Kenny Chesney hat über viele Jahre erfolgreich an seinem Image gefeilt und sich als flipfloptragender Island-Boy in die Herzen des amerikanischen Countryfangemeinde gesungen. Nach den letzten beiden Alben hat sich ein gewisser Imagewechsel angedeutet, der dem Reifegrad des mittlerweile 45jährigen gut zu Gesicht stand. Dem platindekorierten und hitbeladenen "Hemingways whiskey" folgte "Welcome to the fishbowl", in dem der Megastar aus East-Tennessee nachdenklichere und selbstreflektierende Töne anschlug. Diesen überraschenden Seelenstriptease haben Kritiker und Publikum eher distanziert aufgenommen.
Rund 10 Monate nach "Fishbowl" kommt nun die erneute Kehrwende… Mehr dazu
In der Gilde der aufstrebenden Countrystars nimmt Eric Church eine Ausnahmestellung ein. Während andere Kollegen im Jahresrhythmus mehr oder weniger vergängliches Songmaterial auf den Markt werfen, hat der Outlawbarde aus North Carolina seit seinem Debut 2006 einen Fundus von nicht einmal 40 Songs zu hymnischer Qualität emporgehoben. Eric Church steht für unge-schminktes Songwriting, elegische Melodien mit kernigen Riffs und ein charismatisches, an den jungen Willie Nelson erinnerndes Timbre. Dieses Gesamtpaket könnte die Zukunft des Country darstellen, weg von einer popbasierten hin zu einer authentischen Country-Rock-Outlaw-Richtung im Geiste eines Merle Haggard… Mehr dazu
Brad Paisley zählt zu den Countrysängern, die anstelle brachialem Machogehabe eher durch Sensibilität und Esprit überzeugen. Keine Frage! Der smarte Vorzeigecowboy aus West-Virginia hätte es sich mit der Veröffentlichung seines Albums "Wheelhouse" einfacher machen können, um die Gemüter der Redneck-Fangemeinde zufriedenzustellen. Stattdessen fordert er die Seinen zu mehr Weltoffenheit auf ("Southern comfort zone"), persifliert Anti-Themen wie Gewalt in der Ehe ("Karate")und Nahtoderlebnisse ("Harvey Bodine") mit einem Augenzwinkern, belustigt sich über die verrückten Kirchgänger ("Those crazy christians"), und wer daraufhin den Verdacht… Mehr dazu