wintersale15_finalsale Hier klicken Jetzt Mitglied werden Reduzierte Hörbücher zum Valentinstag Cloud Drive Photos Erste Wahl Learn More designshop Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Autorip WSV

Kundenrezensionen

4,2 von 5 Sternen61
4,2 von 5 Sternen
Format: BroschiertÄndern
Preis:14,90 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 10. Juni 2015
Völlig unvorbereitet trifft Hannah die plötzliche Todesnachricht ihrer Tante Eli und damit auch ihrer allerletzten Verwandten. Davon aufgeschreckt beendet sie kurzerhand ihre eher einseitige Beziehung und fährt überstürzt nach Italien, Elis heimlicher Wahlheimat. In einem kleinen, gänzlich abgeschiedenen Dorf findet sie schließlich das nunmehr verwaiste Haus. Nie hatte Hannah sie dort jemals besucht und beginnt voll Wehmut in dem kleinen Häuschen nach dem Leben ihrer geliebten Tante zu forschen. Und findet Teile eines Briefes, der die tragische Geschichte der jungen Eli im tiefen Süden Deutschlands erzählt. Gebannt von den Enthüllungen, will Hannah mehr erfahren, denn der Brief ist unvollständig, große Teile fehlen und weshalb hatte sie nie etwas davon erfahren? Den verblassenden Spuren ihrer Tante folgend, begegnet sie dem grantigen und überaus eigensinnigen, wie unfreundlichen 'Apfelsammler'. Dieser hat sich der hingebungsvollen Suche und Erhaltung alter Apfel- und Birnensorten verschrieben und bekam zur Ernte regelmäßig die Unterstützung ihrer Tante. Und auch er scheint einiges zu verbergen. Immer mehr unbekannte Schichten der Persönlichkeit Elis lüftet Hannah, bis sie dann schließlich ihr größtes Geheimnis endgültig zu enthüllen vermag.
Der aus zwei Sichtweisen, wie auch Zeitebenen erzählte Roman von Anja Jonuleit birgt in sich die traurige Geschichte zweier Familien, die sich in den Wirren der Ereignisse so sehr festfahren, bis schlussendlich keiner davon das Glück findet. Die beiden Erzähler aus der jeweiligen Ich-Perspektive sind dabei Elisabeth, die aus der Vergangenheit her die Geschichte aufrollt und dann noch Hannah, welche sich von der Gegenwart demselben Ende nähert. Voll liebevoller Details steckend, weiß die sehr bildhafte Sprache eine dichte und mitreißende Atmosphäre zu schaffen, die das spätsommerliche Italien samt der Sinneseindrücke zum Leben erweckt. Immer mehr schließt man dann die eigenwilligen Protagonisten ins Herz, ein jeder mit einer nicht ganz leichten Vergangenheit. Das Buch hinterlässt dadurch einen prägenden Eindruck, nicht zuletzt in Hinblick auf die schwindenden Bestände alter Obstsorten. Denn der fiktive Apfelsammler des Romans hat durchaus ein sehr reales Vorbild: Isabella Dalla Ragione, die sich der Rettung dieser Obstsorten verschrieben und zusammen mit ihrem Vater eine Stiftung ins Leben gerufen hat: „Archeologia Arborea“. Wer es will, kann sogar eine Baum-Patenschaft übernehmen, muss dafür aber scheinbar jährlich nach Italien fahren und etwas Bio-Dünger für seinen Schützling selbst mitbringen.
Bereits seit längerem beschäftigt dieses Thema auch mich, umso mehr faszinierte mich die Geschichte, die durch die geschickt eingestreuten Informationen auch lehrreich sein konnte und damit meine Leseempfehlung mehr als nur verdient.
0Kommentar5 von 5 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 6. September 2014
Familien haben ihre Geheimnisse und oft sind Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbunden. So auch in Anja Jonuleits neuen Roman „Der Apfelsammler“. Die Idee hierzu kam der Autorin durch einen Artikel über eine italienische Agrarwissenschaftlerin aus Umbrien, die sich für die Erhaltung von alten Obstsorten einsetzt.
Zurück zum Buch: Als die 31-jährige Hannah erfährt, dass ihre geliebte Tante Eli gestorben ist, macht sie sich auf den Weg nach Italien. Eli hatte Hannah zu sich genommen, nachdem deren Eltern verstorben waren und sie bei einer Pflegefamilie untergekommen war. Auf dem heimatlichen Hof am Bodensee verleben Hannah und Eli glückliche Zeiten. Der Abschied von Elisabeth (Eli) fällt ihr nicht leicht, zumal Hannah sich auch noch gerade von ihrem Freund getrennt hat. In Castelnova steht das kleine Steinhaus, in dem Eli bis zu ihrem Lebensende wohnte. Und dort findet Hannah beim Aufräume alte Briefe der Tante.
Die Geschichte von Eli und Hannah wird parallel Kapitelweise erzählt. Geschrieben in der Ich-Erzählperspektive steht über jedem neuen Kapitel der Name der Erzählerin.
Es ist zum Teil eine tragische Geschichte, die Elisabeth erzählt. Der Leser wird zurückgeführt in die frühen 60er Jahre. Dort hatte sie als junges Mädchen kein leichtes Leben auf dem Hof der Eltern, musste hart arbeiten. Doch Elisabeth war intelligent und wollte mehr. Realistisch und detailliert beschreibt die Autorin über Wünsche und Sehnsüchte eines jungen Mädchens, dass sich dann auch noch in einen italienischen Gastarbeiter verliebt und von ihm schwanger wird. Schreckliche Dinge passieren und doch, Eli gibt nicht auf. Die Romanze zwischen Eli und Giorgio ist der rote Leitfaden der Handlung. Nunmehr fragt sich Hannah immer wieder, was hat Eli ausgerechnet in diese Gegend verschlagen, sie die doch das Meer so liebte und in der Welt weit herumgekommen war. So beginnt sie mit den Nachforschungen und was liegt näher als bei dem Nachbarn mit seinen Apfelbäumen? Wie auch schon Eli hilft Hannah beim Pflücken der Apfelernte. Zum einen weil sie sich Informationen von ihm erhofft und zum anderen möchte Hannah eine Reportage über den Mann machen, der leidenschaftlich alte Obstsorten züchtet.
Die Gestaltung des Covers harmonisiert mit dem Titel, einfach wunderschön.

