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Rezensionen verfasst von
Mladen Kosar (Austria)

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El Milagro de Ana Sullivan (The Miracle Worker) Arthur Penn.(Audio en Inglés y Español).
El Milagro de Ana Sullivan (The Miracle Worker) Arthur Penn.(Audio en Inglés y Español).
DVD ~ Victor Jory, Inga Swenson, Andrew Prine, Kathleen Comegys, Patty Duke Anne Bancroft
Wird angeboten von Arco Celeste Dvd
Preis: EUR 19,40

5.0 von 5 Sternen Engagierte Lehrerein hilft einer Taubblinden, 1. Oktober 2014
Die Rezension bezieht sich auf den Film.
Licht im Dunkel (The Miracle Worker). USA, 1962.
Mit: Anne Bancroft, Patty Duke, Victor Jory, Inga Swenson, Andrew Prine, Cathleen Comegys u. A. Regie: Arthur Penn. Literarische Vorlage: nach dem autobiographischen Roman von Helen Keller. Drehbuch: William Gibson, nach seinem gleichnamigen Bühnenstück. Musik: Laurence Rosenthal. Kamera: Ernesto Caparros
Genre: Biographie (über Helen Keller (1880-1968) und Anne Sullivan Macy (1866-1936)) > Biographisches Drama > Behindertendrama
Auszeichnungen: Oscar für Anne Bancroft als beste Hauptdarstellerin und Oscar für Patty Duke als beste Nebendarstellerin
Nominierungen: Oscarnominiert für beste Regie, best adaptiertes Drehbuch und beste Kostüme

Tuscumbia in Alabama, 1882.
Die zweijährige Helen Keller wird aufgrund einer Hirnhautentzündung völlig taubblind. Mit sieben Jahren vermag sie sich nur mit wilden und aggressiven Gebärden und Bewegungen mitzuteilen.
Der Film ist ein cineastisches Ereignis von Anbeginn geballt mit emotionaler Intensivität. Die fünfzehnjährige Patty Duke (geb. 1946) spielt Helen Keller ab deren siebentem Lebensjahr so intensiv, dass ihr höheres Alter gar nicht wahrgenommen wird. Das taubblinde Kind ist gezwungen, sich mit wilder Gestik mitzuteilen, da es jeglicher Parameter einer geordneten Verständigung entbehrt. Es ist verzweifelt anhand seiner eigenen Eingrenzung, welche es mit keinem einzigen Fortschritt durchbrechen kann. Es hat Gefühle und Willen - aber kennt nicht den Weg, seine Vorstellungen auf eine systematische Art zu artikulieren. Ihr erwachsener Halbbruder denkt, dass das Mädchen geistig zurückgeblieben ist. Aufgrund ihres sprunghaften und unkontrollierten Verhaltens scheint Helen sogar sich selbst, wie auch ihre Umgebung zu gefährden. Eine Lösung muß rasch her, weil Helens Zustand mit dem Fortschreiten des Alters immer schlimmer wird. Die Eltern sind machtlos, obwohl sie ihr Kind lieb haben. Sie haben zu ihm keinen verständigungstechnisch funktionierenden Zugang. Die Mutter ist an das Kind emotional so stark gebunden, dass sie es kaputtzulieben scheint, statt ihm systematisch Verständigungselemente vertraut zu machen. Die Situation scheint ausweglos. Alles klammert sich verzweifelt und emotional aneinander, aber die vernünftige Kommunikation ist deaktiviert - für alle.
Großes Lob für die Kameraarbeit! Sie vollbringt Großes in der Visualisierung der Gefühle. Wie kann man Blindheit darstellen? Wenn die Schauspieler Blindheit spielen in ihren Bestrebungen die Dinge zu berühren und intellektuell zu erfassen, dann werden sie von der Kamera begleitet und unterstützt wie von einem Blindenstock. Die Kamera ist so nah am Geschehen dieses Kampfes, dass sie wie ein lebendiger Engel wirkt. Diesen Charakter hat der Regisseur meisterlich zu behandeln verstanden.
Auch die 21-jährige Blindenlehrerin Anne Sullivan ist sehbehindert. Anne Bancroft (1931-2005) verkörpert mit ihren 30 Jahren die jüngere Pädagogin um nichts weniger ergreifend wie Patty Duke das taubblinde Mädchen. Der Oscar für Beide hochverdient.
Die beklemmende, vielschichtige, aufregende und kreative Begleitmusik von Laurence Rosenthal verleiht den dramatischen Bildern deren ergreifende Stimme.
Es ist faszinierend zu schauen, mit welcher personalen Anteilnahme und Zähigkeit die Lehrerin ihre Schülerin betreut und erzieht.
Außerordentlich fesselnd ist die pantomimische Ausdrucksform der Beiden, welche den Zuschauer die äußere Handlung und innere Regung begreifen lässt.
Die bedingungslose Gewährung, wie sie seitens der Mutter bevorzugt wurde, weicht der behutsamen Strenge und Festlegung von notwendigen Grenzen und Regeln. Helen lernt aufgrund der klareren und festeren Gesetze ihre Welt besser zu formatieren und wahrzunehmen. Sie lernt die Dinge im Einzelnen und Zusammenhängenden mehr und mehr zu kennen und zu bestimmen.
Der wesentliche Durchbruch ereignet sich in der Symbiose des wahrgenommenen Phänomens Wasser mit seinem Namen mittels der Fingersprache im Finale des Films. Ab dem Zeitpunkt sucht Helen alle Dinge zu benennen, begrifflich zu abstrahieren und damit in ihrer Vielfalt als Teil und Summe zu fassen. Sie erkennt Welt und zeichnet diese gleichzeitig nach. In diesen Offenbarungen und Visionen der Welt und Existenz erkennt sie den unbezahlbaren Wert von Sullivans pädagogischer Methode und ist ab diesem Moment nicht mehr zu bremsen in der Begrifflichung und Begreiflichung der Dinge.
Die Eltern widersetzen sich aufgrund ihrer vorgegebenen Vorurteile und falsch verstandenen Liebe zunächst eifersüchtig und empört. Jedoch vermögen sie den sichtbaren Erfolgen nicht zu trotzen. Sie ergeben sich in die geniale und tiefmenschliche Lehrkunst von Anne Sullivan Bancroft, die am Ende den fruchtbaren Sieg davonträgt.
Helen Keller wurde eine anerkannte Schriftstellerin und intellektuelle Größe.
Ein Meisterwerk des biographischen Films und des psychologischen Dramas.
Mladen Kosar


