Fashion Sale Hier klicken Sport & Outdoor reduziertemalbuecher Cloud Drive Photos yuneec Learn More sommer2016 designshop Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Summer Sale 16
Profil für Jörn Dinkla > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Jörn Dinkla
Top-Rezensenten Rang: 14.893
Hilfreiche Bewertungen: 209

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Jörn Dinkla (Hamburg, Germany)

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9
pixel
Multiplayer Game Programming: Architecting Networked Games (Game Design)
Multiplayer Game Programming: Architecting Networked Games (Game Design)
von Josh Glazer
  Taschenbuch
Preis: EUR 39,95

5.0 von 5 Sternen "Lag" und wie man ihn minimiert, 1. Juni 2016
Jeder Multiplayer-Spieler kennt es: "Lag". Wenn man den gegnerischen Spieler zu spät sieht oder man sich sicher ist, ihn hundertprozentig getroffen zu haben, aber das Spiel anders entscheidet: Der Schuldige ist klar "Lag".

In diesem Buch erklären die beiden Autoren, wie Multiplayer-Spiele programmiert werden müssen, damit möglichst wenig "Lag" auftritt. "Lag" (der technisch korrekte Ausdruck ist eigentlich "latency" bzw. "Latenz") ist die technisch notwendige Verzögerung, die durch die Dauer der Übertragung der Informationen von den Konsolen und PCs der Spieler zum Server und zurück entsteht. Solange die Technik die Informationen nicht in weniger als 10ms o. ä. übertragen kann, wird es immer "Lag" geben. Die Aufgabe der Spiele-Entwickler ist es, den auftretenden, fühlbaren oder sichtbaren "Lag" zu minimieren.

Hierzu haben sich verschiedene Techniken etabliert, die in diesem Buch gut erklärt und vorgestellt werden. Als Implementierungssprache wird C/C++ verwendet. Teilweise ist es für meinen Geschmack ein wenig zu maschinennah bzw. manchmal zu detailliert, wie z. B. bei Netzwerkprotokollen und C++ ist ja sehr "verbose" und es gibt viel "Boilerplate"-Code zu sehen. Aber im Großen und Ganzen ist das Buch sehr lesenswert.

Im Buch fehlt allerdings die abstraktere Sicht der Protokolle ein wenig, also die Vogelperspektive auf Protokolle, wie man diese designed, evtl. sogar Protokollverifizierung. Auch kann man oft den technisch notwendigen "Lag" hinter Animationen verstecken. Hier müssen Netzwerk-Programmierer, Spiel-Designer und Grafik-Designer allerdings zusammenarbeiten. Wenn in Multiplayer-Spielen eine Animation stattfindet, wie z. B. oft beim Wurf einer Handgranate, dann ist das ein Versuch den Spieler vom "Lag" abzulenken. Hier fehlt im Buch noch ein übergreifender Abschnitt über die "best practices" in diesem Bereich.

Aber zum jetzigen Zeitpunkt ist das Buch die beste Einführung in die Programmierung von Multiplayer-Games, daher 5 von 5.


Against Intellectual Property
Against Intellectual Property
von Stephan N. Kinsella
  Taschenbuch
Preis: EUR 4,28

3.0 von 5 Sternen Problem ungelöst: Geistiges Eigentum und Marktwirtschaft, 13. April 2016
Rezension bezieht sich auf: Against Intellectual Property (Taschenbuch)
Der Begriff "geistiges Eigentum" (engl. intellectual property, IP) ist sehr umstritten, auch weil er gar nicht so einfach zu definieren ist. Es werden auch sehr unterschiedliche Konzepte unter diesem Begriff zusammengefasst: Patente, Copyright, Geschäftsgeheimnisse und Trademarks/Warenzeichen.