Fazit:
„Der Apfelsammler“ ist ein bewegender Roman, mit melancholischen Momenten, schafft die Autorin durch ihre fesselnde Art und einzigartigen Beschreibungen der Landschaft, den Leser tief in die Geschichte eintauchen zu lassen. Eine geheimnisvolle Atmosphäre begleitet den Leser von Anfang an. Die Autorin schreibt nicht einfach so dahin. Sie hat ihre eigene Sprache, ihren eigenen Schreibstil. Die Suche nach Vergangenheit – Gegenwart, die zwischenmenschlichen Beziehungen werden durchleuchtet.
„Der Apfelsammler“ – die Geschichte erhält von mir absolute Leseempfehlung, denn ich habe nicht nur glückliche Lesemomente gehabt, auch nachdenkliche.
„Der Apfelsammler“ – ich wünsche mir ganz viele Leser für das Buch!
0Kommentar5 von 5 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 23. August 2014
Abgestimmt auf den Titel und den Inhalt des Buches, ist das Cover ein echter Blickfang. Allein die Farbgebung der typisch italienisch dargestellten Landschaft, verbreitet eine wohlige Atmosphäre und sowohl der durchgeschnittene Apfel als auch die Apfelblüte, die sich glänzend vom Rest des Bildes abheben, sorgen dafür, dass ich den Duft des Sommers geradezu riechen kann.

