel verzweifelt nicht an ihren Leben, mit einer einzigartigen Stärke erträgt sie ihr Schicksal. Zur Schule kann sie schon lange nicht mehr gehen, so verbringt sie den Tag mit lesen, träumen und Gedankenfantasien. Ihre Mutter findet, es wäre wichtig für ihre Tochter, soziale Kontakte aufzubauen, weshalb sie sie zu einer Selbsthilfegruppe für an Krebs erkrankte Kinder schickt. Zuerst gar nicht begeistert von dieser Idee, ändert sich ihre Meinung, als sie dort den 17-jährigen Augustus Waters kennen lernt. Ohne Grund ist er nicht in der Gruppe, durch den Krebs hat der Junge ein Bein verloren, doch anders wie bei Hazel, ist er seit einiger Zeit symptomfrei, sprich, die Ärzte sind zuversichtlich, dass er die Krankheit überwunden hat.
Aus der Freundschaft zwischen den Beiden entwickelt sich langsam mehr, doch wie geht man damit um, wenn man sich niemals sicher sein kann, wie viel Zeit einen zusammen noch bleibt.

Meine Meinung:
Ein Buch über Krebs, was noch dazu lustig ist. Geht es? Es geht und John Green legt ein Werk vor, der den Beweis antritt. Besonders durch die Charaktere beginnt die Geschichte zu leben und erhält einen Glanz, den zu beschreiben nahezu unmöglich ist.
Hazel, Augustus, aber auch ihr Freund Isaac haben eine Art von Humor gegenüber ihrer Krankheit entwickelt, der ihnen oft hilft, die Situationen besser zu ertragen, schwer genug ist ihr Leben sowieso schon. Man merkt an einigen Stellen doch, dass ihre witzigen Sprüche, ganz oft einfach nur ein Schutzschild sind, um nicht der Krankheit die volle Macht über ihr Leben zu geben. Krebs wird nicht beschönigt, oder lächerlich gemacht, er wird so dargestellt wie er ist: grausam und unbarmherzig.
Diese Mischung zwischen Witz und Ernst machen das Buch zu etwas ganz besonderen, was es für mich in dieser Form noch nie gegeben hat.

Ich: „Ich weigere mich, zur Selbsthilfegruppe zu gehen.“
Mom: „Das Desinteresse an Aktivitäten ist ein Symptom der Depression.“
Ich: „Bitte, lass mich einfach America’s Next Top Model sehen. Das ist auch eine Aktivität.“
Mom: „Fernsehen ist passiv.“
Ich: „Ach, Mom. Bitte.
Mom: „Hazel, du bist ein Teenager. Du bist kein kleines Kind mehr. Du musst Leute kennenlernen, aus dem Haus gehen dein Leben leben.“
Ich: „Wenn du willst, dass ich mich wie ein Teenager benehme, dann schick mich nicht zur Selbsthilfegruppe. Besorg mir einen gefälschten Ausweis, damit ich in Clubs reinkomme und Wodka trinken und Haschisch nehmen kann.“
Mom: „Erstens, Haschisch nimmt man nicht.“
Ich: „Siehst du, so was wüsste ich, wenn du mir einen gefälschten Ausweis besorgen würdest.“
Mom: „Du gehst zur Selbsthilfegruppe.“
Ich: „Aaaaaaaaaaaaarrggghhh.“ (Seite 12/13)

Es ist aber nicht nur das Leben der erkrankten Jugendlichen, das im Buch Platz findet, man erfährt auch wie es für die Eltern ist, sein eigenes Kind so leiden zu sehen. Es nimmt nur einen kleinen Teil im Buch ein, gibt nur einen Einblick, sicherlich sind die Gefühle der Angehörigen intensiver, doch durch die kurze Beschreibung kann man sich doch schon ein Bild machen.