Stephan N. Kinsella definiert ihn anhand der "Knappheit". "Knapp" bedeutet in der Ökonomie, dass ein Wirtschaftsgut nicht in beliebiger Anzahl vorhanden ist oder produziert werden kann. Zum Beispiel ist sauerstoffreiche Luft an der Nordseeküste nicht knapp, während die Grundstücke in Strandnähe knapp sind. Die meisten physikalischen Güter sind knapp. Von ihnen ist meistens nicht genügend für alle da. Daher werden gesellschaftliche Konventionen benötigt, um Konflikte zu vermeiden. Hierzu dienen die "Eigentumsrechte", die laut Kinsella klar definieren sollten, wem etwas gehört. Bei geistigem Eigentum aber sieht Kinsella ein Problem. Er schreibt im Abschnitt "Scarcity and Ideas" folgendes: "only tangible, scarce resources are the possible object of interpersonal conflict, so it is only for them that property rules are applicable", also "nur berührbare, knappe Ressourcen können der Gegenstand von Konflikten zwischen Personen sein, also können Eigentumsrechte nur für diese gelten". Ideen und Informationen sind daher nach Kinsella kein Eigentum, da sie einfach geteilt und kopiert werden können. Er schreibt "Unlike tangible property, information is not ownable; it is not property".

Kurz zusammengefasst fordert Stephan N. Kinsella für physikalische Güter eine kapitalistische Eigentumsdefinition und für Informationen eine "sozialistische", denn sie gehören allen und sind eine Art Allmende.

Und damit habe ich ein paar Probleme, aber dazu muss ich teilweise etwas ausholen.

1) Informationen, Wissen und digitale Güter haben andere Eigenschaften als physikalische Güter, wie Carl Shapiro und Hal R. Varian in ihrem Buch "Information Rules: A Strategic Guide to the Network Economy" beschreiben. Digitale Güter sind nicht-rival, nicht knapp und führen zu Netzwerkeffekten. Rivale Güter werden beim Konsum verbraucht, wie z. B. Lebensmittel. Nicht-rivale Güter hingegen werden bei der Benutzung nicht verbraucht. Eine MP3-Datei kann man beliebig oft hören. Verbrauchen tun sich allerdings die Speichermedien, wie Festplatten oder USB-Sticks. Digitale Güter lassen sich auch leicht kopieren. Damit sind sie (fast) unbegrenzt verfügbar, sofern sie einmal erstellt wurden. Sie sind nicht knapp. Carl Shapiro und Hal R. Varian drücken das folgendermaßen aus "Information ist teuer herzustellen, aber billig zu kopieren".

2) Außerdem dienen Informationen zur Reduzierung der Unsicherheit und das ist auf jeden Fall wertvoll. Der Mensch ist sich bezüglich des Zustands eines Systems unsicher. Er weiß nicht alles über das System. Mit Informationen kann er die Unsicherheit verringern. Zum Beispiel kann er durch einen Blick auf ein Thermometer feststellen, wie warm "das System" gerade ist. Die Messung führt zu Daten und die Information in diesen Daten verringert die Unsicherheit. Da die Beschaffung dieser Informationen (das Messen der Temperatur) mit Kosten verbunden ist, kann man nicht sagen, Informationen wären nicht knapp. Die Daten, die am CERN in der Schweiz erzeugt werden, kosten Millionen von Euro. Sie sind knapp. Die Erstellung eines Buchs besteht aus der arbeitsintensiven Filterung der Ideen, Anordnung der Ideen in eine schöne Geschichte, Ausschmückung, usw. Die Erstellung ist nicht "knapp". Menschen, die gute Literatur schreiben können, sind "knapp".

3) Außerdem sind manche Informationen auch schwer zu beschaffen: Was ist die Lösung für ein Kreuzworträtsel? Eine Idee bzw. Information. Aber die Lösung benötigt Zeit und Gehirnleistung. Und ist daher knapp. Und es gibt noch schwierigere Probleme, wie z. B. die sog. NP-vollständigen Probleme in der Informatik. Die Lösung eines solchen Problems benötigt exponentiell viel Rechenzeit im Verhältnis zur Größe des Problems. Rechnzeit benötigt Strom und Strom ist knapp.

