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Entdeckungsreise mit wundersamer Route und unklarem Ziel

Titel, Untertitel und Klappentext geben das Konzept des Autos nur sehr ungenau wieder. Denn obwohl Michael Maar in der Tat über große Tagebücher verschiedener Autoren spricht, dienen diese eher dazu, auf die vielen Aspekte dieser literarischen Form einzugehen und mit Beispielen zu veranschaulichen. Selbst das Personenregister und Quellenangaben sind nicht so gestaltet, dass neugierige Leser gleich erfahren, auf welche Tagebücher der Autor eingeht und wie stark er diese gewichtet.

Wer sich auf diese Entdeckungsreise einlässt, wird also an Stationen vorbeigeführt, zu denen er vielleicht gar nicht gelangen wollte. Auch wenn dies die Absicht von Michael Maar war, hätte ich gerne schon vor dem Aufbruch davon erfahren. Bei mir dauerte es jedenfalls etliche Seiten, bis ich mich damit abgefunden hatte, einen Mix zwischen Betrachtungen einer Literaturgattung und Lebensgeschichten vieler Autoren in den Händen zu halten.

Michael Moor ist freier Autor und ohne Zweifel äußerst belesen. Und dass seine literarischen Interessen breit gefächert sind, belegen seine Bücher über Thomas Mann, Vladimir Nabakov, Harry Potter und Marcel Proust. Zudem reihte er sich mit „Die Betrogenen“ selber unter die Romanciers ein.

Das Inhaltsverzeichnis führt über vierzig Kapitel auf, deren Formulierungen auf eine spannende Lektüre hindeuten, aber dem Leser ebenfalls keine Orientierung geben. Teils tauchen Autorennamen auf, teil sind es nur einzelne Stichworte oder kurze Sätze. Wer zum Beispiel glaubt, im Kapitel „Die Monroe, splitternackt“, sieht sich schnell getäuscht. Denn auf den zwei Seiten geht es um Klatsch, Andy Warhols Geiz, dessen Sekretärin Pat Hackett und um einen telefonischen Beichtstuhl. Oder in „Tolle Sauerei, der Frühling“ werden wir mit Rainald Goetz bekannt gemacht, der laut Michael Maar der erste deutsche Autor mit einem erfolgreichen Blog-Tagebuch ist.

Mein Fazit: Ich finde das Konzept ziemlich gewöhnungsbedürftig, da es dem Untertitel nicht gerecht wird. Wenn ich „Große Tagebücher von Samuel Pepys bis Virginia Woolf“ lese, erwarte ich jedenfalls etwas anderes, als ich auf den 230 Seiten schließlich las. Für vier Bewertungssterne habe ich mich entschieden, weil die Lektüre unterhaltsam ist und den Leser mit der ganzen Palette von Tagebuchformen vertraut macht. Ich habe allerdings auch für Leser Verständnis, die viele Stellen überlesen und nur herauspicken, was sie persönlich interessiert.
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am 11. Mai 2015
Selten hat mich ein Buch in vielerlei Hinsicht so bereichert wie diese kostbare Sammlung von intelligent ausgewählt und kommentierten Tagebuchzitaten quer durch die Zeiten: Mir wurden nicht nur überraschende Seiten bedeutender Persönlichkeiten offenbart sondern auch in vielen Fällen echtes Interesse zur Vertiefung der zitierten Lektüre geweckt. Gleichzeitig ein so gescheites Buch über das Leben und das Schreiben, und wie beides sich bedingt... zum Thema Tagebuch ist da schwerlich noch etwas hinzuzufügen. 5 Sterne, absolut!
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am 21. März 2016
Die Tagebücher von Samuel Pepys sind vor nicht allzu langer Zeit bei Reclam neueditiert aufgelegt worden, meine Frau Mama erwarb sie, ich schmökerte rein, begann mich aber schnell zu langweilen, kenne den Kerl ja nicht. Über seine Urteile zu Shakespeare Stücken kann ich schmunzeln:

“Ein Sommernachtstraum” […], ein Stück, das ich noch nicht gesehen habe und auch nie wieder sehen werde, denn es ist das geschmackloseste, lächerlichste Zeug, das ich mein Lebtag gesehen habe.