Die Geschichte ist traurig, natürlich, aber es fällt nicht ganz leicht, hinter der geballten Humorfront, die komplette Ernsthaftigkeit zu erkennen. Mir waren zwar alle sympathisch und ich fand es auch schrecklich, welches Schicksal der einzelne durchmachen muss, aber so wirklich übergesprungen ist der Funke bei mir nicht. Die komplette Gefühlspalette konnte ich nicht durchleben, oder sagen wir, durchleben schon, aber erst nachdem ich das Buch gelesen hatte. Für mich musste die Geschichte einfach mal wirken, um ihren ganzen Zauber ausspielen zu können.

Man denkt, man würde die Geschichte verstehen, verstehen, welchen Weg die einzelnen Charaktere nehmen, aber man täuscht sich immer wieder. Es kommt zu Zwischenfällen, die alles verändern, eine neue Richtung für alle Beteiligten einschlagen, mal zum positiven, mal auch in die andere Richtung.

Der Schreibstil von John Green ist locker leicht, legt sich um das schwierige Thema wie eine zweite Haut, passt sich ihm an und ist mit keinen anderem Autor vergleichbar.

Fazit:
Man muss „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ selbst lesen, um die Einzigartigkeit verstehen zu können. Bereuen wird man es auf keinen Fall.
0Kommentar48 von 55 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 1. Juni 2013
John Green ist in den USA bereits ein gefeierter Autor. Da er Jugendbücher schreibt, ist er mir bisher als Autor irgendwie entgangen. Wie gut, dass ich das nun nachholen kann!
Das Schicksal ist ein mieser Verräter lief mir 2012 ständig über den Weg. Hochgelobt in sämtlichen Feuilletons, des Inhalts und der Sprache wegen. Also musste ich es natürlich irgendwann lesen, schließlich wird es in einem Atemzug mit „Herr der Fliegen“ und „Der Fänger im Roggen“ genannt und die Chance, dass meine Tochter das Buch in ein paar Jahren im Englisch-LK lesen wird, ist sehr hoch.

Selten, ich würde sagen noch nie, hat mich ein Buch so mitgenommen und tief und nachhaltig beeindruckt wie dieses. Sowohl inhaltlich als auch sprachlich (obwohl die Übersetzung stellenweise etwas schief geraten ist, weshalb ich das Buch auch noch auf Englisch lesen werde).
In einer streckenweise wirklich poetischen, eindringlichen Bildsprache enthält der Roman so viel Lebensweisheit und Klugheit, dass mir schon der Daumen lahm wurde vom ständigen Markieren meiner Lieblingssätze auf dem Kindle. Irgendwann gab ich dann auf, weil ich jeden dritten Satz hätte markieren mögen.

Zum Inhalt:

Die sechzehnjährige Hazel hat Krebs und läuft mit einer Sauerstoffflasche herum. Ihre Mutter nötigt sie, zu einer Selbsthilfegruppe zu gehen, wo sie neben dem an Augenkrebs leidenden Isaac auch dessen Freund Augustus (genannt Gus) trifft. Gus litt an Knochenkrebs und hat eine Beinprothese.
Die beiden verlieben sich ineinander, und bei ihren Gesprächen erstarrt man als erwachsener Leser zwischendurch vor Demut und Ehrfurcht, denn so viel Intelligenz und Eloquenz ist Teenagern kaum zuzutrauen.
Die beiden leben fast wie normale Teenager. Sie hören Musik, spielen Videospiele, schreiben SMS und lesen. Vor allem Hazel ist eine echte Leseratte, denn da sie sich selbst als „tickende Bombe“ empfindet, hält sie sich von Menschen lieber fern. Sie will niemandem weh tun, wenn sie eines Tages stirbt. Und dass sie sterben wird, weiß sie. Ihr Krebs ist unheilbar und nur dank einer medikamentösen Therapie (die laut Autor im Nachwort eine Erfindung ist) in Schach zu halten, sodass sie weiterleben kann.
So kämpfen sie gemeinsam. Gegen den Krebs, gegen Vorurteile und den „Krebs-Bonus“. Sie wollen weglaufen, gemeinsam. Loslassen und frei sein. Und wissen doch beide, dass das nicht geht.