4) Mit dem Internet der Dinge wird die physikalische Welt "digitalisiert". Hier hätte man den Widerspruch, das der physikalische Gegenstand jemandem gehört, die Informationen über diesen Gegenstand aber Allgemeingut sind. Und die Digitalisierung wird noch weiter voranschreiten: Der Zukunftsforscher Raymond Kurzweil sagt in seinem Buch "The Singularity Is Near: When Humans Transcend Biology " auch die Digitalisierung der Biologie voraus.

5) Ludwig von Mises hat 1922 in seinem Buch "Die Gemeinwirtschaft" dargelegt, dass Sozialismus nicht funktionieren kann, wenn alle Produktionsmittel verstaatlicht werden. Denn es gibt dann keine Wirtschaftsrechnung, weil es keine Märkte und damit keine Preise gibt. Preise entstehen aus Angebot und Nachfrage, durch Feilschen der Käufer und Verkäufer. Jeder einzelne Kauf/Verkauf ist eine Optimierung, bei dem beide Parteien versuchen, möglichst viel zu gewinnen. Wenn Informationen aber kein Eigentum sind, können sie auch nicht zur Wirtschaftsrechnung benutzt werden.

6) Auch unterscheidet Kinsella nicht ausreichend genug zwischen Patent und Copyright, dabei haben beide eine sehr unterschiedliche Natur. Mit einem Copyright schützt jemand seine eigene Arbeit vor Plagiatoren. Durch ein Copyright wird niemand anderes daran gehindert, ein Buch zu schreiben. Es kann kein Monopol entstehen, da die anderen Künstler ebenfalls Bücher schreiben oder Musik machen können. Bei einem Patent hingegen wird die Herstellung eines Produkts verhindert. Andere Firmen werden z. B. daran gehindert, ein Handy mit nur einem Button herzustellen, weil eine andere Firma ein Patent drauf besitzt. Patente und Copyrights sind also unterschiedlich und sollten auch unterschiedlich behandelt werden.

7) Die physikalische Welt ist längst nicht mehr so wichtig, wie die "geistige" Welt. Wissen hat Kapital als wichtigsten Produktionsfaktor längst abgelöst. Wir leben längst im "Post-Kapitalismus", wie es 1994 der Unternehmensberater Peter F. Drucker ausdrückte.

Zusammenfassung: Die traditionelle Definition von Eigentum anhand von "Knappheit" lässt sich nicht auf digitale Güter übertragen. Der Ansatz von Stephen Kinsella kann daher keine Lösung für eine digitale Marktwirtschaft sein.


The Rational Optimist: How Prosperity Evolves
The Rational Optimist: How Prosperity Evolves
von Matt Ridley
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,99

5.0 von 5 Sternen Handel erzeugt Wohlstand, 13. Februar 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Der Autor erläutert in diesem Buch, dass der Handel mit Gütern und Dienstleistungen die Basis der menschlichen Zivilisation ist und dass die Menschheit aufgrund des bisher erreichten Fortschritts Grund hat, optimistisch in die Zukunft zu schauen.

Eigentlich kennt man einige der Argumente schon, aber der Autor macht eine sehr schöne und gut erklärte Reise durch die Geschichte der Menschheit. Er zeigt an mehreren geschichtlichen Beispielen, dass erst der Handel und die Arbeitsteilung kommen und dann Institutionen, die den erarbeiteten Wohlstand parasitär ausnutzen, wie z. B. Kirchen, Adelige, Militär und Politiker.

Die Argumentation verläuft abgekürzt folgendermaßen: Handel oder Tausch ermöglicht die Arbeitsteilung, diese führt zu höherer Produktivität und letztendlich zu Wohlstand. Im Interesse der Menschheit sollte man also immer den Handel und die Arbeitsteilung verbessern. Der Antrieb hierzu ist natürlich das Individuum und der (möglichst) freie Handel.