Warm geworden bin ich trotzdem mit ihm nicht. Das London des 17. Jahrhunderts ist ein ziemlich schwarzer Fleck in meiner Bildung. Aber jetzt habe ich ein Buch genossen, das mir alle Arbeit abnahm: Heute bedeckt und kühl – Große Tagebücher von Samuel Pepys bis Virginia Woolf von Michael Maar erschienen bei C.H.Beck. In seinem Großessay hat Maar die (subjektiv) wichtigsten und interessantesten Tagebücher großer Literaten ausgewertet. Natürlich sind die bekannten Diaristen (tolles Wort!) Thomas Mann, Ernst Jünger, Franz Kafka, Harry Graf Kessler, sowie besagter Pepys allesamt vertreten, aber auch Menschen, die und/oder ihr Tagebuchwerk ich nicht kannte: Sylvia Plath, Brigitte Reimann, Julien Green und Henri-Frédéric Amiel.

Aufhänger für die Kapitel sind die Fragen “Warum Tagebuch schreiben” und “Warum die Tagebücher anderer lesen”, aber bereits mit den ersten Zitaten gerät Maar ins Schwärmen, kommt aus dem Zitieren nicht mehr raus, ein riesiger Berg von Fundstellen türmt sich auf, eine kurioser, witziger, nachdenklicher als die andere. Man braucht einen sehr großen Zettel, um die ganzen Werke mitzuschreiben, auf die man beim Lesen Lust bekommt. Ein nicht versiegender Brunnen von Neuentdeckungen: Die Tagebücher von John Cheevers sind so grandios, dass ich unbedingt seine Romane lesen will, Susan Sontag, Walter Kempowski, Harry Grad Kessler, Peter Rühmkorf, Brigitte Reimann jetzt wo ich sie privat kenne, will ich mehr von ihnen lesen und selbst wenn Arno Schmidt als der unsympathischste Griesgram aus seinen Tagebüchern heraustritt, macht die Lektüre derselben Lust auf seine Bücher.

Einziger Wermutstropfen das häufige Versteckspiel am Anfang eines jeden Kapitels, wenn der Urheber der zitierten Tagebücher erst gegen Ende preisgegeben wird, am Anfang noch spannendes Stilmittel, unterliegt es mit fortlaufender Wiederholung zäher Abnutzung.

Dann wieder weiß Maar aber scheinbar so leicht Dinge zu erklären, wenn er bei der Lektüre der Tagebücher Victor Klemperers oder Anne Franks, nebenbei feststellt:

[…] weil der Mensch sich das Schlimmste immer nur am Einzelschicksal vorstellen kann und weil dieses Schlimme besonders empfunden wird, wenn es ein fröhliches junges Mädchen trifft.

Genau so ist es, mehr ist dazu nicht zu sagen!

Aber den Grund für die erhebende, interessante Lektüre von Tagebüchern bringt dann Walter Kempowski in den eigenen Aufzeichnungen auf den Punkt und damit möchte ich schließen.

Weiter in den Tagebüchern von Pepys. Der Vormarsch der Türken in Ungarn, die Pest in London. Ich las die ganze Nacht. Die Alltäglichkeiten sind es, die diese Aufzeichnungen so interessant machen. “Kaufte mir heute eine grüne Brille.” Das ist es. Das macht unser Leben aus.

Inzwischen twittert Samuel Pepys übrigens.

I did send for a cup of tee (a China drink) of which I never had drank before.
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am 7. Dezember 2013
Heute, 7.12.2013 22:00, "Bedeckt und kühl" atemlos zuende gelesen - ein ganz wunderbar geistreiches, bezauberndes, anregendes Buch - eine Parforce-Reise durch die Jahrhunderte des Tagebuchschreibens, dieses Bedürfnisses des Mitteilens gewöhnlicher Vorkommnisse, großer historischer Ereignisse, fieser Häme, tiefen Leidens und grandioser Irrtümer. Viele Notizen gemacht und in Bibliotheken gestöbert, eine neue Leidenschaft entdeckt: Tagebücher. Wenn nicht schreiben, so doch lesen. Danke, danke, danke Michael Maar.
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