„Während er las, verliebte ich mich in ihn, so wie man in den Schlaf gleitet: langsam zuerst und dann rettungslos.“

Beide gehen auf eine sehr sarkastische Weise mit ihrem Leiden um, was beim Leser ständig eine Art hysterisches Lachen provoziert (jedenfalls bei mir). Ein Lachen, das einen beim Weiterlesen nur zu oft im Halse stecken bleibt, weil einem bewusst wird, worüber man da nun eigentlich gerade gelacht hat.

„Man kann sich nicht aussuchen, ob man verletzt wird auf dieser Welt, alter Mann, aber man kann ein bisschen mitbestimmen, von wem.“

Die Sprache ist Jugendlichen angemessen, allerdings insgesamt doch so komplex, dass ich das Buch erst für Leser ab 16 empfehlen würde, obwohl es als Jugendbuch deklariert ist. Nicht nur der Verständlichkeit wegen, sondern auch aufgrund seiner Härte. Denn ich habe ehrlich gesagt das letzte Drittel des Buches permanent heulend gelesen und brauchte mehr als eine Stunde nach dem Ende, um mich halbwegs wieder zu beruhigen! Noch heute könnte ich sofort in Tränen ausbrechen, wenn ich nur an Gus denke.
„Du hast mir mit deinen gezählten Tagen eine Ewigkeit geschenkt, und dafür bin ich dankbar.“

Allen erwachsenen Lesern jedoch, vor allem jenen, die auf der Suche nach wahrer Literatur sind, lege ich das Buch sehr ans Herz. Jeder sollte es lesen! Es rückt den eigenen Fokus wieder dahin, wo er hingehört, und mal ehrlich – ab und zu haben wir das alle nötig, den Fokus des Lebens wieder auf die richtige Stelle zu richten. Dieses Buch sorgt dafür, dass man nach der Lektüre demütig für die eigene Gesundheit und die Gesundheit unserer Lieben dankbar ist. Und dafür danke ich John Green, der meiner Meinung nach schon jetzt einer der größten modernen Literaten Amerikas ist und ganz sicher mal ein Klassiker wird.

Ein Buch, das man garantiert mehr als einmal liest und das einen Ehrenplatz im Bücherregal mehr als verdient hat. Zum Glück gibt es eine wunderschöne Hardcover-Ausgabe, die ich mir nach der Lektüre des ebooks gleich auch noch bestellt habe.
0Kommentar3 von 3 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 7. Dezember 2012
Das Cover ist ein ziemlich spezielles Cover, dass wohl nicht jedem gefallen wird, doch ich finde es eigentlich ziemlich schön. Es ist eben anders, aber trotzdem ziemlich gut gemacht. Der Titel des Buches nimmt ja den Hauptteil des Covers ein, was aber irgendwie auch passt. Das ganze Cover passt meiner Meinung nach gut zum Buch, weswegen ich es auch so toll finde.
Mir gefällt das Cover, aber es gibt wahrscheinlich auch viele, die sagen, es sieht nicht so toll aus.

„Krebsbücher sind doof“, sagt die 16-jährige Hazel, die selbst Krebs hat. Sie will auf gar keinen Fall bemitleidet werden und kann mit Selbsthilfegruppen nichts anfangen. Bis sie in einer Gruppe auf den intelligenten, gut aussehenden und umwerfend schlagfertigen Gus trifft. Der geht offensiv mit seiner Krankheit um. Hazel und Gus diskutieren Bücher, hören Musik, sehen Filme und verlieben sich ineinander - trotz ihrer Handicaps und Unerfahrenheit. Gus macht Hazels großen Traum wahr: Gemeinsam fliegen sie nach Amsterdam, um dort Peter Van Houten zu treffen, den Autor von Hazels absolutem Lieblingsbuch...

Hazels Mutter denkt, dass sie eine Depression hat, weil sie Krebs hat. Hazel meint, dass es einfach nur eine Nebenwirkung vom Krebs ist, ebenso, wie wir alle nur Nebenwirkungen des Lebens sind, und der Krebs nur eine Nebenwirkung des Todes. Aber Hazels Mutter schafft es, Hazel dazu zu überreden in die Selbsthilfegruppe zu gehen. Zu Hazels Glück, wohlgemerkt. Denn dort trifft sie den gutaussehenden Gus trifft, der noch dazu ziemlich schlagfertig ist, und gut mit ihren tiefsinnigen Worten umgehen kann. Er hatte Knochenkrebs, doch im Moment sah es ziemlich gut aus. Die beiden gehen zusammen zu Gus, und gucken einen Film, in dem die junge Natalie Portman mitspielt, von der Gus behauptet, dass sie genauso aussieht, wie Hazel, was Hazel stark bezweifelt. Bald treffen sich die beiden öfter, verbringen Zeit miteinander, tauschen Bücher aus und reden über viele Sachen, über die Hazel sonst mit niemandem reden kann. Die beiden verstehen sich wirklich gut, doch Hazel kommen zweifel, was Gus von ihr will. Sie will nämlich nicht auf eine Beziehung eingehen, weil sie glaubt, ihn dadurch zu verletzten, sollte sie sterben, was sehr wahrscheinlich ist. Trotzdem bietet Gus ihr an, mit seinem Wunsch von den Wunschfeen nach Amsterdam zu fahren, um ihren Lieblingsautor zu treffen. Was Hazel da noch nicht weiß: Auch Gus bleibt nicht mehr viel Zeit...

Ich liebe Hazel über alles, und habe wirklich mit ihr gefühlt, obwohl ich mich mit dem thema Krabs eigentlich nicht so gerne beschäftige. Aber Hazel ist trotz, oder gerade wegen ihrer Krebserkrankung zu einer starken Person geworden, die allerdings eine ganz eigene Philosophie vertritt, der ich aber auch zustimmen kann. Sie verzweifelt nicht an ihrer Krankheit, weiß aber darum, dass sie die Menschen die sie lieben, verletzten wird, wenn sie stirbt. Deshalb hat sie auch Angst, dass ihre Eltern nach ihrem Tod im Nichts versinken, sich trennen könnten oder gar nicht mehr wissen, was sie machen sollen. So betrachtet Hazel sich mehr als Last, denn als ein Kind, das von seinen Eltern einfach nur geliebt wird. Erst Gus lockert sie ein wenig auf, zum einen, weil sie wieder einen Freund, und zwar einen richtig guten Freund in ihm findet und zum anderen, weil sie durch ihn wieder Personen an sich heran lässt, und jemanden gefunden hat, der versteht, was sie zu sagen versucht.
Für mich war Hazel eine wirklich tolle und angenehme Hauptperson, gerade weil sie so gut mit ihrer Krankheit umgeht, aber nicht auf Happy macht, weil sie nichts davon hält. Da hat sie aber recht, schließlich hat Krebs es nun mal so an sich, zum Tod zu führen. Selten kann er geheilt werden. Hazel entwickelt sich im Laufe des Buches, lernt neue Dinge, und wird wieder etwas lebensfreudiger, vor allem in Amsterdam wagt sie viel. Ich liebe Hazel, wie gesagt, und sie war mir so sympathisch, dass ich gerne noch mehr von ihr gelesen hätte.

Gus ist cool. Er mag Hazel wirklich sehr gerne, gibt sogar seinen letzten Wunsch, den Krebskinder von so genannten Wunschfeen bekommen, an sie ab, damit sie nach Amsterdam können. Er gibt Hazel wieder eine gewisse Sicherheit, und er versteht vor allem, was sie denkt, auch wenn ihre Gedanken sehr tiefgründig sind, und andere, nicht krebskranke, sie vielleicht gar nicht verstehen können. Gut ist ein wirklich guter Freund für Hazel, und er liebt sie. Dabei hat er selber immer noch mit seiner Krebserkrankung zu tun, was er Hazel aber zunächst nicht verrät. Er ist wirklich sehr stark, und hält vieles aus, will aber auch viel auf eigene Faust machen, ohne sich einschränken zu lassen. So kommt er, trotzt starker Rückfälle, mit nach Amsterdam, um Zeit mit Hazel zu verbringen, was ich wirklich süß fand.
Ich mochte auch Gus wirklich sehr gerne, und wie es mit ihm ausgeht, hat mir wirklich sehr Leid getan, ich habe tatsächlich geheult. Richtig geheult. Und das nachts um 3 in der Schulzeit!