"Der Apfelsammler“ erzählt die Geschichte der jungen Journalistin Hannah, die nach Umbrien reist, um den Verkauf des Hauses ihrer verstorbenen Tante Eli vorzubereiten. Beim Aufräumen fallen ihr ein paar achtlos weggeworfene beschriebene Blätter in die Hände, die sich als Brief ihrer Tante an sie herausstellen und Elis komplettes Leben offenbaren – ein Leben voller Entbehrungen, einem schlechten Elternhaus, einer großen Liebe und einem ebenso großen wie gut gehüteten Geheimnis, welches Hannah nun versucht zu enthüllen. Noch ahnt sie nicht, dass diese Enthüllungen ihr ganzes Leben verändern werden …

Erzählt wird die Geschichte auf zwei Zeitebenen und es handelt sich um zwei Erzählstränge, die erst zum Ende hin zusammenführen. Durch die Erzählweise in der Ich-Perspektive habe ich das Gefühl, sehr nahe am Geschehen zu sein. Interessant ist, dass abwechselnd aus Hannahs und Elisabeths Sicht erzählt wird. Wobei die Schilderungen Elisabeths in Briefform in diesem Moment ja eigentlich Rückblenden für den Leser sind, da sie ja mittlerweile verstorben ist. Anja Jonuleit hat mich mit ihren Charakteren begeistert. Hannah und Eli sind sich vom Wesen her sehr ähnlich, denn beide sind mutig und legen eine ungeheure Stärke an den Tag. Sehr berührt hat mich Elis Schicksal, die ihrem Leben trotz der Niederlagen immer noch etwas Gutes abgewinnen kann und sich bis zum Schluss nicht unterkriegen lässt. Eigene Belange stellt sie zum Wohle ihrer Mitmenschen zurück und beklagt sich fast nie.

Auch Hannahs innere Zerrissenheit, ihr schlechtes Gewissen, ihre Tante so lange nicht besucht zu haben, obwohl sie bei ihr aufwuchs, bringt die Autorin sehr gut rüber. Ein weiterer Charakter, der mir sehr gefallen hat, ist der Apfelsammler Matteo Di Lauro, den Hannah als mürrischen Eigenbrötler kennenlernt. Dieser steckt voller Geheimnisse steckt und taut nur sehr langsam nach und nach auf. Neben den gut ausgearbeiteten Protagonisten finden sich sehr detaillierte Landschaftsbeschreibungen rund um den Ort Castelnuovo. Auch die Szenen der Apfelernte in Di Lauros Garten, die immer wieder begleitet werden von seinen mürrischen Bemerkungen Hannah gegenüber, konnten mich begeistern.

Anja Jonuleits Schreibstil ist so herrlich unaufdringlich. Die Geschichte plätschert so dahin, ohne jemals langweilig zu wirken. Einfach angenehm und gleichzeitig fesselnd. Für mich ist "Der Apfelsammler“ garantiert eins der Highlights in diesem Jahr und aus diesem Grund empfehle ich es gerne weiter
0Kommentar12 von 13 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 1000 REZENSENTam 24. Juni 2014
Inhalt:
Hannah wollte eigentlich mit Martin in den Urlaub fahren. Doch dann eröffnet ihr dieser, dass er stattdessen bei seiner Familie bleiben muss. Als Hannah dann auch noch erfährt, dass ihre geliebte Tante Eli gestorben ist, macht sie kurzerhand Schluss mit Martin, denn sie hat es satt, die zweite Geige zu spielen. Sie fährt nach Italien, wo Eli die letzten Jahre gelebt hat, um die Dinge zu regeln. Doch in dem kleinen Dorf in Umbrien wird Hannah nicht von allen freundlich aufgenommen. Ein paar Frauen treten geradezu feindselig auf; ein Nachbar, der „Apfelsammler“, vertreibt sie mit bösen Worten und Blicken aus seinem Obstgarten, in den sie auf einem Spaziergang geraten ist. Statt Elis Haus auszuräumen und zu verkaufen, beginnt Hannah ihre Umgebung zu erkunden und den Anfeindungen auf den Grund zu gehen.

