Endlich gibt es sie auf CD - die legendäre Wien-New York-"Fledermaus"! Danon liefert das neben Kleiber und Robert Stolz beste Dirigat, Wächter, Adele Leigh (akzentfrei trotz nicht-muttersprachlicher Herkunft!), Erich Kunz, Rise Stevens und Sandor Konya (als Alfred!) bieten rollendeckende und stimmlich untadelige Interpretationen. Rothenberger wird in ihrer Rolle als Adele nur noch von Lucia Popp übertoffen. Ganz kleine Abstriche muss man bei George London machen, die Stimme für seinen Part eigentlich zu groß, das "Brüderlein" auch heruntertransponiert. Trotzdem: als Gesamtpaket - das ist sie, die beste Fledermaus!
Man liest die Besetzungsliste der Aufnahme und wähnt sich im Operetten-Himmel "voller Geigen" - Kiri te Kanawa, Wolfgang Brendel, Edita Gruberova, Brigitte Fassbaender, Olaf Bär, Otto Schenk, Tom Krause, Richard Leech, die Wiener Philharmoniker und André Previn, Dialogregie: August Everding (!). Aus diesem Star-Ensemble wurde aber nur eine (bestenfalls) mittelprächtige "Fledermaus". Wie Einzi Stolz (die Witwe des Operettenkomponisten und -dirigenten Robert Stolz) sagte: "Alles große Stars, aber keine Hetz!" Diese Aufnahme krankt an denselben Symptomen wie manch andere All-Star-Produktion, deren Dirigent sich eine "Champagner-Fledermaus" in Wien gönnen… Mehr dazu