Jochen Schmidt ist ein Erinnerungsungeheuer. Er unternimmt Ausgrabungen wie ein Archäologe. Seine neueste Grabungsstelle heißt "Schneckenmühle". Ans Licht fördert er Gerüche, Geräusche, Geschmäcker, Gefühle, die wir anderen längst vergessen geglaubt haben. Sein Grabungshorizont sind die 1980er Jahre der versunkenen DDR. Er hält die verschiedenen Scherben hoch. Und im Moment, da wir sie sehen, trifft uns die Erinnerung wie ein Schlag.
Ist "Schneckenmühle" ein Roman, wie auf dem schön gestalteten Buchtitel behauptet? Vermutlich ja. Der pubertierende Jens fährt aus Berlin wie jedes Jahr ins Ferienlager ins… Mehr dazu
"Ich bilde mir ein: Solche Gedichte wie die paar Dutzend von Kito Lorenc hat es im Deutschen noch keinmal gegeben und wird es, traurig und vielleicht gar nicht wahr, nie wieder geben, nimmermehr, nevermore."
Das schreibt Peter Handke in seinem sehr warmen, große Begeisterung verströmenden Vorwort zu dieser bisher grundlegendsten deutschsprachigen Anthologie des dichterischen Schaffens von Kito Lorenc. Weltliteratur, ganz eindeutig. Und von wie vielen noch zu entdecken. Und wie sehr zu beneiden sie sind, wo diese Entdeckung noch vor ihnen liegt.
Der schmale Suhrkamp-Band gewährt einen mit sicherer Hand editierten Blick auf die Genese der dichterischen… Mehr dazu
Mitte der 1980er Jahre sorgte in der DDR ein Film für Aufregung unterm Nachwuchs: "Die BMX-Bande". Nicole Kidmanns schauspielerische Jugendsünde ließ uns Kinder vom Dorf unsere Klappräder pimpen und in abgelegegen Wäldchen und Kiesgruben dirt tracks anlegen. In den Städten, wo sie Beton hatten, grassierte zeitgleich das "Rollbrett"-Fieber. Großstadtskater waren für uns arme Dorfis beim Coolnessfaktor kaum erreichbar - bei gelegentlichen Begegnungen zogen wir humortechnisch stets den Kürzeren, bevor sie im Triumpf mit unseren großen Cousinen und Schwestern abzogen.
Das alles kam nun letztes Jahr wieder hoch beim Betrachten des… Mehr dazu