Meine Meinung:
Das Buch ist in zwei Handlungsstränge unterteilt. Der eine spielt in der Gegenwart und erzählt Hannahs Geschichte. Der zweite besteht aus Brieffragmenten, die Eli verfasst hat. Beide sind in der Ich-Form geschrieben, die durch die Überschriften „Hannah“ bzw. „Elisabeth“ und deutlich unterschiedliche Schriftarten aber jeweils leicht zuzuordnen sind.

Elis Geschichte beginnt 1965, als sie 17 Jahre alt ist. Sie lebt mit ihren Eltern und ihrer kleinen Schwester Sophie in Mosisgreuth auf einem Einödhof. Vom strengen Vater bekommt sie immer wieder Schläge, während Sophie seine Prinzessin ist. Als Eli sich eines Tages in den italienischen Gastarbeiter Giorgio verliebt, ist die Tragödie vorprogrammiert. Elis Teil besteht hauptsächlich aus Erzählungen und Beschreibungen. Hier gibt es naturgemäß - es ist ja ein Brief - nur wenige Dialoge. Obwohl ich das sonst gar nicht so mag, hat mich in diesem Buch Elis Strang weit mehr gefesselt als der von Hannah. Dadurch dass sie ihre ganzen Erlebnisse, Gedanken und Empfindungen in Worte gefasst und niedergeschrieben hat, erhält man einen tiefen Einblick in diesen Charakter.

Hannah ist mir dagegen bis zum Schluss relativ fremd geblieben. Nicht immer konnte ich ihr Verhalten, das teilweise wie besessen wirkte, nachvollziehen. Nichtsdestotrotz waren auch ihre Passagen gut zu lesen und spannend.

Anja Jonuleit hat einen fesselnden Schreibstil. Die einzelnen Kapitel sind relativ kurz, sodass man dazu verleitet wird, immer gerade noch eins zu lesen, zumal sie auch öfter mal mit einem Cliffhanger enden. Die Beschreibungen sind sehr anschaulich. Ich hatte die Szenerie direkt vor Augen. Die teils bedrückende, teils freudige Atmosphäre ist fast greifbar dargestellt.

Es gibt zwar immer wieder kleine Überraschungen, doch hat mir ein richtiger Höhepunkt gefehlt. Das große „Familiengeheimnis“ habe ich leider schon viel zu bald erahnt. Dabei könnte ich nicht einmal sagen, dass die Autorin dies schon früh angedeutet hätte. Ich glaube, hier hatte ich einfach die richtige Intuition.
0Kommentar2 von 2 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 13. Februar 2015
Hannah ist sehr unzufrieden mit ihrer Beziehung zu ihrem verheirateten Freund, als sie die Nachricht über den Tod ihrer Tante erhält. Sie überdenkt ihr Leben, trennt sich von ihrem Freund und macht sich kurzerhand auf den Weg nach Italien zum Haus ihrer Tante. Sie hat das alte Häuschen von ihr geerbt und ist ganz ergriffen von der Stille des Ortes. Ihre Tante Eli hat sehr abgeschieden gewohnt. Die Dorfbewohner sind Hannah gegenüber etwas vorsichtig, doch bekommt sie auch Hilfe. Als sie Briefe von Eli findet wird sie neugierig. Diese sollten wohl für sie bestimmt sein, aber ihre Tante hat sie weg geworfen. Sie erzählen die Lebensgeschichte von Eli...
Das Buch ist in zwei Sichtweisen aufgeteilt. Einmal die Gegenwart (Hannah) und einmal die Vergangenheit (Eli). Die Kapitel wechseln sich ab und so hat der Leser jederzeit das Gefühl, unbedingt weiterlesen zu müssen. Elis Geschichte hat mich tief berührt, sie musste so viel durchmachen und hat ihr Leben dennoch gemeistert. Die damaligen Verhältnisse sind sehr gut erklärt, so dass ich mich richtig hinein versetzen konnte.
Außerdem wird der italienische Lebensstil hier sehr authentisch an den Leser weiter gegeben. Man glaubt, mit in Italien zu sein.
Das Leben der anderen Personen wird kurz angeschnitten, diese Charaktere sind auch sehr authentisch dargestellt.
Das wunderschöne Cover lädt direkt zum Lesen ein und passt zum Inhalt. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, es hat mich wahnsinnig gefesselt.
0Kommentar2 von 2 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 7. Dezember 2014
Der Apfelsammler war mein erster Roman, den ich von Anja Jonuleit gelesen habe. Der Verlag hat es mal wieder geschafft, ein ausgesprochen schönes Cover für diese Familiengeschichte zu finden, die vor allem Italienliebhaber zum Kauf animieren wird. Erzählt werden auf verschiedenen Zeitebenen zwei Geschichten, die natürlich von Anfang an zusammenhängen.
Einmal ist da Eli, die Mitte des letzten Jahrhunderts auf einem Bauernhof aufwächst und dabei leider wenig Liebe und Fürsorge erfährt, da ihre Eltern kühle und unnahbare Menschen sind. Deshalb verliebt sie sich ziemlich stürmisch in einen jungen Italiener namens Giorgio. Diese Liebe ist der Motor der alles verändern und der in Elisabeths Leben eine maßgebliche Rolle spielen wird.
Zum zweiten ist da Hannah, die nach dem Tod ihrer Tante Eli nach Umbrien in ein altes Haus reist und dort sehr bald erkennt, dass um das Leben der alten Frau eine geheime Geschichte herumrankt, die es zu entdecken gilt und die ihr helfen könnte, mit dem eigenen Leben besser fertig zu werden welches mal wieder in einer Sackgasse gelandet ist, nachdem sie sich von ihrem verheirateten Freund endlich getrennt hat. Und Italien hält natürlich auch in Sachen Liebe noch etwas für Hannah bereit.

Die Autorin kann schreibt angenehm und in einem fast plaudernden Ton von den Entwicklungen und Verwicklungen die die beiden Frauen jede für sich erleben müssen. Der Roman ist nicht besonders aufregend sondern leicht und entspannt zu lesen. Man erkennt von Anfang an den Bogen, der hier zwischen Elisabeth und Hannah gespannt wird und der zu einem harmonischen und gefühlvollen Ende geführt wird. Dieses Buch ist sicherlich kein Page-Turner aber für ein paar heiße Tage im Sommer sicherlich hervorragend geeignet um zu relaxen. Mir hat die Geschichte gefallen. Vor allem Eli war sehr glaubwürdig und liebenswert. Von mir also eine Kaufempfehlung.
0Kommentar1 von 1 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 500 REZENSENTam 22. Juni 2014
Anja Jonuleit ist mir schon durch ihr Buch "Herbstvergessene", das ich mehr als ansprechend fand, bekannt und auch ihr Buch "Die fremde Tochter " konnte mich begeistern. Mit ihrem neuen Buch " Der Apfelsammler" hat sie sich meiner Meinung nach übertroffen. Genauso gut wie " Herbstvergessene", wenn nicht sogar etwas besser.
Die Geschichten der Autorin sind meist Familiengeschichten, die es in sich haben und häufig läuft das Ganze auch auf zwei Zeitebenen ab ,so auch in ihrem neuen Buch.

Die beiden Zeitstränge scheinen zu Anfang wenig miteinander zu tun zu haben, werden aber in abwechselnden Kapiteln erzählt und führen erst zum Schluss des Buches zu einem logischen Ganzen zusammen.

Ausgangspunkt ist das Testament, dass Hanna eines Tages erreicht und in dem sie erfährt, dass ihre Tante Elisabeth, bei der sie nach dem Unfalltod ihrer Eltern aufgewachsen ist, ihr ihr Haus in Umbrien vererbt hat. Obwohl Hanna selbst Italienliebhaberin ist und selbst in Bologna studiert hat, will sie das Sommerhaus eigentlich verkaufen und macht sich daher auf in das kleines Dorf namens San Lorenzo. Im Haus ihrer Tante fallen ihr beim Aufräumen ein Paar zerknüllte Blätter in die Hand, die ihre Tante beschrieben hat, aber sie ergeben keinen rechten Sinn. Erst nach einem langen Aufenthalt in dem Haus ihrer Tante und der Bekanntschaft einiger Leute, erfährt sie ein Geheimnis, das ihre Tante ein Leben lang bewahrte.

Dieses Buch packt einen und lässt einen nicht wieder los. Die Geschichten, von denen mir zu Anfang die von Elisabeth besser gefiel, packten mich nach einer gewissen Zeit beide. Emotional und spannungsgeladen werden die Geschichten erzählt und man erhält Einblick in das Leben von Elisabeth, dass mich mehr als berührt hat. Die Figur hat mir sehr gut gefallen, ließ sie sich doch durch keinen Schicksalsschlag unterkriegen und stand immer wieder auf , um weiter zu machen. Ganz anders die Geschichte von Hanna, die häufig, durch die schnoddrige Erzählweise der Figur sehr aufgelockert wird und mich häufiger zum Lächeln brachte. Aber auch ihre Geschichte ist spannend, erzählt von der eingeschworenen Dorfgemeinschaft in San Lorenzo und dem
Unverständnis, dass ihre Tante hier gelebt hat. Doch auch diese Geschichte nimmt irgendwann Fahrt auf und wird sehr spannend, bis dann das sehr überraschende Ende kommt, dass beide Zeitstränge zusammenführt.

Ich finde es eigentlich schade, dass die Bücher von Anja Jonuleit so wenig bekannt sind. Die Autorin hat einen sehr flüssigen und bezwingenden Schreibstil und ihre Protagonisten wachsen einem sehr schnell ans Herz, vor allem, weil sie meistens in Geschichten vorkommen, mit denen man sich als Leser gut identifizieren kann. Ich wünsche der Autorin, dass viele Leser zu diesem Buch greifen, denn es lohnt sich wirklich.

Sehr empfehlenswert !!
0Kommentar1 von 1 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
== Buchrückentext: ==

Nach der Trennung von ihrem Freund reist Hannah nach Castelnuovo in Umbrien, um das Erbe ihrer geliebten Tante Eli anzutreten: ein kleines Steinhaus voller Rätsel. Beim Aufräumen fallen ihr alte Briefe von Eli in die Hände, und sie beginnt zu lesen In diesen Tagen erkundet Hannah Castelnuovo, Elis zweite Heimat. Als sie zufällig auf ein Grundstück mit seltsam verbrannten Obstbäumen gelangt, wird sie unsanft von dort vertrieben. Dorfbewohner erklären ihr später, dass der schroffe Fremde harmlos und seine Leidenschaft das Züchten alter Obstsorten sei. Aus unerfindlichen Gründen hatte sich Eli einst mit dem "Apfelsammler" angefreundet, und auch Hannah sucht seine Nähe. Ist er der Schlüssel zu Elis Geheimnis?

== Cover und Buchtitel: ==

Dieses umbrische Haus in der italienischen Einöde wirkt angenehm beruhigend, aber so ausgestorben. Die Apfelblüten dafür aber sehr lebendig und stehen für einen neuen Anfang, ein neues Leben.

Der Buchtitel alleine lässt keinerlei Rückschlüsse zu, macht also neugierig und lässt einem das Buch in die Hand nehmen und den Buchrückentext lesen.

== Leseeindruck: ==

In diesem Roman lernen wir Hannah kennen, die aus der Ich-Perspektive berichtet und zu Beginn der Handlung die Todesnachricht ihrer Tante Eli erhält. Weil diese Lektüre aus zweierlei Sicht geschrieben ist, lesen wir bereits im nächsten Kapitel über Eli, deren Leben im Rückblick aus ihrer Sicht, als ob sie vor ihrem Tod ihr Leben tagebuchartig verfasst hätte, niedergeschrieben steht.
Weder Elis noch Hannahs Kindheit verliefen rosig. Und Eli zu Beginn des Buches bereits tot und Hannah hat eine unglückliche Affäre mit einem Mann, der nicht ihrer ist .... Auch Elis große Liebe wurde ihr geraubt, ebenso wie ihren neugeborenen Sohn. So lesen wir immer im Wechsel ein Kapitel über Hannahs Jetzt-Dasein und Elis Jugend-Dasein.
Sehr schön, dass wir diese Lektüre also aus zweierlei Perspektiven lesen dürfen und wenn wir über Eli lesen spüren wir das Gefühl der Vergangenheit, obwohl ich die 1960er Jahre noch selbst erlebt habe, kommt mir das vor, als sei es schon hundert Jahre her und nicht erst knapp 50 Jahre. Elis Leben mutet fast schon wie ei historischer Roman an. Gut umgesetzt sind die beiden Sichten auch, dass Hannahs Sicht in fettgedruckt verfasst ist und Elis Sicht in eher blass gedruckt, so weiß man auch während des Lesens - ohne auf die Kapitelüberschriften achten zu müssen - wer gerade aus seiner Sicht schreibt.
Aus dem Buchrückentext wissen wir ja, dass Elis Geschichte dann auch irgendwann Hannahs Geschichte wird und die beiden Erzählstränge zusammenlaufen werden und so darf der Leser gespannt sein, wie sich beide Leben - außer dass Eli eben Hannahs Tante war - miteinander verknüpfen werden….
Ich kann gar nicht genau sagen, welchen Handlungsstrang ich lieber las, den der Hannah oder den der Eli. Mal fand ich Elis Lebensgeschichte weitaus lesenswerter, dann wieder Hannahs. Insgesamt haben mich beide Frauen durch ihre Tapferkeit und Couragiertheit tief beeindruckt und bewegt. Die insgesamt 365 Seiten lasen sich wie im Flug, das Ende war teilweise überraschend und ein anderer Teil vorhersehbar. Ich habe mit Eli und Hannah mitgefiebert und mitgelitten und vergebe 5 von 5 Sterne für diesen wunderbar einfühlsamen Roman.
0Kommentar5 von 6 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 29. Januar 2016
Hannah reist nach Castelnuovo in Umbrien, dort liegt das Häuschen, das sie von ihrer Tante geerbt hat. Sie hat sich gerade von ihrem verheirateten Freund getrennt, denn sie will ihn entweder ganz oder gar nicht. Beim Aufräumen findet sie alte Briefe von Tante Eli, und dabei erfährt sie einiges aus dem Leben ihrer Tante, das sie bisher nicht wusste. Vor allem aber liest sie von einem großen Geheimnis ihrer Tante, das auch Einfluss auf ihr eigenes Leben haben wird.
Gleichzeitig lernt Hannah das Umfeld kennen, in dem Eli viele Jahre gelebt hat. Sie trifft den Apfelsammler, der alte Apfelsorten sammelt und in seinem Garten wachsen lässt. Seine Arbeit fasziniert sie, so dass sie eine Reportage darüber machen möchte. Doch der Apfelsammler gibt sich so unnahbar, dass sie ihm nicht von ihren Recherchen erzählen mag.
Elis Geschichte lässt einen beim Lesen immer wieder trocken schlucken, und doch ist sie sicher nur eine von vielen Töchtern, die unter häuslicher Gewalt und Lieblosigkeit auf einem Bauernhof aufwuchs. Ihre Metamorphose von dem Bauernmädchen zur beruflichen Weltenbummlerin, verbunden mit der Geschichte um ihre Liebe zu Giorgio, der in Italien eine eigene Familie hat, baut sich wunderschön auf. Elis Geheimnis löst sich erst ganz zum Schluss auf. Geschickt arbeitet die Autorin in zwei Zeitebenen Elis Geschichte auf und spinnt den Faden bis zur Auflösung am Ende des Buches.
Es ist eine leise, berührende Geschichte, die Anja Jonuleit vor dem Leser ausbreitet, der sachliche Schreibstil lässt die nötige Distanz entstehen, um die brutalen Momente überhaupt auszuhalten beim Lesen. Die Landschaftsbeschreibungen lassen die Orte vor dem inneren Auge entstehen und wecken das Fernweh, um selbst an die Orte des Geschehens zu reisen.
Dies ist mein zweites Buch von Anja Jonuleit, das erste, „Herbstvergessene“, hat mir noch mehr imponiert. Doch auch dieses Buch hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen und ich empfehle es gerne weiter. Auch halte ich die Augen offen nach weiteren Romanen der Autorin.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Ein ungewöhnlicher schöner Titel, ein ansprechendes Cover und eine interessante Inhaltsangabe sorgten dafür, dass das Buch bei mir einziehen durfte. Dank der Tatsache, dass der Sommer dieses Jahr (2014) ausfiel und wir bereits Ende August mitten im Herbst standen, fand ich die Lektüre passend zur gefühlten Jahreszeit und begann zu lesen. Und konnte das Buch kaum mehr aus der Hand legen.

Eli zieht Hannah auf, als deren Eltern sterben. Doch was weiss Hannah wirklich über Elis Leben? Als sie nach Italien fährt um Elis Haus nach deren Tod zu räumen, erfährt sie viel Neues über Eli. Die Journalistin Hannah macht Bekanntschaften mit den Dorfbewohnern und besonders vom eigenbrötlerischen und ruppigen "Apfelsammler" Matteo ist sie gleichermassen fasziniert wie abgestossen. Wie soll sie ihm bloss beibringen, dass sie gerne einen Artikel über seine Arbeit schreiben möchte?

Liebevoll wird die Landschaft beschrieben; Matteos Liebe zu alten Fruchtarten (sein Hof wäre bei uns in der Schweiz wohl bei der Stiftung "pro specie rara" eingegliedert), begeistert trotz aller Schroffheit. Die Autorin verpackt ganz viele Themen wie Naturschutz zu einer einzigartigen Geschichte und wirkt trotz vieler Sachinfos nie belehrend, sondern es gliedert sich alles wunderbar in die fortlaufende Geschichte ein.
Die zwei Zeitebenenen - zum einen Elis erlebnisreiche Biographie in Briefform, zum andern Hannas Aufenthalt in Italien - wechseln sich in schneller Reihenfolge ab. Alle Charaktere sind mit einem dicken Bündel an Schicksalsschlägen ausgestattet, so bleiben beide Erzählstränge spannend.
Elis Geschichte macht betroffen. Ihre Kindheit muss der reine Alptraum gewesen sein mit solch einem Schwerenöter als Vater. Doch Eli reagiert mutig und engagiert - nur in Sachen Liebe bleibt es schwierig. So ist und bleibt ihre Liebe zu Giorgio der rote Faden in der ganzen Geschichte.

Ein emotionsreiches, fesselndes Buch das berührt, erschüttert und traurig macht. Ein Buch, dass man mit einem Seufzer weglegt und noch lange nach hallt :-)

Absolut empfehlenswert und deshalb 5 Punkte.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden