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am 17. Mai 2014
Sonia Sotomayor wurde als Tochter von Einwanderern aus Puerto Rico 1954 in New York geboren. Nach dem Jurastudium mit herausragenden Abschlüssen und einem erfolgreichen Berufsweg wurde sie 2009 in Amerika von Barack Obama in den Supreme Court, das höchste amerikanischen Gericht, berufen.

Ihr Aufstieg ist umso bemerkenswerter, da sie in einem Sozialbau -und Armenviertel im Umkreis zahlreicher anderer Einwanderer aus Puerto Rico in der Bronx / NY aufwuchs. Hier erlebte sie ihre sich streitenden Eltern und eine Vielzahl anderer Jugendlicher, deren Gedeihen und Verderben sie mit lebhafter Neugierde und Anteilnahme erkundete. Ihre Verwandten, vor allem die geliebte Großmutter Abuelita, waren wichtige Bezugspersonen, von denen sie voller Begeisterung und Respekt erzählt.

Dass sie als Achtjährige an Diabetes erkrankte, deren Behandlung mit den erforderlichen Spritzen sie schon bald selbst in die Hand nahm, bedeutete eine Erschwernis mehr für das junge Mädchen, das sich durch außergewöhnliche Intelligenz, Fleiß und eisernem Willen auszeichnete.

Ihre Erzählweise vermittelt den Eindruck einer äußerst aufgeweckten, neugierigen Person, die sich mit Verve und Temperament auf das vor ihr liegende Leben freut. Jede Beobachtung und jede neue Erfahrung reizen zum Nachdenken und zur Ursachenforschung. Ob es sich dabei um die eigene Erfahrung mit Diabetes, Begebenheiten mit der Großmutter auf dem Markt oder dem Besuch eines total unbekannten Großvaters im Krankenhaus handelt: alles nimmt sie mit wachen Sinnen auf.

Die detailreichen Aufzeichnungen umreißen das Bild einer Frau, deren persönlicher Lebenskreis sich in weitem Bogen von der Geburt bis zu den zahlreichen Verwandten und später Freunden, Mitstudenten und Kollegen erstreckt. Da sie eine ausgezeichnete Schülerin und Studentin war, gelingt ihr der Sprung zu den höchsten Weihen des amerikanischen Universitätslebens: sie studiert Jura in Princeton und Yale und macht überall fabelhafte Abschlüsse. Ihr Berufsweg führt steil nach oben.
Latinos gehören im Land der unbegrenzten Möglichkeiten zur so genannten Unterschicht. Hier hat es eine Frau geschafft, sich in die höchsten Kreise vor zu arbeiten ohne ihre Vergangenheit zu verleugnen oder gar zu vergessen.
Das beeindruckende Porträt dieser äußerst vitalen und lebendigen Frau lässt wohl beim Lesen niemanden unberührt. Eine bemerkenswerte Autobiographie!
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Psychologen haben bisher keine Erklärung dafür gefunden, warum manche Menschen an den widrigen Umständen ihrer Kindheit scheitern und warum andere Menschen es schaffen, trotz ungünstiger Startbedingungen ein erfolgreiches Leben zu führen. Man wüsste gerne, ob es ein Gen ist, das zu solcher Widerstandsfähigkeit führt oder ob es eine bestimmte Geisteshaltung, ein bestimmter Aspekt der Rahmenbedingungen ist, der Stärke verleiht.
Sonia Sotomayor wuchs in der Bronx als Tochter von puertoricanischen Einwanderern auf und lief als Kind täglich an Drogenkranken und Gewalttaten vorbei. Veraltete und gewalttätige Schulmethoden und demotivierende, diskriminierende lehrende Nonnen waren ihr Bildungsumfeld. Ihr Vater war alkoholabhängig, ihre Mutter arbeitete in Nachtschichten im Krankenhaus, so dass Sonia Sotomayor als Kind viel auf sich alleine gestellt war. Eine positive Konstante stellte ihre Großmutter dar, die ihre Enkelin förderte und unterstützte. Zufälle, wohlmeinende Mentoren, Stipendien und ihr durchhaltungsstarker Lernwille befähigten Sonia Sotomayor die Schule hervorragend abzuschließen und in Princeton und später in Yale zu studieren.
Ab ihrem Start in Princeton ging es für Sonia Sotomayor konstant auf ihre heutige Karriere zu. Sie engagierte sich in den richtigen gemeinnützigen Organisationen, sammelte Unterstützer die sie protegierten und schrieb gute Noten. Nach ihrem Einstieg bei der Staatsanwaltschaft wechselte sie einige Jahre später in eine Anwaltskanzlei, von der aus sie den Sprung auf die Richterposition schaffte.
Das Buch ist spannend geschrieben und nimmt den Leser auf eine Reise von der amerikanischen Unterschicht in die Justiz aus verschiedenen Blickwinkeln mit. Wenn die Autorin ihre spektakulärsten Fälle skizziert, wundert sich der europäische Leser über die Details eines typisch amerikanischen Prozesses. Wenn sie ihre spannendsten Plädoyers vor der Jury referiert, kann man kaum glauben, dass derart faktenlos einzig durch Druck auf die Tränendrüse Prozesse gewonnen werden können. Das ist auch der absolute Gewinn des Buches: Ein ungeschminkter Blick auf die amerikanischen Prozessabläufe, vermittelt durch eine Person, deren erklärtes Ziel der Dienst an der Gesellschaft durch Umsetzung der Gerechtigkeit ist. Die Überlegungen, ob der amerikanische Weg ein aussichtsreicher ist, um einer Gesellschaft zu Gerechtigkeit zu verhelfen, stellen sich beim Leser ganz von alleine ein. Dies ist ein größeres (wenn auch gänzlich ungewolltes) Verdienst eines Buches, das genau das nicht zu erreichen suchte.
Sonia Sotomayor skizziert ihren unbestritten beeindruckenden Lebensweg, gezeichnet von einer absoluten Fokussierung auf die Karriere. Ihr Ziel, Menschen mit einem schweren Schicksal mittels ihrer Memoiren wissen zu lassen, dass jedes noch so hoch gesteckte berufliche Ziel durch erhebliche persönliche Anstrengung erreicht werden kann, entspricht dem typischen Bild des amerikanischen Traumes. Leider unterliegt die Autorin der Versuchung, eine durchaus interessante berufliche Autobiografie (die ihrem Ziel, anderen Mut zu machen tatsächlich entsprochen hätte) durch eine Detailfülle aus dem privaten Bereich anzureichern. Ob ihre anvisierte Leserschaft dazu wirklich wissen muss, dass sie z.B. noch in hohem Alter von ihrer Mutter gekaufte, anscheinend abscheuliche Unterwäsche trug, sei dahin gestellt. Wichtiger wären wohl Hinweise zur Art ihrer Vorbereitungsarbeit, ihrer Netzwerkbildung und ihrer Selbstpräsentation gewesen, die über das Maß der Allgemeinplätze „bis zum Umfallen arbeiten“, „so gründlich vor wie noch nie vorbereiten“ und „keine private Ablenkung zulassen“ hinausgehen. Eine Selbstreflexion, ob z.B. der berufliche Erfolg nicht in Vereinbarung mit privatem Glück (über Freundschaften hinaus) hätte erreicht werden können, führt die Autorin nicht durch. Hier stellt sich auch der negative Beigeschmack ein, den das Buch hinterlässt. Der Anspruch, den die Autorin selbst an ihre Autobiografie stellt, nämlich Lehrbuch und Vorbild für ihresgleichen zu sein, wird konterkariert durch das, was das Buch tatsächlich ist: eine „normale“ Autobiografie einer Person, die Beachtliches in ihrem Leben erreicht hat. Mit dieser reinen Unterhaltungsfunktion wäre für das Buch genug erreicht gewesen - dem moralischen Anstrich, den das Buch schon im Klappentext erhält, wird es nicht gerecht.
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am 14. Februar 2016
Die US-Richterin Sotomayor am US-Supreme Court schreibt über ihr Leben, ihre Familie sowie ihren beruflichen Werdegang. Ich fand dieses Buch sehr interessant und qualitativ gut, wenn auch sprachlich nicht sehr gelungen (die Übersetzung ist definitiv verbesserungswürdig). Aber sonst ein empfehlenswertes Buch :)
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am 9. Juni 2015
Sehr gutes Buch. Habe ich regelrecht verschlungen und das bei einem Sachbuch. :) Es ist sehr gut geschrieben und die Geschichte von Sonia Sotomayor ist beeindruckend.
Einfach empfehlenswert.
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Sonia Sotomayors Autobiografie "Meine liebte Welt" liest sich wie ein modernes amerikanisches Märchen mit tristem Beginn und offenem Happy End: Denn Sonia Sotomayor berichtet aus mehr aus ihrem Leben als aus ihrem Job: Für noch mehr spannende Gerichtsfälle aber kann man getrost auf die zahllosen Krimis in den Buchregalen verweisen - eine soziale Aufsteigerstory aus selbstreflektierter Perspektive ist dagegen selten. Sonia Sotomayor hat sie geschrieben und gezeigt, weil erfolgreich Integration sein kann, wenn alle Beteiligten an ihr interessiert sind.
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