Die Eltern von Hazel sind auch unglaublich stark. Zwar heult ihr Vater oft, und zeigt seine Gefühle offen, hat dauernd Angst sie plötzlich zu verlieren, aber er erträgt sie Situation ziemlich gut, und meistert sie auch, soweit es ihm möglich ist. Hazels Mutter ist zu Hause, und ihr einziger Lebensinhalt ist ihre Tochter. Sie kümmert sich wirklich aufopfernd um Hazel, doch sie versucht auch langsam, sich ein Leben ohne Hazel aufzubauen, weil sie genau weiß, dass Hazel vielleicht nicht mehr viel Zeit bleibt.
Auch Hazels Eltern wirken sehr lebensnah, wie Hazel selber und auch Gus. Mir waren auch diese beiden wirklich sympathisch, auch wenn Hazels Mutter manchmal etwas Gluckenhaft wirkte.

Sämtliche andere Figuren, sind genau so glaubwürdig wie Hazel und Gus, was wirklich besonders ist, da sie alle ein wenig verrückt wirken, Macken oder viele Probleme, bzw. Krebs haben.

Die Handlung ist einfach wunderbar! Der Aufbau ist wirklich klasse, das Kennenlernen, die ersten Treffen und die Zweifel, die sich bei Hazel bilden, sind wirklich traumhaft gut dargestellt. Und ich freue mich, dass es endlich mal ein Krebsbuch gibt, in dem es nicht darum geht, dass am Ende alles gut wird, oder die Protagonistinnen nur noch eine Liste abarbeiten wollen, weil sie das alles noch erleben wollen. Hazel hat solch eine Liste nicht, sie weiß, dass sie sowieso nicht alles machen kann. Und die Liebesgeschichte zwischen Gus und Hazel ist wunderschön aufgebaut, da man sie Zweifel spürt, die Liebe jedoch auch, und die Freundschaft zwischen den beiden. Was mir auch gefallen hat, ist das Ende, obwohl es kein Happy End ist. In so ein Buch gehört einfach kein Happy End, doch dafür kann man super gut mit Hazel und Gus mitfühlen, vor allem mit Hazel, die so sehr leidet.
Ich finde die Handlung einfach perfekt.

Der Schreibstil ist jugendgerecht, aber eindringlich, lustig und traurig zugleich. John Green schafft eine unglaublich dichte Atmosphäre, die einen einfach gefangen nehmen muss. Man fühlt mit Hazel mit, und auch Gus Gefüle werden sehr gut dargestellt. Mir hat der Schreibstil wirklich sehr gut gefallen, und ich finde, dass John Green genau die richtigen Worte findet, um die Situation darzustellen.

Mir hat das Buch wirklich ausgezeichnet gefallen, und ich kann es nur jedem weiter empfehlen! Tolle Charaktere, eine schöne Handlung, die ohne Happy End ist, und ein überaus angenehmer Schreibstil. Genau so müssen teuflisch gute Bücher sein.
0Kommentar3 von 3 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 500 REZENSENTam 10. November 2012
Inhalt:
Hazel ist 16 und wenn sie eins hasst, dann ist es Mitleid. Sie möchte die Zeit, die ihr noch bleibt so verbringen, wie sie es gerne möchte. Sie hasst die geheuchelten Aufforderungen am Leben teilzunehmen, denn sie hat kein Leben. Zumindest könnte es jeden Tag enden. Und trotzdem muss sie in die Selbsthilfegruppe für Krebspatienten. Und sie hasst es. Doch dann kommt der Tag, der alles ändert. Der Tag, an dem sie Gus in dieser Gruppe kennenlernt. Gus, der auf dem Weg nach oben ist. Der eine 80%-ige Überlebenschance hat. Dem sie nicht erlauben will, sich in sie zu verlieben, weil sie gehen wird. Und der ihr trotzdem ihren größten Herzenswunsch ein Stück näher bringt.