Cinque Penny (I)
Cinque Penny (I)
DVD ~ Louis Armstrong
Wird angeboten von MediaMondo
Preis: EUR 11,67

5.0 von 5 Sternen Gute Biographie eines großen Musikers, 1. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Cinque Penny (I) (DVD)
Die Rezension bezieht sich auf den Film.
Deutscher Titel: Die fünf Pennies. Originaltitel: The Five Pennies
Herstellungsland: USA. Premiere: 1959
Mit: Danny Kaye, Barbara Bel Geddes, Harry Guardino, Louis Armstrong, Tuesday Weld (ihr dritter Film mit 15 Jahren, bei dem sie einen Golden Globe gewann als beste Nachwuchsdarstellerin)
Regie: Melville Shavelson
Genre: Biographie > Drama > Musikfilm
Lose konzipierte Biographie des Trompeters und Bandleaders Red Nichols (1905-1965)
Nominierungen: für Oscar als bester Titelsong, beste Musik, beste Kostüme und beste Kamera.

Fünf Pennies heißt die Band, die der Kornetter Red Nichols gründete. Natürlich ist der sympathische Danny Kaye (1913-1987) stets liebenswürdig und solide in seinen schauspielerischen Leistungen und damit auch ein Mitgarant für eine beständige Qualität der Filme, in denen er spielt - auch wenn stellenweise die Handlung noch so seicht dahinfährt. So ist auch dieser Film positiv und anerkennend zu bewerten, trotz szenischer Vorbehalte. Danny Kaye ist ein Schauspieler von einer großen Authentizität und Wahrhaftigkeit. Sein Charme manifestiert sich ohne Schein - sein Angesicht ist authentisch mit seinem Inneren, seine Seele ist gleichsam abgebildet in seinem Gesicht. Es ist schön, ihm in seinen Geschichten zu folgen. Er hat etwas zutiefst Liebenswürdiges an sich, was einer großen Gabe gleichkommt, die nicht alle Schauspieler haben. Das bleibt ihm haften, auch wenn oft seine Slapsticks überzogen und insofern realfremd erscheinen. Was im Film von Anfang an ins Auge sticht, ist die reale Atmosphäre der Musikbands im Hintergrund ihrer Probe- Denk- und Wirkräume. Jeder Einzelne für sich ein Könner und Meister - als Kollektiv immer in Schwebe von Erfolg oder Mißerfolg. Eine verschworene Gemeinschaft von Individualisten, zusammengeschweißt von der Musik, der sie sich geweiht haben. Freilich nebenbei ein historisches Dokument und Freispiel von Louis Armstrong. Barbara Bel Geddes fügt sich als Ehefrau von Kaye in die Geschichte sehr warmherzig ein. Gottseidank überholt sind Szenen, wo in der Nähe eines Kleinkinds geraucht wird (Harry Guardino während Busfahrt ab Minute 26,20, wobei seine Zigarette mit der Zeit wächst, statt abnimmt). Als die Kinderlähmung seiner Tochter ausbricht, wirft Kaye seine Trompete in den Fluß und widmet sich von fort an seiner Familie, statt der zeitaufwendigen Musik. Er wird normaler Arbeiter und nützt jede freie Minute für seine Liebsten. Die couragierte Tochter motiviert ihn, seine musikalische Laufbahn erfolgreich fortzuführen. In der Summe gesehen ein zufriedenstellender Film.
Mladen Kosar


