Je länger ich Jane Austen Verfilmungen der BBC kenne, desto mehr liebe ich sie - ruhig und gemessen, ohne große Sensationen aber mit vielen Emotionen. Wer den ausgezeichneten Spielfilm mit Emma Thompson noch in Erinnerung hat, wird nicht wenig überrascht sein. Wirkt doch ein Spielfilm mit max. 120 Minuten oft schwungvoller und actionreicher als eine Serie. Der Vorteil dieser Serienumsetzung ist aber dass viel mehr auf Details eingegangen werden kann, die ja sonst aus Zeitgründen wegfallen (müssen).
Neben den beiden Hauptdarstellerinnen Ellinor (Richards) und Marianne (Childs) beeindrucken vor allem der ungeliebte Bruder John und seine durchtriebene Frau… Mehr dazu
Gut, wie bei vielen anderen "alten" Versionen der BBC kann man über Musik, Kostüme, Frisuren und statische Kameratechnik streiten. Ich mag diese netten Mehrteiler allerdings immer lieber, fehlen doch dramatische Auftritte und leidenschaftliche Ausbrüche - außerdem wird der Handlung reichlich Zeit gegeben sich zu entwickeln (Laufzeit über 4 Stunden).
Diese Emma Woodhouse vereint sowohl die netten als auch die arroganten Züge der Romanfigur; Harriet Smith wird besonders treffend in ihrer liebenswürdigen Beschränktheit dargestellt. Mr. Knightley hingegen wirkt ein bißchen verstaubt, genauso wie sein Heiratsantrag… Mehr dazu
Es ist verrückt: dieser Film ist gut und schlecht zur gleichen Zeit. Für sich genommen beeindrucken die Tiefe, die Intensität, die Bilder, die Farben, die Emotionen, aber als Jane Austen Verfilmung bin ich eben schon ein bißchen voreingenommen. Auf alle Fälle ist er aber weitaus besser als Pride & Prejudice 2005, viel intellektueller und geistreicher, tolle Regie. Die Darsteller sind sehr plastisch und bleiben in Erinnerung. Leider passt der Zeitfaktor so gar nicht zu der Romanvorlage Mansfield Park (längstes Buch überhaupt von JA), wirkt wie zu heiß gewaschen. Künstlerische Freiheit finde ich ja gut, aber mir wäre wohler hätte man… Mehr dazu