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am 10. Juni 2015
Nach dem Tod Nelson Mandelas werden vermutlich noch mehr Menschen über diesen außergewöhnlichen Mann nachdenken als vorher ohnehin schon.
Doch schon vorher stellte sich die Frage: Wie schreibt man eine Biographie über diesen Menschen? Wie vermeidet man eine verklärende und mythologisierende Darstellung seines Lebens und Wirkens?
Die vorliegende Kurzbiographie (122 Seiten) bietet eine glänzende Antwort darauf und hat im wesentlichen drei Stärken:

1. Der Autor, Stephan Bierling, Professor für Internationale Politik in Regensburg, porträtiert das Leben Mandelas von seiner Jugend bis zu seinem Lebensabend mit allen wichtigen persönlichen und politischen Entwicklungen kenntnisreich und anschaulich, zeichnet auch spannend alle Wendungen und Wandlungen in Mandelas Vorstellungen und politischen Praktiken nach.
2. Bierling verknüpft das Leben und Wirken des afrikanischen Freiheitskämpfers mit dem Kontext, in dem er wirkte:
Die Geschichte des rassistischen und repressiven Apartheitsregimes, das Südafrikas schwarze Bevölkerung lange und beharrlich alle Freiheitsrechte vorenthielt.
3. Den größten Vorzug von des Buches stellt zweifellos die Tatsache dar, dass er die Person und das politische Wirken Mandelas auch kritisch und abwägend beurteilt, Stärken und Vorzüge des charismatischen Freiheitsführers ebenso beleuchtet wie Schwächen und Fehler - im persönlichen wie politischem Bereich.

Das Buch liest sich von der ersten bis zur letzten Seite spannend, man kann sich - natürlich innerhalb der Grenzen der völlig anders gelagerten eigenen Sozialisation und Herkunft - sehr gut in die Situation der damaligen Zeit hineinversetzen und saugt begierlich jede neue Information auf und ist erstaunt ob mancher vorher nicht vermuteter Information:

Nelson Mandela genoss eine für Schwarze in Südafrika verhältnismäßig gute Schul- und Studienbildung, jedoch wurde auch sein Leben und das seiner Familie durch Armut, rassistische Diskriminierung und Existenzprobleme geprägt; Situationen, welche kennzeichnend für das Leben von schwarzen Südafrikanern im Südafrika des 20. Jahrhunderts waren.
Der rassistische Staat, in dem Mandela aufwuchs, hatte seine entsprechenden Wurzeln schon bei seiner Gründung 1910/11; berufliche und wirtschaftliche Diskriminierungen, Ausbeutung und Isolierung der Schwarzen in gesonderten Wohngebieten waren praktisch die Existenzbedingungen des südafrikanischen Staates der Buren und der Engländern.
Unter diesen Bedingungen engagierte sich Mandela in seiner Studienzeit bereits politisch für die Rechte seines Volkes in der politischen Organisation des ANC, gehörte dort zu den "Jungen Wilden" und kritisierte die zu weiche Haltung seiner Partei gegenüber der weißen Bevormundung und Unterdrückung.
Doch erst unter dem Eindruck der Kosntituierung des WIRKLICHEN Apartheitsregimes seit 1948 (rechtliche Kodifizierung und Verschärfung bisheriger Rassismus-Politik, welche bald den Alltag in Südafrika bestimmte) radikalisierte sich auch der Jung-Politiker Mandela immer weiter, wurde aber auch immer mehr als die charismatische und intellektuelle Fürhungsfigur im ANC angesehen (vgl. S. 37).
Mandela, der sukzessive auch seine Partei auf einen schärferen Widerstand gegen die repressive Politik des Regimes gewinnen konnte, engagierte sich politisch und als Anwalt für die Rechte der Schwarzen und zeichnete maßgeblich verantwortlich für einen oppositionellen "Volkskongress" im Jahre 1955, bei dem erstmals ein politisches Manifest (die sogenannte "Freiheits-Charta") formuliert wurde, in welcher das Bekenntnis zu einem gemischt-rassigen Südafrika seinen Ausdruck fand.

Gegenüber dem Politiker Mandela wird von Bierling auch der Familienmensch Mandela beschrieben, den es jedoch gar nicht gab: Keiner seiner beiden Frauen oder seinen Kindern war ein wirklich guter Mann oder Vater; die Politik und der Kampf für die Freiheitsrechte waren für ihn prioritär.
Überhaupt werden schon früh im Buch Mandelas Schwächen deutlich gemacht: Häusliche Gewalt, kommunistische Sympathien, Naivität und Hochmütigkeit wie persönliche Gefühllosigkeit werden angesprochen.

Das lautstarke und öffentlichkeitswirksame Aufbegehren der ANC-Führung und Mandelas wurde von der Regierung zunehmend mit Gewalt und juristischer Repression beantwortet; ein erster Hochverratsprozess gegen Mandela und seine Anhänger scheiterte zwar; doch 1960 wurde der ANC verboten. Mandela, der zunehmend mit Regierungsbannen belegt wurde, radikalisierte sich daraufhin noch weiter und rückte schließlich - ein entscheidender Schritt ein seinem politischen Leben und Wirken - von seinem vormaligen Prinzip des gewaltlosen Widerstandes ab und bekannte sich zum Prinzip des gewaltsamen Widerstandes als legitimen Mittel der Politik des Freiheitskampfes.
1962 dann, Südafrika hatte sich angesichts der radikalen und entschiedenen schwarzen Opposition gegen die rassistische Politik zu einem repressiven Polizeistaat entwickelt, wurde Mandela erneut vor Gericht gestellt und zu lebenslanger Haft verurteilt.
In seinem Auftreten im Prozess wurde erneut deutlich, dass Mandela mittlerweile zu einer charismatischen und eloquenten Führungspersönlichkeit gewandelt hatte, die alle beeindrucken konnte.
Doch erst in der Haft entwickelte er sich, so Biograph Bierling, zu einer moralischen und menschlichen Kultfigur, die politisch gereift war.