Young Mr. Lincoln - El Joven Lincoln - John Ford - Henry Fonda
Young Mr. Lincoln - El Joven Lincoln - John Ford - Henry Fonda
DVD ~ Alice Brady, Marjorie Weaver, Arleen Whelan, Eddie Collins, Pauline Moore Henry Fonda
Wird angeboten von Arco Celeste Dvd
Preis: EUR 16,50

5.0 von 5 Sternen Ein Meisterwerk des Films über den jungen Abraham Lincoln, 1. Oktober 2014
Die Rezension bezieht sich auf den Film.
Deutscher Titel: Der junge Mr. Lincoln. Originaltitel: Young Mr. Lincoln. USA, 1939
Mit: Henry Fonda, Marjorie Weaver, Pauline Moore, Alice Brady, Edwin Maxwell, Arleen Whelan, Judith Dickens, Milburn Stone, Ward
Genre: Biographie > Historienfilm > Justizdrama

Die jungen Jahre von Abraham Lincoln (1809-1865)
Die Geschichte beginnt in New Salem, Pike County, Illinois im Jahre 1932. Was für ein wunderschöner Ortsname, der auch heute nur etwa 120-130 Einwohner hat. Abraham Lincoln ist 23 Jahre alt und kriegt zufällig ein Rechtsbuch in die Hände. Autodidaktisch studiert er es gewissenhaft mit moralischer Unterstützung seiner Jugendliebe Ann Rutledge und eignet sich dessen Inhalt organisch an. Zwei Jahre nach dem frühen Tod der jungen Frau entschließt er sich im Jahre 1837 nach Springfield zu ziehen, um dort eine Anwaltskanzlei zu gründen. Das Anwaltspatent erwarb er sich ein Jahr zuvor.
Die Nase von Fonda verbirgt sich hinter der Nase von Lincoln vorzüglich, dass man den Fonda dahinter befremdlich wahrnimmt. Etwas an ihm stimmt nicht, denkt man, es ist eben die granitene Nase Lincolns. Der Maskenbildner hat großartige Arbeit geleistet.
Ford hat die historische Geschichte sehr fein und aufwendig inszeniert mit viel urtümlicher Atmosphäre der damaligen Zeit und Schwung. Es ist äußerst sehenswert, den freudigen Bewegungen der Menschen zu folgen, aber auch fesselnd, die selbe freudige Menge als unkontrollierten Lynchmob wiederzuerkennen. In die Geschichte eines Mordes mischt sich Fonda ein, der einen Lynchmob auch im Western The Tin Star aufzuhalten vermochte, jedoch nicht in The Ox Bow Incident. Ein Star, der in seinen Filmen öfters im Schmelztiegel zwischen Recht und Unrecht zu handeln hatte. Das hat er stets gut gemacht. Lincoln weist in der Haupthandlung nach, dass trotz erdrückender Indizien die Beschuldigten keine Mörder sind. Die Dramatik in Fords Handwerk wirkt glaubwürdig und ergreifend. Tatsächlich hat Lincoln einen Fall mit ähnlicher Bravour gewonnen. Er wies wie im Film nach, dass ein Zeuge wissentlich gelogen hat, als er behauptete bei Vollmond den Mord beobachtet zu haben. Aufgrund astronomischer Überprüfung wies Lincoln die Unhaltbarkeit der falschen Behauptung nach. Die Verteidigungs- und Schutzreden Fondas sind vortrefflich und bewegend. Oft begleitet von ergriffenen Blicken der weiblichen Familienmitglieder der Beschuldigten. Ford hat diese Bilder ganz berührend eingefangen, dass es eine Freude ist, solch Pathos zu bewundern und zu lieben. Mit rhetorischem Geschick rettet Lincoln nicht nur das Leben der unschuldigen Söhne einer Witwe, sondern hält zudem ein denkwürdiges Plädoyer über die Würde der ehrbaren Frau in ihren tausenden von alltäglichen Pflichten und Arbeiten. Im Angesicht der vermeintlichen Niederlage des Mordfalls entlässt Fonda den Hauptbelastungszeugen. Bevor aber jener verschwindet, hält ihn Fonda auf mit einer letzten Frage a la Colombo, bei welcher sich der Zeuge als der tatsächliche Mörder erweist.
Mladen Kosar


Der Arzt von Stalingrad - Edition Deutscher Film 3/1958
Der Arzt von Stalingrad - Edition Deutscher Film 3/1958
DVD ~ O. E. Hasse
Wird angeboten von Syndikat Buchdienst
Preis: EUR 7,99

5.0 von 5 Sternen Ein Vorbild an Menschlichkeit, 1. Oktober 2014
Die Rezension bezieht sich auf den Film.
Der Arzt von Stalingrad. BRD, 1958
Mit: O. E. Hasse, Walther Reyer, Eva Bartok, Hannes Messemer, Mario Adorf, Til Kiwe, Vera Tschechova, Siegfried Lowitz, Michael Ande, Eddi Arent u. A.
Regie: Geza Radvanyi
Literarische Vorlage: nach dem gleichnamigen Roman von Heinz G. Konsalik
Genre: Biographiefilm > Gefängnisdrama > Nachkriegsdrama > Arztfilm

Der im Zweiten Weltkrieg als Sanitätsarzt tätige Ottmar Kohler (1908-1979) wurde seitens der Roten Armee nach der Befreiung Stalingrads gefangengenommen (2.2.1943). Als gefangener Arzt vollbrachte er große Leistungen in der Behandlung und Rettung der Menschen, obwohl er unter schwersten medizinischen Bedingungen arbeiten musste. Erst Ende 1953 kam er frei. Sein Leben wurde thematisiert im gleichnamigen Roman von Heinz G. Konsalik, der im Jahre 1958 auch verfilmt wurde.
Der Film besticht durch seine Intensität und Emotion, die von Anfang bis zum Ende seine Handlung durchwirken. Die Schauspieler überbieten sich in ihren großartigen Leistungen der Verkörperung komplexer, packender Charaktere. Was der Hauptdarsteller O. E. Hasse schafft, ist freilich meisterliche Routine und es ist ein großer cineastischer Genuss, ihm zuzuschauen. Die eigentlichen, verblüffenden Genialitäten der Schauspielkunst ereignen sich bei den Nebendarstellern, wie Walther Reyer, Hannes Messemer und Til Kiwe. Die übrigen Nebendarsteller, wie Mario Adorf oder Siegfried Lowitz spielen gediegene Darbietung. Bei den Erstgenannten ist es mehr. Walther Reyer spielt den attraktiven, deutschen Gefangenen und Assistenzarzt mit einer beeindruckenden Authentizität und Glaubwürdigkeit. Sein stetig emotionales Wesen, dass sich niemals in Gewalt hat, sondern die brutale Wahrheit ständig den russischen Vorgesetzten ins Gesicht schleudern muß, erweckt beim Zuschauer ein Mitgefühl, dem man sich nicht entziehen kann. Hannes Messemer aber in der trockenen Darstellung eines russischen, kaltherzigen, äußerlich steifen und regungslosen Offiziers wirkt geradezu elektrisierend und dämonisch brillant in seiner Erscheinung. Und als Dritter Til Kiwe mit wenigen, dafür aber umso stärkeren Szenen seiner intensiven Mimik, als leidenschaftlicher Gefangener, der dem gemeinen Spitzel Siegfried Lowitz an den Kragen geht.
Die Darstellung des Gefangenenlagers mit seinen kranken, ausgemergelten, menschlichen und triebhaften Gestalten ist beeindruckend und glaubwürdig inszeniert, den Zuschauer bis zur letzten Sekunde fesselnd.
Weiters ist der Film in eine Reihe zu stellen mit besten Arztfilmen der Filmgeschichte (z. B. "Paul Ehrlich - Ein Leben für die Forschung"; "Sauerbruch, das war mein Leben"; "Louis Pasteur" ...)
Ein beeindruckender Historienfilm und eine sehr gute Biographie. Ein Meilenstein des deutschen Films.
Mladen Kosar


Almirante Canaris (Canaris) (1954) (Import Edition)
Almirante Canaris (Canaris) (1954) (Import Edition)

3.0 von 5 Sternen Bio über einen Hitlergegner, 1. Oktober 2014
Die Rezension bezieht sich auf den Film.
Titel: Canaris Herstellungsland: BRD. Premiere: 1954
Mit: O. E. Hasse, Barbara Rütting, Adrian Hoven, Martin Held, Wolfgang Preiss u. A.
Regie: Alfred Weidenmann
Genre: Biographiefilm > Historienfilm

Die Tragödie der Verführung, Selbsttäuschung und letztlich Selbstzerfleischung des deutschen Volkes im Zweiten Weltkrieg hat sich exemplarisch verkörpert in einigen tragischen Charakteren der betreffenden Epoche. Der Wahnsinn der ideologischen und konkreten Hölle trug seine Spuren in den Gesichtern seiner Architekten. Es gab blinde Fanatiker und Rassisten, gemäßigtere Skeptiker und Mitläufer, umdenkende Attentäter und Widerständler. Heilige waren wohl keine darunter, sondern eher Pragmatiker und Realisten, die selbst in der radikalsten Abkehr von Hitler festhielten an dem Vorzug der deutschen Rasse gegenüber allen anderen. Zu diesen Letzteren gehörten eben auch Personen wie Wilhelm Canaris. Der Film selbst trachtet danach, in ihm den guten Deutschen als Gegensatz zu den dämonischen, bzw. irreal gelenkten Nationalsozialisten zu zeichnen. Darin verfällt er einer Selbsttäuschung, da ihm die Schwarz-Weiß-Malerei in dem soliden Schwarz-Weiß-Film zu glatt gerät. Die Wirklichkeit war wohl etwas anders. Nichtsdestotrotz vermag man in den dramatischen Dialogen die lebensgefährliche und erschreckende Atmosphäre in der Zeit des NS-Regimes nachfühlen. Die gegenseitige Bespitzelung, Mißtraulichkeit, Belauerung zwischen den konkurrierenden, rivalisierten Abteilungen des NS-Apparates vermitteln eine beklemmende, beängstigende Stimmung, die sicher so gewesen sein muß, selbst für den kleinsten Bürger Deutschlands. Da hat jeder in jener Zeit bis in die kleinsten Details aufpassen müssen, was er sagt. Die rasche, eifrige Denunziation, die anschließende harte Strafe, waren ständige Begleiter im Hinterkopf des kleinen und großen Mannes. Darin wird sich wahrscheinlich einer der Gründe verbergen, warum die Meisten der Deutschen blind der Ideologie des Bösen folgten - aus Angst, sich als mögliche Schwimmer gegen den Strom den Tod zu holen.
In dieser horrorhaften Zeit gab es Persönlickeiten, die aufgrund ihres Einflusses umdachten und zu retten versuchten, was noch zu retten war. Zum Beispiel, den Krieg frühzeitig zu beenden, das System zu ändern, die Pathologie des Grauens und der kranken Ideologie zu entmachten.
Canaris gehörte zu Menschen, die sich der nationalsozialistischen Ideologie verschrieben, jedoch eines gewissen Realitäts- und Vernunftbezuges nicht völlig verlustig gingen. Sein Gewissen verurteilte das tolle Treiben der Kriegshetzer und Mörder. Jedoch hielt ihn letztlich der Überlebenstrieb und der Geist des Loyalität im Sog des konstanten Mitläufertums, selbst als er aufgrund seiner administrativen Position Putschpläne wälzte. Letztlich hat er sich zu einem konsequenten Widerstand in einem völligen Verzicht auf die nationalsozialistische, bzw. kriegstreibende Praxis nicht durchringen können, obwohl er für seine Art des Widerstandes gegen Hitler verhaftet und gehängt wurde.
Da gab es unter den Deutschen radikal entschiedene Gegner des National Sozialismus, die mittels einer völlig humanistischen Idee gegen Hitler, Rassismus und Krieg kämpften. Menschen wie Sophie Scholl oder Alfred Delp. Das waren die echten Verkörperer eines anderen, guten, wahren Deutschland.
Mladen Kosar


Agora (2009) [Import]
Agora (2009) [Import]
DVD ~ Rachel Weisz
Wird angeboten von Scorpion DVDs
Preis: EUR 9,48

3.0 von 5 Sternen Ein Film mit Schwächen und Stärken, 1. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Agora (2009) [Import] (DVD)
Die Rezension bezieht sich auf den Film.
Filmtitel: Agora - Die Säulen des Himmels.
Herstellungsland: Spanien. Premiere: 2009
Mit: Rachel Weisz, Max Minghella, Oscar Isaac u. A. Regie: Alejandro Amenabar
Genre: Historie > Biographie > Religionsfilm
Biographie über die Wissenschaftlerin und Denkerin Hypatia von Alexandria (ca. 355 - 415), die Dozentin an der Bibliothek von Alexandria war.
Agora bedeutet den zentralen Versammlungspunkt einer Stadt mit kultischen, festlichen, religiösen, öffentlichen oder juridischen Veranstaltungen. Sie war ein wesentlicher Bestandteil der griechisch-antiken Gesellschaftsstruktur.
Im Film wird jedoch der positive Sinn der Agora mißbraucht zur Austragung eskalierender Konflikte zwischen der polytheistischen, christlichen und jüdischen Religion.
Hypatia verkörpert den humanistisch liberalen Standpunkt und postuliert samt ihrem Genius eine vorurteilslose Erhellung und Durchdringung der Wirklichkeit seitens des gebildeten, mündigen Menschen. Damit erschafft sie sich Todfeinde innerhalb der fanatisierten Lager. Die von ihren besessenen Führern aufgehetzten Mobs bekämpfen sich gegenseitig bis aufs Blut, und die Straßen und Häuser sind voller erschlagener Leichen. Am Ende muß auch Hypatia büßen für die blinde Eigensucht der Eiferer.
Von seiner Materie her wäre der Film sehr interessant. Er vermag aber nicht immer in die faszinierende Tiefe zu dringen. Sehr viel wird im grausamen Tumult der rennenden, erschlagenden, brandschatzenden Meuten niedergestampft, so dass der geistig-wissenschaftliche Anspruch zu kurz kommt. Rachel Weisz ist schön und souverän, vermag jedoch ihrer Verkörperung Hypatias aufgrund der inhaltlichen Seichtheit keine ausreichende Tiefe einzuhauchen. Außer Hypatia sind im Grunde alle anderen Personen stark geschädigt in ihrer Persönlichkeitsstruktur und es ist fast eine visuelle Qual, den bodenlos dümmlichen Glaubensphrasen der fanatisierten Prediger, Aufwiegler und Intriganten folgen zu müssen. Im Inneren denkt man, dass es gerade so idiotisch nicht gewesen sein kann. Etwas im Gewissen wehrt sich gegen diese Form von Interpretation... - war es denn wirklich so? So bodenlos primitiv und unmenschlich - wo ein Menschenleben gar nichts wert zu sein schien, wenn sein Träger einem anderen Glaubensbild anhing? War der Mensch von damals, egal welcher Religion, einzig ein Spielball seiner Dogmen und Doktrinen - ohne jedwedes christliche, moralische oder soziale Prinzip?
Zudem vermag man sich des Verdachts nicht zu erwehren, dass es sich bei diesem Film nicht allein um eine Darstellung von Vergangenheit handeln kann, sondern mindestens genauso um ein Abbild des heutigen Denkens der Moderne. Aus der demokratisierten, beinahe toleranzverwöhnten, liberalen Idee wird eine Darstellung der Vergangenheit bemüht, die abzurechnen scheint mit allem Religiösen und somit nicht nur das tatsächliche Schlechte sondern genauso auch alles Gute aus jener Zeit zum Negativum degradiert. Der Film ermangelt somit der Durchdringung in die geistigen Werte einer Religion, egal ob es sich um die christliche, jüdische oder polytheistische handelt. Postuliert wird eine Allerweltstoleranz getragen durch die vermeintlich neutralen Prinzipien der Naturwissenschaft, welche sich gerne als unparteiisch und wertneutral zum Dogma hin anbiedert. Gerne wird im Film die Naturwissenschaft neben die vermeintlich unbefangene und objektive Philosophie gestellt, um deren Glaubwürdigkeit zu verstärken. Man bedenke aber, wie existenzwesentlich die monotheistischen Religionen auf die Gesellschaftskultur einwirkten, ohne deren moralische Muster die Welt sehr arm wäre. Die Durchgeistigung eines Großteils der Welt mit christlichen Werten verhalf der Menschheit zu einem neuen menschlichen Aufstieg - unabhängig von den auch negativen Begleiterscheinungen. Dem Film ermangelt diese Einsicht, weswegen er ideell und intellektuell seicht und bleich agiert. Es haftet ihm nur vordergründig geistiger Gehalt an. Im Eigentlichen wirkt er wie eine schale Kopie des heutigen modernen Lebens mit seiner Toleranzhysterie ohne echter Alternativen. Auch dieser Film verfällt der Versuchung, aufgrund einer verzerrten Vergangenheitsdarstellung die Dogmen des modernen Toleranzdenkens postulieren zu müssen. Auf diese Weise wird das Medium Film dazu missbraucht, Tatsachen zu verfälschen und gewaltsam neue schaffen zu wollen.
Dennoch ein Film, der aufgrund des seltenen Vergangenheitsthemas Aufmerksamkeit verdient.
Mladen Kosar


The Prince of Egypt [DVD] [Region 2] (IMPORT) (Keine deutsche Version)
The Prince of Egypt [DVD] [Region 2] (IMPORT) (Keine deutsche Version)
DVD ~ Val Kilmer
Wird angeboten von DVDMAX-Germany
Preis: EUR 10,97

5.0 von 5 Sternen Der Auszug aus Ägypten, 1. Oktober 2014
Die Rezension bezieht sich auf den Film.
Deutscher Titel: Der Prinz von Ägypten. Originaltitel: The Prince Of Egypt
Produktionsland: USA. Premiere: 1998
Regie: Brenda Chapman, Steve Hickner und Simon Wells. Musik: Hans Zimmer. Songs: Stephen Schwartz
Genre: Animationsfilm > Bibelfilm > Familienfilm > Kinder- und Jugendfilm
Auszeichnungen: Oscar für besten Song (When You Believe)
Nominierungen: mehrere für Oscar

Für mich ist Prinz von Ägypten einer der schönsten Animationsfilme, weil er die menschlichen Figuren sehr realistisch und deren Charaktere sehr markant und eindringlich darbietet. Weiters vermittelt er in der Wuchtigkeit der historischen Geschichte eine Kraft, die einem realen Spielfilm gleichkommt. Die Musik und die menschlichen Emotionen, die Freude des Auszugs eines bis dahin versklavten Volkes, all das wird in der Mimik und Gestik der Figuren berühend widergegeben. Auch die äußeren Profile der Hauptfiguren sind animationstechnisch hervorragend herausgestrichen, und deren Gefühle und inneren Beweggründe ganz großartig abgebildet. In erster Linie die Figur des zutiefst menschlichen Moses, der keinen Machohelden verkörpert, sondern einen eher von den göttlichen Geschehnissen her überraschten, verängstigt-mutigen Menschen. Dann Pharao, als der großgewachsene, starke und selbstbewußte Herrscher, der letztlich immer mehr und mehr seine Niederlage eingestehen muß, trotz der äußeren (Schein)macht. Das Titellied ist hervorragend und unvergesslich, im Original emotional und leidenschaftlich gesungen von Mariah Carey und Whitney Huston, im Duett ganz toll gesungen im Zuge der Oscarverleihung im Jahre 1999, als das Lied als bester Song den Oscar auch bekam.
Ein Film für die ganze Familie, stets spannend und zutiefst bewegend.
Mladen Kosar


El Principe De Egipto (Import Dvd) (2006) Personajes Animados; Brenda Chapman;
El Principe De Egipto (Import Dvd) (2006) Personajes Animados; Brenda Chapman;

5.0 von 5 Sternen Moses und Ramses im sehenswerten Clinch, 1. Oktober 2014
Die Rezension bezieht sich auf den Film.
Deutscher Titel: Der Prinz von Ägypten. Originaltitel: The Prince Of Egypt
Produktionsland: USA. Premiere: 1998
Regie: Brenda Chapman, Steve Hickner und Simon Wells. Musik: Hans Zimmer. Songs: Stephen Schwartz
Genre: Animationsfilm > Bibelfilm > Familienfilm > Kinder- und Jugendfilm
Auszeichnungen: Oscar für besten Song (When You Believe)
Nominierungen: mehrere für Oscar