Meine Meinung:
Wie beschreibt man ein Buch, das vom Tod erzählt. Das uns offen und brutal zeigt, wie wenig Zeit wir haben. Und wieviel weniger manche Menschen. Die sonst so gängigen Worte wie super, toll, fantastisch .. sie passen hier einfach nicht. Es ist schwer es zu beschreiben, denn trotz allem hat es mich absolut begeistert, in seiner traurigen, offenen Ehrlichkeit.

Zunächst fängt das Buch eigentlich sehr unterhaltsam an. Hazels Humor ist in meinen Augen einfach göttlich. Sie bemängelt vieles, ist genervt von vielem. Aber alles auf eine nette ironische Art. Sehr viel gelacht habe ich zu Beginn des Buches. Natürlich .. auch wenn man es dort schon besser weiss, die Hoffnung ist schließlich die, die zuletzt stirbt, oder?

Dann wechselt das Buch ein bisschen .. der Humor wird weniger, die Gefühle von Hazel und Gus stehen im Vordergrund. Ihre Gefühle für ihre Krankheit, ihre Freunde und für sich. So liest man zum Beispiel an einer Stelle "Du bist so vertieft darin, du zu sein, dass du keine Ahnung hast, wie absolut nie dagewesen du bist."

Es zeigt uns, wie ernst, wie erwachsen diese zwei jungen Menschen sind, die eigentlich Dummheiten machen sollten, Partys feiern sollten, das Leben genießen. Doch, sie bemitleiden sich dabei nicht einmal selbst. Zumindest nicht auf eine Art, wie Außenstehende das machen. Weil sie keine Angst haben, sich zu verlieren. Viel mehr trifft es sie eigentlich, wie ihre Umwelt auf sie reagiert. "Manchmal war das das Schlimmste am Krebs: die Sichtbarkeit der Krankheit, die einen von den anderen absonderte. Wir waren unüberbrückbar anders …"

Kennt Ihr das, wenn Euch die Tränen so unvermittelt in die Augen schießen, dass es sticht und im gleichen Moment der Kloß in Eurem Hals explosionsartig wächst und den Brustkorb zusammenpresst, dass Ihr regelrecht nach Luft schnappen müsst?? So ging es mir hier in diesem Buch viele Male. Immer wieder musste ich es aus der Hand legen. Konnte nicht weiter lesen, weil meine Augen voller Tränen standen und ich Angst hatte zu ersticken, weil ich keine Luft holen konnte.

Und es war nicht das Sterben irgendwelcher Personen, sondern die kleinen Sätze, die uns das erzählten, was für uns selbstverständlich ist. Sätze, ganz unscheinbar, die mich so unendlich berührten. Die mir zeigten: Schau gut hin, was Du hast und wie unendlich viel es Wert ist.

Hazel fasste es ziemlich gut in Worte an einer Stelle des Buches. "Nostalgie ist eine Nebenwirkung von Krebs" erklärte ich. "Nein, Nostalgie ist eine Nebenwirkung des Sterbens", gab er zurück. Und eine Art Nostalgie bleibt. Nachdem man leise das Buch zum letzten Mal geschlossen hat.