Insgesamt gesehen, eines der besten Geschichtsbücher die ich gelesen habe. Stellenweise werden geradezu augenöffnende Argumente präsentiert, wie z. B. über die Römer oder den Bedarf von Energie.


Knowledge and Power: The Information Theory of Capitalism and How it is Revolutionizing our World
Knowledge and Power: The Information Theory of Capitalism and How it is Revolutionizing our World
Preis: EUR 18,32

5.0 von 5 Sternen Überraschung mit hohem Informationsgehalt, 17. August 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Auf der einen Seite hält das Buch nicht 100% was der Titel verspricht, auf der anderen Seite ist es aber ein sehr anregendes Buch, das sehr viele wirtschaftliche, naturwissenschaftliche und informationstechnische Themen behandelt. Der Autor hat ein sehr breites Wissen, seine Schwerpunkte sind Wirtschaft, Finanzmärkte, Venture-Kapital, Startup-Förderung und IT.

Nach George Gilder liegt die Stärke des Kapitalismus darin, das nur die erfolgreichen Unternehmen, die Gewinne machen, die Möglichkeit erhalten, weitere Produkte herzustellen. Sie haben ja ihre Nützlichkeit bewiesen, ihre Produkte wurden gekauft. Zur Produktion von Waren und bei der Durchführung von Dienstleistungen ist sehr viel Wissen erforderlich. Ein Unternehmen ist eine Art Experiment, wie und zu welchem Preis waren produziert werden können, die dann von der “demand”-Seite auch nachgefragt werden. Ein Unternehmen muss das Wissen erst erlernen. Der Gewinn, der aus erfolgreichem Wirtschaften entsteht, gibt dem Unternehmen dann die “Power” weiterzumachen. In der heutigen Welt wird die “Power” allerdings durch Eingriffe des Staats beeinträchtigt. Laut Gilder wird damit “Noise” in das System eingeführt und stark geschädigt. Er macht das z. B. besonders beim Insider-Handel mit Aktien deutlich, der verboten wurde. Der Handel mit Aktien sollte eigentlich auf den Informationen beruhen, die man über eine Firma hat und nicht auf Spekulationen. Je weniger Informationen es aber über die Firmen gibt, desto mehr wird das System zum “Kasino-Kapitalismus”. Denn der Aktienkauf beruht nicht mehr auf Fachinformationen, sondern auf dem Zufall. Das ist ein Beispiel dafür, dass eine gut gemeinte Regulierung negative Begleiterscheinungen hat und von “Linken" dann “dem Kapitalismus” als negative Systemeigenschaft vorgeworfen wird.

Der Autor benutzt als Analogie die Idee, dass Information eine Überraschung, eine Abweichung vom Regulären ist. Erfolgreiche Firmen bringen Ideen mit einem hohen Überraschungspotential auf den Markt. Also die Information ist für den Markt an sich hoch, nicht das Produkt an sich. Ein Buch mit einem einfachen Satzbau und wenig Wörtern hat einen geringeren Informationsgehalt als ein Buch mit einem großen Wortschatz. Aber den Markt interessiert hier der Gewinn und wie viele Folgeprodukte man evtl. noch verkaufen kann usw. Und diese marktrelevante Information ist es, die höher ist.

Diese informationstheoretische Begründung ist aber nur informell. Das ist keine mathematische Argumentation und im strengen Sinn auch keine “The Information Theory of Capitalism”, wie es z. B. mathematisch vorgebildete Wirtschaftswissenschaftler erwarten würden. An manchen Stellen ist die Argumentation auch rein informationstechnisch nicht 100% sauber. Aber ich musste im Laufe des Buches feststellen, dass der Autor über sehr weitreichende Kenntnisse verfügt. Manchmal schlägt er da allerdings Schlachten, die nicht richtig zum Thema gehören, sondern eher in die amerikanische Politik. Andererseits ist alles interessant geschrieben und mich persönlich interessieren Querdenker sehr.

Auch wenn ich nicht mit allen Punkten des Autors übereinstimme und es ein paar Mängel gibt, ist das Buch ein Leseerlebnis und ich konnte es nur schwer aus der Hand legen.


Business Model Generation: Ein Handbuch für Visionäre, Spielveränderer und Herausforderer
Business Model Generation: Ein Handbuch für Visionäre, Spielveränderer und Herausforderer
von Alexander Osterwalder
  Broschiert
Preis: EUR 34,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wie Geschäftsmodelle Spass machen - Ein Leseerlebnis, 7. August 2015
Ich bin ein freiberuflicher Informatiker, habe einen Einstieg in das komplexe Thema "Geschäftsmodelle" gesucht und ein hervorragendes Buch gefunden. Das Buch behandelt Geschäftsmodelle, deren Erstellung und weitere Anpassung mit Hilfe des "Business Model Canvas" (im Buch wird die feminine Form benutzt "die Canvas", S. 48-49, ich benutze aber lieber Neutrum für englische Begriffe). Das Buch hat ein schönes Format, sieht sehr gut aus, hat schöne Abbildungen und Diagramme, die die Sachverhalte verdeutlichen.

Das Canvas wird nach einer Einführung anhand mehrerer Geschäftsmodellmuster erklärt. Sehr interessant fand ich die das Entflechtungsmuster, das ist didaktisch sehr gut. Die anderen Muster, wie z. B. Long-Tail, Multi-Sided Plattforms und Freemium sind gut gelungen. Beim "Open Business" Muster wagen die Autoren sich aber schon stark hervor. Dieses Muster wird in der Praxis noch sehr selten angewandt.

Im Abschnitt zur Entwicklung von Geschäftsmodellen werden die eher zum Standard zu zählenden Techniken behandelt, wie z. B. Kundenorientierung, Tests mit Prototypen und Geschichten erzählen. Schön ist die Angabe von weiterführender Literatur.

Besser gefallen hat mir der Abschnitt zur Strategie bzw. zur langfristige Änderung und Anpassung eines Geschäftsmodells. Die Welt steht ja nicht still, sondern sie ändert sich und damit muss auch das Modell angepasst werden. Hier fehlt allerdings die Behandlung von "roten Ozeanen"; mit der SWOT-Analyse wird nur eine rudimentäre Technik erwähnt. Es wäre besser gewesen, wenn die Autoren kurz die "five forces" von Porter erwähnt hätten (oder evtl. andere mir nicht bekannte Techniken zur Branchenstrukturanalyse). Die Techniken der Wertinnovation und die 4-Aktionen der Blue-Ocean-Strategie werden gut im Canvas umgesetzt.

Der letzte Abschnitt über die Implementierung bzw. die Umsetzung von Geschäftsmodellen ein knapper Einstieg. Aber das kritisiere ich nicht, denn es ist ein sehr komplexes Thema und würde den Rahmen des Buches sprengen.

Insgesamt trotz ein paar Schwächen aber ein empfehlenswertes Leseerlebnis.


Learning Spark: Lightning-Fast Big Data Analysis
Learning Spark: Lightning-Fast Big Data Analysis
Preis: EUR 20,96

5.0 von 5 Sternen Guter Hands-on Einstieg, 6. Juli 2015
Wer die Grundlagen von Spark lernen möchte, ist mit diesem Buch gut beraten. Mir hat besonders gut gefallen, dass das Buch sehr praxisorientiert ist und man nebenbei mit der Spark-Shell die Beispiele ausprobieren und nachvollziehen kann. Auch die Beschreibung des Anlegens eines Clusters in Kapitel 7 fand ich sehr hilfreich.

Um von diesem Buch zu profitieren sollte man schon fortgeschrittene Programmierkenntnisse in Python, Scala oder Java haben. MapReduce braucht man nicht zu kennen.

Leider werden die Themen GraphX und SparkR nicht behandelt.

Die meisten Beispiele werden in den drei Sprachen Python, Scala und Java 7 angegeben. Leider wurde hier nicht Java 8 verwendet, so dass die Beispiele sehr asymmetrisch sind. Der Java 7 Code macht das Buch fast kaputt. Allerdings muss man zur Entschuldigung der Autoren auch sagen, dass im Hadoop-Bereich der Umstieg auf Java 8 noch nicht durchgeführt wurde.

Hier haben sich manchmal auch Übersetzungsfehler eingeschlichen und die Programme sind nicht immer gleich (z. B. die VerifyCallLogs() in Java fehlen in den anderen Versionen, 6-18).

Anhand von Beispiel 4-25, dem 'Scala Page Rank', habe ich selber gelernt, dass Typenformationen auch hilfreich sein können. Die Beispiele in Python und Scala sind zwar kurz und knapp, aber mir fehlen unten in der Schleife die Datentypen zum Verständnis. Das ist so kein Code, den man sofort versteht. Ich werde also in Scala meine Transformationen freiwillig mit Typen kennzeichnen, damit sie besser lesbar sind.

Im Abschnitt "Spark SQL Performance" klingt das ein wenig so, als ob die Autoren auch die Entwickler von Spark SQL sind a la 'Guck mal unser tolles System'. Hier sind sie ein wenig unkritisch, denn SQL-Optimierung ist ein sehr weiter und komplizierter Bereich und bei Spark-SQL wohl noch nicht auf dem Stand der traditionellen SQL-Datenbanken.

Das Beispiel in "Machine Learning Basics" ist für den Einstieg meiner Meinung nach zu kompliziert. Und im Beispiel 6-12 benutzen die Autoren ein Anti-Pattern, da wird gegen die konkrete Implementierung ArrayList und nicht gegen das Interface List programmiert.

Und - last but not least - das Buch heißt 'Learning'. Warum gibt es dann keine Übungen oder Aufgaben? Eventuell sogar mit Lösungen im Anhang?

Aber insgesamt gesehen ein guter und gelungener Einstieg.


Programming In Scala
Programming In Scala
von Martin Odersky
  Taschenbuch
Preis: EUR 48,35

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr gute Einführung in Scala, 17. Juni 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Programming In Scala (Taschenbuch)
Scala ist ein wichtiger Meilenstein bei der Fusion von funktionaler und objektorientierter Programmierung. Diese Fusion ist aber noch nicht abgeschlossen, sondern ein “Entdeckungs-Prozess", der noch ein paar Jahre andauern wird.

Um ein objekt-funktionaler Entwickler zu werden benötigt man momentan noch sehr viel Hintergrundwissen, weil man die Techniken und Methoden beider Paradigmen beherrschen muss. In Zukunft wird sich da eine Zwischenmenge bilden, so das der Einstieg leichter werden wird.

Ich persönlich kannte die funktionale Sprache Haskell und die Objektorientierung mit Java und Groovy auf der JVM sehr gut, hatte also weitreichende Vorkenntnisse. Aber trotzdem war das Buch eine doch fordernde Lektüre in der zweiten Hälfte.

Aber die Hauptaufgabe des Buchs - die Sprache Scala zu erklären - erledigen die Autoren meisterhaft. Sämtliche (damals implementierten Feature) werden ausführlich und verständlich erklärt. Das Buch ist auch jetzt nach 4 Jahren immer noch die beste Erklärung von Scala. Kapitel 25 z. B. enthält schöne fortgeschrittene Beispiele für die Integration eigener Datenstrukturen in das Collection-Framework ab Scala 2.8. Man benötigt allerdings Kenntnisse aus den Bereichen FP, OO und Java. Es ist kein Einsteigerbuch, sondern richtet sich an erfahrene Entwickler.

Ich habe dieses Buch jetzt dreimal gelesen, 2009 die erste Edition, 2011 die zweite und jetzt 2015 noch einmal. Das Buch kann man nicht gewinnbringend in einem Rutsch so durchlesen. Man muss zwischendrin stoppen und die Sprache ausprobieren, Beispiele erfinden und Scala am besten in Projekten verwenden. Nach dem ersten Mal 2009 habe ich bei manchen Teilen zuerst noch gedacht, “das ist so zu kompliziert, das brauche ich doch gar nicht” oder “die Syntax ist zu weit von Java entfernt, das will dann wieder kein Programmierer lernen”. Aber im Laufe der Zeit merkt man, dass sich viele Dinge mit Scala Traits, Klassen und Objekten sehr gut modellieren lassen, das Scala eine sehr elegante Sprache ist und das auch Kovarianz und Kontravarianz für die Implementierung eigener Kollektionen wichtig sind.

Das Buch ist 2010 erschienen, aber momentan nur in kleinen Teilen veraltet. GUIs erstellt man heute mit JavaFX und nicht mit Swing, die Skala-Aktoren sind deprecated. Leider fehlen natürlich auch wichtige Neuentwicklungen, wie z. B. die parallelen Collections (ab 2.9), Futures und Promises (2.10), Reflektions (2.10) und Makros. Auch die Frameworks Akka, Play und Spark gab es damals noch nicht und tauchen dementsprechend auch nicht auf. Sie würden den Rahmen des Buches allerdings auch sprengen.

Also: der Einstieg in Scala ist einfach, das Vorankommen dann aber erfordert Übung und man muss sich das Buch immer wieder zur Hand nehmen und Beispiele programmieren.

Scala ist eine sehr reichhaltige Sprache und dieses Buch ist nach wie vor der beste Einstieg. Es ist nicht immer einfach, aber es lohnt sich.


Hadoop: The Definitive Guide
Hadoop: The Definitive Guide
von Tom White
  Taschenbuch
Preis: EUR 33,95

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Definitiver Rundumschlag um das Hadoop-Ökosystem, 2. Juni 2015
Rezension bezieht sich auf: Hadoop: The Definitive Guide (Taschenbuch)
Das Hadoop-Ökosystem ist im Laufe der Zeit erheblich gewachsen. Dieses Buch bietet einen Überblick über die wichtigsten Themen und Projekte des Frameworks. Neben einer Erläuterung der Grundlagen von Hadoop, insbesondere HDFS, YARN und MapReduce, werden Erweiterungen, wie z. B. HBase, Spark, Zookeeper, Avro uvwm. ausführlich behandelt.

Um dieses Buch allerdings mit Gewinn lesen zu können, sollte man das MapReduce-Paradigma schon kennen und auch mit Hadoop erste Erfahrungen gesammelt haben. Es ist kein Einsteigerbuch. Es ist allerdings auch kein endgültiges Profibuch, da oft nicht genügend in die Tiefe gegangen wird.

Was ich persönlich vermisse, ist ein Abschnitt “Hadoop in Practice”, in dem über Erfahrungen aus der Praxis berichtet wird. Hier sollten Tipps und “Best Practices” für Betrieb und Entwicklung behandelt werden. Wie sehen übliche Einsatzszenerien aus? Welche Probleme gibt es da? Wie verhalten sich unkomprimierte Dateien in der Regel bei der Performance? Welche Änderungen gibt es, wenn ich Komprimierung verwende? usw.

Denn das Buch liest sich stellenweise wie eine sehr lange Dokumentation. Auch gibt es viele überflüssige Tabellen, wie z. B. die Tabelle aller primitiven Datentypen von Hive. Als Entwickler benutze ich das Buch doch nicht als Referenz, dass kann ich schneller googlen als es im Buch nachzugucken.

Schade finde ich, dass das maschinelle Lernen, z. B. mit Mahout, gar nicht im Buch behandelt wird. Auch das Monitoring von Hadoop wird nur gestreift, hier wäre interessant, wie das z. B. mit Nagios, Ganglia, Puppet, Chef oder Ambari genutzt werden kann. Und heutzutage sollte Containerisierung mit Docker natürlich auch nicht fehlen.