Die Schilderungen von Mandelas Haft, die geprägt war vom täglichen Kampf um die persönliche Würde, wechseln sich in der perfekt ausbalancierten Biographie Bierlings regelmäßig ab mit glänzenden Kurzblicken auf den Kontext:
Das Apartheit-Regime geriet seit den 80er Jahren zunehmend in Schwierigkeiten gegenüber einer nicht nachlassenden inländischen Opposition, ausländischer Isolation und wirtschaftlichen Krisen - Südafrika wurde für das weiße Minderheitenregime zunehmend unregierbar, was auch im Kalkül des ANC und anderer Oppositionsgruppen lag.

In dieser Situation wirkte die umjubelte Haftentlassung der fast 72-jährigen Kultfigur wie der Auftakt zu einem unaufhaltsamen Prozess der Schaffung eines neuen Südafrikas.
Dass die Wirklichkeit erheblich anders aussah, betont Bierling völlig zurecht:

Mandela wiederum hatte auch in der Haft nie aufgehört, am politischen Prozess zu partizipieren; in einer Situation, in der die Regierung zwischen Repression und Entgegenkommen schwankte, war es Mandela wichtig, einen Bürgerkrieg zu vermeiden und der zunehmend gesprächsbereiten Regierung Brücken der Verständigung zu bauen.

Hier wurden die Hauptstärken des Politikers Mandela nur zu deutlich -und entscheidend:
Entschlossener Kampf für die Freiheit seines Volkes bei gleichzeitigem klugen Taktieren und besonnenem Pragmatismus.
Daher konnte NUR Mandela die schwierige Situation lösen, der nahm die Fäden in die Hand und führte die zähen Verhandlungen mit dem zwar gesprächsbereiten, aber dennoch sturen Präsidenten De Klerk.
Es gelang jedoch beiden Männern, Südafrika auf den Kurs eines neuen, demokratischen Staates festzulegen, wofür sie beide 1993 den Friedensnobelpreis erhielten - obwohl sie sich gegenseitig herzlich unsympathisch waren.

Als neu gewählter Präsident sah sich Mandela nun Schwierigkeiten gegenüber, die als Erblast des gescheiterten alten Regimes die Situation des neuen Südafrika bestimmten:
Armut und unfassbare Gewalt, Aids und Arbeitslosigkeit, Wirtschaftskrisen und innerparteiliche Streitigkeiten, Regierungskrisen und Korruption, in die er selber verstrickt war und die er v.a. deckte.
Wie in Ostdeutschland folgten also dem "Gipfelsturm" der Freiheit die "Mühen der langen Ebene."
Mandelas Innenpolitik blieb aufgrund seiner zögernden und phlegmatischen Haltung ebenso Stückwerk wie seine Außenpolitik widersprüchlich, weil dort die von ihm postulierten Menschenrechte weniger zum Zug kamen (Verbrüderung mit Gaddafi und Castro).

Für Mandela blieb immer prioritär, einen versöhnlichen Ausgleich zwischen Schwarzen und Weißen zu gewährleisten; auch nach seinem (freiwilligen!) Ausscheiden aus dem Präsidentenamt setzte er sich hierfür ein.

Mandelas Leben in dieser differenzierten Weise beleuchtet zu haben, bleibt das Verdienst des Autors, was umso erstaunlicher wirkt, als er dafür gerade einmal etwas mehr als 100 Seiten zur Verfügung hatte.
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am 19. November 2012
Diese Biographie Nelson Mandelas ist „essential reading“ für alle Südafrika-Begeisterte. Bierling verknüpft die Geschichte Südafrikas geschickt und fesselnd mit Mandelas Leben. Dabei bleibt er stets wissenschaftlich objektiv, honoriert Mandelas Erfolge ebenso wie er seine Verfehlungen und Widersprüche rügt. Bierling zeichnet Mandela als einen Mann, der Charaktereigenschaften, die im Grunde nicht harmonieren, in sich vereint: Hart zu sich selbst und seinen Nächsten, charismatisch gegenüber seinen ANC-Anhängern, kompromisslos in Verhandlungen mit dem politischen Gegner, nachlässig gegenüber seiner zweiten Frau Winnie, teils inkonsequent in seinem politischen Handeln als Präsident, immer sein Ziel einer Regenbogennation Südafrika im Blick. Diesem Ziel ordnete er seine persönliche Freiheit unter und saß jahrzehntelang als politischer Gefangener auf Robben Island. Mit der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 schien es, in den Worten Bierlings, als habe Mandela seinen Traum erreicht. Als fundierter und spannender Einstieg in Mandelas Leben und Südafrikas Geschichte verdient das Buch eine absolute Empfehlung.
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am 13. Februar 2014
Trotz bemühter Sachlichkeit wird Mandela als unantastbare Größe dargestellt. Die wenigen Schwächen, die aufgezeigt werden suggerieren, dass es doch auch menschliches an der Übergestalt gibt. Der nüchterne Stil wird manchmal etwas anstrengend zum Lesen. Insgesamt erhält man einen guten Einblick in die wesentlichen Lebensstationen von Mandela.
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am 27. Februar 2014
Das Buch gefällt mir sehr gut, es beschreibt den Lebensweg Nelson Mandelas sehr ausführlich und gibt einen guten Einblick in sein Leben.
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