Fazit:
Das Buch ist lustig, gefühlvoll, auch mal langatmig, dann traurig, ungerecht, realistisch und unendlich bitter-süß. Und das noch lange nachdem man es zugeklappt hat. Es berührt, es öffnet die Augen und den Verstand. Und es ist und bleibt schwer zu beschreiben. Lest es, dann versteht Ihr.
0Kommentar3 von 3 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 1000 REZENSENTam 2. September 2012
"Das Schicksal ist ein mieser Verräter" ist ein Buch, das man nicht schnell vergessen kann. Schon während des Lesens musste ich immer wieder kleine Pausen machen, weil es einen so tief trifft und man es nicht mehr aushalten kann. Und ganz schnell muss man dann doch wieder zum Buch greifen, weil man wissen muss, wie es weitergeht -- so unerträglich es vielleicht auch sein mag. Das heißt nicht, dass die Geschichte nicht lustig ist. Ganz im Gegenteil. Es ist wie das Leben: Tragisch und komisch zugleich.

Im Zentrum steht die 16-jährige Hazel, die unheilbar an Krebs erkrankt ist und ihr Leben nur durch ein Medikament verlängert bekommt. Am Leben nimmt sie aber gar nicht mehr richtig teil, es lohnt sich ja nicht. Bis sie Augustus trifft. Er hat nach Knochenkrebs ein Bein verloren und steht wieder voll im Leben. Warum er sich gerade für die kranke Hazel interessiert, versteht sie am wenigsten. Weil sie ihn wirklich mag, zögert sie aber. Sie weiß, dass sie keine Zukunft hat und ihm mit ihrem Sterben und Tod irgendwann weh tun wird. Aber Augustus lässt sich nicht abschütteln...

Die Geschichte stellt viele Fragen an sich selbst und den Leser: Wie wäre es, in den Wolken zu leben? Wie kann man sich vor dem Vergessenwerden schützen? Macht das Leben überhaupt einen Sinn angesichts des sicheren Todes? Kann man mit Schmerz leben? Lohnt die Liebe? Man müsste einen langen Essay schreiben, um all die Facetten der Geschichte zu erfassen und zu verarbeiten. Dafür ist hier nicht der richtige Platz. Darum empfehle ich jedem, das Buch selbst zu lesen, sich an John Greens unglaublichem Talent für das Denken und Schreiben zu erfreuen, sich eine neue Welt zu erschließen, so schmerzhaft sie auch sein mag. Es lohnt sich in jedem Fall.
0Kommentar33 von 38 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 29. Dezember 2012
Eigentlich ist meinen Vorrednern nichts mehr hinzuzufügen. Alles, was dieses Buch, auch für mich, so toll macht, stand glaube ich in allen 5-Sterne-Rezensionen, die ich bisher gelesen habe.

Nur eines ist mir diesmal (rein zufällig erst diesmal!) durch den Kopf gegangen, was vielleicht noch nicht sooo häufig erwähnt wurde:

Ich vermute, dass bei diesem Buch in der deutschen Fassung mehr als Autor, sondern auch die Übersetzung verdammt gut war. Und das die Qualität der Übersetzung immer eine Rolle spielt, aber bei Büchern wie diesen spielt sie eine besonders große Rolle.

Dieses Buch habe ich gelesen und fand es aufgrund seiner Sprache phantastisch. Dabei ist mir beim Lesen nichts aufgefallen, wo ich gedacht habe: Aha: Die Originalsprache war vermutlich nicht Deutsch. ( ... Außer dem Handlungsort, der hat mich natürlich ein bisschen zweifeln lassen ;-) ...) Witze, die auf Sprache beruhen, Mehrdeutigkeiten, genau die richtigen Dinge, die ungesagt bleiben oder gar halb angedeutet werden, ... Ein Sarkassmus der an keiner Stelle übertrieben oder unangebracht erscheint, sondern irgendwie genau passend... Für die Originalfassung ist das normalerweise nahezu die "Alleinschuld" des Autors (wenn es gut läuft: auch seines Lektors).

Aber wenn das in der Übersetzung so bleibt und sogar in einer Alltagskultur, die sich eigentlich doch ziemlich von der amerikanischen unterscheidet immer noch, bleibt, ... dann ... herzlichen Glückwunsch nicht mehr allein an den Autor, sondern ... in diesem Fall auch an Sophie Zeitz.
22 Kommentare33 von 38 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden