Braucht man ein Buch bzw. Entscheidungsbäume, um Entscheidungen zu treffen? Nein. Aber darum geht es hier nicht. Dieses Buch ist sehr witzig formuliert (siehe Ausschnitte aus dem Buch) - So wird z.B. bei der Frage "Habe ich ein Geldproblem?" als Entscheidungsmöglichkeit die Frage gestellt: "Lebst Du in München?". Die 90 Entscheidungsbäume und Fragen hier sind realitätsnah, diese Fragen hat man oft tatsächlich. Aber das Schönste an dem Buch sind die tollen, originiellen und immer sehr passenden Illustrationen.
Die Geschichte - die USA am Rande des Abgrunds, an anderer Stelle ja schon ausführlich geschildert - ist nur halb-originell und nur halb-spannend erzählt. Manchmal sind Dan Simmons Zukunftsvisionen zwar ironisch und durchaus lustig, manchmal auch nur seltsam, etwa dass ausgerechnet das wirtschaftlich schwächelnde Japan mit seiner überalternden Bevölkerung das Sagen in den USA übernommen hat.
Dass im Klappentext noch steht, die Handlung würde 2036 stattfinden, obwohl sie es 2032 tut, spricht auch nicht für das Lektorat bei Heyne.
Schade, dass das Buch nicht im kleinen Taschenbuchformat erschienen ist - dann hätte man nur 10… Mehr dazu
Johanna Merhof schreibt viele treffende Sätze über die vielen schönen und weniger schönen Seiten der Liebe, ohne dabei platt zu werden oder auf Klischees zurückzugreifen. Sie verfügt über einen tollen literarischen Stil, und sie besitzt ein großartiges musikalisches Wissen. Ihre Playlist zum Buch (zugleich die Kapitelüberschriften) listet viele tolle Songs auf und reicht von "50 Ways To Leave Your Lover" bis zu "Time To Pretend" - eine Frau, die Paul Simon und MGMT kennt und schätzt, sollte noch einen sechsten Stern bekommen.