Für mich ist Prinz von Ägypten einer der schönsten Animationsfilme, weil er die menschlichen Figuren sehr realistisch und deren Charaktere sehr markant und eindringlich darbietet. Weiters vermittelt er in der Wuchtigkeit der historischen Geschichte eine Kraft, die einem realen Spielfilm gleichkommt. Die Musik und die menschlichen Emotionen, die Freude des Auszugs eines bis dahin versklavten Volkes, all das wird in der Mimik und Gestik der Figuren berühend widergegeben. Auch die äußeren Profile der Hauptfiguren sind animationstechnisch hervorragend herausgestrichen, und deren Gefühle und inneren Beweggründe ganz großartig abgebildet. In erster Linie die Figur des zutiefst menschlichen Moses, der keinen Machohelden verkörpert, sondern einen eher von den göttlichen Geschehnissen her überraschten, verängstigt-mutigen Menschen. Dann Pharao, als der großgewachsene, starke und selbstbewußte Herrscher, der letztlich immer mehr und mehr seine Niederlage eingestehen muß, trotz der äußeren (Schein)macht. Das Titellied ist hervorragend und unvergesslich, im Original emotional und leidenschaftlich gesungen von Mariah Carey und Whitney Huston, im Duett ganz toll gesungen im Zuge der Oscarverleihung im Jahre 1999, als das Lied als bester Song den Oscar auch bekam.
Ein Film für die ganze Familie, stets spannend und zutiefst bewegend.
Mladen Kosar


Le prince d'egypte [FR Import]
Le prince d'egypte [FR Import]
DVD ~ Val Kilmer
Preis: EUR 10,00

5.0 von 5 Sternen Schöne Bibelgeschichte, 1. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Le prince d'egypte [FR Import] (DVD)
Die Rezension bezieht sich auf den Film.
Deutscher Titel: Der Prinz von Ägypten. Originaltitel: The Prince Of Egypt
Produktionsland: USA. Premiere: 1998
Regie: Brenda Chapman, Steve Hickner und Simon Wells. Musik: Hans Zimmer. Songs: Stephen Schwartz
Genre: Animationsfilm > Bibelfilm > Familienfilm > Kinder- und Jugendfilm
Auszeichnungen: Oscar für besten Song (When You Believe)
Nominierungen: mehrere für Oscar

Für mich ist Prinz von Ägypten einer der schönsten Animationsfilme, weil er die menschlichen Figuren sehr realistisch und deren Charaktere sehr markant und eindringlich darbietet. Weiters vermittelt er in der Wuchtigkeit der historischen Geschichte eine Kraft, die einem realen Spielfilm gleichkommt. Die Musik und die menschlichen Emotionen, die Freude des Auszugs eines bis dahin versklavten Volkes, all das wird in der Mimik und Gestik der Figuren berühend widergegeben. Auch die äußeren Profile der Hauptfiguren sind animationstechnisch hervorragend herausgestrichen, und deren Gefühle und inneren Beweggründe ganz großartig abgebildet. In erster Linie die Figur des zutiefst menschlichen Moses, der keinen Machohelden verkörpert, sondern einen eher von den göttlichen Geschehnissen her überraschten, verängstigt-mutigen Menschen. Dann Pharao, als der großgewachsene, starke und selbstbewußte Herrscher, der letztlich immer mehr und mehr seine Niederlage eingestehen muß, trotz der äußeren (Schein)macht. Das Titellied ist hervorragend und unvergesslich, im Original emotional und leidenschaftlich gesungen von Mariah Carey und Whitney Huston, im Duett ganz toll gesungen im Zuge der Oscarverleihung im Jahre 1999, als das Lied als bester Song den Oscar auch bekam.
Ein Film für die ganze Familie, stets spannend und zutiefst bewegend.
Mladen Kosar


Okinawa - The Last Battle
Okinawa - The Last Battle
DVD ~ Mitsuru Fukikoshi
Preis: EUR 8,49

5.0 von 5 Sternen Am Ende siegt ein Lied über den Krieg, 29. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Okinawa - The Last Battle (DVD)
Die Rezension bezieht sich auf den Film.
Okinawa - Tha Last Battle (Manatsu no Orion; Battle Under Orion). Japan 2009.
Mit: Hiroshi Tamaki, Yoshikuni Dochin, Mitsuru Fukikoshi, Mutsutoshi Furuhata, Yuta Hiraoka, David Winning u. A. Regie: Tetsuo Shinohara

Kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges liefert sich ein japanisches U-Boot ein Katz und Maus Spiel mit einem US-amerikanischen Zerstörer geführt von einem erfahrenen Kapitän.
Sehr realistisch dargestelltes Drama, welches die klaustrophobisch bedrohliche Situation in einem U-Boot gut widergibt. Die jungen japanischen Schauspieler agieren sehr glaubwürdig und gestalten den Film zu einem spannenden Einblick in die unbekannten Seiten des Krieges. Von Okinawa sieht man in dem Film nichts, weswegen der US-Originaltitel zu bevorzugen wäre - denn ein Lied über den Orionstern, welcher die Soldaten sicher zu ihrer Geliebten geleiten möge, rettet am Ende beiden Seiten das Leben.

Mladen Kosar


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