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Unbeschreiblich, diese Erfahrung, J.K. Rowlings Buch The Tales of Beedle the Bard anzuschauen, darin zu blättern und vor allem natürlich zu lesen!
Allein die Tatsache seiner Existenz ist magisch: Weltweit gibt es nur sieben Exemplare von diesem wunderschönen Buch, jedes davon handgeschrieben und höchstpersönlich illustriert von J.K. Rowling. Sechs Bücher hat die Autorin an ihren Freundeskreis verschenkt, aber das siebte Buch dürfen wir in den Händen halten!
Verblüffend, welche künstlerischen Talente in der Autorin schlummern, und der handgeschriebene Text mutet an wie die vertraute Handschrift der Lieblingstante, die einen langsam, aber sicher in das Mysterium von insgesamt fünf Märchen entführt.
Ein bisschen aufgeregt und mit großer Ehrfurcht blättern wir Seite für Seite um, lassen uns gefangen nehmen von jeder Geschichte, tauchen ein in die fantasievolle Bilderwelt der Autorin, verfolgen die Handschrift auch dort, wo sie fast über die Seite hinausfließt und... spannen die Fans nicht länger auf die Folter, sondern widmen uns dem ersten Märchen, The Wizard and the Hopping Pot.
1. The Wizard and the Hopping Pot -- Der Zauberer und der hüpfende Topf [Achtung! Das Ende wird verraten!]
Wie in den Harry-Potter-Bänden ist auch die erste Seite des Märchens The Wizard and the Hopping Pot verziert mit einer Zeichnung. In diesem Fall ist es ein runder Topf, der auf einem Fuß thront, der überraschend detailliert gezeichnet wurde (mit fünf Zehen, falls sich jemand wundern sollte, und wir wissen: Einige von Ihnen wundern sich!...). Zu Beginn des ersten Märchens lernen wir einen "freundlichen alten Zauberer" kennen, der uns –- wir müssen kurz Luft holen -- ziemlich an unseren lieben Freund Dumbledore erinnert.
Dieser heiß geliebte Mann nutzt seine Zauberkraft hauptsächlich, um seinen Nachbarn etwas Gutes zu tun, indem er ihnen in seinem "Glückskochtopf" ein paar Zaubertränke mixt. Viel zu schnell nachdem wir ihn kennengelernt haben –- allerdings nachdem er ein gesegnetes Alter erreicht hat -- stirbt der Zauberer und vermacht all seine Habe und sein Wissen seinem Sohn. Dieser ist leider nicht so wohlgeraten (und in uns werden Erinnerungen an Malfoy wach). Nach dem Tod seines Vaters entdeckt der Sohn den "Glückskochtopf", in dem er höchst mysteriös einen einzelnen Schuh findet und eine Notiz seines Vaters, auf der steht: "In guter Hoffnung, mein lieber Sohn, dass du diesen niemals brauchen wirst."
Und wie in fast jedem Märchen ist dies auch in unserer Geschichte der Moment, in dem die Dinge anfangen, schiefzugehen...
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2. "The Fountain of Fair Fortune" - Die Quelle des wahren Glücks [Achtung! Das Ende wird verraten!]
Oben auf der Seite des zweiten Märchens (das das Zeug dazu hat, zu unserem Lieblingsmärchen überhaupt zu werden), befindet sich die Zeichnung einer glitzernden, sprudelnden Quelle. Nach dreißig Seiten Lektüre ist uns klar, dass J.K. Rowling es liebt, Sterne und Glitzer zu malen (und dass sie ein Talent dafür besitzt). Anfang und Ende fast jeden Märchens scheinen mit Elfen-Staub bepudert zu sein (à la Peter Pan -– Fans wissen allerdings, dass Rowlings Elfen eher weniger dazu neigen, derart schöne Spuren zu hinterlassen). Am Ende der ersten Seite sehen wir auch einen kleinen Rosenbusch, der so niedlich gemalt ist, dass er uns perfekt darauf einstimmt, in die "Quelle des wahren Glücks" einzutauchen. Das Märchen beginnt in einem höchst mysteriösen und klassischen Setting: Ein verzauberter, abgeschirmter Garten, der durch "starke Magie" beschützt wird. Einmal im Jahr wird es einem "Unglückseligen" gestattet, den Garten aufzusuchen, im Wasser der Quelle zu baden und das "wahre Glück bis in alle Ewigkeit" zu finden. (Wahrer Stoff zum Träumen für echte Harry-Potter-Fans... und im Übrigen ist dies auch der Grund, warum diese Geschichte zum Lieblingsmärchen avancieren könnte: Sie folgt dem Spannungsbogen der Potter-Geschichten, die wir so lieben.)
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3. "The Warlock's Hairy Heart" – Das haarige Herz des Hexenmeisters [Achtung! Das Ende wird verraten!]
Achtung, liebe Leser! In ihrem dritten und düstersten Märchen tritt Frau Rowling in die Fußstapfen der Gebrüder Grimm.
„Das haarige Herz des Hexenmeisters" bietet wenig Lustiges und keinerlei Rätselaufgabe, sondern eine Reise in die dunkelsten Abgründe der Seele eines Hexenmeisters.
Dieses Mal ist keine Spur von Elfen-Staub auf der ersten, gruseligen Seite, sondern die Zeichnung eines Herzen, dass über und über mit struppigem Haar bedeckt ist und aus dem das Blut nur so trieft (auch hier bestaunen wir, wie gut es Rowling gelungen ist, ein echtes Herz so treffend zu malen, mit Venenklappen und allem drum und dran, und dazu noch diese widerliche Behaarung!). Unten auf der Seite befindet sich ein altmodischer Schlüssel, in einer Pfütze aus Blut liegend. Schon jetzt ist klar, dass dieses Märchen sich sehr von den anderen unterscheidet – und sagen Sie nicht, wir hätten Sie nicht gewarnt ...
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4. "Babbitty Rabbitty and her Cackling Stump" - Babbitty Rabbitty und der gackernde Baumstumpf
Ein großer Baumstumpf (mit zwanzig Jahresringen, wir haben nachgezählt) hockt oben auf der Seite von Rowlings viertem und längsten Märchen.
Fünf tentakelartige Wurzeln breiten sich auf dem Boden aus, Gras und Pusteblumen sprießen darunter hervor. In der Mitte des Baumstumpfes ist ein dunkler Spalt mit zwei weißen Kreisen, die wie winzige Augen ausschauen und den Leser anblicken. Unter dem Text ist ein kleiner Pfotenabdruck (mit vier Zehen). Nicht so gruselig wie das blutige, haarige Herz der letzten Geschichte (und dieses Mal sehen wir tatsächlich hellen Elfenstaub auf der Seite), aber so ganz wohl ist uns beim Anblick des Baumstumpfes auch nicht.
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5. "The Tale of the Three Brothers" – Das Märchen von den drei Brüdern
Wenn Ihr, wie wir, das „Märchen von den drei Brüdern“ nur hastig überflogen habt, um schnell zum Ende des Finales zu gelangen, dann ist euch ein wunderschönes Märchen entgangen (eins von dem wir glauben, dass es mit den Besten von Aesop konkurrieren kann). Ihr Glücklichen könnt jetzt euren Band „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“ zur Hand nehmen und - wann immer ihr wollt - das Märchen in Kapitel 21 nachlesen. Wenn ihr den letzten Harry-Potter-Band noch nicht gelesen habt (oh welch ein Fest steht euch dann noch bevor!) dann raten wir euch, den nächsten Abschnitt nicht zu lesen – noch nicht. Nutzt erst die Gelegenheit, das Märchen im Zusammenhang mit Harry Potter zu lesen – ihr werdet es nicht bereuen.
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