Die Anfangsszene enthält die ganze Geschichte: die Geschichte des Dorfes, dem die Männer ausgegangen sind. Doch der Weg dorthin bietet unzählig viele Wendungen und Überraschungen. Das ist und war schon immer die Stärke Elisabeth Herrmanns: ihr unendlich feines Gespür für Details. Insbesondere die Szene mit der Rattenzüchterin wird mir immer im Hirn bleibeb: dicht, poetisch, gefühlvoll. Und ihr ist mit der Figur der jungen, zähen Polizistin Sanela (was für ein Name!) ein vielschichtiger Charakter gelungen, der an Elizabeth Georges Barbara Havers erinnert. Das muss ihr erstmal einer nachmachen. Ich hoffe, Elisabeth Herrmann… Mehr dazu
Sie ist böse, diese Christiane Geldmacher, und das ist auch gut so. Denn dies ist der erste Facebookroman, der sich der Realität des geliebten und gehassten Marktplatzes der Eitelkeit annimmt und nicht mit dem Üblichen Krimiplot aufwartet: Mann nähert sich dem minderjährigen Objekt der Begierde unter Vorspiegelung falscher Tatsachen. Hier treten erwachsene Menschen gegeneinander an und zeigen, wie kindisch das Spiel mit den gesammelten Facebookfreunden auch bei ihnen ist - und wie böse es enden kann, wenn man das Spiel nicht ernstnimmt. Das Buch wird die Eingeweihten amüsieren, die sich wiedererkennen werden - ich musste ziemlich oft und ziemlich laut… Mehr dazu
Für die Nerds und alle die, die sowieso schon alles wissen, ist das Buch nicht geschrieben. Eher schon für die, die skeptisch gegenüber dem behaupteten Segen des Netzes sind, aber einer krawallwissenschaftlichen These wie der von Manfred Spitzer über die "digitale Demenz"nicht trauen. Denen sei dieser angenehm locker geschriebene kulturhistorische Essay dringend empfohlen, der eine Brücke schlägt zwischen Optimisten und Skeptikern. Wenn man an die wütende Diskussion über das Urheberrecht denkt, dann war ein Buch wie dieses noch nie so wertvoll wie heute.
Wischt euch den Schaum vom Mund! Es ist alles großartig und schwierig zugleich -… Mehr dazu