Gunnar Kaiser

Gunnar Kaiser
Top-Rezensenten Rang: 7.600
Erhaltene "Hilfreich"-Stimmen für Rezensionen: 85% (88 von 103)
Ort: Köln
 

Beiträge


Top-Rezensenten Rang: 7.600 - Hilfreiche Stimmen insgesamt: 88 von 103
Susanna im Bade: Roman von Wolfgang Herles
Susanna im Bade: Roman von Wolfgang Herles
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Kunst oder Leben?, 7. August 2014
"Für eine Frau ist Schönheit unbedingt wichtiger als Intelligenz, denn für Männer ist Sehen leichter als Denken. Dieses Bonmot Lil Dagovers zu bestätigen scheint Wolfgang Herles' Roman angetreten zu sein. Über die Tragik, dass manche Männer über ihr Sehen auch noch nachdenken, und zu allem Unglück darüber sprechen wollen, weiß Susanna im Bade ein beredtes Zeugnis abzulegen.
Es ist aber auch eine Crux mit der Beschreibung im Allgemeinen, und im Besonderen der von Schönheit und schönen Formen: Wie wenig wirken die Wörter, wie schal scheinen die Sätze, wie unangemessen jede Umschreibung von dem, was man… Mehr dazu
Du sollst nicht funktionieren: Für eine neue Leben&hellip von Ariadne von Schirach
2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Das Eine gleich vorweg: Ja, wir wissen es, und wer es nicht wusste, weiß es schon nach der Lektüre des Titels. "Du sollst nicht funktionieren" befiehlt uns genau das, wofür Ariadne von Schirach in ihrem Essay schon gar keine Begründung mehr finden muss: Nichts lieber als das, möchte man ihr entgegenrufen, nicht erst seit Rilkes "Briefe an einen jungen Dichter", sondern schon lange. Seitdem industrialistische Systeme zur Daseinserhaltung einen verfügbaren Arbeiter brauchten. Seitdem Menschen in Vorkriegs-, Kriegs- und Nachkriegszeiten ihren Zweck für Gott und Vaterland erfüllen mussten. Und natürlich erst recht, seitdem der ganze… Mehr dazu
Susan Sontag. Geist und Glamour: Biographie von Daniel Schreiber
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartig geschrieben, 5. März 2014
Daniel Schreiber nähert sich dem Objekt seiner Biografie mit einer Mischung aus Neutralität und stiller Bewunderung. Er weiß die kulturellen und historischen Voraussetzungen von Sontags Leben zu erläutern und Grundzüge ihres Werks aufzuzeigen. Dabei geht er durchaus kritisch vor und benennt Sontags literarische und menschliche Schwächen, ohne je ungerecht oder überheblich zu werden.
Schreiber gelingt es, den hohen Anspruch, den Sontag an sich selbst und an Literatur und Kunst hatte, deutlich werden zu lassen. Sachlich fundiert, vorsichtig im Urteil, stilistisch von wohltuender Einfachheit geprägt: eine spannend zu lesende Auseinandersetzung mit… Mehr dazu