Aber alles in allem ist es ein sehr umfangreiches Buch und mir haben die meisten Stellen gut gefallen, wie z. B. die Behandlung fehlerhafter Daten, Debugging und Profiling in Kapitel 6 oder die genaue Beschreibung des Aufrufs von MapReduce-Jobs in Kapitel 7.

Ich kann das Buch jedem mit den o.g. Grundkenntnissen empfehlen.


Data Driven
Data Driven
Preis: EUR 0,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Guter Einstieg, aber zu unkritisch, 15. Mai 2015
Rezension bezieht sich auf: Data Driven (Kindle Edition)
In diesem Buch erläutern die beiden Autoren, was sie unter einer “Datenkultur” verstehen. Sie erläutern, welchen Stellenwert die Daten in menschlichen Organisationen haben (hauptsächlich Firmen, NGOs (non government organisations), Vereine etc.) und das sie von möglichst vielen Menschen genutzt werden soll. Traditionelle Data-Warehouses waren bürokratisch organisiert, es gab eine kleine “Informations-Elite” und normale Anwender mussten u. U. lange auf die Umsetzung ihrer angeforderten Reports warten. Big Data setzt auf eine “Demokratisierung”, d.h. die Daten sollen möglichst vielen zur Verfügung gestellt werden.

Es ist ein ganz angenehmer Anfang, aber leider viel zu optimistisch und noch nicht zu Ende gedacht. Wo liegen die Gefahren? Was ist mit der Daten-Qualität? Wenn diese schlecht ist, sind auch die Folgerungen aus diesen Daten schlecht? Wie bringt man seinen Mitarbeitern Statistik bei? Facebook und Co. haben wohl keine Schwierigkeiten sehr intelligente “Data Scientists” anzuheuern, aber die kleineren Firmen hingegen wohl schon. Auch gibt es viele Möglichkeiten mit Statistik falsche Schlüsse zu ziehen, siehe z. B. das Buch “The flaw of averages" by S. Savage.

Aber insgesamt kurz und einen Blick wert, aber zu unkritisch.


Beyond Fear: Thinking Sensibly About Security in an Uncertain World.
Beyond Fear: Thinking Sensibly About Security in an Uncertain World.
Preis: EUR 17,09

5.0 von 5 Sternen Pflichtlektüre im Bereich Security, 7. Mai 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
In dem 2003 geschriebenen Buch schreibt der Autor ganz allgemein über Sicherheit. Hier ist die englische “security” gemeint und nicht die “safety”, d. h. die Zuverlässigkeit. Er hat das Problem sehr gut durchdacht und abstrahiert soweit, dass er verschiedene Themen wie Terrorismus, Passkontrollen, Kreditkarten und Computersicherheit behandeln kann. Er stellt hierfür einen 5-Fragen-Plan auf, mit dem Sicherheit-Systeme hinterfragt werden können und führt dieses für die o.g. Bereiche durch.

Ich war zwischendurch sehr beeindruckt davon, wie viel Durchblick der Bruce Schneider wirklich hat. Es ist stellenweise schon ein Philosophiebuch. Auch die ökonomischen Hintergrunde berücksichtigt er. Für ihn ist Sicherheit immer ein Tradeoff zwischen der Vermeidung der Gefahr und dem Aufwand zur Erreichung dieser.

Das Buch ist von 2003 und damals befand sich die USA noch in einem Schockzustand aufgrund 9/11. Das Buch von Herrn Schneier sollte wohl auch dazu anregen, die damals von der Politik betriebene “Homeland-Security" der USA kritisch zu überdenken. Denn viele der von der Politik geforderten Mittel können den gewollten Effekt nicht haben und sollen nur die Wähler beruhigen, sie sind ein Placebo.

Stellenweise in der Mitte allerdings wurde es ein wenig langatmig, aber dennoch ein Meilenstein.


Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9