Zoom-Typen im Vergleich

Mit einem Zoomobjektiv kann man zwischen zwei konstruktiv bedingten Brennweiten – einer Anfangs- und einer Endbrennweite - stufenlos jede gewünschte andere Brennweite einstellen. Durch die unterschiedlichen Brennweiten hat man für viele unterschiedliche Motivsituationen wie Architektur-, Landschafts- und Gruppenfotos und vielen mehr schnell den passenden Bildwinkel zur Aufnahmeposition parat, um seinen Fotos die gewünschte Bildwirkung mitzugeben.

Der so genannte Verlängerungsfaktor ist ein wichtiger Eckwert eines Zoomobjektivs. Mit einem modernen Zoomobjektiv, das speziell und ausschließlich für digitale Spiegelreflexkameras konzipiert ist, die einen Bildsensor mit maximal 16 x 24 Millimetern (APS-C) haben und das mit der Angabe 18 bis 250 Millimeter versehen ist, kann man bei einem Verlängerungsfaktor oder Umrechnungsfaktor von 1,55 in einem kleinbildäquivalenten Brennweitenbereich von 28 (Weitwinkelbereich) bis 388 Millimetern, was als (Super-)Telebereich bezeichnet wird, knipsen. Was im Weitwinkelbereich zu einem Bildwinkelverlust führt, profitiert man am anderen Ende im Telebereich.
Grundsätzlich lassen sich Zoomobjektive neben dem abgedeckten Brennweitenbereich auch nach ihrem Konstruktions- respektive nach ihrem Funktionsprinzip klassifizieren. So sind im Handel derzeit sowohl Drehzooms, bei denen durch einen Drehring am Objektiv die jeweilige Brennweite eingestellt werden kann, als auch Schiebezooms, bei denen die Brennweite durch das Schieben des Schärfeeinstellrings eingestellt wird, verfügbar.

Ultra-Weitwinkelzoom

Diese Objektive zeichnen sich durch einen sehr großen Bildwinkel aus, der an analogen Kameras einer umgerechneten Brennweite von beispielsweise 17 bis 28 Millimetern entspricht. Diese Objektive bieten den ultimativen Fotospaß, wenn es um fantastische Perspektiven geht. Bauartbedingt treten bei diesen extremen Brennweiten Aberrationen (Abweichungen von der idealen optischen Abbildung, die ein unscharfes oder verzerrtes Bild bewirken) weit häufiger auf als bei Weitwinkel- und Normalzooms. Auch ist es bei Ultra-Weitwinkelzooms schwierig, brillante und scharfe Bilder bis zum Bildrand zu erhalten.

Weitwinkelzoom

Bei ihnen liegen die einstellbaren Brennweiten ausschließlich im Weitwinkelbereich und decken einen Brennweitenbereich von typischerweise 24 bis 35 Millimetern ab (Kleinbildäquivalent). Diese Objektive eignen sich optimal, um auch in engeren Innenräumen alle Objekte aufs Bild zu bekommen. Zudem fallen in diesem Brennweitenbereich optische Verzerrungen wie beispielsweise der Effekt der stürzenden Linien deutlich geringer aus als bei den Ultra-Weitwinkelzooms.

Normalzoom

Die Normalzooms decken meist einen Brennweitenbereich vom Weitwinkel (24 bis 26 Millimeter) bis hin zum leichten Tele (70 bis 80 Millimeter) ab. In früheren Jahren hatte man ein Normalzoom als Allroundobjektiv zum schnellen Knipsen praktisch immer an der Spiegelreflexkamera. Mit dem Markteintritt immer leistungsfähiger Extremzooms, die einen weiteren Telebereich von bis zu 200 Millimetern (bei gleichem Weitwinkelbereich) abdecken, sind im Alltag immer mehr der früher hinsichtlich der Abbildungsleistung so gescholtenen Extremzooms als Standardobjektiv an digitalen Spiegelreflexkameras zu sehen.

Telezoom

Reine Telezooms decken einen Brennweitenbereich ab, der ausschließlich im Telespektrum liegt. Typische Telezooms haben derzeit einen Brennweitenbereich von 70 bis 300 Millimetern, 100 bis 400 Millimetern und sogar von 200 bis 500 Millimetern. Günstige Telezooms für den Konsumerbereich sind über ihren Brennweitenbereich hin meist nicht besonders lichtstark und haben meist Anfangsblenden von 2,8 und Endblenden von bis zu 6,3 – das macht in voller Telestellung vielen Autofokussystemen bereits massive Probleme. Lichtstarke Telezooms mit Anfangsblende 2,8 sind meist groß, schwer und teuer und bieten bei Offenblende 2,8 eine eher schwache Abbildungsleistung.

Extremzoom

Extremzooms überbrücken einen sehr weiten Brennweitenbereich von beispielsweise 28 bis 300 Millimetern. In Anfangszeiten oftmals wegen ihrer vergleichsweise schwachen Bildqualität gescholten, geratenen die optischen Tausendsassas immer häufiger zum bevorzugten Standardobjektiv für Amateur- und Hobbyfotografen. Da die Objektivhersteller auch bei den Extremzooms enorme Fortschritte hinsichtlich der Abbildungsleistung gemacht haben, wollen immer weniger Hobbyknipser auf die vielseitigen Extremzooms verzichten.

Digitalzoom

Ein bei den kompakten Digitalkameras oft zu lesendes Ausstattungsmerkmal beim Thema Zoom ist der so genannte "Digitalzoom" oder "digitale Zoom". Vergessen Sie diesen Werbegag einfach so schnell wieder, wie sie ihn gelesen haben – sie werden den Digitalzoom ihrer Kompakten sowieso nie benutzen wollen. Warum?

Nur ein optischer Zoom vergrößert durch Linsenverschiebung im Objektiv das zu fotografierende Objekt mit einer echten, realen Vergrößerung. Beim Digitalzoom wird dagegen nicht gezoomt, sondern es wird ein Teil des Motivs im Ausschnitt vergrößert. Dabei wird nur ein Teil der Sensorfläche und somit nur eine begrenzte Anzahl der zur Verfügung stehenden Pixel genutzt. Weitere Pixel werden interpoliert, also hochgerechnet, und das geht natürlich auf Kosten der Bildschärfe. Ein Verlust an Auflösung und damit an Bildqualität ist die Folge. Digitales Zoomen funktioniert bislang nur mehr schlecht als recht und kann mit Hilfe jeder guten Bildverarbeitung weit besser gelöst werden als es die Digitalkamera mit ihrer begrenzten Prozessorleistung zu tun vermag. Also: Besser Hände weg vom Digitalzoom!

TIPP: Schalten Sie das Digitalzoom in der Menüsteuerung ihrer Digitalkamera sicherheitshalber aus und nutzen Sie ausschließlich den optischen Zoom.

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Das richtige Zoom-Objektiv für jeden Zweck

Für Spiegelreflexkameras mit APS-C-Sensor (bis 24 x 16 Millimeter) empfiehlt sich als Allround- respektive Standardobjektiv ein Superzoom mit einer Brennweite von 18 bis 200 Millimetern. Für Spiegelreflexkameras mit einem Vollformatsensor (36 x 24 Millimeter) ist ein Superzoom mit 28 bis 300 Millimetern der richtige Allrounder. Für Kameras des FourThirds-Systems (Bildsensor 17,3 x13 Millimeter) haben sie mit einer Brennweite von 18 bis 180 Millimetern stets die richtige Brennweite dabei.

Für Aufgaben, die einen leichten bis extremen Telebereich abdecken (beispielsweise ansprechende Porträts oder tolle Sportaufnahmen), sind Zooms, die einen Brennweitenbereich von 70 bis 300 Millimetern für das APS-C-Format, 100 bis 400 Millimetern für das Vollformat und 50 bis 200 Millimetern für das FourThirds-System abdecken, das richtige Objektiv in der Fototasche.

Wer Freude an imposanten Gebäude- und faszinierenden Panoramenaufnahmen hat, sollte sich für ein Weitwinkelzoom mit einem Brennweitenbereich von 10 bis 22 Millimetern für das APS-C-Format, 16 bis 35 Millimetern für Vollformat-DSLRs und 7 bis 14 Millimetern für FourThirds-Kameras entscheiden.

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Digitale Objektive für APS-C-Kameras

Manche Objektive sind ausschließlich für digitale Spiegelreflexkameras konzipiert, die einen APS-C-Sensor mit maximal 24 x 16 Millimetern verwenden. Der Bildkreis dieser Objektive ist entsprechend kleiner, daher können diese Objektive wegen der entstehenden Vignettierung weder an digitalen Vollformatkameras noch an Kleinbildkameras verwendet werden. Der kleinere Bildkreis des Objektivs verbessert die technische Abstimmung des Objektivs an Digitalkameras.

Zudem würde ein gewaltsames Aufsetzen eines Objektivs dieses Typs an eine Spiegelreflexkamera mit Vollformatsensor den Rückschwingspiegel der DSLR beschädigen, da die hintere Linse des Objektivs zu weit in den Spiegelkasten hinein ragen würde. Allerdings verhindert eine Bajonettsperre ein ungewolltes Aufsetzen eines APS-C-Objektivs an eine Vollformatkamera.

Der Vorteil ist, dass APS-C-Objektive selbst bei kurzen Brennweiten oder großen Zoombereichen auch große Lichtstärken aufweisen können, während die Konstruktion dennoch klein und leicht gehalten werden kann. Abbildungsfehler des Objektivs lassen sich so besser korrigieren. So optimieren die Hersteller ihre APS-C-Objektive speziell für die Abmessungen der APS-C-Bildsensoren auf hohe Auflösung und Minimierung der chromatischen Aberration sowie des Lichtabfalls zum Rand hin.

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