Hesse/Schrader sind "alte Karriereberatungs-Hasen", wissen, wovon sie schreiben und bringen enorm viel Erfahrung mit. So weit - so gut.
Aber noch einmal neue Tests erfinden? Das ist in diesem Falle nicht wirklich notwendig, weil im Großen und Ganzen nichts Neues. Zumal sie auf Inhalte früherer Veröffentlichungen zurückgegriffen haben. Ich bin mir nicht sicher, ob die Fülle der Tests die Orientierungswilligen unterstützt oder noch zusätzlich verwirrt.
Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist alles möglich: Jeder Traum lässt sich erfüllen - sofern man es nur wirklich möchte. Aber funktioniert das in Europa auch? Zunächst war ich sehr skeptisch. Doch nach und nach bin ich dem Charme der Lektüre erlegen. Hier schreibt jemand, der weiß, wovon er schreibt!
Die vorgestellten Übungen und Methoden sind klar beschrieben, ihre Wirkungsweise logisch nachzuvollziehen. Die praktischen Beispiele verstärken die Verständlichkeit. "Das Ziel am schnellsten Wege zu erreichen" und die Macht "der kleinsten Einheit" sind für mich persönlich ganz wesentliche Einsichten.
Das haben wir ja immer schon vermutet. Quasi als Beweis dafür wimmelt es in „ den Spekulanten" nur so von Finanzhaien, Machthungrigen und geldgierigen Terroristen. Nur der Held und die Heldin des Romans lassen sich nicht von Geld korrumpieren - selbstredend, dass beide auch noch wunderschön sind!
Insofern gelingt es Stephen Frey nicht, jenseits dieser Schwarz-Weiss-Stereotype vielschichtige Charaktere zu zeichnen. Eigentlich schade, da die gelungene Handlung nicht nur interessante Einblicke in die Finanzwelt, sondern auch eine Menge Spannung bietet. Mehrere, scheinbar unabhängig voneinander existierende Handlungsstränge werden im Laufe der Geschichte geschickt… Mehr dazu