Dieses Buch ist ein echtes Zeitdokument, und das soll es wohl auch sein. Viele Deutsche täten gut daran es auch einmal zu lesen. Denn wer die Türkei und ihre Menschen nicht kennt, der darf nicht über sie urteilen und sie negativ bewerten.
Die Deutschen, die hier leben, sind in ihrer Heimat geblieben. Mit welchen Problemen hätten sie gekämpft, wenn sie ins Ausland gegangen wären? Niemand verläßt seine Heimat einfach so. Man muß schon gezwungen werden durch Hunger und Armut und so was.
Frau Aykol möchte sicherlich provozieren. Das scheint in ihrer Natur zu liegen. Aber sie tut dem türkischen und dem deutschen Volk Unrecht.
Auch möchte ich behaupten, dass das Abschieben von unerwünschten Kindern auf den Bauernhof vielleicht noch im 19. Jahrhundert stattgefunden hat, aber nicht in der Gegenwart.
Der Roman ist selbst als Krimi nicht spannend. Ich habe ihn nur gelesen, weil er ein Geschenk an mich war. Aber gekauft hätte ich ihn mir nicht.
Ein wenig war ich schon gerührt von dem ganzen Familienschicksal. Im Normalfall würde der Vater ja wieder eine neue Frau heiraten, damit die Kinder versorgt sind. Aber das wäre auf dem Land. In der Stadt ist alles anders. Die Menschen sind anders und auch ihr Leben. Man kann das nicht vergleichen.
Trotzdem ist es seit den 90er Jahren notwendig in Istanbul die Frauen zu schützen, wenn sie sich scheiden lassen wollen. Da hat die Autorin ganz recht. Ich kann diesen Roman allen empfehlen, die wirklich etwas über die Türkei wissen wollen. Denn nicht alle Frauen werden geschlagen von ihren Männern, so wie es meistens in den anderen Büchern… Mehr dazu