| Qualität, Bezeichnungen
Scheren müssen sich ebenso leicht und präzise öffnen wie schließen lassen und bei sachgerechter Handhabung dauerhaft scharf bleiben. Es ist schon etwas Besonderes, mit Scheren von Zwilling
zu schneiden.
Es gibt große Qualitätsunterschiede bei Scheren. Das fängt beim Material, also der Qualität des Stahls an. Ganz wichtig ist auch die Art und Weise der Verarbeitung des Materials.
Auf den folgenden Seiten ist alles Wissenswerte über Scheren zusammengefasst. Warum die Scheren von Zwilling von so guter Qualität sind, wodurch Qualitätsunterschiede entstehen und wie sie sich auswirken.

Die beiden Scherenhälften - Ober- und Unterbeck
Der Oberbeck ist der oben aufliegende spitze Scherenteil (an dem der Schraubenkopf zu sehen ist). Der Unterbeck ist das untere Gegenstück. Die beiden Teile werden durch eine Schraube (Nagel) miteinander verbunden. Um gut zu schneiden müssen die Scherenteile so geformt und angepasst sein, dass die Schneiden beim Schließen der Schere in Berührung bleiben. Sie dürfen sich beim Öffnen und Schließen aber nur punktförmig berühren. Der Fachmann nennt das einen leichten, gleichmäßigen "Gang". Weil das Schneidgut die Scherenhälften nicht auseinander drücken darf, sind die beiden Schneidblätter leicht gegeneinander gebogen (Zug – Bild 1) und zur Wate hin verdreht (Drall – Bild 2).
 
Der spezielle Schliff der Blattinnenseiten (Hohle) unterstützt diesen Vorgang durch seine konkave Formgebung. (s. Bild 3)

Über die Schraubverbindung kann der Gang der Schere reguliert werden.
Alle Scheren von Zwilling sind so gut verarbeitet, dass die beiden Becke bei geschlossener Schere von der Spitze bis zum Gewerbe exakt übereinanderliegen. Ein feiner Hohlschliff und ein gleichmäßiger Halbmond sowie eine präzise Verschraubung und eine exakte
Gangarbeit machen die Schere leichtgängig.
Das Gewerbe
Über das Gewerbe werden die beiden Scherenhälften mit der Schraube verbunden. Der Halbmond, auf dem die beiden Scherenbecke laufen, sitzt genau im Zwischen. Die exakte Form des Halbmondes und die präzise Montage von Oberbeck und Unterbeck gewährleisten den leichten Gang der Schere. Scheren von Zwilling lassen sich ohne hohen Kraftaufwand gleichmäßig öffnen und schließen. Sie haben den sprichwörtlich "leichten, gleichmäßigen Gang".
Die Schneidkante der Schere (Wate)
Wie beim Messer heißen die Schneidkanten der Schere am Ober- und Unterbeck Wate. Sie sind die eigentlichen scharf geschliffenen Funktionsteile der Schere. Es wird zwischen der glatten Wate und einigen Varianten der gezahnten Wate unterschieden.
a) Scheren mit glatter Wate
Die glatte Wate eignet sich zum Schneiden von feinen und leichten Materialien, die sauber und glatt zertrennt werden sollen, z. B. Papier, Stoff, Folien.
b) Scheren mit gezahnter Wate
Scheren mit gezahnter Wate sind Spezialscheren wie z. B. Geflügelscheren (mit grober Microzahnung). Die Original Küchenhilfe von Zwilling und die stabile Vielzweckschere Twin haben neben anderen Zwilling Scheren Waten mit Microzahnung, die auch feste Materialien (z. B. Pappe und Karton) leicht durchtrennen. Die Microzahnung hält das Schneidgut fest.

Der Halm und die Augen: gut geformte Griffe
Halm und Augen bilden zusammen den Griff der Schere. Die Scherenaugen sind das Arbeitsbett für die Finger. Sie müssen so geformt sein, dass sie gut in der Hand liegen und die Hände auch nach längerem Schneiden nicht ermüden. Die Augen sollen so stehen, dass sie harmonisch zur natürlichen Fingerform verlaufen. Entscheidend für schmerzfreies Arbeiten ist die sorgfältige, glatte Oberflächenbearbeitung im Inneren der Scherenaugen.
Abhängig von der geplanten Funktion der Schere - für grobe oder feine Arbeiten mit hohem bzw. geringem Kraftaufwand - müssen die Augen entsprechend groß oder klein sein. Die Griffaugen sind passend zur Größe und Funktion der Schere geformt. Damit eine große Schere von zwei oder mehr Fingern gut gehalten und geführt werden kann, ist das eine Auge oft größer und länglich-oval.
Die Scherenspitzen: abgerundet oder ganz fein
Je feiner die Schneidanforderungen an eine Schere sind - z.B. bei einer Stickschere - desto spitzer und schlanker muss die Scherenspitze zulaufen. Eine gute Schere schneidet bis zum letzten Millimeter der Schneide absolut sauber. Deshalb werden Scheren von Zwilling J. A. Henckels mit dem "Spitzen-Schnitt" an speziellen Teststoffen geprüft.
Qualität beginnt beim Material
Die Qualität einer Schere wird maßgeblich von der Stahlqualität beeinflusst. Sie ist ein wesentlicher Faktor für die optimale Funktionsfähigkeit und die lange Lebensdauer der Schere. Ausgangsmaterial
für Scheren von Zwilling sind Stahllegierungen von höchster Qualität, die wiederum für beste Schneidleistungen sorgen.
Je nach Herstellungsverfahren kommen bei Zwilling unterschiedliche
Stahlqualitäten zum Einsatz:
a) rostfreier Edelstahl
b) Kohlenstoff-Stahl
Scheren aus rostfreiem Edelstahl
Die Mehrzahl aller Scheren von Zwilling wird aus rostfreiem Edelstahl gefertigt. Er empfiehlt sich besonders für Scheren, die mit Feuchtigkeit in Berührung kommen, weil der Stahl an feuchter Luft bei richtiger Pflege nicht rostet.
Kohlenstoff-Stahl (Normalstahl)
Scheren von Zwilling, die aus Kohlenstoff-Stahl produziert werden, erhalten auf galvanischem Weg einen Oberflächenschutz (Nickelüberzug), ohne den sie bereits an der Luft rosten würden. Auch für Scheren gilt die Faustregel: je höher der Kohlenstoffgehalt, desto größer die erzielbare Härte, von der besonders die Schnitthaltigkeit der Waten abhängt. Die geschliffene Innenseite von Ober- und Unterbeck (= Hohle) muss regelmäßig mit Haushaltsöl oder Rapsöl vor Korrosion geschützt werden, da sie unbeschichtet ist.
Geschmiedet oder gestanzt?
Nach der Art ihrer Herstellung werden geschmiedete und gestanzte Scheren unterschieden.
Das traditionelle Herstellungsverfahren ist das Schmieden. Am Markt hat sich jedoch in den letzten Jahren mehr und mehr der neue Scherentyp der gestanzten Scheren durchgesetzt.
Da geschmiedete Scheren in der Herstellung aufwändiger sind, sind sie meist teurer als ihre gestanzten Kollegen. Sie verfügen aufgrund der Materialstärke über eine größere Stabilität und garantieren dadurch auch eine längere Lebensdauer. Die entsprechende Materialstärke ist ausschlaggebend für eine hervorragende Schneidleistung, die selbst stärkere Schneidgüter mühelos durchtrennt
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